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perpetuum: A 59 Stereo; Rex: Tonarm springt

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Klaus Pahr
 
 
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28.Nov.08 20:11

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Hallo Sammlerkollegen,

ich habe ein Problem mit meinem Plattenspieler: Wenn ich eine Platte, egal ob aus den 70ern oder aus den 90ern, egal ob Single oder LP, auflege, rutscht der Tonarm auf der Platte zufällig und ohne erkennbare Systematik über mehrere Rillen hinweg. Dann spielt er wieder etwas, bis er weiterrutscht. Die Rutschbewegung ist aber nur von außen nach innen. Ich habe mittels Taschenlampe die Nadel beobachtet: Sie läuft in der Rille, wenn sie nicht gerade rutscht. Es liegt aber nur die Nadel auf, der Rest des Tonabnehmersystems berührt die Platte nicht.

Nun habe ich bereits eine nagelneu gekaufte Nadel eingesetzt. Hat nix genutzt, Phänomen wie beschrieben.

Könnte es am Gewicht vom Tonarm liegen?

Verbaut wurde das System PE 90.

Ich möchte noch berichten, dass die Originalnadel, die eingebaut war, extrem verschmutzt und ankorrodiert war. Auf der Unterseite der Nadel liegt die Nadelspitze auf einer Filzunterlage auf. Diese ist mit Grünspan von der korrodierten Originalnadel überzogen. Ich habe versucht, mit einer weichen Bürste die Verunreinigung zu beseitigen. Der Erfolg ist mäßig.

Wer weiß Rat, woran das liegt und wie Abhilfe geschaffen werden kann? Ich freue mich auf Ihre Gedanken und Ideen.

Für Ihre Mühe danke ich Ihnen!

Viele Grüße

Klaus Pahr

PS: Das Bild zeigt den Fuß vom Tonarm. Da gibt es die Rändelmutter. Was macht sie? Ich will nicht unnötig daran herumspielen und ggf. alles verschlimmbessern.

PS2: Ich habe noch ein Bild vom Tonabnehmersystem PE90 angehängt. Da sieht man den Filz, auf dem sich die Rückseite der Tonabnehmernadel abstützt. Dieser war mit Grünspan von der alten, korrodierten Nadel überzogen. Ich habe den Filz versucht, mit Alkohol zu reinigen. Etwas besser ist es geworden.

Wer weiß und kann / möchte mir erklären, wie der Ton von der Nadelspitze zu den elektrischen Kontakten beim PE90 kommt? Vielen Dank dafür.

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This article was edited 29.Nov.08 10:02 by Vincent de Franco .

Uwe Ronneberger
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29.Nov.08 14:16

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Hallo Herr Pahr,

als einfachen Test würde ich versuchen, ob sich das Problem durch Auflegen eines kleinen Gewichtes auf den Tonarm beseitigen läßt. Mit der Rändelmutter am Tonarm kann man offensichtlich die Federkraft variieren und so das Auflagegewicht entsprechend den Herstellervorgaben einstellen. Mir ist Ähnliches bei DDR-Geräten schon begegnet.

Wer es ganz genau haben möchte kann natürlich mit einer Tonarmwaage nachmessen.

Rolf Nickel
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29.Nov.08 19:06

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Lieber Herr Pahr,

die von Ihnen beobachtete Wirkung wird von der sog. Skating-Kraft verursacht, siehe z. B. hier. Da man diese bei Ihrem Modell wahrscheinlich nicht durch das Einstellen einer entsprechenden Anti-Skating-Kraft kompensieren kann, weil das nicht vorgesehen ist, können Sie leider nur die Auflagekraft von z. B. 2 bis auf max. etwa 4 pond (das ist die Kraft, durch eine Masse von 2 bis 4 g verursacht wird)  erhöhen, bitte ausprobieren. Der Skating-Effekt dürfte dann noch nicht wirken. Bei zu viel, aber auch bei zu wenig (!) Auflagekraft  ruinieren Sie Ihre Schallplatten. Wirklich vernünftig läßt sich die Auflagekraft nur mit einer Tonarmwaage einstellen: Der Plattenteller muß dabei genau waagerecht stehen (Wasserwaage) und ausbalanciert sein. In den Unterlagen zum Abtastsystem müssten Sie den Wert für die korrekte Auflagekraft finden.

mit freundlichem Gruß

Rolf Nickel

EDIT: Ich lese gerade in den Unterlagen von Herrn Brötje, dass wohl sogar 6 pond (Stereo) nötig sind. Mehr würde ich auf keinen Fall einstellen !

 

This article was edited 29.Nov.08 19:14 by Rolf Nickel .

Lars Brötje
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Hallo Herr Pahr,

anbei die Hinweise zur Tonarmeinstellung aus den Service-Unterlagen.

Viele Grüße

Lars Brötje

 

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Klaus Pahr
 
 
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30.Nov.08 15:21

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Sehr geehrte Herren,

vielen Dank für Ihre Mühe und Gedanken. Das mit dem Gewicht erhöhen habe ich schon versucht. Leider ist das Ballastgewicht stets heruntergefallen, wenn der Tonarm die Flatter gemacht hat. Das war noch nicht so professionel, wie ich das angestellt hatte. Da muss ich noch üben.

Die Idee mit der Federwaage ist gut. Im Moment habe ich da aber noch zwei Herausforderungen zu meistern:

1. Ich muss erst eine Federwaage besorgen.

2. Um den Tonarm auswiegen zu können, brauche ich nach oben Platz. Dieser ist in der Truhe nicht ausreichend gegeben (zwischen Tonarm und Zwischendecke liegen 13 cm), sodass ich vermutlich erst eine Konstruktion mit Umlenkrolle basteln muss.

Ich will vorher versuchen, ein neues Tonabnehmersystem PE90 aufzutreiben. Wenn der Fehler dann nach wie vor auftritt, liegt es nicht am System, sondern an etwas anderem, möglicherweise an der Auflagekraft.

Weiß jemand, wo ich eine Federwaage herbekomme?

Vielen Dank auch für die Erklärung von Herrn Nickel bezüglich der Kräfteverhältnisse. Leider gibt es bei meinem Modell keine Stellschraube, um die Kräfte zu optimieren. Aber ich  habe mit Interesse die Theorie studiert.

Viele Grüße

Klaus Pahr

Wolfgang Eckardt
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In der Zeitschrift "Radio und Fernsehen" 1956, Heft 3 fand ich den Bau einer einfachen Tonarmwaage beschrieben. Dieser Text ist in der Anlage.

Wolfgang Eckardt

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Uwe Ronneberger
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13.Aug.12 20:42

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Obwohl es heute schon für wenige Euro brauchbare digitale Waagen bis ca. 100-200 Gramm zu kaufen gibt, habe ich mir vor ein paar Jahren diese Tonarmwaage gebaut. Man braucht nur einen Streifen aus Plexiglas, Kunststoff oder ein Lineal und zwei Madenschrauben. Geeicht wird mit vorher ausgewogenen Kleinteilen, Schrauben oder Ähnlichem.

Tonarmwaage

Madenschrauben als Füße

Zur Not gehen auch Münzen:
1 ct = 2,3 gr
2 ct = 3,0-3,1 gr
5 ct = 3,9 gr
10 ct = 4,1 gr
20 ct = 5,7 gr
50 ct = 7,8 gr
1 Euro = 7,5 gr
2 Euro = 8,5 gr

kleine Digitalwaage


Ältere Kristallsysteme brauchen ca. 8 bis 12 gr und moderne magnetische systeme 1,5 gr und weniger Auflagegewicht.

  
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