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Röhrenprüfgerät RPG 4/3

Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57172) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57173) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57174) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57175) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57176) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57177) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57178) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57179) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57180) Equipment
 
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 57181) Equipment
Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 1054958) Equipment Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 449988) Equipment
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Röhrenprüfgerät RPG 4/3; Funke, Max, Weida/Th (ID = 1054958) Equipment
Funke, Max, Weida/Th: Röhrenprüfgerät RPG 4/3 [Equipment] ID = 1054958 933x822
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For model Röhrenprüfgerät RPG 4/3, Funke, Max, Weida/Thür. (Ostd.) (D) später Adenau:
Funke RPG 4/3
 
Country:  Germany
Manufacturer / Brand:  Funke, Max, Weida/Thür. (Ostd.) (D) später Adenau
alternative name
 
Prüfgerätewerk Weida, VEB || WETRON Weida, VEB; Weida, ;(Ostd.) (D) ex Funke
Brand
Bittorf & Funke
Year: 1943 Category: Service- or Lab Equipment
Valves / Tubes 1: AZ12 GR150A
Wave bands - without
Details
Power type and voltage Alternating Current supply (AC) / 110, 125, 150, 220, 240 Volt
Loudspeaker - - No sound reproduction output.
Power out
from Radiomuseum.org Model: Röhrenprüfgerät RPG 4/3 - Funke, Max, Weida/Thür. Ostd.
Material Metal case
Dimensions (WHD) 425 x 265 x 415 mm / 16.7 x 10.4 x 16.3 inch
Notes Hersteller Bittdorf & Funke in Weida/Thüringen,
Vorgängerbetrieb der Max Funke KG in Adenau/Eifel.
Gehäuse: "Panzerholz"= aussen mit Blech beschlagenes Sperrholz, das besonders transportunempfindlich war (Wehrmacht).
Net weight (2.2 lb = 1 kg) 23.6 kg / 51 lb 15.7 oz (51.982 lb)
Collectors' prices  
Source of data Radiokatalog Band 2, Ernst Erb
Mentioned in Die Geschichte der Rundfunkindustrie der DDR Band 1 1945 - 1967
Literature/Schematics (1) -- Original-techn. papers. (Scharschmidt, "Max Funke KG" (2000))

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All listed radios etc. from Funke, Max, Weida/Thür. (Ostd.) (D) später Adenau
Here you find 67 models, 65 with images and 35 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.




 


Forum contributions about this model
Funke, Max, Weida/Th: Röhrenprüfgerät RPG 4/3
Threads: 7 | Posts: 28
Hits: 4413     Replies: 1
  funke: RPG 4/3; Restaurierung, Umbau
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
07.Apr.11
  1

Über den Umbau des RPG4-3 nach Funke-Angaben ist hier schon geschrieben worden. Wenn man aber selbst das erste Mal vor dieser Aufgabe steht, kommt man doch ins Grübeln.

Das fängt bei der Gehäusefarbe an. Da die Gehäuse meist mehr oder weniger angerostet sind besteht Handlungsbedarf. Bei meinem Gerät habe ich den Eindruck, dass das Äußere schwarz ist, innen aber einen von Schwarz abweichenden Grauton hat. Die Fotos im RM belegen das teilweise, wobei auch einmal das Äußere im Grauton erscheint. Dieser Farbton ist mir im Zusammenhang mit der Berta-Restaurierung schon einmal begegnet, manchmal wurde das auch als "Stahlhelmfarbe" bezeichnet. Ich tendiere dazu das Gehäuse auch außen in diesem dunklen Grauton zu lackieren.

Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach aber der Umbau des Gerätes nach Funke-Anleitung. Vor dem Öffnen meines Gerätes hatte ich noch die feste Absicht, diesen Umbau durchzuführen. Da vom Hersteller selbst vorgeschlagen sehe ich hier keinen Stilbruch bzw. keine Verbastelung.

Der Umbau auf H2-Buchse, der Einbau der zweiten Octalfassung und das Auswechseln der Stahlröhrenfassung gegen die 10-polige Ausführung lassen sich noch einfach ausführen, danach wird es aber schwierig. Es existieren im Netz Fotos auf denen das relativ einfach aussieht. Bei meinen Gerät sitzen aber in diesem Bereich 4 Becherkondensatoren, die den Frontplattenbereich verdecken. Selbst das erforderliche Auswechseln der Netzzuleitung wird problematisch, weil der Anschluss am Netzspannungswähler nicht zugänglich ist.

Außer dem von Funke vorgeschlagenen Ausbau des Instrumentes muss wahrscheinlich auch die Kondensatorbatterie ausgebaut werden. Das hat allerdings den Vorteil, dass die Kondensatoren geprüft und gegebenenfalls restauriert werden können. Ein Ausbau der kompletten Frontplatte erscheint mir noch schwieriger. In Post 7 hat Herr Junginger andeutungsweise vom "nicht ganz trivialen Umbau" gesprochen. Die zusätzlichen Fassungen in den Deckel einzubauen wäre die einfachste Lösung, aber dort stehen nur acht Anschlüsse zur Verfügung.

Z.Zt.  tendiere ich zur Adapterversion. Für Rimlock- und Miniatur-Fassungen bietet sich die neue zweite Octalfassung an, für die Novalfassung die neue 10-polige Stahlröhrenfassung.

Wer kann über Erfahrungen bei der Restaurierung / Umbau berichten?

HDH

Edit Nachtrag: Mein Gerät hat die Werk-Nr. 4267. Der Trafo trägt einen Prüfstempel vom 30.Okt. 1944.

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
01.May.11
 
  2

Nachdem sich niemand berufen fühlt seine Erfahrungen hier kund zu tun werde ich das nun nach erfolgtem Umbau meines Geräte machen.

Vorweg aber einige Anmerkungen. Es ist das serviceunfreundlichste Gerät welches mir in den letzten Jahren in die Hände gekommen ist. Denn gerade Verschleißteile wie Röhrenfassungen sollten eigentlich gut zugänglich sein. Deswegen meine Warnung an alle, die den Umbau vornehmen möchten. Es ist viel Geduld und Fingerfertigkeit erforderlich um ein handwerklich ordentliches Ergebnis zu erzielen.

Es wird viel über Funke-Röhrenprüfgeräte geschimpft und zugegeben, es gibt bessere. Trotzdem muss man der Idee von Herrn Funke  Respekt zollen. Damals ein Gerät zu entwickeln, welches es Laien erlaubte, fast jede beliebige Röhre in kürzester Zeit zu überprüfen, war schon eine beachtliche Leistung. Er hat ja dann auch ein Patent dafür bekommen. Dass sich bei der Vielzahl der Karten Fehler eingeschlichen haben liegt in der Natur der Sache. Es gab schließlich noch keine Rechner zur Datenverwaltung. Dass man Röhren korrekter prüft, indem man die vom Hersteller angegebenen Betriebsdaten anlegt, ist jedem Techniker klar, und so mache ich das bei meiner einfachen Selbstbauanordnung (Post 10) auch. Herr Roschy hat mit seiner Meinung (Post 2) möglicherweise Recht, ich kann das nicht beurteilen. Trotzdem haben sich die Funkegeräte durchgesetzt. Wenn man so ein Gerät günstig erstehen kann reizt trotz der Nachteile doch die Restaurierung und das Arbeiten damit.

Ein erste Überraschung barg das Typenschild, welches lose im Prüfkartenfach lag. Die Vorderseite zeigt das übliche Bild wobei der Text "Bittorf &" herausgefräst ist. Auf der Rückseite ist eine zweite schächere Gravur aufgebracht mit der gleichen Werknummer wie auf der Vorderseite. Das Fertigungsjahr ist mit 1946/47 angegeben. Also eine Nachkriegsfertigung mit noch vorhandenen Teilen, denn der Trafo trägt einen Prüfstempel vom 30. Oktober 1944.

Typenschild Vorder- und Rückseite

Damit hat sich die Frage nach der Gehäusefarbe ansatzweise geklärt. Die Geräte vor 1945 gefertigt für Wehrmachtseinsatz waren vermutlich grau mit in großen schwarzen Buchstaben aufgebrachter Typenbezeichnung. Die nach Kriegsende gefertigten Geräte waren wie mein Gerät vermutlich schwarz.

Da bei der Netzzuleitung hinter der Einführung in das Gehäuse die Aderisolierung zerbröselt war, musste die Leitung ausgewechselt werden bevor überhaupt ein Funktionstest erfolgen konnte. Wie in Post 1 beschrieben war der Anschluss am Spannungswähler durch die Becherkondensatoren verdeckt. Und hier nochmals eine Warnung: Arbeiten an diesem Gerät sind nichts für ungeduldige Leute. Das Auswechsen der Netzuleitung kann dann schon einmal mehrere Stunden dauern, weil immer wieder die Muttern herunterfallen.

Also musste die Kondensatorbatterie ausgebaut werden. Die Befestigungsschrauben waren wie alle anderen Schrauben auch mit Sicherungslack gesichert; dunkelgrauer Lack bei den Schrauben auf dunkelgrauem Blech und brauner Lack im Bereich der braunen Pertinaxfrontplatte. Da war man offensichtlich sehr eigen.

Die Muttern waren für Schraubenschlüssel jeglicher Art kaum zugänglich. Hier hilft für das Lösen der Schrauben ein Tropfen Azeton, aufgebracht mit einer Einwegspritze. So ließen sich die "angeweichten" Muttern mit dem Finger festhalten. Der Zugang zu den Schraubenköpfen in dem engen Prüfkartenfach mit einem kurzen Schraubendreher erfordert auch einiges an Geschicklichkeit, noch schwieriger ist das im Kabelfach bei der Zugentlastungsschelle.

 

 

Schlecht zugängliche Schrauben der Zugentlastungsschelle im Kabelfach, etwas für Leute mit kleinen Händen.

 

 

 

 

Die Kondensatorbatterie bestand aus 4 Blöcken a 4 µF, je zwei Blöcke waren mit Blechstreifen zusammengelötet und mit passend zugeschnittenen Befestigungswinkeln versehen. Das sah absolut professionell aus, muss aber wohl nachträglich gemacht worden sein, oder aber es stand der original vorgesehene Kondensator nicht mehr zur Verfügung. Ein mit Bleistift aufgebrachtes "E" und eine Unterschrift deuten darauf hin. Der graue Sicherungslack deutet auf Bau oder Reparatur bei Funke hin. Für die Befestigung waren zwei zusätzliche Bohrungen (nicht angesenkt) angebracht worden.


 

 

 

Die eingebaute alte Kondensatorbatterie

 

 

 

Eine Überprüfung der Kondensatoren ergab, dass diese noch in Ordnung waren. Trotzdem wurden sie wegen der besseren Zugänglichkeit zu den dahinterliegenden Bauelemente durch kleine Bauformen ersetzt. Wegen der möglichen 500 V - Anodenspannung wurden 2 x 2 16 µF- Kondensatoren a 450 V gewählt. Für einen ersten Probebetrieb musste das reichen. Später können die Kondensatoren wegen der Optik in einen passenden Becher gesetzt werden.


 

 

 

 

 

 

 

Die erste Inbetriebnahme zeigte keine Reaktion. Ursache waren Kontaktprobleme am Netzschalter und im Spannungswähler / Sicherungshalter. Nach Beheben dieser Störungen ließen sich Röhren prüfen. Leider hakt das Anzeigeinstrument in der Skalenmitte. Das fällt nur auf, wenn bei einer indirekt geheizten Röhre der Anodenstrom langsam ansteigt oder der Messwert in diesem Bereich liegt, also immer wenn das auf die Drehspule wirkende Drehmoment klein ist. Leichtes Klopfen auf das Instrument bringt dann meist Abhilfe.

Jetzt stand die endgültige Entscheidung an: Einbau der neuen Röhrenfassungen oder Bau von Adaptern. Da die Modifizierung nach Funke-Anleitung ohnehin ein Ausbau des Messinstrumentes erforderlich macht war die Entscheidung klar: Einbau der Röhrenfassungen in das Gerät. Relativ schonend geht das für die großen Löcher mit einem Schälbohrer oder Stufenbohrer, aber nicht ohne vorher eine Probebohrung an einem Stück Pertinax gemacht zu haben. Bei vorsichtiger Arbeit brechen die Ränder auch nicht aus.


 

 

oben Schälbohrer, unten Stufenbohrer

 

 

Hier lauert bereits eine Falle. Man ist geneigt, die Fassungen soweit als möglich nach oben anzuordnen um evtl. noch Platz für eine vierte Fassung zu haben. Da aber die Prüfkarten ca. 5 mm über das Steckbrett nach unten herausragen, sollte genügend Abstand gelassen werden. Da man beim Anzeichnen der Bohrungen normalerweise keine Karte auflegt, kann es sonst später bei einer Rimlock-Fassung mit Kragen eng werden. Ich habe diesen Fehler gemacht, da ich aber eine kragenlose Rimlockfassung verwendet habe, ist das kein Problem sondern bestenfalls ein Schönheitsfehler.

Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die Verdrahtung machen. Die Umbauangaben von Funke geht man am Besten der Reihe nach durch und überlegt sich, wie man mit dem Lötkolben an die Lötstellen herankommt. Notfalls mit dem kalten Kolben üben, damit später nicht zu viel Drähte verschmort werden. An manchen Stellen hat mir die gute alte Engel-Lötpistole mit eingebauter Lötstellenbeleuchtung geholfen. Der Hinweis von Funke, dass man an die entsprechenden Kontakte der vorhandenen Fassungen anlöten solle, ist nicht immer optimal. Bei den meisten Verbindungen sind die blanken Drahtbrücken auf dem Steckbrett als Verfielfacher besser geeignet. Lediglich an die Brücke für Potential "1" und "K" ist nicht heranzukommen, da diese durch den Trafo verdeckt werden. Potential "H1" steht nicht als Brücke zur Verfügung und muss von einer vorhandenen Fassung geholt werden.

Generell ist zu überlegen, ob nicht vorher der Netztrafo ausgebaut werden sollte. Im nachhinein tendiere ich dazu, da man dann die H2-Buchse und den Anschluss 5 der 8-poligen Außenkontaktfassung besser erreichen kann und generell für alle anderen Arbeiten mehr Platz hat. Wegen der vielen Anschlüsse am Trafo und der schlecht erreichbaren hinteren Befestigungsschrauben habe ich davon Abstand genommen. Dafür musste ich aber die vorderen Drähte an der 8-poligen Außenkontaktfassung ablöten um an Anschluss 5 zu kommen. Ebenfalls mussten Drähte an der Hochspannungsschaltbuchse abgelötet werden um die Buchse H2 verdrahten zu können. Die abzulötenden und frei hängen zu lassenden Drähte isoliert man am Besten mit Schrumpfschlauch.

 

 

 

8-polige Außenkontaktfassung vor dem Umbau, irgend jemand hat hier schon einmal Drähte angeschmort.

 

 

 

 

 

8-polige Außenkontaktfassung, Drähte abgelötet und hochgebogen, jetzt kommt man an Anschluss 5 hinter dem jetzt mit Schrumpfschlauch isolierten früheren gelben Draht "K".

 

 

 

Die neuen Fassungen habe ich vor dem Einbau mit Anschlussdrähten versehen. Zur Vorbeugung gegen wilde Schwingungen habe ich über die Anschlussdrähte Ferritperlen geschoben und mit Schrumpfschlauch fixiert.

 

 

 

 

 

 

Die Heizungsanschlüsse habe ich auf kurzem Weg nach dem Einbau verdrahtet, da hier keine Ferritperlen erforderlich sind.

Die Drähte führt man entlang der Kabelbäume, sortiert sie entsprechend und fasst dann gleiche Anschlüsse zum Verlöten zusammen. Wenn man die Original-Drahtfarben verwendet hat, geht das relativ problemlos. Das Fixieren mit modernen Kabelbindern möge man mir verzeihen, aber Bindegarn stand nicht zur Verfügung und wäre auch bei der Enge im Gerät zu mühsam gewesen.

Vor dem Einbau des Instrumentes erfolgte das Entrosten und Lackieren des Gehäuses. Der alte Lack ließ sich mit Azeton anlösen. Nach dem Anschleifen ließen sich so Übergänge egalisieren. Perfektionisten hätten natürlich den alten Lack komplett abgewaschen. Da der genietete Blechkasten aber ohnehin keine Schönheit ist und auch einige Dellen hatte, habe ich mich für das Überspritzen entschieden. Bei der Farbwahl ist man dann stark eingeschränkt, da man im Baumarkt als Sprühlack nur schwarz oder anthrazit bekommt. Ein Probespritzen mit mattschwarz ergab eine schlechte Optik da viel zu schwarz. Anthrazit matt wirkte da viel besser. Es hätte etwas dunkler sein können, ist aber ein guter Kompromiss zwischen innen und außen.

 

 

 

 

 

 

 

Gehäuse vor und nach dem Neulackieren.

Nach dem Trocknen konnten die Holzleisten montiert und letztlich auch das Instrument wieder eingebaut werden. Auf ein Öffnen des Instrumentengehäuses zur Untersuchung des "Zeigerhängers" habe ich verzichtet. Man kann das meistens nur Verschlimmbessern. Die Überprüfung der Umbauarbeiten habe ich nach der Funke-Liste vorgenommen und keine Fehler festgestellt. Jetzt konnte ich endlich mal meine alten Wehrmachtsröhren überprüfen.

Hier noch zwei Bilder des fertigen Gerätes:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die Verwendung der original Drahtfarben und schwarzer Kabelbinder fallen die Umbauten in der Verdrahtung kaum auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein letzter Hinweis sei noch gegeben. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass bei den Lötarbeiten das Lötzinn schlecht floss. Besonders fiel mir das bei den Drahtbrücken am Steckbrett auf. Ob das nun an der Qualität des damals verwendeten Lötzinns lag oder ob das alte Lötzinn einen höheren Schmelzpunkt hat vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls brachte eine Erhöhung der Lötkolbentemperatur auf 400 °C eine Verbesserung.

 


 

 
Hits: 380     Replies: 2
Funke RPG 4/3: Telefunken RS 391 und Prüfkarte 1303
Andreas Koehler
13.Sep.19
  1

Guten Morgen.

Wollte gerne auf meinem neu erworbenen RPG 4/3 die obige Röhre prüfen. Im mitgelieferten Prüfkartenverzeichnis (und auch in ISBN 978-3-944679-03-7) steht dazu: Karte 1303 nehmen. Allerdings ist diese Karte für die RS 291 gedacht - die hat schon mal völlig andere Heizungswerte. Ist das ein Kartenfehler? Und wie herum muß die Röhre in Fassung 26? Mit der Nase nach hinten?

Gibt es eigentlich eine Übersicht über solche Kartenfehler? Was ist eigentlich die aktuellste Version des Prüfkartensatzes (mein Gerät wurde nach der 1952'er Anleitung umgebaut)? 8.43?

Danke Euch.

 

Hans RODT
22.Sep.19
  2

Hallo Herr Koehler,

Sie haben Recht.  Auch in den für mich erreichbaren Tabellen steht bei Karte 1303 die Röhre RS391. Schaut man dann auf die Prüfkarte, ist diese für die Röhre RS291 (Bild 1) bestimmt.

Wie der Fehler letztlich zu Stande kam, wird sich nicht mehr klären lassen, aber ein Übertragungsfehler bei zwei sehr ähnlichen Zahlen ist vorstellbar.

Leider ist das nicht der einzige Fehler, der Funke unterlaufen ist. Eine Reihe von Kartenfehlern sind bekannt,  darunter einige, die schwerwiegend sind und sich u.U. für Prüfgerät oder Röhre als problematisch erwiesen haben. Darauf wurde hier im RM in vielen Threads hingewiesen.

Es gibt eine grandiose Auflistung, Zusammenstellung und Überprüfung der Funke-Prüfkarten, die die Karten für das W19 analysiert, die Karten für das RPG 4/3 / W18 aber auch mit einbezieht. Hier sind alle Abweichungen, Fehler und Besonderheiten festgehalten. Es handelt um das Werk von K.F. Müller: Das Röhrenmessgerät Funke W19, Verlag Dr. R. Walz. Diese Zusammenstellung kann hier im RM heruntergeladen werden. Wenn ich eine mir unbekannte Röhre prüfe, sehe ich immer vor der Prüfung in dieser Zusammenstellung nach.

Müller schreibt selbst, dass ihm bei der ganzen Aufarbeitung der Prüfkarten keine Karte für die Röhre RS391 zugänglich war. Auch ich habe in meinen Kartenwerken keine solche Prüfkarte finden können. Allem Anschein nach existiert sie nicht.

Für Sie gibt es aber dennoch eine gute und nicht besonders aufwendige Möglichkeit, die Röhre zu prüfen. Dabei kommen Ihnen zwei Dinge zu Gute.

1.  Müller hat für eine Reihe von Röhren, für die keine Prüfkarten existieren, eigene Prüfkarten entwickelt. Unter der Kartennummer 2009 hat Müller die Prüfung der Röhre RS391 dokumentiert. Dazu werden einige Hinweise für die Prüfung in Prüfadaptern gegeben, die für Sie nicht von Bedeutung sind, da die Prüffassung auf Ihrem RPG 4/3 eingebaut ist. Es ist die gleiche, die auch für die Prüfung der Röhre RL12P35 verwendet wird.

Die empfohlenen Prüfdaten sind: 

2.  Die Prüfdaten für die Röhren RS391 und RL12P35 sind sich sehr ähnlich. Für die letztere existiert eine Prüfkarte für das RPG 4/3 mit der Nummer 1271.

Die empfohlenen Prüfdaten für diese Röhre sind: 

Die Unterschiede liegen in der Schirmgitterspannung und in dem zu erwartenden Anodenstrom. Das Bremsgitter (G3) der Röhre RS 391 ist nicht intern verbunden und auf der zweiten Kappe oben auf der Röhre herausgeführt.

Um die Röhre RS391 auf dem RPG 4/3 zu prüfen, müsste man, ausgehend von Ihrer Karte 1271 (RL12P35) den Prüfstecker für Ug2 von Position 28 (60 V) auf Position 30  (150 V) stecken und den Prüfstecker für den Messbereich des Instruments von Position 62 (50 mA Vollausschlag) auf Position 61 (100 mA Vollausschlag) stecken. Die Kappe für das Bremsgitter sollte man zur Vermeidung von Selbsterregung mit K in der 2 Lochreihe verbinden. Keinesfalls Anode und Bremsgitter verwechseln! Sonst bleiben alle Stecker-Positionen gleich (Positionsnummern siehe Universalkarte). Die Röhre selbst wird auf dem mir zugänglichen Fassungsfeld für das Funke W18 mit der Nase nach hinten eingesteckt. Vermutlich gilt das auch für das RPG 4/3.

Bewertung der Röhre nach Müller :  ab 26,7 mA "Noch Brauchbar" ;  ab 40,0 mA "Gut".

Unbedingt wichtig ist,  dass Sie nur die Karten, die zu Ihrem Gerät gehören  verwenden, da es bei Funke immer wieder Änderungen gegeben hat. Ein Beispiel von Prüfkarten für die Messung der RL12P35:

Drei Karten für ähnliche Geräte und alle haben etwas unterschiedliche Prüfstecker Profile.

Auch wäre dabei zu beachten, ob es bei Ihrem Gerät durch die Umbauten relevante Änderungen gegeben hat.

Daher unbedingt vor dem Einschalten alles noch einmal prüfen. Da ich nicht die Möglichkeit habe, das Gesagte selbst auf einem RPG 4/3 zu prüfen, kann ich Ihnen diese Empfehlung nur unverbindlich und ohne Übernahme von Risiken geben.

Eine detaillierte Zusammenstellung der hier genannten Prüfkarten können im Müller-Buch nachgeschlagen werden.

Leider habe ich Ihre Frage etwas spät beantwortet, so dass sie in den Talk-Bereich des Forums gewandert ist.

Mit besten Grüßen

Hans Rodt

Andreas Koehler
22.Sep.19
  3

Hallo Herr Rodt,

vielen Dank für Ihre so umfangreiche Recherche und Ihre Hinweise.

Allerdings muß ich mich leider erst einmal um mein RPG 4/3 kümmern. Auch das war ein Neuerwerb. Der Verkäufer hatte es mir mit einer EM11 vorgeführt. Leider muß ich jetzt feststellen, das ich keine Röhren im Deckel prüfen kann. Auch eine RL12P35 heizt nicht. Sobald das Gerät funktioniert, werde ich Ihre Vorschläge erproben.

Freundliche Grüße

Andreas Köhler

 

 
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Röhrenadapter für den Gebrauch in RPG 4/3, Verdrahtung
Ulrich Zimmermann
13.Dec.15
  1

Ich habe ein Funke RPG 4/3.
Damit möchte ich auch Nachkriegsröhren prüfen.
Nach den Anleitungen von Funke aus den Jahren 1950 bis 1955
habe ich die 8-polige Stahlröhrenfassung entfernt
und durch eine 10-polige Stahlröhrenfassung ersetzt.

Ich möchte nicht zusätzliche Fassungen einbauen,
sondern mir zum Prüfen neuerer Röhren Adapter bauen,
die die 10-polige Stahlröhrenfassung benutzen.
Ich habe die nötigen Prüfkarten.

Die nun aufgetretene Frage betrifft die Verdrahtung des 10-polige Stahlröhren-Sockels mit den Röhren-Fassungen, z.B. einer Novalröhren-Fassung.

Um mein Problem zu veranschaulichen blende ich hier ein Bild von 10-polige Stahlröhren und von verschiedenen Novalröhren ein.
Das Bild zeigt die Röhren von unten.
Ich habe das ganze Internet abgesucht,
jedoch zu der Systematik der Verdrahtung keine allgemein gültige Antwort gefunden.
Ich vermute, dass es eine einfache Antwort gibt,
sonst wäre diese Frage sicher schon öfter aufgetaucht.

Wolfgang Eckardt
15.Dec.15
  2

Hallo Herr Zimmermann,

um Novalröhren in den älteren FUNKE-Röhrenprüfgeräten RPG4/3 und W18 prüfen zu können, gibt es von der Firma in den 1950er-Jahren herausgegebene Umbauanleitungen. Ich gehe davon aus, dass Sie die Verdrahtung Ihres RPG4/3 nach diesen Unterlagen umgebaut haben. Dort wird angegeben, dass die neuen Fassungen mit in die Frontplatte eingebaut werden, denn der Platz dafür ist vorhanden.

Offensichtlich wollen Sie diesen Schritt nicht gehen, so dass Sie also entsprechende Adapter brauchen, die einen 10-poligen Stahlröhrensockel und eine Novalröhren-Fassung tragen. Wenn diese vorhanden sind, ist es ja kein Problem, sich drei Stück für alle vorkommenden Novalröhren-Beschaltungen zu bauen. Ansonsten wäre es ja auch möglich, einen Adapter zu bauen, der einen 10-poligen Stahlröhrensockel trägt und drei unterschiedlich beschaltete Novalröhren-Fassungen enthält, ähnlich dieses Funke-Spezial-Adapters  trägt und  

Hier noch einmal ein Auszug aus der Original-Umbauanleitung, Ausgabe 1954:


6. Einbau der Noval-Fassung.  Von innen der Frontplatte werden dann die Anschlüsse im Uhrzeigersinne mit 5, 6, K, H1, H2 1, 2, 3, 4  bezeichnet und sind mit Kontakten gleicher Bezeichnung der Rimlock- und Loctalfassung, die mittlere Rohrniete mit „K“ zu verbinden.

8. Neue Fassungen schalten. Im Schaltplan sind die Kontakte der neu eingebauten Fassungen mit H1, H2, 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 gekennzeichnet.Das heißt, dass selbige Anschlüsse mit den gleichen Kontakten irgend einer anderen Fassung zu verbinden sind. Der Kontakt „6“ ist jedoch nur an den umgebauten Steckschaltern 51 bis 52 vorhanden (siehe Punkt 3. der Umbauanleitung), und zwar ist es da die lange Feder (starker Verbindungsdraht).

10. Einbau der 10-pol-Stahlröhrenfassung.  Die im Prüfgerät befindliche 8-pol-Stahlröhrenfassung wird nach Ablöten aller Anschlüsse herausgenommen und an deren Steile die neue 10-pol-Stahlröhrenfassung eingesetzt. Wichtig dabei ist die gleiche Lage der Führungsrille der neuen gegenüber der alten Fassung. Acht Kontakte der neuen Fassung werden genau wie die Kontakte der herausgenommenen 8-poI-Fassung geschaltet. Einer der neuen mit „K" bezeichneten Kontakte ist mit dem danebenliegenden Kontakt „K“ zu verbinden, der andere Kontakt wird als „6“ geschaltet und ist am zweckmäßigsten mit Kontakt „6“ der am nächsten liegenden Octalfassung zu verbinden (siehe Schaltplan).

(Text aus Original-Umbauanleitung für RPG4/3, Ausgabe 1954/55) 


Wenn Sie diese Verdrahtung erledigt haben, so brauchen Sie nur noch die drei Einzeladapter mit den Novalröhren-Fassungen entsprechend der Verdrahtung anzufertigen - oder ein Adapter, das drei Fassungen enthält.


Ich kann ihnen jetzt nicht exakt sagen, welche der Novalröhren auf welche Adapterfassung dann passen, doch ist auf den Prüfkarten ein Vermerk "Aufsatz" zur Benutzung eine Adapters angegeben (z.B bei ECC84, EM80). Ein Röhrenbuch bzw. die Prüfkarte mit den Sockelschaltungen geben dann weitere Hinweise.

Nun kann ich Ihnen nur noch viel Erfolg bei den Bauarbeiten wünschen, damit alles perfekt klappt. - Doch noch einen Hinweis: Das RPG4/3 ist ein Röhren-Prüf-Gerät und kein Messgerät. Die angezeigten Werte geben Hinweise auf die Funktion. Entscheidend ist die Funktion der Röhre im Gerät! Ganz besonders trifft das zu für Misch- und Endröhren.

Mit freundlichen Hobbygrüßen

Wolfgang Eckardt

 

 

Beitrag wurde zum Modell verschoben.

Ulrich Zimmermann
16.Dec.15
  3

Guten Tag Herr Eckardt.
Vielen Dank für Ihre Mühe.

Ich habe Dank Ihrer Hilfe jetzt die Möglichkeit meine Adapter zu verdrahten.

Bei meiner Suche im Netz, in RM.org und in anderen "Radio"-Seiten ist Ihr Beitrag
"Spezial-Röhren-Adapter" leider nicht angezeigt worden.

Mit ein paar Versuchen habe ich jetzt herausgefunden, dass das eingebundene Wort "Spezial" den Erfolg bei der Suche verhindert. Man denkt bei der Suche weniger daran das Wort "Spezial" mit als Suchkriterium zu verwenden.
Vielleicht sollte man bei dem Beitrag den Bindestrich durch eine Leerstelle ersetzen.
Man müsste das ausprobieren.

Nochmals vielen Dank,
Ulrich Zimmermann
 

 
Hits: 3097     Replies: 6
funke: RPG 4/3; Röhrenprüfgerät, fehlende Kontaktfedern
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
12.Aug.11
  1

Ich hatte geglaubt, dass ich den Umbau und die Restaurierung des Gerätes abgeschlossen hätte und nun damit arbeiten könne. Aber ich hatte Murphy nicht berücksichtigt. Bei der Prüfung eines Postens Wehrmachtsröhren für einen Sammlerfreund erlebte ich eine herbe Überraschung.

Röhren der Typen LG, LD, LV hielten nicht in der Fassung und gaben keinen Kontakt, so als ob die Buchsen zu groß sind. Eine Überprüfung ergab, dass dies alle von Funke selbst hergestellten Fassungen mit 2mm-Buchsen betraf. Es fehlten offenbar die Kontaktfedern.
Im Hauptgerät sind das in der oberen Reihe die Fassungen Nr. 3, 4 und 5, in der 3. Reihe die Fassungen Nr. 12, 13, 14, 15, 16, 17 und 18. Im Deckel betrifft es die Fassungen Nr. 29, 30, 31, 33, 34, 35, 38, 39 und 40.    

Ich erinnerte mich an eine Mail unseres Mitglieds Alfon Meisl, wo er mir Ähnliches von seinem Gerät berichtete. Dort fehlten aber nur einige Federn, bei meinem Gerät fehlen alle Federn bei allen angegebenen Fassungen. Selbst die Schlitze zur Aufnahme der Federn sind nicht vorhanden.

Hier das Bild von Herrn Meisl:

Herr Meisl spricht bei seinem Gerät von Montagsproduktion und nachdem er von meinem erfahren hat meinte er, dass dort offensichtlich öfters Montag gewesen sein muss.

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass das zufällig passiert ist, das sieht schon nach Methode aus. Die Wehrmacht hätte so ein Gerät  nie abgenommen. Nun wurde mein Gerät aber erst 1946/47 gefertigt. Möglicherweise waren es Engpässe bei der Materialbeschaffung, möglicherweise aber auch die Tatsache, dass die betroffenen Röhrentypen nach dem Krieg keine Rolle  mehr spielten. Die wichtigen P2000 und P800 konnte man ja prüfen, da hier serienmäßige Fassungen verwendet werden. Das aufwändige Schlitzen der Kontaktbuchsen und Einlöten der Federn konnte man sich so ersparen.

Interessant wäre jetzt gewesen, einen Vergleich mit einem Gerät aus Fertigung vor 1945 zu machen. Glücklicherweise hatte mein Sammlerfreund noch einen alten Deckel vom RPG4/3 in seinem Lagerbestand. Schon nach der ersten groben Reinigung zeigte sich, dass dort Kontakte anderer Bauform eingebaut sind. In den Messinghülsen stecken Kelchfedern. Einen Hinweis auf das Fertigungsdatum fand ich leider nicht.

Hier das Bild der betroffenen Fassungen meines Gerätedeckels von 1946/47:

Hier das Bild eines möglicherweise früheren Gerätedeckels:

Bilder vom Hauptgerät erspare ich mir, da sie keine anderen Informationen zeigen.

Eigentümlicherweise hielt eine LS50 in der Fassung im Hauptgerät und liess sich auch prüfen. Eine Inspektion der Fassung mit Lupe zeigte Litzenstücke in den Buchsen Hier hatte sich ein Vorbesitzer offensichtlich zu helfen gewusst. Wie diese Litzenstücke befestigt sind, konnte ich noch nicht feststellen, denn beim Umbau des Gerätes hätten sie eigentlich herausfallen müssen.

Es bleibt jetzt die Frage ob und wie weiter zu verfahren ist.

Die originale Lösung wäre, Schlitze in die Buchsen zu fräsen/sägen und aus Federstahl selbst hergestellte Federn einzusetzen. Dazu muss aber die gesamte Buchsenplatte abgelötet und ausgebaut werden. Vorher muss der davor liegende Netztrafo ausgebaut werden. Die Arbeiten im Deckel würden sich etwas einfacher gestalten, aber immerhin ein enormer Aufwand für sehr selten zu prüfende Röhren. Außerdem müssen die Schlitze so dicht wie möglich unterhalb der Pertinaxplatte angebracht werden, da sie sonst nicht von den Röhrenstiften erreicht werden. Herr Meisl hat hier leidvolle Erfahrungen gemacht.

Eine weitere Möglichkeit wäre bei Bedarf die Litzenlösung wobei das Befestigen der Litzenstückchen zu lösen wäre. Durchschieben und von unten festlöten geht nur bei den Fassungen die nicht vom Trafo verdeckt werden, ansonsten auch Trafo-Ausbau.

Die komfortabelste aber nicht originale Lösung wäre der Einbau von Originalfassungen soweit sie noch zu bekommen sind und von der Größe her passen. Bei einer LS50-Fassung könnte z.B. der Metallkäfig abgeschnitten werden. Ich vermute jedoch, dass es bei einigen Fassungen Probleme gibt und das Ganze schon von den Abmessungen nicht passt. Funke hat sicherlich nicht ohne Grund diese Lösung gewählt. Auch hier müsste der Trafo ausgebaut werden.

Für mein Gerät habe ich mich entschlossen, weil jetzt vorhanden, nur den Deckeleinbau auszutauschen und die Fassungen im Hauptgerät zunächst zu belassen. Bei Bedarf kann ich mich mit der Litzenlösung behelfen.

HDH

Manfred Kröll † 2.9.2013
13.Aug.11
  2

Guten Morgen Herr Haase,

sind Sie sich beim Produktionsdatum Ihres Gerätes sicher - und ist Ihr Deckel original?

Nach meinen bisherigen Informationen wurden die RPG 4/3 Typen  von ca 1946 bis zum Erscheinen des W18 mit leerem Gerätedeckel ausgeliefert, und die 500V Prüfspannung war auch nicht mehr vorhanden. Das dazugehörige Loch war zwar noch am Steckfeld vorhanden und auch so beschriftet, jedoch ging dieses ins Leere - es war nicht mehr beschaltet. Auch fehlte bei diesen Typen einer der 4 großen Lastwiderstände.

Ich hatte schon mehrere dieser Nachkriegsproduktionen in Händen - jedoch immer mit einem leeren Deckel und der wegrationalisierten 500V Prüfspannung.

 

Mit freundlichen Grüssen,

Fred

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
13.Aug.11
  3

Hallo Herr Kröll,

bei meinem Gerät sind sowohl alle 4 Hochlastwiderstände als auch die 500 V vorhanden. Die Verdrahtungsfarbe der Heizleitungen ist im Gerät und im Deckel gelb, im zweiten, vermulich älteren Deckel ist sie rot. Ob der Deckel original zum Grundgerät gehört kann ich nicht anders belegen.

Das Fertigungsdatum stammt vom Typenschild. Hier habe ich darüber berichtet.

Ihre Aussage, dass später leere Deckel geliefert wurden, belegt eigentlich meine These. Es wurde später, weil wahrscheinlich das Material fehlte, immer mehr Entbehrliches weggelassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Geräte, die für die Wehrmacht gefertigt wurden, zum Prüfen von Wehrmachtsröhren wegen der fehlenden Kontaktfedern nicht geeignet waren.

In den Nachkriegswirren wird bei Funke auch das Chaos geherrscht haben, so dass man das wohl kaum wird klären können. Der Sinn meines Artikels war eigentlich nur, darauf hinzuweisen, dass es bei den Röhrenfassungskontakten Probleme gibt. Wenn man das weiss, kann man beim Erwerb so eines Gerätes darauf achten und erlebt nicht erst hinterher die Überraschung.

MfG HDH

Manfred Kröll † 2.9.2013
13.Aug.11
  4

Hallo Herr Haase,

ich bin ihnen für diesen Artikel insoferne besonders dankbar, da ich seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Deckel mit den Fassungen bin - um diesen als Zusatz für mein Röhrenmessgerät zu adaptieren.

Somit habe ich einen wichtigen Anhaltspunkt worauf ich wirklich achten muss - von dem ich bisher keinesfalls wusste!

Vielen Dank,

Fred

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
16.Aug.11
  5

Es kann eigentlich nicht sein, dass Herr Meisl und ich die einzigen Kontaktfedergeschädigten sind. Deshalb hatte ich auf mehr Diskussionsbeiträge gehofft die auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Eine Lösung ist mir noch eingefallen. Wer genügend alte LS50-Fassungen hat, kann dort die Kontakte ausbauen und statt der Hohlniete einbauen. Da die Bohrungen im RPG etwas zu groß sind,sollte man beim Einbau der Kontakte zum Zentrieren eine entsprechende Röhre benutzen. Der Aufwand ist natürlich auch hier beachtlich (alle Drähte ablöten und Trafo ausbauen).

Hier ein Bild der LS50-Fassung sowie einiger Kontakte:

HDH

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
20.Aug.11
  6

Von Herrn Michael Niermann erhielt ich folgende Mail:

Ich reparierte vor einigen Monaten einem guten Bekannten zwei Funke
RPG 4/3. Eines 1944 hergestellt, das andere 1946. Auch bei diesem
Gerät von 1946 waren die Kontaktfedern und auch die 500V Wicklung vom
Trafo wegminimiert worden. Ich wollte zum Testen eine LD2 prüfen, ohne
Erfolg.

Sogar die Trafos sind minimal anders gewickelt. Es fiel auf, dass eine
gewöhnliche 6,3V Röhre auf dem 1946er Gerät besser geprüft wurde, als
auf dem von 1944. Messungen ergaben das die 0,5V Wicklung bei dem
1944er Gerät (eine Windung) 0,35V Liefert, beim 1946er Gerät (zwei
Windungen) 0,71V.

Es sind zwar wenig Beiträge zu diesem Thema eingegangen, aber es scheint doch so zu sein, dass bei den Nachkriegsfertigungen des RPG4/3 je nach Materiallage verfahren wurde. Wie die Mail von Herrn Niermann bezüglich der Heizspannung zeigt, wurden aber auch Verbesserungen versucht.

Man sollte beim Kauf eines RPG4/3 also auf das Fertigungsdatum achten.

Und noch ein Hinweis: Oft wird versucht, Prüfergebnisse zu vergleichen. Das ist alles müßig. Die Geräte sind und bleiben Schätzeisen, was in den meisten Fällen aber ausreicht.

HDH

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
31.Aug.11
  7

Von Herrn Meisl erhielt ich heute noch folgende Mail:

" hier nochmal ein Bild, wo man die Federn und die „nicht Federn“ besser sieht. Vielleicht wollen Sie das ja noch dazu hochladen. "

Danke Herr Meisl.

HDH

 
Hits: 7258     Replies: 9
Prüfen von 'modernen' Röhren mit dem Funke RPG 4/3
Gerhard Kupka † 17.8.2013
12.Oct.10
  1

Ich habe ein Funke RPG 4/3 in der militärischen Ausführung und möchte damit "moderne" Röhren wie z.B: ECCxx, EAAxx, EL34, E55L etc. prüfen.

Nun gibt es eine Umbaubeschreibung von Funke aber auch Zwischen-Fassungen , die im der Stahlröhren-Fassung betrieben werden. Welche der beiden Möglichkeiten ist zu empfehlen oder sind beide gleichwertig. Ich habe eine Universalkarte von Radiowelt Austria.

Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Gerhard

 

Manfred Kröll † 2.9.2013
13.Oct.10
  2

An die Admins: Man sollte den Beitrag bitte zum Modell verschieben (Funke RPG 4/3).

 

Sg Herr Kupka,

erstmal danke für das Vertrauen. Zu Ihrer Anfrage:

Der Adapterbau ist höchstwahrscheinlich zeitaufwändiger als der Einbau der Fassungen in das Gerät.

Da links vorne neben dem Messwerk ausreichend Platz ist, ist das Bohren, Einbauen und verkabeln im Regelfall auch ohne Ausbau der Grundplatte machbar.

 

Der Verdrahtungsplan sollte bei den Unterlagen dabei sein, die ich Ihnen per Mail übermittelt habe. Die Heizung ist fix - deshalb brauchen Sie auch 2 Miniatur 7-pin Fassungen. Sie können nach dem Einbau einer Rimlock Fassung, einer Noval Fassung und den beiden 7-pin Miniatur von Fassung zu Fassung verdrahten.

Die unterschiedliche Heizungsbelegung ist bei den beiden Miniaturfassungen zu beachten.

 

Sie können problemlos von der Oktalfassung weg verdrahten. Persönlich bin ich der Meinung, dass der Bau von entsprechenden Adaptern mehr Aufwand darstellt, abgesehen davon, dass Sie mehrere Stahlröhren "zerlegen" müssen, was ebenfalls seine Zeit dauert.

Viel Erfolg!

fred

Michael Seiffert
13.Oct.10
  3

Die technisch bessere, weil sicherere Lösung ist sicher der Einbau der benötigten Fassungen in das Gerät wie von Hernn Kröll beschrieben. Soll das Gerät aber nicht als reines Arbeitsmittel dienen, sondern zugleich einen Sammelgegestand darstellen, würde ich es im Originalzustand, also "unverbastelt" belassen und mit den Zwischenadaptern arbeiten.

M.Seiffert

Gerhard Kupka † 17.8.2013
13.Oct.10
  4

Ich möchte das RPG 4/3 schon gerne als Sammlerstück erhalten und tendiere deshalb zu der Adapterlösung auf der Basis der Stahlröhre, auch wenn es mehr Arbeit macht. Wie ist denn die "Innenbeschaltung" der Adapter?

Als Karte habe ich mir die Universalkarte für Funke RPGs von der Radiowelt Austria bestellt.

Manfred Kröll † 2.9.2013
13.Oct.10
  5

Hallo Herr Kupka,

das können Sie dem Fassungsplan entnehmen. Suchen Sie sich die Nummerierung der Stahlröhrenfassung heraus, und verbinden Sie die Pins so wie am Plan auch. Heizung auf Heizung, Pin1 auf 1, 2 auf 2 usw.

Tipp am Schluss - die Fassungen im Adapter nach dem Löten mit Heissklebepistole versiegeln, dann ist die mechanische Belastung beim ständigen Umstecken für die Lötstellen nicht so gross.

Sie werden sehen, das ganze ist halb so schlimm, macht aber wirklich Sinn.

Für die Rimlockfassung würde ich einen ausgedienten Oktalsockel verwenden. Da können Sie genau 1 zu 1 vorgehen. Am Foto ein Beispiel aus einem anderen Thread.

zum Foto

viele Grüsse,

fred

Gerhard Kupka † 17.8.2013
13.Oct.10
  6

Ich bin zwar mit der Röhre geworden(Jahrgang 1938), habe mich aber nie mit RPGs beschäftigt. Ich werden mal das Eintreffen der Universalkarte abwarten, bevor ich mit dem Adapterbau beginne. Das RPG 4/3 ist ok. Als ich das Gerät vor Jahren bekommen habe, war auch eine Holzkiste mit vielen uralten und auch Wehrmachts-Röhren dabei. Die konnte ich mit dem RPG 4/3 prüfen. Da ich aber auch noch eine Sammlung von röhrebestückten Tektronix Mainframes und Einschüben habe, will ich die zugehörigen Röhren prüfen. 

Gerd Junginger
15.Oct.10
  7

Hallo Herr Kupka,

ich habe auch ein RPG4/3 und habe mein Gerät mit verschiedenen Fassungen gemäß der originalen Umbauanleitung von Funke erweitert.  Der Umbau ist nicht ganz trivial.  Falls Sie sich das Gerät von innen schon mal angeschaut haben, werden Sie erkennen, daß an manche Stellen nicht ohne weiteres ranzukommen ist.  Das ist aber bei den Lötarbeiten erforderlich.

Eine Möglickeit wäre auch,  die Fassungen im Gehäuse-Deckel einzubauen. Natürlich nur unter der Voraussetzung, daß alle erforderlichen Anschlusspunkte für die zusätzliche Verdrahtung vorhanden sind.

Auf jeden Fall lassen sich die erforderlichen Löcher für die Fassungen ggf. einfacher bohren bzw. sägen.

Die Frage wäre, ob der Bau von Adaptern doch einfacher wäre (ggf. über flexible Anschlüße) wie beim Deckel für das RPG 4/3.

Was bei den Messungen zu beachten ist, daß es für moderne Röhren keine Messkarten zum RPG4/3 gibt (mir sind jedenfalls keine bekannt) und daß die Messwerte nicht unbedingt mit dem Funke W19 und anderen Geräten von Funke verglichen weden können.  Um hier eine gewisse Sicherheit in der Messung zu haben, sollten Sie zuvor einige Röhren auf einem neueren Röhrenprüfgerät verglichen haben. Nur dann ist meines Erachtens eine einfache Prüfaussage möglich.

Ein weiterer Punkt , der meines Erachtens gegen die Messung (Prüfung) moderner Röhren mit dem RPG4/3 spricht , ist die ungenaue Einstellung der Heizspannung.  Hier haben neuere Geräte eine wesentlich feinere  Differenzierung.

Grüße, Gerd Junginger

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Wolfgang Scharschmidt
15.Oct.10
  8

 

Wenn Sie geballte Informationen über die Funke-Geräte suchen, dann gibt es jetzt wieder die Möglichkeit den Band 3 der Röhrenhistorie zu kaufen. Ende Oktober sind Nachdrucke, auch die des Band 3,  beim Funkverlag Hein wieder erhältlich.  

Manfred Kröll † 2.9.2013
15.Oct.10
  9

Sehr geehrter Herr Junginger,

es gibt für das RPG 4/3 sehr wohl Prüfkarten für moderne Röhren.

 

ausserdem können alle Karten des Funke W18 bedenkenlos verwendet werden. Ich besitze selbst das Datenmaterial für knapp 1500 Prüfkarten für RPG 4/3 und W18.

Die Prüfparameter und die Steckmatrix sind identisch.

W19 Karten passen nicht.

Mit freundlichen Grüssen

fred

Wolfgang Eckardt
17.Apr.11
  10

Zur Nutzung des RPG4/3 für modernere Röhren gibt es ja eine Umbauanleitung, die die Firma  „Max Funke, Meßgerätebau Weida“ noch 1950 herausgegeben hat. Dazu wurde ab Februar 1948 eine Aktion gestartet, in der allen Besitzern des RPG4/3 eine 3-teilige Antwortpostkarte zugesandt wurde, auf der der vorhandene Stand und die gewünschten Erweiterungen eingetragen und der Firma zugesandt werden konnten. Dazu gehörte auch ein Satz Austausch- und Ergänzungs-Prüfkarten. Da aber damals Materialprobleme auftraten - Funke schrieb von „..kein Neudruck wegen Kartonmangel..“ - brachte er bereits Mitte 1947 eine „Prüfkartendaten-Tabelle“ zum Preis von RM 3,50  heraus, „mit welcher eine Prüfung auch ohne Prüfkarten möglich ist.“ (s. Anlage 2)

Nach der Enteignung des Betriebes brachte der Nachfolger, der „VEB (K) Röhrenprüfgerätebau Weida“ 1955 erneut eine „Erweiterung und Umschaltung des Röhrenprüfgerätes RPG 4/3“ heraus (siehe Anlage 3). Diese war gegenüber der von 1950 erweitert (Einbau Noval-Fassung und 10-pol. Stahlröhrenfassung). Außerdem gab es ja das „Röhren- und Prüfkarten- Verzeichnis“ als kleines Buch, das der Funke-Nachfolger in Weida 1954 in 5. Auflage herausbrachte. Zusätzlich wurden „Nachträge zum Röhrenbuch“ herausgegeben, die man einfach in das Buch einkleben konnte.
So waren die Besitzer des RPG 4/3, aber auch des inzwischen ab 1948 produzierten RPG W18 (zivilisierte und etwas reduzierte Version des RPG 4/3 im Holzkasten) immer auf dem neuesten Stand der Möglichkeiten, auch moderne Röhren zu prüfen.
Die Vollzähligkeit der Prüfmöglichkeiten wollte ich wegen verschiedener Anfragen überprüfen und musste dabei eine erstaunliche Feststellung zu den Nummern der Karten machen!
Im Vorwort des schon oben erwähnten „Röhren- und Prüfkarten- Verzeichnis“, 5. Aufl. 1954 heißt es wörtlich:


Röhren- und Prüfkarten-Verzeichnis
5. Auflage

Ein Verzeichnis der Rundfunkröhren in numerisch-alphabetischer Reihenfolge mit Angaben über Prüfkarte, Fabrikat und Ersatzbestückung.
VEB (K) Röhrenprüfgerätebau Weida, Weida/Thür.

Dieses Buch gehört zu den Patent-Röhrenprüfgeräten der Firma VEB (K) Röhrenprüfgerätebau Weida, Weida/Thür., und ist für das Modell  W 18 bestimmt.
Für Modell RGP 4/3 gilt es ebenfalls uneingeschränkt, sofern das Gerät auf den heutigen Stand durch Einbau von zwei Miniaturröhrenfassungen und einer 2. Oktalfassung und einer Rimlockfassung erweitert wurde und die entsprechenden Prüfkarten nachbezogen wurden. Das Gleiche gilt für Modell W 16.

Für die älteren Modelle RPG 4/2, RPG 4/1, W 17, W17A, Reichspostmodell für den Rfe-Dienst, W15, W14, W 13, W 12, W 11 und W 10 ist dieses Buch nicht bestimmt. Es kann trotzdem Verwendung finden, wenn alle in diesem Buch aufgeführten Prüfkarten der Nummern 144—-164, 179—182, 198—199 und 310 (betr. Loewe Spezial- und Widerstandsröhren) gestrichen oder handschriftlich geändert werden. Selbstverständlich hat die Angabe der Prüfkartennummern nur soweit Bedeutung, als die Karten in dem Gerät vorhanden sind. Eine große Anzahl der im Buch aufgeführten Röhren sind mit diesen älteren Geräten nicht prüfbar, da die entsprechenden Fassungen usw. nicht vorhanden sind.


Damit war eigentlich für mich klar, dass ein Besitzer eines auf den neuesten Stand nach „Funke-Anleitung modernisierten“ RPG 4/3 auch uneingeschränkt modernere Röhren (z.B. Noval-Röhren) prüfen konnte, wenn er die entsprechenden Prüfkarten verwendet.
Als ich nun den Band 3 der „Röhrenhistorie“ von Herrn Scharschmidt diesbezüglich durchlas, musste ich etwas ganz anderes feststellen. Dort bringt der Autor eine 4-seitige Tabelle auf den Seiten 149 - 152 unter dem Titel „RPG 4/3 Karten-Nachträge nach 1952“.
Die Kartennummern unterscheiden sich zu denen im oben genannten Buch "Röhren- und Prüfkarten-Verzeichnis"!

Ich habe allerdings nur die Röhren verglichen, die in den DDR-Röhrenfirmen produziert und in Geräten der DDR-Produktion verwendet wurden. Dazu eine Vergleichstabelle als Anlage 1.

Dazu eine Erklärung zu finden war vorerst nicht einfach, da ich ja Herrn Scharschmidt keinesfalls eine solche Häufung von falschen Kartennummern unterstellen kann!

Die Erklärung muss eine andere sein.

Ich gehe davon aus, dass meine mir vorliegenden Ergänzungen der Prüfkarten von dem „Funke-Nachfolger in Weida“ stammen, also dem noch bis etwa Mitte 1948 in Weida produzierten RPG4/3 und danach dem neuen RPG W18 und seiner weiteren Fertigung und Ergänzung.

Herrn Scharschmidts Daten scheinen aus den Daten des in Adenau nach 1952 hergestellten RPG W19 zu stammen. Funke hat sicher etwa 1952/53 in Adenau ebenfalls noch Unterlagen für den Umbau (Modernisierung) des RPG4/3 herausgegeben und die Prüfkartennummern auf sein neues W19 bezogen.

Es hat also bei dieser Erweiterung des Prüfkartensatzes eine "Ost-Entwicklung" in Weida und eine "West-Entwicklung" in Adenau gegeben, die unterschiedliche Prüfkartennummern für die Modernisierung der älteren Modelle hervorbrachten.

Dass die Prüfkarten der RPG W18 und W19 nur bedingt vergleichbar sind, ist ja bekannt. In den verschiedenen Publikationen zum RPG W19 wird auch darauf verwiesen - siehe auch in diesem Thread hier.

Wenn nun aber ein Besitzer eines RPG 4/3 nach Modernisierung seinen Prüfkartensatz ergänzen will, so muss er unbedingt darauf achten, ob er das nach „Weida-Version“ oder nach „Adenau-Variante“ machen will. Eine unbedachte Übernahme der Daten aus dem Band 3 der „Röhrenhistorie“ hätte so z.B. für einen Geräte-Benutzer in Erfurt ohne Zugang zum W19 sehr „unangenehme“ Folgen bis zur Zerstörung des Messinstrumentes oder der zu prüfenden Röhre.

Ein Hinweis darauf im Buch "Röhrenhistorie" B.3 wäre sicher angebracht!

Wolfgang Eckardt

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funke: RPG 4/3; Regenerier-Zusatzgerät
Wolfgang Eckardt
12.Oct.08
  1

Beim Auswerten alter Zeitschriften entdeckte ich in "Deutsche Funktechnik" Heft 6/1952 einen

Regenerierzusatz zum Röhrenprüfgerät (am Beispiel des Funke RPG4/3).

Falls Interesse besteht, habe ich die 4 Seiten gescannt und stelle sie hier als Anlage zur Verfügung.
Sollte sich jemand damit genauer befassen, wäre sicher ein Erfahrungsbericht nicht schlecht.

Wolfgang Eckardt

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funke: FUNKE RPG 4/3 Röhrenprüfgerät Innenaufbau Drehsp
Walter Ahrend
22.May.08
  1 Liebe Sammlergemeinde,

während der Restauration meines RPG 4/3 bin ich über ein falsch anzeigendes Drehspulinstrument meines Gerätes gestolpert und konnte trotz vorhandener Literatur "Das Funke Röhrenmessgerät W19" von Karl-Friedrich Müller keinen detaillierten Innenschaltplan des Drehspulinstrumentes vom RPG 4/3 finden. Dieses Instrument unterscheidet sich etwas vom späteren W19 Instrument und zudem sind die Angaben in Herrn Müllers Buch bezüglich des W19 Instrumentes auch nicht ganz korrekt. Mein Instrument zeigt beim Messbereich 250V= sowie 500V~ falsch an. Nach der Analyse meines Instrumentes kann ich mir zwar den Anzeigefehler im 250V= Bereich erklären (gewickelter Drahtwiderstand hat nicht den erforderlichen Wert), bin aber völlig ratlos wie das Instrument mit meiner Bestückung jemals eine Wechselspannung hätte anzeigen sollen. Es ist nämlich keinerlei gleichrichtendes Element vorhanden!

Kann mir jemand die Bestückung eines funktionierenden RPG 4/3 Instrumentes im Messbereich 250V= sowie 500V~ nennen? Oder war die 500V~ Bedruckung des Instrumentes schlichtweg falsch?
Giovanni Cucuzzella
24.Apr.12
  2

Obige Frage ist zwar schon einige Jahre alt, aber vielleicht hat sich der eine oder andere diese, bei der Beschäftigung mit dem Innenleben des RPGs, auch gestellt.

Für die "Reparatur an elektr. Geräten" gab bzw. gibt es "Sonderkarten". U. a. ist es möglich mit dem RPG 4/3 bzw. W18 auch Wechselspannungen bis zu 500V zu messen. Dazu ist es, wie aus den Karten 208 und 209 hervorgeht, erforderlich eine Gleichrichterröhre (CY1 bzw. RGN1064 o. ä.) in die entsprechende Fassung einzustecken.

 

 
Funke, Max, Weida/Th: Röhrenprüfgerät RPG 4/3
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