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philips: Netzdrossel

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Klaus Menningen
Klaus Menningen
 
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28.Jun.20 15:36
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Das Philips BX998 hat eine Netzdrossel bei der das Blechpaket der Drossel über einen 1MOhm Widerstand auf die 300V Spannung vom Ladeelko gelegt ist. Das Blechpaket ist über Pappstreifen zwischen den Metallhaltern isoliert. Warum wurde das so gemacht ?

2.Frage:

Im Netzteil sind 2 Doppelelkos. Die Spannung von den beiden parallel geschalteten EZ80 gelangt zum Ladeelko C1. Dann folgt die Siebdrossel S7 und dann wieder ein 50µF Elko. Dieser sitzt jedoch im 2. Bechergehäuse. Nach dem Widerstand R1 dann wieder ein 50µF Elko der im 1. Elko sitzt und nach dem R2 dann wieder ein 50µF Elko der wiederum im 2. Elkogehäuse sitzt.

Vermutlich ist auch das absichtlich so gemacht. Weis jemand warum ?

Grüße vom Westerwald Klaus Menningen

Andreas Steinmetz
 
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05.Jul.20 22:21
 
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Zu 1.:
Diese Besonderheit gibt es aus meiner Erinnerung heraus auch bei einigen Philips-TV-Geräten aus den 50er-Jahren. Ich bin mir relativ sicher, dass man den Kern elektrisch hochgelegt hat, damit die Wicklung niemals positives Potential gegenüber dem Kern bekommen kann. Andererseits könnte nämlich durch elektrolytische Prozesse im Beisein von Feuchtigkeit das Kupfer angegriffen werden. Aus demselben Grund ist übrigens der Pluspol einer Kupfer-Telefonleitung an Erde gelegt und nicht etwa der Minuspol. Der Schutzwiderstand von 1 MΩ verhindert einen satten Schluss, falls die Isolation des Kerns gegenüber dem Chassis mal versagen sollte.

Zu 2.:
Bei Netzteilen mit hohen Lastströmen spielt die Verlegung der Masseleitungen eine entscheidende Rolle! In der Masseleitung eines Ladeelkos fließt nämlich ein relativ hoher Ripplestrom mit vielen Oberwellen. In der Masseleitung eines Siebelkos ist der Ripplestrom schon wesentlich kleiner. Wenn man nun Lade- und Siebelko in einem Becher unterbringen würde und damit beide einen gemeinsamen Masseanschluss hätten, dann würde der hohe Ripplestrom des Ladeelkos auch im Siebkreis fließen und dort infolge des nicht zu vernachlässigenden Widerstands (und ggf. der Induktivität) der gemeinsamen Masseleitung das Siebergebnis deutlich verschlechtern. Deshalb vermeidet man gemeinsame Masseleitungen zwischen Lade- und Siebkreis und bringt die Elkos in unterschiedlichen Bechern unter. Wegen des nur niedrigen Ripplestroms im Siebkreis kann man dort auch mehrere Einzelkapazitäten aus verschiedenen Stromkreisen ohne Nachteile in gemeinsamen Bechern unterbringen. Ebenso kann man die Ladeelkos für sich auch ohne Nachteile gemeinsam unterbringen, aber niemals beide Elkogruppen gemischt.
Dass im Beispiel BX998 C2 im ersten Becher sitzt, widerspricht eigentlich obiger allgemeinen Regel, ist aber dort wohl kein Nachteil, weil an die Brummarmut der Spannung +2 vmtl. nicht so hohe Forderungen gestellt werden, zumal anschließend ja mit R2 und C2a weiter gesiebt wird (Spannung +3).
Ein weiteres Kriterium für die Unterbringung bzw. Verteilung von Elkos in Bechern ist die Frage nach der abzuführenden Wärme. Ein Ladeelko wird wegen des hohen Ripplestroms infolge der am ESR abfallenden Spannung deutlich wärmer als ein Siebelko. Zur ESR-Thematik siehe z.B. hier.

This article was edited 05.Jul.20 23:10 by Andreas Steinmetz .

Andreas Steinmetz
 
Editor
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06.Jul.20 18:48
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Zu 1. ist mir noch Folgendes eingefallen:
Der 1 MΩ-Widerstand erfüllt noch eine weitere, wichtige Funktion: Er dient als Schutz gegen einen sehr gefährlichen Stromschlag beim Berühren des Blechpakets. Man stelle sich nur mal vor, ein Sevicetechniker kennt diese Philips-Spezialität nicht, hält das Chassis in einer Hand, und mit der anderen berührt er das unter hoher Gleichspannung stehende Blechpaket. Ohne den Schutzwiderstand wäre das eine erst auf den zweiten Blick erkennbare, tödliche Falle, denn normalerweise sind die Blechpakete immer geerdet!

This article was edited 06.Jul.20 18:51 by Andreas Steinmetz .

  
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