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philips: PM3212 Oszilloskop, Lackproblem

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Michael Münch
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09.Apr.06 20:59

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Guten Abend,

ich besitze seit bestimmt 15 Jahren das oben genannte Philips-Oszilloskop. Erst seit einiger Zeit habe ich damit ein eigenartiges Problem: die Gehäuselackierung wird klebrig!

Bei der Lackierung handelt es sich um eine matt-rauhe Oberfläche, die am ehesten dem nahekommt, was in einem Beitrag von Herrn Renz als Runzel- oder Kräusellack bezeichnet wird, hier aber mit einer sehr feinen Struktur.

Die Oberfläche fühlt sich klebrig an, zieht auch Schmutz an - Staubteile lassen sich nicht mehr abwischen - allerdings ohne dass sich Farbpartikel lösen würden. Selbst fest aufgeriebenes Klebeband nimmt beim Abreißen keine Partikel mit.

Was tun?

This article was edited 09.Apr.06 21:00 by Michael Münch .

Wolfgang Bauer
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09.Apr.06 23:17

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo Herr Münch,

da sind Sie nicht alleine mit dem sich auflösenden Lack. Auch bei meinem Philips Oszilloskop PM3226 habe ich das gleiche Problem. Die Oberfläche läßt sich mit einem Fingernagel ablösen. Bei meinem Philips Digital VAΩ-meter PM2522, das aus der gleichen Stylingserie kommt, gibt es dieses Problem nicht.

MfG. WB
   Oberfläche PM3226 mit sichtbaren Kratzern im weichen Lack

Martin Renz
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10.Apr.06 07:43

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Münch und Herr Bauer,
wenn der Lack selbst tatsächlich weich wird, lässt sich wohl kaum ohne grossen Aufwand noch etwas retten. Am einfachsten wäre wohl eine komplette Neulackierung des Gehäuses. Dies trifft zumindest auf das Gehäuse zu. Die Frontplatte ist so natürlich nicht zu retten, falls sie den gleichen Lack als Grundlage hat.  Ich kann das auf den Fotos nicht genau erkennen.

Metallgehäuse können erfolgreich mit Abbeizer entlackt werden. (zum Beispiel Grüneck Abbeizer, Sicherheitsratschläge befolgen) Dann mit Universalverdünnung gründlich abwaschen. Eventuelle Roststellen vor der Neulackierung mit Zitronensäure entfernen. (Lappen tränken und mit Folie bedecken oder in ein Bad legen und 1-2 Tage einwirken lassen. Säure abwaschen nicht vergessen.

Etwas schwierig ist die Beschaffung von Kräusellack. Es gibt einen, ich glaube amerikanischen Hersteller, der solchen Lack in Spraydosen vertreibt (zum Beispiel unter der Marke VHT). Dieser ist im Motorradhandel erhältlich. Eine deutsche Bezugsquelle im Internet ist zum Beispiel hier .
Insbesondere Grau scheint nicht allzu häufig angeboten zu werden, Schwarz ist häufiger zu finden. Ich selbst habe aber noch keine Erfahrung mit diesem Lack gemacht und kann nur raten, Vorversuche zu machen. Die Ergebnisse wären sicher interessant für uns.

Im Falle der Frontplatte könnte ein Überlackieren mit einem 2-K Lack möglicherweise helfen. Das Risiko, den Aufdruck dabei zu zerstören, ist jedoch erheblich. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Lacktrocknung beeinträchtigt wird. Man würde zunächst hauchdünne Schichten DD-Lack aufspritzen (aufnebeln), um zu verhindern, dass der Aufdruck angelöst wird. Erst wenn dies mehrfach geschehen und erfolgreich wieder getrocknet ist, kann eine satte Endlackierung erfolgen. Aber nochmals meine Warnung: Es gibt keine Garantie, dass es funktioniert, und ein Vorversuch dürfte schwierig sein.
viele Grüße

Martin Renz
Wolfgang Bauer
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10.Apr.06 08:20

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Sg. Herr Renz,

danke für die umfassende Information.
Für die Frontplatte besteht dieses Problem glücklicherweise nicht, da die Beschriftung dort auf einer Kunststoffplatte aufgedruckt ist.
Es ist nur das Gehäuse betroffen, in welches das ganze Chassis mit montierter Frontplatte hineingeschoben wird.

MfG. WB
Michael Münch
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10.Apr.06 09:01

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Guten Morgen Herr Bauer und Herr Renz,

nachdem Herr Bauer das Problem mit dem Begriff "weich werden" noch besser beschrieben hat, wovon ich mich an meinem Gerät überzeugen konnte, muss ich die Hoffnung auf ein beseitigbares Oberflächen-Phänomen wohl aufgegeben. Der Effekt geht in die Tiefe.

Da hat Philips vor bald 30 Jahren wohl mal schlecht eingekauft!? Im Hinterkopf hatte ich die Befürchtung, mein Gerät sei vielleicht mal schädlichen Dämpfen ausgesetzt gewesen - dann hätte ich in meiner neben dem Haus in einem Anbau gelegenen Hobbywerkstatt, in der so einiges aufbewahrt wird, intensiv nachforschen müssen. Dass auch Ihr Gerät betroffen ist, Herr Bauer, beruhigt mich ein bisschen, ist aber nicht schadenfroh gemeint.

Was die Aufarbeitung betrifft, haben Sie den Weg gewiesen, Herr Renz, vielen Dank. Ich zaudere allerdings jetzt ein wenig, ob ich auch bei meinem Oszilloskop auf originalgetreue Erhaltung Wert legen will, oder ob nicht auch eine Hammerschlag-Lackierung in Frage käme. Das Skope ist ein reines Gebrauchsgerät...

Gern erinnere ich in dem Zusammenhang an den thread, in dem es um Strukturlacke geht:
http://www.radiomuseum.org/forum/strukturlacke_wie_schrumpflack_
kraeusellackhammerschlaglack.html


Allen einen guten Start in die Woche!
Michael Münch

This article was edited 10.Apr.06 14:34 by Michael Münch .

Michael Münch
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10.Apr.06 11:15

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Gerade finde ich eine email von Horst Schneider (vielen Dank!), die ich gern hier wiedergeben möchte:

"Bei klebenden Altanstrichen gibt es noch eine mögliche Alternative:

mit farblosem 2-Komponenten-Acryllack (hochglänzend oder seidenglänzend) dünn überspritzen, wobei das angemischte Material (2 Teile Lack, 1 Teil Härter und Verdünnung) nur mit der Spritzpistole aufgetragen werden kann, da es sehr schnell trocknet.

Ich würde vorschlagen, eine kleine Musterfläche anzulegen und zu testen. Durch den dünnen Farbauftrag kann bei Bedarf dann trotzdem der gesamte Altanstrich noch mit Abbeizer entfernt werden.

Das Material gibt es im Farben-Fachhandel und kann z.B. als kleinste Einheit in eine 250 ml-Dose abgefüllt werden, den Härter und die Verdünnung gibt es nur in fertig abgepackten Gebinden.

Viele Grüße

Horst Schneider"

Mark Hippenstiel
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27.Mar.09 15:21

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7

Hallo,

Das Problem des empfindlichen Geäuselacks wird im (deutschen) User Manual zum PM3217 auch schon angesprochen. Zitat:

Der "Nextel-Suede"-Lack ist unempfindlich gegen Äthanol, jedoch sehr empfindlich gegen Methylalkohol (Brennspiritus). Einer der denaturierenden Bestandteile ist dafür verantwortlich; die Lackschicht wird dadurch unherstellbar beschädigt.

Gruss,
Mark Hippenstiel

Hans M. Knoll
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27.Mar.09 15:46

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8

Hallo Vorsicht, die Datei ist 3,3 MB gross!

 

knoll

Mark Hippenstiel
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9

3.3MB sind ja heutzutage keine Größenordnung mehr, aber um unnötigen Download zu vermeiden habe ich den Abschnitt hier zitiert. Weiter findet sich nur ein Verweis zur Pflege des Lackes mit einem speziellen Scotch-Brite Schwamm (Näheres siehe dann doch im Manual).

Mark

Vincent de Franco
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27.Mar.09 16:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10

Da REVOX NEXTEL als Lackierung für Tonbandgeräte oder HiFi-Geräte benutzt hat, gibt es viele Informationen diesbezüglich im Netz.

Einfach  "NEXTEL Revox" in G**gle eingeben, oder HIER oder HIER schauen.

Gruß,

Vincent

 

  
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