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RADIOMANN von 1942 bis 1959

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Papers » Tube Radio kits and kits without tubes » RADIOMANN von 1942 bis 1959
           
Paul Gantner
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09.Jan.04 17:29

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Da werden Erinnerungen wach:

Mit den Holz-Grundplatten erschienen folgende weitere Auflagen des Radiomann:

5/1942; 6/1947; 7/1950; 8/1953; 9/1954; 10/1956; 11/1957; 12/1959

1942 kam demnach die 5. Auflage des RADIOMANN heraus und zwar mit dem legendären und bekannten 'grünen' Deckelbild. Diese Umgestaltung war auch notwendig geworden, da um diese Zeit die Suetterlin-Schrift in Deutschland verboten wurde.

Es tauchte zunächst das folgende Deckelbild auf (5. und 6. Auflage):

Eine leicht modifizierte Form (weniger stark verzierte Schrift) erschien mit der 7. Auflage (1950) bis zur 8. Auflage (1953):

Nebenbei: Die Heizbatterie ist nur scheinbar über den Heizwiderstand 'kurzgeschlossen'. Die kurze Batteriefeder ist NICHT mit der Abgreif-Klemme des Heizwiderstandes verbunden, sondern geht unmittelbar rechts von dieser senkrecht zur Aufbauplatte hinunter und erscheint links des Heizwiderstandes wieder, was auf dem obern Bild einigermassen ersichtlich ist. Zu 'erahnen' ist dort auch ein 'schwarzer' Draht, der von der Abgreifklemme zum rechten Heizanschluss am 'Röhrensockel' führt.

Wohl auf Grund von 'Reklamationen' hat KOSMOS später trotzdem wenigstens auf dem Anleitungsbuch-Deckel umgezeichnet:

1954 (9. Auflage) und 1956 (10. Auflage) wird das von den Vorauflagen bekannte "grüne" Anleitungsheft mit dem radio-hörenden Jungen - jetzt aber ohne den (scheinbaren) 'Kurzschluß' für die Heizbatterie - beigelegt.

Ausserdem wird für diese 9. und 10. Auflage ein neues Kasten-Deckel-Bild geschaffen, das auch den Heizkreis jetzt deutlich und unmissverständlich zeigt:

1957 (11. Auflage) findet eine kleine Systemüberarbeitung statt. Der Kastendeckel wird nicht mehr beklebt, sondern bereits im Stil der 1960er Jahre mit diesem modernen Bild versehen. Die Kastenunterteilung wird mit einem Plastik-Formteil realisiert: 

Das Anleitungsbuch erhält ein neues 'Äusseres':

Es handelt sich aber immer noch um einen "klassischen" Radiomann, denn der technische Inhalt (Holzplatten usw.) entspricht den Vorauflagen. Einzig der Detektor-Empfänger wird verbessert: Die Antenne wird nicht mehr direkt an den Serieresonanzkreis gekoppelt, sondern über eine zweite Spule induktiv an einen Parallelresonanzkreis (' ...damit die Abstimmung von der Länge der Antenne oder Erdleitung unabhängig wird... ').

Erst mit der 13. Auflage 1960 kamen dann die Kunststoffplatten, der Transistor und die EF 98 hinzu und dies in einem Restbestand von Verpackungs-Kästen aus der klassischen Epoche, mit einem roten Streifen überklebt: Das sanfte Ausläuten der klassischen Epoche...

 

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit des 'Autors' mit einem fachkundigen Freund alter KOSMOS-Baukästen.

Ergänzungen nimmt der 'Autor' dankbar entgegen.

Weitere Beiträge zum Thema 'KOSMOS-Radiomann':

Zu weiteren Auflagen von 'KOSMOS-Radiomann': Artikel über die Zeit vor Radiomann (bis 1934) und Beitrag für Radiomann von 1934 bis 1940 .

This article was edited 19.Oct.11 13:54 by Ernst Erb .

Felix Schaffhauser
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16.Jan.04 12:09

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Sehr schöne Zusammenstellung, die bereits wieder mehr hilft die Vielfalt der Ausführungen besser zu verstehen. Vielleicht ist meine Frage hier am richtigen Platz:

Mein Radiomann mit Anleitungsheft Auflage 11 gemäss Bild weist eine Schachtel mit dem Jungen und Audion gemäss Auflage 10 auf, im Inneren sind die Teile aber bereits in einem Kunststoffeinsatz (rot) untergebracht. Handelt es sich dabei wohl um ein Aufbrauchen alter Schachteln, oder eine "Übergangslösung"? Gibt es das Modell 10 bereits mit Kunstoffeinlage?

Vielleicht habe ich da ja einen Exoten erhalten! Weiss jemand Bescheid?

freundliche Grüsse und vielen Dank für jede Art von Hinweis 

Felix Schaffhauser

Paul Gantner
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18.Jan.04 20:50

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Hallo Herr Schaffhauser

Ein sehr guter Kenner der KOSMOS-Geschichte hat mir nun dazu Folgendes geschrieben:

1. Ist der Fragende der Erstbesitzer des Kastens? (Er müsste heute um 60 Jahre
   alt sein - danach sieht das Foto nicht aus.)
   Problem: spätere 'Mischung' von Kasten, Deckel und Anleitungsheft
 
2. Laut eigener Beschreibung besitzt er:
   - Kasten mit 'Nierentisch'-Deckel (10.)
   - Inhalt mit Holzbrettchen und rotem Plastikfach-Formteil als Einlage
   - Anleitungsheft: 11. Auflage (1957), d.h. mit 'blauem' Deckelbild (Nr. 3)
 
3. Frage:
   Wie sieht das Kastenunterteil aus?
   - Beklebung mit Strukturmaterial?
   - rote Beklebung?
   - gelbe Beklebung?
   Wenn man alles herausnimmt, darf das Kastenunterteil keine Unterteilungen haben   (denn      diese werden durch das geformte rote Plastikeinsatzteil ersetzt).
 
Soweit mir bekannt, waren die 'modernen' Kästen (ab 11. Auflage, mit Antennenbild)
deutlich grösser als die alten Kästen (wie z.B. mit 'Nierentisch'-Deckel); dies müsste dann auch auf die Grösse der Kunststoff-Formteile Einfluss gehabt haben.
 
Für eine weitere Analyse wären daher die Abmessungen von
- Kasten-Deckel,
- Kastenunterteil und
- Plastikformteil
sehr hilfreich.

Erweiterung:

Dazu noch eine Anmerkung:

Der Deckel der 12. Auflage hat das neue 'ganzheitliche' Deckelbild. In diesem Kasten ist letztmalig die 'Holzversion' (mit rotem Kunststoff-'Formbett') verkauft worden. Die nächste (13.) Radiomann-Auflage - jetzt mit den Plastik-Teilen und mit Transistor - wurde dann noch mit diesem Deckel verkauft, wobei der Deckel den bekannten roten 'Überkleber' erhielt, um das Röhrenradio auf Holzbrett notdürftig zu verdecken. Da diese erste Transistor-Version 'innerlich' aber genauso aussieht wie die folgenden Auflagen bis 1972, ist der erste moderne Kasten (trotz alter Holzteile) bereits genauso gross gewesen:

42 x 25 x 5,0 cm

Dagegen war der 'Nierentischdeckel' (9. und 10. Auflage) nur ein anderer Aufkleber auf den Papp-Kästen der alten Zeit:

35 cm x 22 cm x 3,5 cm

Das heisst:

Deckel und Unterteile der alten und der neuen Zeit lassen sich nicht 'mischen'.

Problem:

--------

Rotes Plastik-Formbett und Nierentischdeckel passen - nach bisherigem Kenntnisstand unter keinem Blickwinkel zueinander.

Eine Rarität hätten wir dann vor uns,

wenn:

a) i n  einem der kleineren Kästen alter  Art (z.B. mit 'Nierentisch'-Bild) die Facheinteilung aus Pappe weggelassen und dafür ein Plastikformteil eingesetzt worden wäre (dies müsste jedoch von den Abmessungen her kleiner als das bekannte rote sein),

 

b) a u f  einem der grösseren (modernen) Kästen ein (grösserer) Deckel alter Machart (d.h. z.B. mit einem 'Nierentisch'-Aufkleber) verwendet worden ist.

 

Wenn überhaupt, halte ich im Augenblick die Lösung "b)" für wahrscheinlicher. KOSMOS hat in der Zeit von 1956 bis 1959 mit dem inneren und dem äusseren Layout experimentiert. Vermutlich hat man sich zuerst auf das neue (grössere) Kastenformat und das rote Plastikformbett verständigt, um die Kosten zu senken. Es gibt Parallelen z.B. zu Metallbaukästen, wo auch ein Art des 'Zelebrierens' eines jeden Einzelteils in eigenen 'Betten' begann: die Kästen wurden äusserlich immer grösser, während der Inhalt - anders als bei Kosmos - immer weniger wurde ...).

 

Es ist daher naheliegend, dass vielleicht einige Radiomann-Kästen - der neue Deckel (Knabe mit Sendemast) war noch im Layout oder in der Druckerei - mit einem vergrösserten (42 x 25 cm) Deckel alter Machart (Pappe mit Aufkleber) ausgeliefert wurde (das 'Nierentischbild' passte ja 1:1 zum Inhalt), um den Verkauf nicht stoppen zu müssen. Optisch erkennbar wäre dies vielleicht an einem breiteren 'Rand' (ca. 3 cm) um das Nierentischbild herum.

 

Wie auch immer: ich bin sicher, dass Kosmos mit dem 'Knaben mit Sendemast' letztlich ein Minus-Geschäft gemacht hat, weil die Deckel nur noch für eine einzige Auflage (11.) passten und die 'Lagerräumung' mit rotem 'Überkleber' für die erste Transistorversion nur eine Notlösung war.

 

Schluss mit den Spekulationen:

Für jede weitere Analyse brauche ich die Abmessungen des Kastens und des Deckelbildes; ein Foto des Ganzen wäre natürlich noch schöner!

Soweit der KOSMOS-Spezialist

 

Falls weitere Fragen: Einfach ein Mail an mich ('Autor') senden.

Für ein Abschlussmail (=Fall gelöst) wäre ich Ihnen dankbar, damit ich hier wieder löschen könnte, falls zu viele Beiträge erscheinen :-). 

Mit freundlichem Gruss

Paul Gantner


This article was edited 18.Jan.04 21:14 by Paul Gantner .

Felix Schaffhauser
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19.Jan.04 12:34

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Lieber Herr Gantner,

da habe ich ja mit meiner naiven Frage und meinem Föteli (nicht mehr das allerneuste) allerhand Aufwand verursacht. Zunächst mal vielen Dank dafür. Vom Alter her stimmt die Sache schon! Ich habe damals den Baukasten von meinem Grossvater im (meine ich) ladenfrischen Zustand bekommen. Leider muss ich gestehen, dass bald einmal die Kunststoffeinlage und die Schachtel dermassen gelitten haben, dass ich dann diese liquidiert habe (damals hatte der Radiomann, mindestens für mich, noch keinen Sammlerwert) und die Teile anderswie aufbewahrt habe. Das Deckelbild habe ich allerdings (ich weiss auch nicht warum) aufbewahrt (Liess sich ablösen). Ich glaube mich auch zu erinnern, dass die Schachtel grösser war als das Bild und mit einem marmorierten Papier überzogen war. Masse kann ich ich keine angeben, aber das Anleitungsheft (Auflage 11) ist eindeutig zuzuordnen.
Mir scheint Ihre Aussage zuzutreffen: "Es ist daher naheliegend, dass vielleicht einige...."
Das Rätsel lässt sich also nicht endgültig lösen! Mir geht es wie dem Herrn Holtmann mit der neuen DM300, der einfach nicht wahrhaben wollte, dass ausgerecht sein "Radiomann" eine exotische Abweichung aufweisen sollte! Jetzt habe ich meinen Baukasten in einem schönen Holzkistchen (mit Abteilen) untergracht, wo auch die Röhre (weil ich nichts Besseres habe, ist es eine TA 41 mit Sockeladapter) einen Platz hat(was in der originalen Schachtel nicht der Fall war. Auf dem Deckel prangt natürlich das erwähnte Bild mit dem Jungen und dem Audion.
mit den besten Grüssen
Felix Schaffhauser

Jürgen Stichling
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19.Jan.04 13:23

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Ein Indiz für den Kunststoffeinsatz bereits in der 10. Auflage  mit "Nierentisch-Bild" ist ein Anleitungsbuch der 10. Auflage in meinem Besitz. In diesem Heft ist die Grafik mit der Anordnung der Teile im Kasten mit einer Grafik überklebt, die die Anordnung mit Kunststoffeinsatz wie bei der 11. Auflage zeigt. Dafür kann es zwei Gründe geben:

  1. Die 10. Auflage wurde auf den Kunststoffeinsatz umgestellt und deshalb wurde das neue Bild im Anleitungsheft notwendig.
  2. Bei Erscheinen der 11. Auflage waren noch Anleitungshefte der 10. Auflage übrig, so dass diese, mit einer neuen Grafik der Anordnung versehen, verwertet wurden.

Beide möglichen Gründe zeigen jedoch, dass Herrn Schaffhausers "Fall" durchaus ins Bild passt. Nämlich dass zu dieser Zeit offensichtlich auflagenübergreifend Druckerzeugnisse verwertet wurden.

Weitere Details zu den verschiedenen Auflagen in Form einer Übersichtstabelle finden Sie hier: http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=18829

Viele Grüße
Jürgen Stichling 

  
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