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philips: Reparatur eines Philips Paffael 17TD259 (Böser Fehler)

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Axel Paap
 
 
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24.Jun.18 15:13
 
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Ein netter Nachtbar fragte mich ob ich nicht den Fernseher

von seinem Opa wieder Reparieren könnte…

 

Nach einem kurzen Test der Bildröhre (1,1mA) und des Zeilentrafos

mit König Tester meinte ich „kein Problem“

Ein einschalten und Testen was er noch macht ist eigentlich sinnlos,

man mach höchstens noch mehr kaputt.

 

Also angefangen…

Chassi ausgebaut und mit Pressluft erst mal gereinigt

ALLE Kondensatoren erneuert, bis auf diese Typen (gibt’s auch in Beige)

Die sind meiner Erfahrung nach immer OK

 

 

Danach die „dicken“ Elkos ersetzt durch einzelne Kondensatoren

 

 

Kann sein dass diese noch „halbwegs“ funktionieren aber durch die sehr hohen Fehlerströme

belasten sie unnötig die dicken Vorwiderstände, erzeugen zusätzlich Hitze

was die bei diesem Gerät Typische Rissbildung oben am Gehäuse fördert

 

 

Weiter ging’s mit alle Podis, Schalter sowie in Tuner die Kanalstreifen Gereinigt

(ich verwende dazu WD40)

 

Jetzt kam der erste Einschaltversuch… 

Mit Regetrafo langsam hochgefahren…   nix Passiert…

Nachgemessen…  R5 100Ohm Lastwiderstand  Defekt,

klassischer Schaden von schlechten Elkos, mit 100Ohm Rosenthal überbrückt

 

 

Nun kommt das erste Bild… beim Einstellen fällt auf dass der Kontrast  

„digital reagiert“  Vollgas oder nix,  Kontrast Podi defekt, ersetzt und OK

 

Der Zeilenfang ist etwas Bockig und Regler am Anschlag…

Erst mal Röhre 15 (PCF80) ausgetauscht ohne vorher die Oszillator Spule zu verstellen.

 

Jetzt „freu“ fertig ist die Kiste…

 

Bein schalten am Kanalwähler viel auf dass gelegentlich Vertikalablenkung ausfiel

durch leichtes drücke gegen den Kanalwähler konnte man diese Fehler auch Provozieren…

nach langem suchen fand ich das dieser Fehler offensichtlich vom R185  Bildamplitude kam.

Der Ausbau gestaltete sich etwas schwierig

 

 

Dann natürlich Podi zerlegt

 

 

Nun zeigte sich dass die Niete der Lötöse  werkseitig falsch verpresst war

und so diesen Fehler verursachte

 

 

Jetzt läuft er wieder einwandfrei  und hat schon viele Fernsehstunden Fehlerfrei gemeistert

 

 

Diese alten Geräte haben immer wieder interessante Fehler

 

Liebe Grüße an die Sammlergemeinschaft

 

Axel Paap

Andreas Steinmetz
 
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26.Jun.18 22:32

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Ein sehr realitätsnaher Bericht über eine typische Reparatur, wie sie auch heute noch gelegentlich vorkommt. Es könnte sein, dass das Poti ab Werk o.k. war, dass aber später eine Seite des Niets aufgrund von Materialermüdung (relativ sprödes Messing) ganz einfach abgefallen ist. Das habe ich schon bei so einigen alten Potis erlebt. Wenn genug Platz ist, dann kann man die Nieten mitunter durch ganz kleine Gewindeschrauben, -scheiben und -muttern ersetzen.

Fast schon typisch, dass gerade die alten Philips-Geräte, so sie denn nicht den Zeilentrafo-Tod gestorben sind, auch heute noch oft betriebsfähig sind, und das bei durchaus guter Bildqualität incl. Bildgeometrie (man schaue sich nur mal den so schön runden Testbildkreis an!). Jedenfalls kann ich das aus meiner Reparaturpraxis heraus immer wieder feststellen.

This article was edited 26.Jun.18 22:45 by Andreas Steinmetz .

Axel Paap
 
 
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27.Jun.18 13:24

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Hallo Herr Steinmetz

 

Die von ihnen beschriebene Fehlermöglichkeit (Materialermüdung /  Bruch)

kommt öfters vor als man glaubt und verursachen etliche dubiose Fehler.

Grade bei Geräte die durch falsche Lagerung Korrosion an diesen Stellen aufweisen.

 

Die Reparatur mit kleiner Schraube und Mutter finde ich super

(müsste ich mir mal besorgen)

 

Ich verwende dazu Aderendhülsen die ich zum ab längen auf einen passenden Draht stecke  (dass diese nicht zusammengedrückt wird)

dann mit Körnerspitze ausweite und verniete.

Die Ganze Kontaktfläche noch mit Silberleitlack gestrichen

für Perfekte dauerhafte elektrische Verbindung.

 

Bei den von mir oben beschriebene Fall handelt es sich tatsächlich

um einen Produktionsfehler

denn die die Lötöse ist mechanisch fest mit dem Träger verbunden,

nur mit Spalt.

 

Das gemeine war das man den Fehler nur zu provozieren konnte

indem man diesen Kontakt von unten nach oben bog

(damit meine ich so stark das sich das Perdinx schon stark verformte)

auf Druck von oben reagierte da nichts,  

deshalb war der Fehler so schwer zu lokalisieren.  

(hatte ich mich vielleicht etwas ungeschickt ausgerückt)

 

Zum Thema Zeilentrafo defekt… ist nicht zwangsweise der Tot des Geräts

Den kann man mit etwas Geduld selbst auf dem Küchentisch neu wickeln ;-)

Wenn ich das mal wieder mache  schreibe ich auch einen schönen Bericht.

This article was edited 27.Jun.18 13:25 by Axel Paap .

Andreas Steinmetz
 
Editor
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27.Jun.18 22:39

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Auch wenn es hier schon wieder ein wenig Off-Topic wird:
Auf den Bericht vom Zeilentrafo-Wickeln bin ich wirklich sehr gespannt! Einerseits, weil ich selbst schon so einige Dinge gewickelt habe (z.B. einen Philips-Vertikal-AT mit 10.000 Windungen CuL0,07 in 20 Lagen), einen Zeilentrafo aber noch nicht. Andererseits, weil man durch das Neuwickeln sicherlich so einige Geräte endlich wiederbeleben kann. Besonders interessant bei frühen Farbgeräten.

Übrigens ist mir aus alten Annoncen in Fachzeitschriften wie der Funkschau der Begriff "Zeilentraforitis" (gemeint ist das lästige Zeilentrafo-Sterben) noch gut in Erinnerung. In diesen Annoncen aus den früheren S/W-Zeiten warb ein großer Fernseh-Hersteller - ich glaube, es war Graetz - damit, dass sich mit einigen wenigen universellen Zeilentrafo-Typen alle bisherigen Zeilentrafos dieses Herstellers ersetzen ließen.

  
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