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Pausenzeichen - was war denn das?

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Wolfgang Eckardt
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03.May.05 17:28

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

In der Anfangszeit des Rundfunks waren "Pausenzeichen" im wahrsten Sinne des Wortes die Füller der oft langen Programmpausen (Umschaltungen, Studio umräumen, da ganz am Anfang noch alles "life" war etc.), wohl aber hauptsächlich Erkennungszeichen der einzelnen Sender. Man stelle sich den Radioten mit Detektor vor, der schon verzweifelt auf dem Kristall herumstochert und der Sender macht wirklich Pause (ohne Modulation). Da konnte man doch wenigstens "Üb' immer Treu und Redlichkeit ..." vom Deutschlandsender hören. (Selbst das Ticken eines Weckers wurde verwendet in den Pausen!)

Ich möchte das Bild eines mechanischen Gebers (Funkschau 17/1933) denen, die so etwas im Zeitalter der Jingles (frei übersetzt: Klimpern, bimmeln ..) nicht mehr kennen, nicht vorenthalten.

Der Text auf dem Bild lautet: " Das neue Pausenzeichen des Deutschlandsenders wird erzeugt, indem eine Walze mit entsprechend eingesetzten Stiften Metallzungen anschlägt, die in verschiedener Tonhöhe schwingen. Diese Zungen befinden sich vor der Spule eines kleinen Magneten und rufen so in dieser Spule Wechselströme hervor, die genau den Tönen entsprechen, auf die sie selber abgestimmt sind. Nach entsprechender Verstärkung werden diese Wechselströme auf den Sender gegeben.
Man sieht auf der Walze deutlich, wenn man von links nach rechts geht, in der Anordnung der Stift, die Melodie, darüber die Begleitstimme."

Noch vor einigen Jahren strahlten Sender Pausenzeichen aus (DLF, DeWe z.B.), allerdings wurden sie elektronisch erzeugt bzw. gespeichert, vorher auch mit Tonband (Bandschleifen).

Ich möchte hier keine Diskussion zu Pausenzeichen anfachen, mich beeindruckte nur dieses Bild von 1933, also die Technik.
Das "Sammeln" alter Pausenzeichen ist übrigens eine andere interessante Sache (im RM schon diskutiert.)

Wolfgang Eckardt

This article was edited 03.May.05 18:49 by Wolfgang Eckardt .

Wolfgang Eckardt
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Beim Recherchieren fand ich in "Der Deutsche Rundfunk" 11.Jg. 1933, H.26 S. 10 eine andere interessante "Maschinerie", die ebenfalls rein mechanisch das Pausenzeichen des WDR damals erzeugte - wahrscheinlich eine Melodie mit Xylophon-Klang.


Ich finde diese Geräte so interessant, weil sie mit handwerklichem Können ohne Mikroelektronik einen so wunderbaren Klang erzeugen konnten. Ich hoffe, dass sich auch andere daran erfreuen können.

Wolfgang eckardt
Uwe Ronneberger
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26.May.05 14:16

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hat Jemand dieses Pausenzeichen akustisch ?
Mich würde es reizen das Gerät nachzubauen ;-)

Mit internetten Grüßen

( auch ein Radiot )

aus Jena
Eilert Menke
 
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26.May.05 14:29

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo Herr Ronneberger,

Audio-Dateien können wir hier leider nicht hochladen. Das Pausenzeichen des DS (meinten Sie doch, oder?) ist aber - neben vielen anderen interessanten Dingen - auch auf der CD unseres Sammlerkollegen und RM-Mitgliedes Gerd Krause enthalten:

http://www.rundfunk-nostalgie.de/

Hintergrund dieses "Jingles" ist der "Tag von Potsdam"; es war das Glockenspiel der Garnisonskirche.

Gruß

EM

This article was edited 26.May.05 17:38 by Eilert Menke .

Uwe Ronneberger
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27.May.05 07:03

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 hab´s auf dieser wirklich guten CD gefunden. Das Pausenzeichen des Deutschlandsenders wurde nach diesem Bild zu urteilen mit einer kleinen Walze und Metallzungen realisiert, wie sie heute noch in Musik- Spieldosen verwendet wird. Ein magnetischer Tonabnehmer drauf und fertig.
Interessanter ist für mich das Xylophon beim Westdeutschen Rundfunk. Ist zwar etwas größer, läßt sich dafür aber auch umprogrammieren ;-)

This article was edited 27.May.05 07:15 by Uwe Ronneberger .

Ernst Erb
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10.Aug.05 16:14

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Seit vielen Monaten haben wir unter

http://www.radiomuseum.org/zz/wie_funktioniert's_radio_durchstimmen.html

eingerichtet, dass man drei Empfänger durchstimmen kann. Man hört diese also so wie wenn die Bedienungsperson langsam über die Skala "fährt" und bei wichtigeren Stationen kurz innehält.
Dabei habe ich auch auf die Gefahr von DRM (Digital Radio Mondiale) hingewiesen - und darauf, dass wir JETZT noch die Verhältnisse nachzeichnen können, später nur noch simulieren.

Darum hatte ich (ohne Erfolg) folgende Hoffnung ausgedrückt:
"Wir hoffen, dass weitere Mitglieder zur Dokumentation von früheren und späteren Modellen beitragen, z.B. mit Tonbeispielen von einem 20er Jahre-Apparat, z.B. Audion, 2-Kreiser und 3-Kreiser (Neutrodyne) sowie einem Superhet ohne Vorstufe, wenn möglich unter Festhaltung der Tageszeit und der Antennenbedingungen. Natürlich ist auch UKW ein Thema mit Pendler und Superhet."

Trotzdem haben wir nun die Arbeiten an einer allgemeinen Seite für "Audio (hören)" entwickelt. Sie finden diese auf der HP als Link unterhalb der Nedstat-Statistik und der Besucherangaben.

Vermutlich sind die CMS (Content Management System) weder vollständig (Sprachen) noch "richtig" angepasst. Ich habe sie noch nicht gesehen. Es sollte aber nun einfach möglich sein, Töne festzuhalten und mit einer gewissen Systematik zu präsentieren. Ich konnte die programmtechnische Ausführung noch nicht testen, doch Fabian hat das sicher gut gelöst. Trotzdem bin ich froh um Anregungen bezüglich Systematik, Fehler, Unvollständigkeiten etc.

Aber:
Wir benötigen zumindest zwei Mitglieder, die sich als Audio-Admin melden. Wir wollen auch Töne zuerst aktivieren lassen, um nicht auf einmal von politischen Programmen oder so überrascht zu werden. Vor allem muss aber das Copyright geprüft sein. Ob Herr Krause einige Sender-Pausenzeichen hoch ladet?

Jedenfalls ist es so, dass Audio-Admins z.B. zuerst einen Event (Sender) einrichten müssen, bevor jemand zu diesem Sender auch Töne laden kann. Der nächste Schritt kann der sein, dass wir ab einem Radiomodell etwas spielen können. Das entwickeln wir dann, wenn ein Team entstanden ist und wir mit Inhalten rechnen können.

Wer meldet sich bei mir? 
Ernst Erb
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10.Aug.05 17:00

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Man kann davon ausgehen, dass auf jedem System, sei es PC oder MAC das Komprimierungsformat MP3 abspielbar ist. Beim PC sorgt der "Windows Media Player" dafür. MP3 ist der Audio-Layer 3 von JPEG und JPEG steht für "Motion Pictures Expert Group", was wiederum eine Untergruppe von ISO ist. MP3 hat eigentlich .ra, also "Real Audio" von "Real Networks" abgelöst. Real Audio war ein Thema der 90er Jahre. Viele Tondokumente sind auch heute noch in .ra. Dazu benötigt man aber den "Real Player", doch kann man eine Gratis-Version herunterladen.

Darum geben wir MP3 den Vorzug, erlauben aber auch .ra.
Zu berücksichtigen ist, dass .ra von einigen Mitgliedern wohl nicht abspielbar ist, da sie nicht so gut mit dem System umgehen können, um den Real Player zu laden - oder aus verschiedenen Gründen nicht wollen.

.mp4 bzw. .aac wäre neuer, doch sind da die Hürden für die Mitglieder noch höher. Wir verzichten zumindest vorläufig darauf.

Momentan haben wir eine obere Dateigrösse von 2 MB für Musik und Sprache und 500 KB für Pausenzeichen vorgesehen. Man sollte also möglichst hoch komprimieren. Für Sprache können 20 Kilobit/sek. Bitrate genügen, für Musik 50. Monosendungen bitte auch mit Mono bringen. Bei UKW-Musik müsste man höher gehen. Zum Vergleich: Kleine MP3-Komprimierung, also höchste Stufe (bei variabler Bitrate) bringt 1 KB etwa eine Minute, doch mit höherer Komprimierung bis etwa 10 Minuten.

Warum hoch komprimieren?
Unser Speicher ist begrenzt und inkl. Backups etc. kostet das viel mehr als auf einem PC/MAC - und monatlich ... Dazu kommt, dass Streaming auch rasch die Bandbreite für andere Benutzer begrenzt: Sie warten viel länger auf ihre Daten ...
Manfred Kröll † 2.9.2013
Manfred Kröll † 2.9.2013
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10.Aug.05 22:15

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 Hallo Herr Erb,

ich habe viele Stunden  Radiosendungen aus den 30er Jahren, diese sind zum Teil mit 32Kbit komprimiert und absolut akzeptabel anzuhören. Wenn man den Frequenzbereich einer Schallfolie berücksichtigt kann man getrost mit diesen 32Kbit das Auslangen finden.

So kann man dann in 2MB ca 8 Minuten Radioprogramm unterbringen. Die Tonqualität dieser 32Kbit Dateien entsprechen dem Höreindruck der Geräte aus den dreissiger Jahren, zumindest was den Frequenzumfang betrifft.

Zum Copyright:

Es wird immer heikler, seit einiger Zeit versieht z.B. das DRA die Tondokumente mit einer digitalen Signatur, die unhörbar alle 10 Sekunden erscheint. Das kann man auch mit den besten Wavelabs nicht mehr wegbringen. Hier müsste man also unbedingt die Genehmigung einholen, wird das Rmorg wahrscheinlich nicht ohne weiteres bekommen, da das DRA diese Tondokumente käuflich anbietet. Eine MP3 Datei kann aber jeder sofort auf seinen Rechner laden.

Ich habe inzwischen mehr als 30 Stunden Radioprogramme aus den 30er Jahren gesammelt. Wirklich frei von Urheberrechten sind davon vielleicht 30 Minuten. Das kann heiter werden, der zukünftige Admin sollte in diesen Dingen gut bewandert sein.

Viele Grüsse,
fred
Ernst Erb
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11.Aug.05 10:36

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9 Da Herr Kieck nicht Redakteur ist, kann er hier nicht antworten. Darum veröffentliche ich sein eMail mit seinem Einverständnis:

Hallo Ernst,
Ich hatte schon im November 2004 meine Bereitschaft erklärt, Pausenzeichen und uralte Hörspiele zu liefern. Als "Audio-Admin" würde ich mich gern zur Verfügung stellen, weil mir dieses historische Relikt sehr am Herzen liegt und ich auch gern mit Audio-Dateien arbeite.

Übrigens den angegebenen Link unten links auf der HP kann ich nicht finden ...

Gruß aus Berlin,
Bernd


Danke Bernd, dann kann es ja los gehen ;-)
Nur: Wir haben noch einen Bug gefunden - und ich wollte wenigstens zwei Stationen einbringen, damit man überhaupt etwas sieht, also kommt der Link mit Glück noch heute, sonst am Montag.

Danke auch an Fred Pertschek für seine Ausführungen zur Kompression und zum Copyright. Zumindest bei Pausenzeichen haben wir es wohl leichter.

Wir sollten nur Sachen laden von denen wir auch zumindest das Aussendejahr (besser das Datum) kennen, wenn es sich auf einen Sender bezieht. Ist der Bezug aber ein Radio, dann posten wir vom Radio aus (zumindest wenn das dann möglich ist). Wir wollen also nicht einfach Musik und Reden, sondern den Bezug dazu festhalten. Schön wäre doch das gleiche Stück über ein Trichter-Modell, Magnet-System, Freischwinger (ab 1932 möglich) und dynamischen Lautsprecher sowie über UKW empfangen. Ganz korrekt müsssten wir also das Stück über eine HF-Schalufe (Modulator als Sender) dem Radio einspielen und die Radiowiedergabe mitttels Mikrofon aufnehmen und auf MP3 bringen ...

Marc Goeritz
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13.Aug.05 00:57

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 Mich würde mal interessieren ob auch andere Sender ähnliche Apparate für das Pausenzeichen hatten und wo diese verblieben sind. Vermultich sind die alle auf dem Schrott gelandet. Wenn jemand weis, od noch so ein "mechanische Jingle" existier, bitte ich ihn das hier zu posten.
Mit freundlichen Grüßen
Marc Goeritz
Wolfgang Eckardt
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05.Sep.06 21:31

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11

In einem Taschenkalender für Rundfunktechniker (1942) fand ich die Notenschriften 17 deutscher Sender, was etwa so aussieht:

Falls jemand an den weiteren Melodien interessiert ist, füge ich die Datei mit allen Sendern als Anhang bei.

(Vielleicht zum Üben auf der Mundharmonika oder Blockflöte......-) 

Wolfgang Eckardt

Nachtrag:

Von Herrn Nils Mühlbrandt erhielt ich die folgende Nachricht zu dem Thema Pausenzeichen. Vielen Dank.


Sie erwähnen in Ihrem Eröffungsbeitrag (Post 1; W.E.) zu dem Thema, daß unter anderem selbst Weckergeräusche verwendet wurden.

Ich habe mich schon vor ein paar Jahren mal mit diesen " Weckersendungen " befaßt  und konnte dabei Folgendes in Erfahrung bringen:

Die Sendung von Geräuschen wie Wecker , öfter aber wohl das Ticken eines Metronomes, diente wohl glaubhaft erst während der Kriegszeit, konkreter gesagt während des Bombenkrieges ganz einfach zur Ortung des Senders.

Mir wurde von verschiedenen Zeitzeugen berichtet, daß dieses " Metronomticken " einfach die Möglichkeit gab, das Radio leise auf den Sender mit Luftschutzmeldungen eingestellt/angeschaltet zu lassen.

Das Einstellen eines Senders mit Luftlagemeldungen war ja während der Sendepausen nicht anders möglich.

Es wird als sehr unangenehme Kulisse aus Luftschutzbunkern beschrieben, wenn das Radio ( DKE) auf einen Sender eingestellt wurde, aber nur das Klacken des Metronoms zu hören war. Dieser Sender blieb dann leise eingestellt, um keine Luftlagemeldung zu verpassen.

Durch das gesendete Geräusch des Metronomes war es eben möglich, überhaupt einen während der Pausen Sender abzustimmen.

Dieser blieb dann leise eingestellt, um eine eventuell neue Luftlagemeldung nicht zu verpassen.

Von Seiten des Senders fand man als " Abstimmhilfe" dieses Uhr/Metronomticken wohl am dezentesten, weil eine tickende Uhr ja in jedem Haushalt war, also zu den schon vorhandenen " Alltagsgeräuschen " gehörte.

Aber trotzallem wurde mir dieses Ticken aus dem DKE im Luftschutzraum/Bunker als eine sehr unangenehme Erinnerung beschrieben....verständlich !

Mit freundlichen Grüßen nach Jena,

RM-Mitglied Nils Mühlbrandt


Im Moment kann ich nichts weiter dazu sagen - außer dem Danke - war aber bisher immer der Meinung aus dem in verschiedenen Zeitschriften Gelesenen, dass die "Weckergeräusche" bereits in den 20er Jahren als "Pausenfüller" verwendet wurden. Die Geräusche des Metronoms, also das monotone, fast penetrante  "tack-tack", stammen aber, wie richtig von Herrn Mühlbrandt beschrieben wurde, aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Dabei sollten wir unterscheiden zwischen Uhrticken (Wecker) und Metronom.

Wer weiß etwas dazu und ergänzt?

W.E.

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This article was edited 06.Sep.06 09:16 by Wolfgang Eckardt .

Martin Bösch
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   12 Wer der Notenschrift mächtig ist, findet auch in den frühen Ausgaben des World Radio TV Handbook (WRTH) bei den Stationen die Pausenzeichen zum Nachspielen auf der Blockflöte,  leider fehlen mir die Gitarrenakkorde dazu...

Scan WRTH 1978 - interval signal Kol Israel

Hier als Beispiel das Pausenzeichen von Kol Israel aus dem WRTH 1978.

Zahlreiche Mitschnitte mit Pausenzeichen finden sich unter http://www.intervalsignals.net/ und auch unter http://www.intervalsignals.org,
lieber Gruss Martin Bösch

This article was edited 06.Sep.06 13:31 by Martin Bösch .

Wolfgang Eckardt
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   13

In der "Radio und Fernsehen" Heft 9/1958 fand ich die "Superkonstruktion" eines Pausenzeichengebers, der sogar recht einfach nachgebaut werden könnte.

Das "tick-tack" eines Weckers war Lückenfüller in den Sendepausen, damit man beim Stochern auf dem Kristall während der Sendersuche auch wenigstens ein Signal hatte. (Manche werden dieses Geräusch aber noch in unangenehmer Erinnerung aus der Zeit 1942-1945 haben.)  

Wolfgang Eckardt

This article was edited 02.Mar.09 14:25 by Wolfgang Eckardt .

Georg Richter
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10.May.07 22:22

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   14 Eine Aufstellung der Pausenzeichen auf Langwelle und Mittelwelle, sortiert nach Frequenzen und nach Sendern,  findet sich in "Mein Funk", Woche 8, 1935.

Insgesamt 73 deutsche und europäische Sender, davon 41 mit Eintrag.

Weil das Format mit 36 x 26 cm etwas unhandlich ist sind die nebeneinander gedruckten Tabellen gesplittet.


Freundliche Grüsse
Georg Richter

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This article was edited 11.May.07 00:26 by Georg Richter .

Wolfgang Eckardt
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   15

Durch meine Recherchen zum Jubiläum "85 Jahre Sender Leipzig" (hier►) habe ich auch etwas zu dem "Ticken eines Weckers" gefunden.

Wahrscheinlich zeigt die Abbildung in Post 13 den Pausenzeichengeber des "Sender Leipzig". Dort führte die MIRAG das "ticke-tacke" des Weckers als Pausenzeichen im November 1924 ein. Andere Sender verwendeten Morsezeichen.

Laut der Recherchen von Herrn Pfau, Leipzig, (Buch "Radiogechichte(n)") soll dieses Ticken als Pausen-Signal noch 1930/31 verwendet worden sein, allerdings mit Metronom als Schallquelle. Es ist also keine "Erfindung" aus der Kriegszeit vor 1945. Aber mancher kann sich vielleicht noch an diese Zeit erinnern - aber wohl kaum an die 1920er-Jahre.
Ab 1932 war dann auch die Tonfolge b-a-c-h als Pausenzeichen aus Leipzig zu hören, mit Unterbrechungen auch wieder ab 1945 aus der "Bach-Stadt". 

W.E.

Georg Richter
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Die Frage

beantwortet die Zeitschrift "Die Sendung" auf einigen Seiten des Jahrgangs VIII 1931. In der Anlage eine dieser Seiten, mit Auflistung der Pausenzeichen.

Guten Empfang wünscht

GR

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In "Der Deutsche Rundfunk" 12., H.49, 30.11.1934 finden sich die damaligen Pausenzeichen der Rundfunksender.

Größeres Bild: anklicken

Die Pausenzeichen von 1942 (Post 11) haben sich bei einigen Sendern geändert.

MfG DR

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27.Jul.09 18:34

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Einen Großteil der Pausenzeichen kann man sich hier anhören bzw, herunterladen .....

Wolfgang Eckardt
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26.Mar.10 19:10

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Hier eine Ergänzung der Pausenzeichengeber.

Im Rundfunk-Jahrbuch 1931 fand ich eine Abbildung des Pausenzeichengebers, wie er um 1930 im Sender München installiert war. 5 verschiedene Töne (Tonfrequenzen) durch angeschlagene Metallzungen.

Wolfgang Eckardt

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08.Nov.13 21:41

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Aus der Zeitschrift "Die Sendung" Heft 4/XII vom 18.01.1935:


Elefantentrompete als Pausenzeichen

Der Rundfunk begann damit, Tierstimmen als Kennzeichnung eines Senders einzuführen. Es gibt den süßen Nachtigallenschlag, es gibt den Kuckucksruf, ja sogar der Hahnenschrei wurde zum Lockruf für euroäische Sender. Im Tonfilm lernte man schließlich das Löwengebrüll als sprechende Schutzmarke kennen.

Nun kommt aus Bombay die Kunde, daß der neue Sender Benares als Kennruf den trompetenartigen Ton eines Elefantenschreies erhalten wird. Im fernen Indien glaubt man offenbar, nicht mit so zarten Pausenzeichen wie in Europa auskommen zu können, sondern der durchdringende Trompetenstoß des Elefanten soll die Hörer aufschrecken, damit sie ihre Aufmerksamkeit dem Rundfunk schenken.


 

Georg Richter
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01.Jan.14 19:30

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Aus der Zeitschrift "Die Sendung", Heft 12/XII vom 15.03.1935:


Die Pausenzeichen des polnischen Rundfunks

Die polnische Funkleitung gibt soeben eine Zusammenstellung der Pausen- und musikalischen Kennzeichen der polnischen Rundfunksender bekannt. Der Hauptsender Warschau spielt in den Pausen eine sich ständig wiederholende Melodie aus der D-dur-Polonaise von Chopin. Der neue Sender Thorn (Torun) spielt als Pausenzeichen den Kehrreim des Flößerliedes aus der Oper "Das verwunschene Schloß" von Moniuszko. Krakau hat als Pausenzeichen ein Glockenspiel auf einer Spieldose. Lodz meldet sich mit einem Akkord auf einer Zither. Der Sender Wilna (Wilno) ist an seinem Kuckucksruf zu erkennen, doch sei erinnert, daß auch der Jugoslawische Sender Laibach den Kuckucksruf benutzt. Kattowitz hat als Sinnbild des polnischen Industriebezirks schon seit langer Zeit Hammerschläge auf einem Amboß als Pausenzeichen eingeführt. Nur der Sender Posen verfügt nicht über ein besonderes Kennzeichen, sondern benutzt das Ticken einer Uhr bzw. eines Metronoms als Pausenzeichen. Zum Tagesanfang geht an Wochentagen um 6:45 Uhr über alle polnischen Sender das Morsezeichen W (.——) und ein Choral auf Schallplatten. Erst dann begrüßt der Sprecher die Hörer. An Sonn- und Feiertagen schließen alle polnischen Sender gemeinsam, und zwar mit einem Gute-Nacht-Wunsch und einigen Takten des Liedes "Noch ist Polen nicht verloren".

Wolfgang Eckardt
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03.Apr.17 19:54

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In Ergänzung zu Post 15 - Wecker als Pausenzeichengeber in Leipzig - habe ich jetzt im "FUNK BASTLER"  Heft 52 vom 26. Dez. 1930 einen Beitrag zur Erklärung dieser Vorrichtung gefunden - tick-tack im Sekundentakt als erster Sender in Europa mit Pausenzeichen:

Wolfgang Eckardt

 

 

Bernhard Nagel
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20.Apr.17 17:54

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Stefan Hammermayer sandte mir ein Bild eines ungewöhnlichen Pausenzeichengebers zu (vielen Dank dafür!), dessen Orgelpfeifen über einen motorbetriebenen Blasebalg zum Klingen gebracht wurden. Er soll im Sender Frankfurt eingesetzt worden sein:

"Man könnte eine eigene Geschichte der Pausenzeichen schreiben. Zu Anfang des Rundfunks waren die Pausen, auch zwischen den Musikstücken, ganz besonders lang, wie die älteren Rundfunkhörer noch in Erinnerung haben werden. Mit den damaligen Empfängern konnten die gleichfalls nur sehr schwachen Sender in den zahlreichen Pausen  und vor Beginn des Programms nur schwer festgestellt werden. Das mag der Grund für die Einführung der Pausenzeichen gewesen sein.

Man behalf sich zuerst mit oft recht seltsamen Schallerzeugern. Der eine Sender legte eine Taschenuhr vor das Mikrofon, der andere einen Wecker. Sehr verbreitet war der Taktgeber (Metronom), der von der Erlernung des Klavierspiels her bekannt ist. Sodann nahm man auch die Schallplatte zu Hilfe. Der Frankfurter Sender verwendete lange Zeit kleine Orgelpfeifen, die von einem motorisch betriebenen Blasebalg zum Ertönen gebracht wurden. In manchen Funkhäusern konnte man recht große und umfangreihe Maschinen zur Erzeugung des Pausenzeichenns sehen und in anderen zierliche und kleine Uhrwerke.

Heute wird außer von Schallplatten meist von kleinen Spieldosen Gebrauch gemacht. Ein Motor treibt sie an und versetzt die mit die mit Stiften versehene Walze in Umdrehung. Die Stifte bringen dadurch kleine Stahlzungen zum Schwingen, welcher Vorgang durch eine Art Tonabnehmer auf elektrischen Wege direkt auf den Sender übertragen wird. Die Pausenzeichenmaschine selbst erzeugt also keine hörbaren Töne.

Ein eingebautes Relais  sorgt dafür, daß das Pausenzeichen nicht während der Klangfolge an-bzw. abgeschaltet werden kann, sondern daß dies immer nur vor Beginn oder nach Ablauf der Melodie geschieht. Eine Tonfolge besteht im Allgemeinen aus etwa acht Sekunden Spielzeit und vier Sekunden Pause. Es lassen sich auch mehrstimmige Melodien erzeugen. Die Spieldauer ist unbegrenzt. Während früher jeder Sender sein Pausenzeichen selbst zusammenbasteln mußte, kann er es heute von einschlägigen Firmen fertig beziehen.
"

 

Bild und Text stammen aus:
Rundfunk-Taschenbuch für jedermann, J.F. Lehmanns Verlag, München-Berlin, 1938, Seite 26

This article was edited 21.Apr.17 13:37 by Bernhard Nagel .

Martin Steyer
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22.Apr.17 23:04

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Der Verlag Rothgießer und Diesing (Berlin N24) hat 1929 ein Buch herausgebracht:

"Kennrufe der Rundfunksender" (Buch im Literaturfinder angelegt), u. a. mit Beschreibungen der Stimmen der Ansager (!), z.B. "Stimme Herr, sonor", sowie der Pausenzeichen. Diese wurden z.T. als Noten angegeben.

Die Beschreibungen dienten zum Identifizieren der Stationen bei der Sendersuche.

Als Beispiel die Einzelheiten zum Sender Madrid:

Erstaunlich, daß dieses Pausenzeichen verwendet wurde! Es würde mich interessieren, wie dieses doch recht lange Tongebilde realisiert wurde (Schallplatte?).

This article was edited 22.Apr.17 23:15 by Martin Steyer .

  
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