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Perpetuum-Ebner (D)

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Iven Müller
Iven Müller
 
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14.Oct.03 07:50

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Im Jahre 1911 trat Josef Steidinger nach Meinungsverschiedenheiten mit seinem Bruder Christian aus der 1906 gemeinsam gegründeten Firma Gebrüder Steidinger aus.

                                                  


Er erhielt seine Geschäftsanteile in Bestandteilen für Federwerke "ausbezahlt".
Somit war es ihm möglich, umgehend in angemieteten Räumen eine eigene Fertigung für Sprechmaschinenantriebe aufzuziehen.

                                      

Er gründete noch im gleichen Jahr die Firma

                  


 Er erwarb 1912 die ehem. "Klostersäge". Diese wurde abgebrochen und das dazugehörige Wohnhaus auf 3 Stockwerke erhöht. Am ehemaligen Sägekanal wird ein Wasserkraftwerk mit 2 x 20 PS Leistung errichtet. Die Firma beschäftigt Ende 1912 bereits 30 Mitarbeiter.

                             

Es werden vor allem Federwerke für Sprechmaschinen und Orchestrions, sowie Drehteller-Reklamewerke hergestellt.

                                          


Während des 1.Welkrieges werden vor allem Rüstungsaufträge erledigt; wobei in geringem Umfang weiterhin Federwerke produziert werden. Nach Ende das Krieges 1918 werden u.a. Rasierklingen-Schleifapparate, Uhr- Werke und komplette Hausuhren gefertigt.

                               

1920 werden bei Perpetuum von nun 90 Mitarbeitern auch erstmals komplette Grammophone gefertigt. Steigende Nachfrage nach Federwerken macht eine mehrmalige Erweiterung der Betriebsgebäude nötig.

                                   

 
Als der Firmengründer Josef Steidinger 1925 stirbt, hat das Unternehmen ca. 300 Mitarbeiter.

                                               

Die Firma wird nun von den Söhnen Hermann und Arthur, sowie der Tochter Hermine Steidinger geleitet. 

                                                  
                             Hermine Steidinger                         Arthur Steidinger

Der Firmennahme wird geändert in

" PERPETUUM - Spezialfabrik für Sprechmaschinenlaufwerke,
Steidinger & Co. KG, St. Georgen / Schwarzwald "

Neben den Federwerken wird ab 1931 ein neuentwickelter, elektrischer Phono-Antrieb hergestellt.

                                        

Im Jahre 1934 beginnt bei Perpetuum die Serienfertigung des ersten kompletten Plattenspielerchassis mit Elektromotor und Elektro-magnetischem Tonabnehmer (Ebner).

                                                   


Das Unternehmen beschäftigt 350 Mitarbeiter. Im Jahre 1936 heiratet die Mitinhaberin Hermine Steidinger den Konstrukteur und Fabrikanten Albert Ebner aus Bad Cannstatt.
Es erfolgt die Zusammenlegung der Firmen Perpetuum und AECO A.Ebner & Co.
Sitz der neuen Firma " Perpetuum-Ebner, Fabrik für Feinmechanik und Elektrotechnik,
Steidinger & Co., KG. "
ist St. Georgen im Schwarzwald.

                                

Mitinhaber Herman Steidinger scheidet noch im Jahr 1936 aus der Firma aus. 

           
         Albert Ebner 

Die von Albert Ebner in das Unternehmen eingebrachten fachlichen- und unternehmerischen Fähigkeiten bewirken eine weitere Expansion der Firma am Markt und erfordern eine großzügige Erweiterung der Produktionsanlagen. 1939 wird die Fertigung von Federwerken ganz eingestellt.
Es werden 450 Mitarbeiter beschäftigt.
Während des 2.Weltkrieges muss das Unternehmen wieder vor allem für die Rüstung tätig werden, während die Phono-Produktion in kleinem Rahmen "nebenher" betrieben wird.
Ab 1946 werden von noch 50 Mitarbeitern mit den im Hause verbliebenen Rohmaterialien aus der Kriegsfertigung Feuerzeuge und Kleinmotoren sowie Gebläse für Holzvergaser und Supportschleifgeräte gefertigt.
Die Produktion von Einbau-Chassis wird wieder aufgenommen. 1948 wird der von Mitinhaber Arthur Steidinger entwickelte erste "Phono- Koffer" mit eingebautem Verstärker und Lautsprecher produziert. 

                                               


Mangel an Fahrzeug-Pneumatik führt 1949 zur Entwicklung und Fertigung eines "Vulkanisier-Apparates". Ab 1948 wird bei allen Phono-Chassis der Direktantrieb durch den "Reibrad-Antrieb" ersetzt. Nach der Währungsreform 1949 und dem darauf folgenden wirtschaftlichen Aufschwung konnte man sich im Hause PE wieder ganz auf die Phonotechnik konzentrieren.

                                
                                 Der erste PE - Plattenwechsler
                                 "Automat" (später "PW 10") kam 1949 auf den Markt.


                                   
                                   Ab 1951 werden von wieder
                                   500 Mitarbeitern die 3-tourigen Plattenwechsler- Typen "Rex",
                                   später "Rex A" in großen Stückzahlen produziert. 


In den Jahren 1952 - 54 wurden bei PE auch Kühlschränke gefertigt; da der Erfolg am Markt angesichts der renommierten Konkurrenz eher bescheiden war, stellte man die Fertigung wieder ein.

         


Ein neues, großzügiges Betriebsgebäude, das die bisherige Produktionsfläche auf einen Schlag verdoppelt, wird 1954 eingeweiht. Ab 1957 werden alle Plattenspieler und Plattenwechsler mit 4-tourigem Antrieb gefertigt. Die Wechsler-Typen "Rex A", "Rex de Luxe" und später "PE 66" werden in Stückzahlen bis teilweise weit über 1 Million mal gefertigt und verkauft. Sie sind in den Tonmöbeln fast aller namhafter Hersteller eingebaut.

             
                                             Fertigung 1955

Als Albert Ebner 1956 stirbt, arbeiten rund 1.100 Mitarbeiter bei PE.
1961 wird das 50-jährige Betriebsjubiläum mit 850 Belegschaftsmitgliedern gefeiert.
In den Sechziger-Jahren werden in Tannheim und Obereschach Zweigwerke errichtet; die Motorenfertigung und Baugruppen-Montage dahin ausgelagert.

      

                                                

       

Als im Jahre 1970 das Zweigwerk Hornberg eröffnet wird, hat die Firma PE ca. 1.400 Mitarbeiter.
Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei PE wird 1971 zwischen den ehemaligen Konkurrenten DUAL und PE "zur besseren Auslastung der Kapazitäten" eine "engere Zusammenarbeit" vereinbart, wobei PE zunächst "weitgehend" selbständig bleiben soll, die "Gesamtleitung" aber an DUAL übergeht. Zum Jahreswechsel 1972 / 73 wird PE vom langjährigen Konkurrenten DUAL ganz übernommen, wobei man offiziell von einem "Zusammenschluss" spricht.
Die Betriebsgebäude werden teilweise weiter genutzt, die Belegschaft zum Teil übernommen.
Unter dem Markennahmen PE werden noch bis 1974 Plattenspieler - allerdings mit "Dual-Technik" - gefertigt und vertrieben; danach ist die Marke erloschen.

Quelle: Internetseite der Stadt St. Georgen - www.st-georgen.de

  
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