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MW-Sender Wilsdruff/Sachsen

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Forum » Radio- and technical History » Decades of broadcasting » MW-Sender Wilsdruff/Sachsen
           
Uwe Müller
Uwe Müller
 
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13.Nov.09 18:25
 
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Teilweise Text-,und Bildübenahme von Hr. Jan Balzer/Freiberg

sowie eigene Ergänzungen aus Gesprächen mit ehemaligen Mitarbeitern der

Sendestelle Wilsdruff

 

Sehr geehrte Sammlerkollegen,

aus Anlaß der kürzlich hier wieder aufgekommenen Diskussion über den MW-Rundfunk und damit das Schicksal seiner Senderstandorte sei hier an ein technisches Denkmal erinnert, welches vor den Toren Dresdens im Dämmerschlaf liegt.

Fährt man auf der A4 in Richtung Dresden und hat das Dreieck Nossen hinter sich gelassen oder verläßt man Dresden in westlicher Richtung, sieht man unweit der Autobahn schon von Weitem den 153m hohen, rot-weißen Rohrmast, der zum Sender Wilsdruff gehört.

Errichtet wurde hier in den Jahren 1952/53 vom Funkwerk Köpenick ein frei durchstimmbarer 250KW MW-Sender des Typs SM4. Nach Aussagen kompetenter Fachleute handelt es sich heute bei diesem Sender um den Einzigen, welcher noch an seinem Originalstandort erhaltenen ist. 1954 ging er mit dem Programm des Landesstudios Dresden auf 1043KHz in Betrieb.

Seine Trägerleistung von 250KW erreicht der Sender durch vier im Gegentakt arbeitende Senderöhren vom Typ SRW 357.

SRW 357

Heizspannung: 18V

Heizstrom: 200A

Gitterspannung: 300V

Anodenspannung: 10KV

Das destillierte Wasser zur Kühlung der Röhren wurde im Keller des Gebäudes selbst gewonnen.

 

 

 

 

 

 

Der Sender wurde in der offenen Bauweise der Enddreißiger Jahre errichtet

Für die vier Endröhren hängt jeweils eine Ersatzbestückung an der Wand. Im Falle eines Ausfalles hieß das: Freischalten, ellenbogenlange Asbest-Handschuhe anziehen und Röhre wechseln! Vor allen Dingen: "Schnellmachen!", denn ein mehr als 10-minütiger Senderausfall zog `große Kreise` und bescherte eine Menge Berichte.

Das Bedienpult ist noch im Originalzustand erhalten:

Bitte platznehmen, einschalten,-und auf Sendung...

An der Wand befindet sich die Modulationsstufe des Senders in Schrankbauweise:

sowie die Treiberstufe:

 

 

 

 

 

 

 

Gegenüber die Abstimmorgane:

 

Natürlich ist hier alles `etwas größer`:

Die `Verdrahtung` ist wegen der Stromstärken in Kupfer und Messing massiv ausgeführt, was bei der DDR-üblichen Materialknappheit manchmal zu Problemen führte, insbesondere nach Blitz-und Überschlagschäden, dann stand schon einmal eine grünleuchtende Wolke von verdampften Kupfer über dem Sender. Abgeschmolzene Kontaktschienen künden noch heute davon.

Zu Meßzwecken konnte die Leistung des Senders auf einen wassergekühlten Lastwiederstand, die sogenannte Kunstantenne, aufgeschalten werden:

Via Speiseleitung gelangte dann die `Musik` schließlich in das Masthaus:

 

 

 

 

 

 

 

Heute befinden sich im Masthaus ein Thomcast-Containersender mit 20KW und ein 250KW-Sender von Telefunken-Sendersysteme Berlin, man kann also drin `kaum noch treten` und davor steht ein Container mit der 20KV-Einspeisung und der Kunstantenne des Telefunken-Senders.

1968 nahm der Sender an einer unrühmlichen Aktion teil: Der konspirative DDR-Sender `Vlatava` gegen die Reform-kommunistischen Bestrebungen in Prag wurde vom 21. August 68` bis zum 12. Februar 69` über 1235KHz hier ausgestrahlt. Das Programm kam aus der Berliner Nalepastrasse.

1978 wurde auf Beschluss der Genfer Wellenplankonferenz die Frequenz um ein KHz angehoben, der Sender arbeitete jetzt auf 1044 KHz.

1990, nach der Wende, wird Radio Aktuell, der Nachfolger von Radio DDR1, ausgestrahlt. Im Frühjahr 1991 werden alle MW-Aussendungen von Radio Aktuell eingestellt. Dafür sendet jetzt Sachsen Radio, der Vorgänger von MDR info, auf 1044KHz. 1992 ist dann Sendestart von MDR info. Am 18.09.1993 werden dann die Röhren kalt, der SM4 ist zum letzten Mal in der Luft.

Nun gibt es in Wilsdruff noch einen zweiten Sender, den 20KW-Reservesender SM4E:

Dieser Sender ist mit luftgekühlten Röhren des Typs SRL 353 ausgestattet:

SRL 353

Heizspannung: 5,3V

Heizstrom:150A

Anodenspannung: 6KV

 

 

 

 

 

 

Die Senderöhren stecken zur Kühlung in staubsaugerähnlichen Absaugrohren:

Beim Probebetrieb des Senders sollen die Röhren immer wieder nach kurzer Zeit wegen Überhitzung ausgefallen sein. Festgestellt wurden verkehrt montierte Ventilatorräder, angelastet dies den `heimtückischen Feinden des Sozialismus`...

1959 geht der SM4E mit dem Nachtprogramm von Radio DDR auf 912KHz in Betrieb. Ab 1978 wird dann der Berliner Rundfunk auf der Frequenz 1431KHz ausgestrahlt. Der Sender ist heute noch voll betriebsbereit und dient als Reserve für den 20KW-Thomcast-Sender.

Nicht minder interessant ist die Netzersatz-Anlage des Senders, zwei WUMAG-Schiffs-Diesel:

Die Diesel sind in der 100qm-Maschinenhalle, dem sogenannten Dieselhaus, beheimatet. Sie haben 700 PS bei 428U/min. Angetrieben wurden zwei 380V- Generatoren, die max. 600KVA leisteten. bei Vollast verbrauchten sie 240 L/Stunde, was für einen autarken Betrieb des Senders für ca.10 Tage ausgereicht hätte. Die Maschinen wurden mit Preßluft gestartet und waren im Normalfall nach 2-3 Minuten einsatzbereit. Im E-Fall sollten sie per Automatik gestartet werden, doch da diese eher unzuverlässig arbeitete, hieß das: sofort zum Leitstand stürzen und Diesel anlassen, denn wenn der Ausfall länger als 10 min dauerte, drohten die `großen Kreise`...

Da das Netz zu DDR-Zeiten besonders in den Wintermonaten überlastet war, wurde die NEA auch zum Netz-Stützen herangezogen. Dazu unumgänglich war das phasengleiche Einspeisen. Da die Automatik dazu auch eher ... arbeitete, saß manchmal ein Mitarbeiter schichtenlang an den Reglern. Heute sind die Diesel theoretisch noch betriebsfähig, aber der Preßluftanlage fehlt der TÜV.

1995 gelang es dem Bürgermeister von Wilsdruff, die gesamte Anlage der Sendestelle unter Denkmalschutz zu stellen, so ist wenigstens der Schutz vor Demontage gewährleistet. Aber um jemals die öffentliche Begehbarkeit und damit auch den baulichen Erhalt des Senders als Denkmal zu gewährleisten, ist nur die Trägerschaft einer großen Organisation wie der GFGF in Zusammenarbeit mit der Stadt Wilsdruff vorstellbar. Die Telekom hat daran kein Interesse.

Zum Nachlesen verweise ich hier nochmals auf Jan Balzers` gut gemachte Seiten, dort ist auch noch ein Beitrag zum Sender Wiederau bei Leipzig zu finden.                                                           Suchen Sie im Browser unter `Jan`s+Radio+Seiten`.

Mit freundlichen Grüssen!   Uwe Müller

This article was edited 31.Dec.14 09:46 by Ernst Erb .

Wolfgang Lill
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25.May.14 12:30

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Test Test Test test Test

Am 30. April 2013 um 6 Uhr morgens endete die Mittelwellenübertragung von MDR Info aus Wilsdruff mit der Aufschaltung einer Hinweisschleife, die auf den alternativen Empfangsweg DAB+ hingewiesen hatte und noch bis 6. Mai 2013 lief. Nach deren Abschaltung um 6 Uhr lief über den Sender Wilsdruff ein Leerträger, bis um 9 Uhr auf allen drei Mittelwellensendern (Wilsdruff, Wiederau undReichenbach) die Hinweisschleife erneut aufgeschaltet wurde. Der Sender in Wilsdruff wurde um 11:37 Uhr als letzter der drei Sender von einem Techniker des Senderbetreibers Media Broadcast vor Ort manuell abgeschaltet.

Damit gibt es keine Rundfunkübertragungen mehr von diesem Standort.

Das Grundstück mit dem Sender und allen Baulichkeiten wurde inzwischen von der Telekom an einen privaten Besitzer verkauft.

Die Sächsische Zeitung wusste  am 31.Mai 2013 zu berichten, das auch die Sendeanlagen und der Sendemast demontiert werden.

Dabei hatte man wahrscheinlich bei den Recherchen vergessen, das der gesamte Komplex seit 1995 unter Denkmalschutz steht. Die Sendeanlage in Wilsdruff ist weltweit die einzigste mit diesem Status.

Was im Kaufvertrag mit Herrn Rose (Pferdezucht/ Pferdesport) vereinbart wurde, darüber gibt es bislang keine Informationen

Über solche und andere Fragen wird es am  15.06.2014 ein Symposium in Wilsdruff geben

 

 

 

Zeit

Aktivität

Bemerkung

ab 09.00

Anmeldung der Teilnehmer

 

09.15 - 09.45

Imbiss , Ausstellung, Kontaktgespräche

 

10.00

Eröffnung, Begrüßung der Gäste und Vorstellung der Teilnehmer

Bekanntgabe Ablaufplan und organisatorische Hinweise

10.15 - 12.35

Thematische Beiträge

pro Beitrag  20 Min.

12.45 - 13.30

Mittagspause

 

13.45 – 15.00

Exkursion zum Mittelwellensender

Führung zu den Hauptelementen des Objektes.

15.15 – 16.15

Diskussion / Beratung

 

 

Annahme einer Willenserklärung

Wie soll es konkret weitergehen?

16.30 – 16.45

Schlusswort

 

gegen 17.00

Ende

 

 


 

zum Symposium anlässlich

des 60. Jahrestages des Mittelwellensenders Wilsdruff

(Stand:19.05.2014)

 

1.     Die Herausarbeitung der überregionalen Bedeutung des Mittelwellensenders Wilsdruff als technisches Denkmal, Aufgaben und Schwerpunkte der  Traditionsforschung sowie die Erhaltung des Objektes mit seinen Anlagen auf der Grundlage der Festlegungen des Denkmalschutzes.

 

2.     Konzipierung einer koordinierten und komplexen Zusammenarbeit der Institutionen, Vereine und der Kommune zum Ausbau und des Betriebes eines musealen Technikkomplexes sowie seiner finanziellen Absicherung in Kooperation mit dem Objekteigentümer.

 

3.     Die Anregung aller Teilnehmer über Lösungen und Perspektiven nachzudenken, die eigene Verantwortung zu erkennen, ein Zukunftsprojekt mit auf den Weg zu bringen und dazu die erforderlichen Impulse und Aktivitäten zu entfachen .

 

 

4.     Andenken eines perspektivischen Projektes (2. Etappe) zur Nutzung der regionalen musealen Potentiale des Standortes Dresden und der Schaffung von Voraussetzungen zur Finanzierung und Unterhaltung.

 

Der Eingang zum Senderkomplex , alle Fotos vom 15.05.2014

 

 

Sicherheit war sehr wichtig, in der DDR wurden Wachmannschaften zum Objektschutz rund um die Uhr eingesetzt

 

 

Solch ein Schild sollte man auch heute sehr ernst nehmen, denn das Grundstück ist jetzt Privatgelände !

 

 

Aber eine Wanderung um das gesperrte Areal kann natürlich niemand verwehren. Hier ein Foto vom 153 m hohen Sendemast.  

 

 

Neben dem Mast steht noch ein Sendecontainer, der einen 20 KW Sender beherrbergen müsste, möglicherweise wird dieser Sender einsatzbereit gehalten für den Katastrophenschutz, denn mit der Mittelwelle 1044 KHz kann man ganz Sachsen erreichen und einen Mittelwellenempfänger hat ja wohl noch jeder Haushalt.

Ich hoffe, das wir dazu am 15.06. 2015 mehr erfahren.

Auch sehe ich die Funktion des Mittelwellensenders etwas anders, wie so manche Politiker, für Information und Sprachübertragungen, sei es die Übertragung von Sitzungen des Sächsischen Landtages, Fußball und anderen Ereignissen, dafür ist die Mittelwelle nach wie vor geeignet.

Wilsdruff war mit seinen 20 KW immerhin in 150 Km Umkreis gut zu empfangen. Mir muss erst mal jemand erklären, welche wirtschaftlichere Möglichkeit zur terristischen Signalübertragung dagegen steht? dab+ mit Sicherheit nicht . Fachleute rechnen  mit  nicht übersehbaren Kosten, will man es landesweit in Sachsen einführen....

 

 

Wenn jemand noch teilnehmen möchte, dann bitte melden, wir versuchen unseren Mitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen.

This article was edited 31.Dec.14 09:59 by Ernst Erb .

Wolfgang Lill
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13.Jul.14 08:08

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Am 15-06.2014 führte der Technikverein- Sender- Wilsdruff e.V. ein Symposium durch.

Wilsdruff selbst ist eine beschauliche Kleinstadt an der Autobahn A4 gelegen, in westlicher Richtung von Dresden.

Neben der Autobahn hatte die Stadt auch einen Kleinbahnanschluss " das Wilsdruffer Schmalspurnetz", das jedoch endgültig 1972/73 ausser Betrieb ging.

Schmuck erhalten ist der ehemalige Bahnhof, das jetzige Stadt- und Vereinshaus Wilsdruff.

Eingeladen und der Einladung gefolgt waren u.a. der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig, der stellv. Landrat Herr Heiko Weigel, der Bürgermeister Herr Ralf Rother.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Rolf Garmhausen, er war viele Jahre Reporter und Moderator beim MDR ( im Bild 2. von rechts) und eröffnet vom Vereinsvorsitzenden Herrn Jürgen Juhrig. ( am Mikro).

Er eröffnete seine Rede mit einem Zitat des ehemaligen Leiters des Heimatmuseums Dr. Rolf Görner

" Das Funkamt Dresden auf dem Wilsdruffer Gelände ist in den 50iger Jahren ein kultureller Mittelpunkt und somit ein Stück Heimat gewesen", er verwies auf den emotionalen Erinnerungswert des Ortes.

Sehr interessiert folgten die Zuhörer den Ausführungen des letzten Leiters des Funkamtes Dresden, Herrn Hans- Joachim Böhme.

Im Gelände des Senders befand sich der Sitz eines der größten Funkämter der DDR. Herr Böhme veranschaulichte sehr bildhaft nicht nur viele technische Details, er ging  auch auf die Architektur und die Gartenanlage ein. Das Areal insgesamt ist seit 1995 unter Denkmalschutz gestellt.

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig appellierte an den Grundsatz des verpflichtenden Eigentums,  Vorgaben durch Dritte über privates Eigentum sind jedoch nicht möglich. Er bot an, den Kontakt zwischen dem Denkmaleigentümer und potenziellen Akteuren moderierend zu vermitteln.

Interessant war die Rolle des Mittelwellensenders Wilsdruff in Jahre 1968, damals meldete sich eine Stimme " Hier ist Radio Vltava ( Moldau) am 21.August.

Die Truppen des Warschauer Paktes  besetzten an diesem Tage die Tschechoslowakei ( ohne Teilnahme von Truppen aus der DDR ).

Aber an der ideologischen Front war die DDR dabei. Mit 250 KW auf 1431 KHz und kurzzeitig auch mal auf 1044 KHz wurde reichlich Blasmusik und Unterhaltung für die tschechischen Nachbarn aufgelegt und natürlich Propaganda. .

Damals setzte man noch auf das Medium Rundfunk als eine der ideologischen Hauptwaffen. Produziert wurden die Beiträge damals in der Berliner Nalepastraße und  die Moderatoren sprachen kein tschechisch, aber die Textvorgaben mit Umlauten.... so war der Sender schnell zum Geheimtipp einer lustig klingenden Sprache geworden. Dr. Mike Schmeitzner, Privatdozent am Hannah Arendt - Institut in Dresden ließ diese Geschichte wieder lebendig werden.

Dr Michael Streetz, Referent beim Landesamt für Denkmalpflege widmete sich der Wertigkeit des Denkmals der Rundfunk und Technikgeschichte, des Architekturzeugnisses der 50iger Jahre sowie der Landmarke des Antennenmastes.

Das Ensemble ( diese Anlage ist die letzte noch erhaltene dieser Bauart auf dem ehemaligen Gebiet der DDR) zu erhalten, sei wünschenswert. Erhaltung und Umnutzung müssen jedoch immer in enger Abstimmung mit dem Grundstücks- und damit auch Denkmaleigentümer erfolgen.

Ich führte in meinem Beitrag aus, das der AM - Rundfunk durchaus noch eine Existenzberechtigung hat. Mit dem letzten 20 KW Mittelwellensender auf 1044 KHz konnte ganz Sachsen und Gebiete bis hin nach Berlin und Prag erreicht werden. Eine flächendeckende Versorgung, welche mit UKW und gar dab+ , was ja nun demnächst durch dab2 ersetzt wird, ist wesentlich energieaufwendiger.

Wenn man sich heute die Hörerstrukur ansieht, so ist ganz klar der mobile Höreranteil enorm gestiegen. Deshalb sehe ich eine AM- Versorgung mit einem Informationsprogramm immer noch als zeitgemäß und sogar sehr wichtig an. Weiterhin kann im Falle von Katastrophen ( das wird sogar vom Bundesamt empfohlen) über die AM- Sender flächendeckend informiert werden. Auch die Landtagssitzungen wurden über diesen MW gesendet, jetzt über dab+ , was rund 98 % der potentiellen Hörer ausgrenzt !  Nichts gegen Digitalrundfunk, aber auf den wirtschaftlichenFrequenzen! Im Band III ist  keinesfalls oder nur mit enormen Aufwand eine flächendeckende Versorgung für mobile Hörer zu sichern !

Wenden wir uns dem aktuellen Stand zu;

Lageplan in besserer Auflösung ist im Anhang.

Leider konnte die geplante Besichtigung nicht durchgeführt werden, weil der Besitzer anderweitige Verpflichtungen hatte.

So blieb nur ein Blick von aussen auf die Anlagen ( die nachfolgenden 3 Fotos wurden vom Vereinsvorsitzenden Herrn Juhrig zur Verfügung gestellt - vielen Dank !)

Hier war die Reuse ( steht unter Denkmalschutz)

Nicht nur diese Anlagen wurden demontiert sondern auch der innere Sicherungszaun teilweise. Der Container mit dem 20KW Sender dürfte bereits leer sein, wie auch der alte 250 KW Sender ausgebaut...und was noch ?

Der letzte Betreiber, die Media Broadcast, hat darüber hinaus einen Antrag auf Abriss des Mastes gestellt. Dieser wurde von der zuständigen Behörde jedoch aufgrund des Denkmalschutzstatus abgelehnt.

Der Verein will durch weitere Kontakte mit dem Eigentümer des Denkmales erreichen, das die noch bestehenden Anlagen 3-D- visualiert werden und sucht nach einem Weg der Denkmalbesichtigung.

Das Heimatmuseum bereitet eine Ausstellung zum Funkamt Dresden- Sender Wilsdruff  vor. Die Museumsleiterin Frau Angelika Marienfeldt will dazu Kontakt aufnehmen mit dem Eigentümer.

Die vorhandenen Unterlagen sollen museal bewahrt werden, darüber hinaus bemüht sich  der Verein um Sachzeugenberichte sowie alle Informationen, die geschichtlich interessant sind.

Zu hoffen bleibt, das eine Zusammenarbeit mit dem Eigentümer zustande kommt, der Interessierten z.B. zu einem Tag der offenen Tür die Möglichkeit gibt, die noch vorhandenen Anlagen zu besichtigen.

Ein weiteres Problem sind die Revisionen der baulichen Anlagen, insbesondere des Sendermastes. Diese müssen ausgeführt und auch bezahlt werden. Der Unterhalt, auch der Warnlichtanlagen am Sender kostet viel Geld. Schon aus diesem Grunde wäre zu überlegen, ob man nicht ein harmonisches Miteinander herstellen könnte, einen Mittelwellensender für MDR info mit maximal 20 KW (10KW ) Leistung mit begrenzter Sendedauer z.B. von 6,00 Uhr. morgens bis 20,00 Uhr abends und zur Nutzung für  Sonderinformationen bei Katastrophen und natürlich die Sicherstellung der Übertragungen aus dem Sächsischen Landtag ! Mit dem TESLA Kompressionsverfahren und automatisierten Betrieb des Senders dürften sich die Kosten im kleinen Bereich bewegen.

Letztendlich wäre selbst beim voll automatisierten Sendebetrieb der Unterhalt gesichert, der Besitzer könnte stolz darauf sein in diesem historischen Areal zu leben....aber das ist schon Zukunftsmusik .....

 

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This article was edited 31.Dec.14 09:44 by Ernst Erb .

  
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