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neckermann: 111/21; Royal

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Martin Heine
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29.Jul.07 16:10

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Guten Tag,

Seit kurzer Zeit besitze ich einen gut erhaltenen Neckermann Royal 111/21. Nachdem ich alle Papierkondensatoren ersetzt habe, spielt das Gerät wieder gut. Auch der UKW-Empfang ist sehr gut und auf der Sendermitte sauber. Allerdings lässt die Lautstärke beim UKW-Empfang in der Stellung "Nah" (also mit Rauschunterdrückung) innerhalb der ersten halben bis dreiviertel Stunde nach dem Einschalten allmählich nach und erreicht bei voll aufgedrehtem Lautstärke-Poti nach dieser Zeit nur noch etwas mehr als Zimmerlautstärke, wobei sie bei beim "Fern"-Betrieb konstant bleibt. Das Poti "R1", mit dem man die Rauschunterdrückung einstellt, habe ich so eingestellt, dass ein UKW-Rauschen noch ganz leise wahrnehmbar ist. Auch das Tauschen der Röhren, die mit der Rauschunterdrückung zu tun haben (EF 89 und EM 85) hat nichts geändert. Ein Ableich wurde nicht vorgenommen. Zwar ist ein Abgleich eines normalen Supers mit Ratiodetektor für mich kein Problem, aber bei einem Synchrondetektor wollte ich nicht voreilig beigehen, zumal keine hörbare verstimmung festzustellen ist und alle Kerne noch original mit Wachs vergossen sind.

Wo liegt der Fehler? Wer kann mir helfen?

Gruß Martin Heine

This article was edited 29.Jul.07 16:17 by Martin Heine .

Andreas Steinmetz
 
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30.Jul.07 18:58

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Hallo Martin,

zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem Gerät, das bis auf Kleinigkeiten dem Modell Royal-Syntektor 55W entspricht. Es handelt sich um einen technischen Leckerbissen, dem Herr Freudenberg vor ein paar Jahren in der GFGF-Funkgeschichte einen zweiteiligen Aufsatz gewidmet hat. Auch uns hat er diesen sehr interessanten Text zur Verfügung gestellt: Royal-Syntektor 55W
Mein Gerät hat zwar Grundfunktion (und die ist, was die Empfangsqualität betrifft, jetzt schon hervorragend), aber die Restauriation habe ich angesichts der haufenweise vorhandenen, schlechten ERO 100-Kondensatoren nicht in Angriff genommen. Deshalb habe ich leider auch keinen Insider-Tip auf Lager. Wenn ich mich recht entsinne, geht es im Bereich der Nah-Fern-Umschaltung teilweise recht hochohmig zu. Vielleicht solltest Du da zuerst mal suchen...

Andreas

This article was edited 30.Jul.07 19:00 by Andreas Steinmetz .

Martin Heine
Martin Heine
 
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30.Jul.07 21:45

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Hallo Andreas,

vielen Dank für die Hinweise. In der FG Nr. 141 und 142 ist das Gerät genau beschrieben. In der FG 142 wird dann auch die UKW-Rauschsperre näher erläutert. Tatsächlich sitzen zwischen der Anode der EM 85 und dem Steuergitter der EF 89 zwei 2 MOhm-Widerstände, die bei der Stellung "nah" die dierekte Verbindung zwischen diesen beiden Röhren herstellen. Zwar hatte ich sie anfangs mal durchgemessen und für in Ordnung befunden, aber ich werde der Sache nochmal nachgehen und auch die anderen Widerstände nochmal prüfen.

Ansonsten kann ich zur Restaurierung dieses nur Gerätes raten. Sowohl die Trennschärfe als auch die Empfangsleistung im UKW-Bereich sind überragend. Selbst sehr schwache Sender werden sauber getrennt und annähernd rauschfei wiedergegeben.

Gibt es Schnurlaufpläne zu diesem Gerät? Leider laufen die Spulen für die AM-Bandbreitenregelung nicht mit, da sie nicht mit dem sich bewegenden Seil befestigt sind. Leider bin ich nicht darauf gekommen, wie sie richtig mit dem Seilzug verbunden werden müssen.

Gruß Martin

Andreas Steinmetz
 
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31.Jul.07 14:03

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Hallo Martin,

ich habe mir seinerzeit einiges an Kopien von Original-Unterlagen beschafft. Falls Du unter beiden Modellen hier nichts zum Bandbreiten-Seillauf findest, müßte ich mal meine Unterlagen "ausgraben". Vielleicht bis Datteln (19.08.07)?

Andreas
Bernhard Nagel
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03.Aug.07 14:15

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Hallo Martin,

zunächst gibt es die Seilpläne beim Modell Royal 111/21 (müsste Blatt kd1_1 sein), dort ist es die rechte untere Zeichnung. Hier wird aber nur der Seillauf unterhalb des Chassis gezeigt, man sieht die Seile unter den Filtern "verschwinden". Im Filterbecher verlaufen sie meiner Erinnerung nach U-förmig. Es ist quasi ein Seilstück, was hintereinander durch beide Filterbecher läuft und dem Schema nach um die Antriebsachse gewickelt ist.
Da ich meinen Royal da bereits mal "am Wickel" hatte, kann ich aus der Erinnerung das Vorgehen beschreiben. Die Filterbecher lassen sich leicht abnehmen (2 Blechschrauben und 1 Pertinax-Keil oben lösen).

Annahme: Das Seil mit Spannfeder ist noch vorhanden (war bei mir so), nur die Verbindung zu den Spulenkörpern hatte sich gelöst. Sie war ursprünglich mit einem Knoten oder einem Tropfen Klebstoff/Sicherungslack vorgenommen worden.

Voreinstellung: Höhenregler auf Maximum (volle Höhen, Rechtsanschlag). Dabei muß die AM-Bandbreite am grössten sein, d.h. die Kopplung der beiden regelbaren Bandfilter soll fest sein. Das bedeutet, die bewegliche Spule muß nahe dem mechanischen Anschlag an die stationäre herangebracht werden. Seillauf beobachten, wenn Höhenregler probeweise nach links verstellt wird. Die bewegliche Spule muß mit dem Seilstück verbunden sein, was die Kopplung verkleinert, also den Abstand beider Spulen vergrössert.

Den Höhenregler wieder in Rechtsanschlag, dann die "richtigen" Seilläufe mit den beweglichen Spulen verbinden (Kopplung max, Abstand min., wie beschrieben). Kontrolle: Nach Härten der Klebestelle müssen sich beim Drehen des Höhenreglers beide Spulen leicht ohne zu klemmen auf und ab bewegen. In den Endstellungen des Höhenreglers sollten die Spulen nicht bis zum Anschlag der Pertinaxführung kommen, um mechanische Belastungen zu vermeiden. Eine Feinjustage ist im Nachhinein möglich, indem die mit Madenschraube gesicherte Antriebsrolle auf der Höhenreglerachse verstellt wird.

Hört sich alles viel schwieriger an als es dann wirklich ist, ich wünsche jedenfalls viel Erfolg bei der Reparatur!

Viele Grüße,
Bernhard Nagel


  
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