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Prüfen von 'modernen' Röhren mit dem Funke RPG 4/3

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Gerhard Kupka † 17.8.2013
 
 
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Ich habe ein Funke RPG 4/3 in der militärischen Ausführung und möchte damit "moderne" Röhren wie z.B: ECCxx, EAAxx, EL34, E55L etc. prüfen.

Nun gibt es eine Umbaubeschreibung von Funke aber auch Zwischen-Fassungen , die im der Stahlröhren-Fassung betrieben werden. Welche der beiden Möglichkeiten ist zu empfehlen oder sind beide gleichwertig. Ich habe eine Universalkarte von Radiowelt Austria.

Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Gerhard

 

Manfred Kröll † 2.9.2013
Manfred Kröll † 2.9.2013
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13.Oct.10 09:58

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An die Admins: Man sollte den Beitrag bitte zum Modell verschieben (Funke RPG 4/3).

 

Sg Herr Kupka,

erstmal danke für das Vertrauen. Zu Ihrer Anfrage:

Der Adapterbau ist höchstwahrscheinlich zeitaufwändiger als der Einbau der Fassungen in das Gerät.

Da links vorne neben dem Messwerk ausreichend Platz ist, ist das Bohren, Einbauen und verkabeln im Regelfall auch ohne Ausbau der Grundplatte machbar.

 

Der Verdrahtungsplan sollte bei den Unterlagen dabei sein, die ich Ihnen per Mail übermittelt habe. Die Heizung ist fix - deshalb brauchen Sie auch 2 Miniatur 7-pin Fassungen. Sie können nach dem Einbau einer Rimlock Fassung, einer Noval Fassung und den beiden 7-pin Miniatur von Fassung zu Fassung verdrahten.

Die unterschiedliche Heizungsbelegung ist bei den beiden Miniaturfassungen zu beachten.

 

Sie können problemlos von der Oktalfassung weg verdrahten. Persönlich bin ich der Meinung, dass der Bau von entsprechenden Adaptern mehr Aufwand darstellt, abgesehen davon, dass Sie mehrere Stahlröhren "zerlegen" müssen, was ebenfalls seine Zeit dauert.

Viel Erfolg!

fred

This article was edited 13.Oct.10 10:07 by Manfred Kröll † 2.9.2013 .

Michael Seiffert
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13.Oct.10 11:40

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Die technisch bessere, weil sicherere Lösung ist sicher der Einbau der benötigten Fassungen in das Gerät wie von Hernn Kröll beschrieben. Soll das Gerät aber nicht als reines Arbeitsmittel dienen, sondern zugleich einen Sammelgegestand darstellen, würde ich es im Originalzustand, also "unverbastelt" belassen und mit den Zwischenadaptern arbeiten.

M.Seiffert

This article was edited 13.Oct.10 11:41 by Michael Seiffert .

Gerhard Kupka † 17.8.2013
 
 
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13.Oct.10 12:14

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Ich möchte das RPG 4/3 schon gerne als Sammlerstück erhalten und tendiere deshalb zu der Adapterlösung auf der Basis der Stahlröhre, auch wenn es mehr Arbeit macht. Wie ist denn die "Innenbeschaltung" der Adapter?

Als Karte habe ich mir die Universalkarte für Funke RPGs von der Radiowelt Austria bestellt.

Manfred Kröll † 2.9.2013
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13.Oct.10 12:27

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Hallo Herr Kupka,

das können Sie dem Fassungsplan entnehmen. Suchen Sie sich die Nummerierung der Stahlröhrenfassung heraus, und verbinden Sie die Pins so wie am Plan auch. Heizung auf Heizung, Pin1 auf 1, 2 auf 2 usw.

Tipp am Schluss - die Fassungen im Adapter nach dem Löten mit Heissklebepistole versiegeln, dann ist die mechanische Belastung beim ständigen Umstecken für die Lötstellen nicht so gross.

Sie werden sehen, das ganze ist halb so schlimm, macht aber wirklich Sinn.

Für die Rimlockfassung würde ich einen ausgedienten Oktalsockel verwenden. Da können Sie genau 1 zu 1 vorgehen. Am Foto ein Beispiel aus einem anderen Thread.

zum Foto

viele Grüsse,

fred

This article was edited 13.Oct.10 12:29 by Manfred Kröll † 2.9.2013 .

Gerhard Kupka † 17.8.2013
 
 
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Ich bin zwar mit der Röhre geworden(Jahrgang 1938), habe mich aber nie mit RPGs beschäftigt. Ich werden mal das Eintreffen der Universalkarte abwarten, bevor ich mit dem Adapterbau beginne. Das RPG 4/3 ist ok. Als ich das Gerät vor Jahren bekommen habe, war auch eine Holzkiste mit vielen uralten und auch Wehrmachts-Röhren dabei. Die konnte ich mit dem RPG 4/3 prüfen. Da ich aber auch noch eine Sammlung von röhrebestückten Tektronix Mainframes und Einschüben habe, will ich die zugehörigen Röhren prüfen. 

Gerd Junginger
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Hallo Herr Kupka,

ich habe auch ein RPG4/3 und habe mein Gerät mit verschiedenen Fassungen gemäß der originalen Umbauanleitung von Funke erweitert.  Der Umbau ist nicht ganz trivial.  Falls Sie sich das Gerät von innen schon mal angeschaut haben, werden Sie erkennen, daß an manche Stellen nicht ohne weiteres ranzukommen ist.  Das ist aber bei den Lötarbeiten erforderlich.

Eine Möglickeit wäre auch,  die Fassungen im Gehäuse-Deckel einzubauen. Natürlich nur unter der Voraussetzung, daß alle erforderlichen Anschlusspunkte für die zusätzliche Verdrahtung vorhanden sind.

Auf jeden Fall lassen sich die erforderlichen Löcher für die Fassungen ggf. einfacher bohren bzw. sägen.

Die Frage wäre, ob der Bau von Adaptern doch einfacher wäre (ggf. über flexible Anschlüße) wie beim Deckel für das RPG 4/3.

Was bei den Messungen zu beachten ist, daß es für moderne Röhren keine Messkarten zum RPG4/3 gibt (mir sind jedenfalls keine bekannt) und daß die Messwerte nicht unbedingt mit dem Funke W19 und anderen Geräten von Funke verglichen weden können.  Um hier eine gewisse Sicherheit in der Messung zu haben, sollten Sie zuvor einige Röhren auf einem neueren Röhrenprüfgerät verglichen haben. Nur dann ist meines Erachtens eine einfache Prüfaussage möglich.

Ein weiterer Punkt , der meines Erachtens gegen die Messung (Prüfung) moderner Röhren mit dem RPG4/3 spricht , ist die ungenaue Einstellung der Heizspannung.  Hier haben neuere Geräte eine wesentlich feinere  Differenzierung.

Grüße, Gerd Junginger

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Wolfgang Scharschmidt
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Wenn Sie geballte Informationen über die Funke-Geräte suchen, dann gibt es jetzt wieder die Möglichkeit den Band 3 der Röhrenhistorie zu kaufen. Ende Oktober sind Nachdrucke, auch die des Band 3,  beim Funkverlag Hein wieder erhältlich.  

Manfred Kröll † 2.9.2013
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Sehr geehrter Herr Junginger,

es gibt für das RPG 4/3 sehr wohl Prüfkarten für moderne Röhren.

 

ausserdem können alle Karten des Funke W18 bedenkenlos verwendet werden. Ich besitze selbst das Datenmaterial für knapp 1500 Prüfkarten für RPG 4/3 und W18.

Die Prüfparameter und die Steckmatrix sind identisch.

W19 Karten passen nicht.

Mit freundlichen Grüssen

fred

This article was edited 15.Oct.10 19:24 by Manfred Kröll † 2.9.2013 .

Wolfgang Eckardt
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Zur Nutzung des RPG4/3 für modernere Röhren gibt es ja eine Umbauanleitung, die die Firma  „Max Funke, Meßgerätebau Weida“ noch 1950 herausgegeben hat. Dazu wurde ab Februar 1948 eine Aktion gestartet, in der allen Besitzern des RPG4/3 eine 3-teilige Antwortpostkarte zugesandt wurde, auf der der vorhandene Stand und die gewünschten Erweiterungen eingetragen und der Firma zugesandt werden konnten. Dazu gehörte auch ein Satz Austausch- und Ergänzungs-Prüfkarten. Da aber damals Materialprobleme auftraten - Funke schrieb von „..kein Neudruck wegen Kartonmangel..“ - brachte er bereits Mitte 1947 eine „Prüfkartendaten-Tabelle“ zum Preis von RM 3,50  heraus, „mit welcher eine Prüfung auch ohne Prüfkarten möglich ist.“ (s. Anlage 2)

Nach der Enteignung des Betriebes brachte der Nachfolger, der „VEB (K) Röhrenprüfgerätebau Weida“ 1955 erneut eine „Erweiterung und Umschaltung des Röhrenprüfgerätes RPG 4/3“ heraus (siehe Anlage 3). Diese war gegenüber der von 1950 erweitert (Einbau Noval-Fassung und 10-pol. Stahlröhrenfassung). Außerdem gab es ja das „Röhren- und Prüfkarten- Verzeichnis“ als kleines Buch, das der Funke-Nachfolger in Weida 1954 in 5. Auflage herausbrachte. Zusätzlich wurden „Nachträge zum Röhrenbuch“ herausgegeben, die man einfach in das Buch einkleben konnte.
So waren die Besitzer des RPG 4/3, aber auch des inzwischen ab 1948 produzierten RPG W18 (zivilisierte und etwas reduzierte Version des RPG 4/3 im Holzkasten) immer auf dem neuesten Stand der Möglichkeiten, auch moderne Röhren zu prüfen.
Die Vollzähligkeit der Prüfmöglichkeiten wollte ich wegen verschiedener Anfragen überprüfen und musste dabei eine erstaunliche Feststellung zu den Nummern der Karten machen!
Im Vorwort des schon oben erwähnten „Röhren- und Prüfkarten- Verzeichnis“, 5. Aufl. 1954 heißt es wörtlich:


Röhren- und Prüfkarten-Verzeichnis
5. Auflage

Ein Verzeichnis der Rundfunkröhren in numerisch-alphabetischer Reihenfolge mit Angaben über Prüfkarte, Fabrikat und Ersatzbestückung.
VEB (K) Röhrenprüfgerätebau Weida, Weida/Thür.

Dieses Buch gehört zu den Patent-Röhrenprüfgeräten der Firma VEB (K) Röhrenprüfgerätebau Weida, Weida/Thür., und ist für das Modell  W 18 bestimmt.
Für Modell RGP 4/3 gilt es ebenfalls uneingeschränkt, sofern das Gerät auf den heutigen Stand durch Einbau von zwei Miniaturröhrenfassungen und einer 2. Oktalfassung und einer Rimlockfassung erweitert wurde und die entsprechenden Prüfkarten nachbezogen wurden. Das Gleiche gilt für Modell W 16.

Für die älteren Modelle RPG 4/2, RPG 4/1, W 17, W17A, Reichspostmodell für den Rfe-Dienst, W15, W14, W 13, W 12, W 11 und W 10 ist dieses Buch nicht bestimmt. Es kann trotzdem Verwendung finden, wenn alle in diesem Buch aufgeführten Prüfkarten der Nummern 144—-164, 179—182, 198—199 und 310 (betr. Loewe Spezial- und Widerstandsröhren) gestrichen oder handschriftlich geändert werden. Selbstverständlich hat die Angabe der Prüfkartennummern nur soweit Bedeutung, als die Karten in dem Gerät vorhanden sind. Eine große Anzahl der im Buch aufgeführten Röhren sind mit diesen älteren Geräten nicht prüfbar, da die entsprechenden Fassungen usw. nicht vorhanden sind.


Damit war eigentlich für mich klar, dass ein Besitzer eines auf den neuesten Stand nach „Funke-Anleitung modernisierten“ RPG 4/3 auch uneingeschränkt modernere Röhren (z.B. Noval-Röhren) prüfen konnte, wenn er die entsprechenden Prüfkarten verwendet.
Als ich nun den Band 3 der „Röhrenhistorie“ von Herrn Scharschmidt diesbezüglich durchlas, musste ich etwas ganz anderes feststellen. Dort bringt der Autor eine 4-seitige Tabelle auf den Seiten 149 - 152 unter dem Titel „RPG 4/3 Karten-Nachträge nach 1952“.
Die Kartennummern unterscheiden sich zu denen im oben genannten Buch "Röhren- und Prüfkarten-Verzeichnis"!

Ich habe allerdings nur die Röhren verglichen, die in den DDR-Röhrenfirmen produziert und in Geräten der DDR-Produktion verwendet wurden. Dazu eine Vergleichstabelle als Anlage 1.

Dazu eine Erklärung zu finden war vorerst nicht einfach, da ich ja Herrn Scharschmidt keinesfalls eine solche Häufung von falschen Kartennummern unterstellen kann!

Die Erklärung muss eine andere sein.

Ich gehe davon aus, dass meine mir vorliegenden Ergänzungen der Prüfkarten von dem „Funke-Nachfolger in Weida“ stammen, also dem noch bis etwa Mitte 1948 in Weida produzierten RPG4/3 und danach dem neuen RPG W18 und seiner weiteren Fertigung und Ergänzung.

Herrn Scharschmidts Daten scheinen aus den Daten des in Adenau nach 1952 hergestellten RPG W19 zu stammen. Funke hat sicher etwa 1952/53 in Adenau ebenfalls noch Unterlagen für den Umbau (Modernisierung) des RPG4/3 herausgegeben und die Prüfkartennummern auf sein neues W19 bezogen.

Es hat also bei dieser Erweiterung des Prüfkartensatzes eine "Ost-Entwicklung" in Weida und eine "West-Entwicklung" in Adenau gegeben, die unterschiedliche Prüfkartennummern für die Modernisierung der älteren Modelle hervorbrachten.

Dass die Prüfkarten der RPG W18 und W19 nur bedingt vergleichbar sind, ist ja bekannt. In den verschiedenen Publikationen zum RPG W19 wird auch darauf verwiesen - siehe auch in diesem Thread hier.

Wenn nun aber ein Besitzer eines RPG 4/3 nach Modernisierung seinen Prüfkartensatz ergänzen will, so muss er unbedingt darauf achten, ob er das nach „Weida-Version“ oder nach „Adenau-Variante“ machen will. Eine unbedachte Übernahme der Daten aus dem Band 3 der „Röhrenhistorie“ hätte so z.B. für einen Geräte-Benutzer in Erfurt ohne Zugang zum W19 sehr „unangenehme“ Folgen bis zur Zerstörung des Messinstrumentes oder der zu prüfenden Röhre.

Ein Hinweis darauf im Buch "Röhrenhistorie" B.3 wäre sicher angebracht!

Wolfgang Eckardt

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This article was edited 01.May.11 13:43 by Wolfgang Eckardt .

  
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