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minerva: Reparatur Minerva Vanguard

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Rudolf Drabek
 
 
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01.Oct.19 17:17

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Zu dem bisherigen Beitrag ein Reparaturbericht, da die Tonqualität im Vergleich zum B5W32AT nochmals angestellt werden sollte.

Das Gerät, Chassis 857020, hatte drei Fehler:

1. Der Selen Netzgleichrichter war nicht mehr in der Lage die geplante Speisespannung zu bringen. Abhilfe 4x 1N4007 direkt am Grätzgleichrichter anlöten. Speisespannung nun wie geplant. Die Elkos waren mit einer Restwelligkeit < 1Vss ausreichend.

2. Die Speisespannung für das UKW Unit war nur 4V. R70 hatte statt 330 Ω durch Alterung nun 600 Ω. Nach Tausch war die Speisespannung noch immer nicht 6 V. Die restlichen Arbeitspunkte stimmten.  An sich wurden auch Massewiderstände von Morganite verwendet die stärker altern im Vergleich zu Schichtwiderständen. Wie Vitrom Widerstände altern ist mir unbekannt.

3. Der Mischtransistor AF115 hatte den bekannten Fehler mit Zinnbrücken im Transistor, an dem die ganze Serie von OC169 über AF114 bis AF117 leidet. Lösung: erhitzen des Transistors mit dem Lötkolben. Der Fehler war kurzzeitig weg, trat aber weing später wieder auf, was durch längeres erhitzen letztlich zum Erfolg führte. Beim B5W32AT auch dieser Fehler an anderer Stelle, aber siehe den noch ausständigen Reparaturbericht.

Danach spielte das Gerät einwandfrei und ist noch immer o.k.. 

Ein Neuabgleich wurde nicht durchgeführt. Die UKW Skala ist um etwa 2 MHz verschoben. Die AM Bereichsskalen stimmen noch.

Bemerkungen:

1. Die Sicherheit des Gerätes entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Lamellensicherungen sollten eigentlich schon in den 60ern verboten sein. Die Netzleitungen führen ins Tastenaggregat und haben keine Sicherung wie 0,4 mm Isolationsstärke als auch der Sicherheitsabstand ist geringer als 4 mm. Ebenso fehlt eine Bruchentlastung der Leitungen im Fehlerfall.

2. Der Klangeindruck ist noch immer besser als das Konkurrenzgerät Philips B5W32AT. Ich werde das noch analysieren, da ich auch extra meinen B5W32AT repariert habe. Die Schaltung der Vanguard NF-Endstufe hat keine Gegenkopplung und der Lautsprecher hat eine stark ausgeprägte Eigenresonanzstelle. Da von der Treiberstufe für die Endstufe Stromsteuerung vorliegt und die Ib / Ic Kennlinie hicht ganz linear ist treten bei Vollaussteuerung Verzerrungen auf von einigen Prozent auf, die aber bei Zimmerlautstärke kaum ins Gewicht fallen mit < 1%.

Beide Geräte haben für mich historischen Wert. Da untechnische Eigenschaften ein Bericht an anderer Stelle.

 

This article was edited 01.Oct.19 19:46 by Rudolf Drabek .

Joe Sousa
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Hallo Herr Drabek,

vielen Dank für den Bericht. Sie haben interessante Neuigkeiten darin mitgeteilt.

Ich habe den Schaltplan oberflächlich geschaut. Die Vorstufe des UKV-Teils ist mit einem AF106 in Emitterbasis gestaltet. Der Eingang und der Ausgang haben parallel Resonanzkreise. Diese Kreise haben den üblichen hohen Impedanz. Doch sieht man kein Neutralisierungsweg. Wie kann diese Stufe ohne Schwingungen arbeiten?

Mit freundlichen Grüßen,

Joe

This article was edited 04.Oct.19 23:14 by Joe Sousa .

Rudolf Drabek
 
 
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05.Oct.19 10:24
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Danke für die Frage, die ich leider nicht beantworten kann. Datenblätter vom AF106 habe ich nicht gefunden, aber die komplexe Steilheit wird wohl schon um die 100 MHz geringer sein und die Antenne bedämpft ja den Eingangskreis beträchtlich. Mein Beitrag bezieht sich auf Type 614, wo noch die klassische Schaltung im UKW Unit vorliegt, mit der Vorstufe in Basisschaltung. Hier das Detail der Type 624.

Im folgenden Detail ist sehr geschickt der Auskopplungskondensator aus dem AMZF Filter als Entkopplung für die FMZF Ankopplung verwendet worden. Ebenso ungewöhlich die Neutralisation mit 1 pF, aber effektiv. 

Weiters die Gewinnung der Steuerspannung für die EM87, bei AM wird ja diese vom Kopf des letzten ZF-Filters ausgekoppelt, was durch die geringe Speisespannung des ZF-Teiles  notwendig ist. Hochachtung in allen Belangen! Weiss vielleicht jemand im RMorg den Namen des Entwicklers bei Minerva Wien?

Ebenfalls freundliche Grüße Rudi

 

This article was edited 05.Oct.19 10:26 by Rudolf Drabek .

Dietmar Rudolph
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05.Oct.19 12:53
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"Datenblätter vom AF106 habe ich nicht gefunden" ???

Die kompletten Datenblätter zum AF106 sind beim AF106 in den "Thumbnails" zu finden. Die Scans entsprechen exakt den 10 Seiten aus dem Telefunken Handbuch "Halbleiter; Standard-Typen, 1967" von S. 231 bis S.241.

MfG DR

 

 

Rudolf Drabek
 
 
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05.Oct.19 18:16
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Danke, ist wohl etwas schlecht zu lesen. Habe eine AF106.pdf  gefunden.  

ad Hr. Souza: Die Abschätzung der Stabilität der AF106 Vorstufe wird etwas dauern. Das UKW Unit vom B1X42A habe ich zwar entwickelt, aber erst in der Pension nachgerechnet, finde die Datei aber im Moment nicht um mir die Neuberechnung des Kollektrorkreises zu ersparen. Der Eingangskreis ist ja fast ident. Die Ankopplung via 15 pf an den Eingangsleitwert Real/Blindanteil des AF106, eingestellt auf 2mA,  wird wohl nicht genau sein, da ich das Übersetzungsverhältnis des Eingansfilters nicht kenne. Werde aber die Betriebsgüte niedrig ansetzen, um die Antennenenergie nicht unnötig abzuschwächen, was auch für die Stabilität günstig ist.

Freundliche Grüße R. Drabek

This article was edited 08.Oct.19 10:04 by Rudolf Drabek .

Rudolf Drabek
 
 
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07.Oct.19 19:48
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Hallo Hr. Souza

Nach genauerer Analyse des Schaltbildes des UKW-Units, Schaltung im Thread Beitrag Nr. 3, sieht man, dass nur eine Dipolantenne Signale einkoppeln kann. Eine einfache Wurfantenne mit 75 cm, wie sie üblicherweise mitgeliefert wurde, hat kein Gegengewicht. Es fehlt offensichtlich eine Mittelanzapfung an der Einkoppelseite des Eingangsfilters.

Derzeit bin ich auf der Suche nach einem LT-Spice model des AF106, werde es aber mit einem BC547, oder BF494  versuchen, kann nicht so weit falsch sein. Werde verschiedene Annahmen durchrechnen.

rgds R. Drabek 

Den Schaltbildfehler  werde ich dem Admin melden, da auch eine AM-Antenne nichts bewirken kann.

This article was edited 07.Oct.19 20:04 by Rudolf Drabek .

  
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