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Röhrenersatz durch Transistoren

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » Valves / Tubes; practical use and procurement » Röhrenersatz durch Transistoren
           
Robert Latzel
Robert Latzel
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07.Oct.06 19:53

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Hallo,

na gut, es mag ja einen Stilburch darstellen, Röhren durch steckbare Transistorkonstruktionen zu ersetzen. Doch alles in allem finde ich die Grundidee zumindest nicht schlecht. Die AD1 Problematik läßt grüßen...
Dies alles, obwohl ich mir der Probleme bei der Adaption an sich - also Röhrenverhalten / Transistorverhalten - durchaus bewußt bin, aber auch der vielen Arbeit - die durch die sich ständig verändernden Transistorangebote zusätzlich erschwert wird. Somit werden die Anfangsversuche - bestimmt nicht nur in den genannten Foren - eher unprofessionell enden. Auch ob sich jeder Ersatz als sinnvoll herausstelllt - die Bunkerbestände mancher Sammler erübrigen da so manche Arbeit für Jahre/Jahrzehnte - sei dahingestellt.

MfG
R.Latzel

This article was edited 07.Oct.06 19:58 by Robert Latzel .

Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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07.Oct.06 20:53

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Hallo,

Hybridbestückung ist garnicht so selten. Kann mich vage an den Grundig-Zauberspiegel-Fernseher (Monomat, der mit dem Trommeltuner, man kennt ihn, der dauernd wegdriftete) erinnern. Hier wird im HF-Teil etc. fast alles transistorisiert ausgeführt, die Tonendstufe enthielt aber  - man höre und staune - eine Röhre, die von einer Transistor-NF-Treiberstufe angesteuert wurde. Für diese Röhrenschaltung   gibt es eine Transistorvariante. Bietet sich ja auch an. Zum damaligen Zeitpunkt der Erst-Serien gab es wohl noch keine Hochvolttransistoren mit der Leistung. Man wollte auch keine Extra-Mimik für das Netzteil zur Versorgung der Tonendstufe. (Tonendstufen-ICs kamen erst später. ) Habe selber noch irgendwo das Schaltbild davon, da ich sowas auch mal gebaut hatte, um einen alten Fernseher wieder zum Ton zu verhelfen. Damals war ich noch sehr skeptisch, ob der BD-Type auch die Induktivität des Ausgangstrafos verkraftet. Klappte aber, trotz des sehr simplen Aufbaus. Der Witz liegt in der starken Gegenkopplung.

Man muß - glaube ich - unterscheiden, ob man möglichst originalgetreu restaurieren will oder nur die Funktion eines Gebrauchsgerätes irgendwie wiederherstellen möchte.

Kann mir auch gut vorstellen, daß ein echter Radiofreak den Tränen nahe ist, wenn nur wegen eines einzigen defekten Bauteiles, das sich nicht mehr beschaffen läßt,  die ganze Apparatur zum  dekorativen Möbelstückaccessoire degradiert wird.

Mit "Basteleien" allerdings, die nicht unbedingt nötig sind, kann es natürlich jeder halten, wie es ihm beliebt. Das halten wir aus. Es sollte natürlich nicht allzu grotesk werden wie .....ähh... zum Beispiel beim PC-Case-Modding, wobei wir bei einem anderen Thema wären.

In diesem Sinne,

herzlichst, Ihr K.-H. B.

This article was edited 07.Oct.06 21:27 by Karl-Heinz Bradtmöller .

Alexander Küffer
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07.Oct.06 22:34

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Hallo

Die Firma Collins hat für den Empfänger R392/URR eine Ersatzschaltung mit Transistoren für die Endröhre 26A7 entwickelt. Bei einer Anodenspannung von 28V ist das kein so grosses Problem.

 

Gruss A. Küffer

Wolfgang Siegmund
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08.Oct.06 00:02

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo, für die VL1 habe ich eine Schaltung mit BSV 80 und BUX87 gefunden, montiert in einen Außenkontaktsockel. www.tubedata.org/other/VL1.jpg Für die AD1 und die C443 gibt es ebenfalls eine Schaltung mit Operationsverstärker TL062 und Feldeffekttransistor. Leider habe ich keinen Link mehr dazu. Beste Grüße, Wolfgang Siegmund Hier der link: http://retro-forum.com/viewtopic.php?t=8379&highlight=c443

This article was edited 08.Oct.06 00:21 by Wolfgang Siegmund .

Wolfgang Bauer
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08.Oct.06 06:56

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Bei Radione (Fernseher RT159 etc.) hat man auch mit viel Aufwand die NF-Vorstufe durch einen Transistor ersetzt.

Und noch ein Beispiel von Philips, Ersatz der PL802 durch Transistoren (PL802T).

 

 

MfG. WB.

This article was edited 08.Oct.06 20:19 by Wolfgang Bauer .

Robert Latzel
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08.Oct.06 18:02

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Hallo,

nach den letzten Posts stellt sich für mich die Frage, ob man solche Schaltungen nicht katalogisieren sollte.

Neulich gab es  - hier im RM.org - einen Thread, wo die Verkaufserlöse eines Telefunken Empfängers (ein und desselben, wohlgemerkt!) durch die bloße "Beigabe" (=Spende)  von 2 x AD1 angeblich vervierfacht (!) wurde. Wäre ich der Vorbesitzer gewesen, so hätte ich auch gern den Transistorersatz verwendet, und mir damit das Gerät spielfähig erhalten. Im übrigen halte ich es beim Loewe OE 333 genauso... Wofür teure gläserne Leichen riskieren, wenn die Ersatzschaltung genau das gleiche Ergebnis hervorbringt. Klar, diese Glühbirnen kosten im Original richtig viel Geld. Gut verpackt (gerade bei von außen sichtbaren Röhren) hat da ein Ersatz bei mir echte Chancen.
Und manche Röhre wird man schlicht und ergreifend auch für noch so viel Geld nicht mehr so ohne weiteres bekommen können, andere wenn, dann nur sehr umständlich.
Manchmal ist es aber auch einfach nur schade, die Orignalröhren im Dauerbetrieb/Kurzzeitbetrieb (z.B. auf Ausstellungen) zu verschleißen, ohne sich daran besonders erfreuen zu können. Die VL 1 im VE 301GW  wäre ähnlich wie die VCL 11 im DKE * ein solcher Kandidat, von Loewe, TeKaDe oder TFK-Spezialitäten einmal ganz abgesehen. Eine ECCxx Ersatz käme dagegen m.E. bestenfalls in sensiblen Fernsehgeräten in Frage, da oft gebraucht preiswert erhältlich.
*Jene läßt sich dort ja noch recht unkompliziert - da nur der Heizwiderstand am Chassis ergänzt werden muß (und da dort nur zusätzlich angeschraubt, ist die ganze Prozedur schnell reversibel)  - mit einer durchaus müden ECL 11 ersetzen. Und für jene werden (noch) keine horrenden Sammlerpreise (30 Euro für halbmatt o.ä.) verlangt - sie hat halt "leider noch kein passendes Emblem" gefunden....

Für solche transistorisierte Ersatzschaltungen, aber eventuell auch für Ersatz-Anwendungen (Ersatzröhren) sollten wir vielleicht ein Extraregister einführen - wie wär's?

MfG
R. Latzel

This article was edited 08.Oct.06 18:04 by Robert Latzel .

Georg Richter
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08.Oct.06 18:26

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Hallo Herr Latzel,

Schauen Sie 'mal hier: Röhrenersatz durch Umsockeln.

Freundliche Grüsse
GR
Robert Latzel
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10.Oct.06 19:55

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Hallo,

ja Herr Richter, danke für diesen Tip, doch ich dachte an eine RM.org interne Datensammlung, auch was defekte Röhren ersetzende Transistorimplantate betrifft - fachlich abgesichert - natürlich.

Dies war der Grundgedanke meiner Anregung, bei Fremdquellen ist mir die fachliche Korrektheit manchmal problematisch.

MfG
R. Latzel

 

Peter Jablonskyj
 
 
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10.Oct.06 20:36

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9 Hallo,

hab ich die Beiträge gelesen. Dabei viel mir auf, das es immer nur um Ersatz irgend einer Röhre durch eine Halbleiterschaltungen ging.

Wenn so eine durch Hr. Latzel vorgeschlagene Datenbank erstellt werden sollte, dann wäre es doch sinnvoll, nicht ausschließlich halbleiterbestückte Ersatzschaltungen vorzustellen, sondern generell den Ersatz von bestimmten Röhren zu beschreiben. Also auch den Ersatz durch andere Röhren und die damit verbundenen durchzuführenden Änderungen am Gerät.
(Solche "Umbauanleitungen" waren nach dem Krieg wegen des damaligen Mangels an Originalteilen schon mal sehr aktuell - heute haben wir wieder einen Mangel an Originalteilen).

Und ein Röhrenersatz durch eine andere Röhre verfälscht das Gerät nicht in dem Maße, wie dies mit Halbleiterschaltungen der Fall wäre. Für mich wäre diese Lösung die bessere, wenn es darum geht, ein Gerät unbedingt wieder spielbereit zu machen obwohl die Originalröhre nicht vorhanden und nicht mehr beschaffbar ist.


Viele Grüße
Peter

This article was edited 10.Oct.06 20:37 by Peter Jablonskyj .

Robert Latzel
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13.Oct.06 20:15

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Hallo,

Herr Jablonsky hat mich da schon ganz richtig verstanden, eine solche Umbauanleitungsdatei schwebte mir vor, mal sehen, ob sich etwas in dieser Richtung tut.

Die Ersatzbestückung durch ähnliche Röhren vorzunehmen - das wäre den Transistorprothesen sicherlich vorzuziehen, da haben Sie ebenfalls recht.

MfG
R. Latzel 

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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13.Oct.06 23:10

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So etwas haben wir schon: Ä , bezieht sich allerdings hauptsächlich auf Philips- Märkte, besonders auf Frankreich und endet auf dem Stand von ca. 1945, noch vor Rimlock, Noval, etc. 
 
Das wäre eine Lebensaufgabe für die kommenden Monate und Jahre, in diese Anleitung alle danach hinzugekommenen (einigermaßen wichtigen) Röhren einzubeziehen.
   
MfG JR

Peter Lechner
 
 
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31.Oct.07 16:11

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Das Beispiel, dass in einem TV-Gerät die meist eingesetzte PCLxx-NF-Röhre bzw. die Kombination aus PABC 80 plus PLxx durch eine Kombination aus einem Transistor plus PLxx-Röhre abgelöst wurde, war gar nicht selten. Es gab etliche Grundigs, die einen Transistor plus PL95 verwendeten.

Ich finde das eigentlich genial. Die Versorgungsspannung für den Transitor wurde einfach aus der Kathodenspannung der Endpentode gewonnen (daher der atypisch große Kathodenwiderstand) . Was im Beispiel des Radione-Fernsehers doch etwas komplizierter war ist der Umstand, dass ein PNP-Germaniumtransistor eingesetzt wurde, weshalb höherer Siebaufwand notwendig war (Emitter gleichstrommäßig "hochgelegt"). Mit einem NPN-Siliziumtransistor (wie bei Grundig) war das ganz einfach, und durch entsprechende Dimensionierung der Transistor-Versogungsspannung konnte der Kollektor direkt mit dem Steuergitter der Penthode verbunden werden, was den Kopplel-C ersparte und eine elegante Gleichstromkopplung ergab.

-------------------------------------

Ein anderes Beispiel für Hybridbestückung in Fernsehern war der UHF-Tuner, die erste Stufe in bis dato ausschließlich Röhren-TV's, die trasitorisiert wurde! Immerhin eine große Überraschung, weil es damals noch nicht so lang her war, dass Transistoren für Hochfrequenz (zB UKW-Eingangstufe) als nicht geeignet angesehen wurden. Und dann gleich ein Einsatz bis 900 MHz! - Geendet hat es bekanntlich damit, dass schließlich außer den Leistungsendstufen (Zeilen - und Vertikal-Ablenkung) nur mehr Trasnsistoren eingesetzt wurden.

Lutz Höll
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01.Nov.07 23:56

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   13 Wer sich für den Bau von Adaptersockeln mit JFETs für den Ersatz von Röhren interessiert, möchte ich auf folgende Seite von Craig J. Coley verweisen:
grc9.wildlandradios.com/.
Hier wird der Ersatz der Röhren im Empfänger im RT-77/GRC-9 Transceiver beschrieben. Als Beispiel das Modul zum Ersatz der Röhre 1R5 (Oszillator/Mischer):



(Quelle der Abbildung grc9.wildlandradios.com/Modules.htm, hier sind auch alle anderen Module erläutert.)

Die Empfangseigenschaften des "umgebauten" Empfängers bezüglich Empfindlichkeit übertreffen die ursprünglichen Herstellerangaben, auch die Regelung etc. funktioniert.
Vorteil ist, daß kein wirklicher Eingriff in das Gerät erfolgt, man kann jederzeit die "richtigen" Röhren anstelle der Module mit Röhrensockel  wieder  einstecken.
Diese "solid state conversion" wird auch an den Empfängern BC-312, BC-348, BC-611 (alle Modelle auch hier im RM) demonstriert.

MfG Lutz, DK3WI

This article was edited 01.Nov.07 23:57 by Lutz Höll .

Otto Frosinn
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02.Nov.07 00:21

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Hallo,

gibt es ein Beispiel auch im höheren Leistungsbereich mit hochgeladenem Bild durch E.E.: Tube ID 32179.

Mfg Otto Frosinn

Markus Müllner
 
 
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25.Nov.07 23:15

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Hallo,

Ich habe bei meinen Unterlagen ein Datenblatt über "Fetron" Röhrenersatzmodule gefunden.
Offenbar konnte man die Module direkt anstatt einer Röhre in die Röhrenfassung stecken.
Der innere Aufbau wurde mit JFETS gemacht. Das Datenblatt sehen sie im Anhang.

m. f. G.

Markus Müllner

-.-

Nachtrag Georg Richter:

Dank der übersandten Scans von Herr Müllner konnte das Dokument per OCR als PDF hochgeladen werden.

Attachments:

This article was edited 03.Dec.07 01:19 by Georg Richter .

Ernst Erb
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26.Nov.07 08:32

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Pin- und Funktionskompatble "Ersatzröhren" in Solid-State-Technik, also mit Halbleitern nachgebildete "Röhren" sollten wir als "neue Röhre" eintragen. Bitte den aufgeführten Röhren-Admins zum Anlegen melden und die Röhre mitteilen, die sie ersetzen soll.

Bidet ein solches Steckelement eie Röhre eletronisch gleich nach, also auch mit allfälliger Regelung, "Heizleistung" etc., dann ist sie mit "Bauform (z.B. Kolben) anders" zu verbinden, ist sie ohne jeden Eingriff austauschbar aber erzeugt keinen Heizwiderstand, dann sollten wir sie als "normalerweise austauschbar" verbinden.
Darüber lässt sich aber auch diskutieren (nicht über das Vorgehen als solches). Die Masse solcher Gebilde sind praktisch immer entweder etwa gleich oder kleiner, können also den Austausch nicht behindern.

Warum ist dieses Vorgehen wichtig?

1)
Wir sollten viele Jahre voraus denken: Jede Röhre altert durch den Gebrauch, das wissen wir - aber hin und wieder geht eine in Brüche, wird von Erben weggeworfen etc. Ein Ersatz hilft also, die Röhre auf lange Zeit auftreibbar zu halten, auch preislich.

2)
Wenn wir klar zeigen, was es für Ersatztypen gibt, dann haben es Sammler oder Reparateure auf der ganzen Welt einfach, auf Ersatztypen zurückgreifen zu können, statt dass sie die Schaltung innerhalb des Gerätes nachbilden oder es mangels Reparaturmöglichkeit auf den Müll werfen.

Massnahmen

1)
Ich habe nun einen weiteren Röhrentyp eingeführt:
Röhrenersatz (Halbleiter Pin-kompatibel)
das ist übrigens gerade die maximale Länge einer Bezeichnungsmöglichkeit - englisch:
Solid-State-Replacement
Bei der Auswahl ganz nach unten scrollen zu Abschnitt "KEINE ROEHREN" ...

2)
Die Röhrenadmins möchten bitte dort ändern, wo eine solche Ersatzröhre eingetragen ist.
Für die PL802T habe ich das getan.

3)
Ich würde soweit gehen, echte Ersatzschaltungen, welche dafür vorgesehen sind, den Glaskolben einer Röhre zu ersetzen als "Röhre" aufzunehmen und ihr den Namen der röhre_Unterstrich_Replace zu geben. Dies unbesehen davon, ob die Heizlast nachgebildet wurde oder nicht. Darüber können wir diskutieren. Es gibt sicher noch einige hängige Fragen, die Röhrenadmins allenfalls auch noch direkt per eMail oder Skype aufwerfen können.

Roy Johnson
 
 
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27.Nov.07 00:32

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HIER ist eine 6AM6_Fetron von Teledyne Philbrick Nexus mit foto. 

M.F.G.

Roy

Dietmar Rudolph
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27.Mar.09 17:37

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In Ergänzung zum Post 21 hier eine Notiz aus der Funkschau 1973, Heft 3, S. 208.

Fetron ‑ ein Röhrenersatz

Die Firma Teledyne hat mit dem Fetron TS6AK5W ein Halbleiterelement vorgestellt. dessen Kennlinien denen einer Röhrenpentode angepaßt wurden. Das Bauelement ist für den Ersatz von Röhren in Anlagen gedacht, die aus wirtschaftlichen oder strategischen Gründen noch viele Jahre in Betrieb bleiben müssen. Die serienmäßige Herstellung von Hochspannungs‑Feldeffekttransistoren erschloß dieses Anwendungsgebiet. Durch Kaskadenschaltung (Bild 1) zweier FET werden Betriebsspannungen möglich, die sonst bei Röhrenanlagen üblich sind.

Eine Gegenüberstellung der wichtigsten Daten (Bild 2) zeigt die große Äquivalenz der Hauptparameter. In vielen Anwendungsfällen braucht die Röhre nur gezogen und in den gleichen Sockel das Fetron eingesteckt zu werden. Der Aufbau besteht aus einer Keramikplatte, auf der in Hybridtechnik das aktive Element aufgelötet ist. Die Sockelstifte sind vergoldet und entsprechen denen der Röhren. Heizstifte und Schirmgitteranschluß sind intern nicht verbunden, so daß keine Schaltungsänderungen notwendig sind. Das ganze Element ist mit einer massiven Kappe vakuumdicht verschlossen. Die Metallkappe dient der Kühlung und erleichtert die Handhabung.

Die so umbestückten Anlagen erreichen damit Halbleiterzuverlässigkeit. Auch auf die übrigen Bauteile wirkt sich die Umbestückung günstig aus, da durch den Wegfall vor allem der Heizleistung die Gerätetemperatur gesenkt wird. Auch lästiges Nachjustieren, das z. B. bei Röhren durch Rückgang der Emission notwendig war, entfällt.

Außer diesem Pentodenersatz hat der Hersteller auch eine Doppeltriode TS12AT7, die in ihren Daten etwa der ECC81 entspricht, im Standardprogramm. Außerdem kann fast für jede Pentode bzw. Triode ein Halbleiterersatztyp entwickelt werden. Nicht vorgesehen ist der Ersatz von Leistungsröhren.

MfG DR

Joe Sousa
Joe Sousa
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28.Mar.09 00:17

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Liebe Freunde im Forum,

Ich habe auf Englisch einen Beitrag über den Ersatz von Röhren durch Halbleiter verfasst. Dies hier ist die Übersetzung davon. Prof. Dipl.-Ing Dietmar Rudolph hat freundlicherweise einen Beitrag an die Stelle der Google-Übersetzung.
 
Ich habe eine Schaltung entwickelt, gemäß der sich ein MOSFET oder ein JFET ähnlich zu einer Triode verhält, genannt „Trioderizer“.
 
Wie aus den vorhergegangenen Posts ersichtlich ist, verhalten sich alle „Halbleiter-Röhren“ wie Pentoden, wenn man das Ausgangskennlinienfeld betrachtet. Beim „Trioderizer“ wird daher mit Hilfe eines Widerstands-Teilers der Einfluss der Anodenspannung auf den Anodenstrom nachgebildet. Bei einer Triode haben sowohl die Anode als auch das Gitter einen gleichartigen Einfluss auf den Anodenstrom mit dem Unterschied, dass Gitter um den Faktor μ stärker wirkt (μ ist die Spannungsverstärkung der Triode für ∞ hohen Arbeitswiderstand: Leerlaufverstärkung).
 
Die folgende Schaltung zeigt einen N-Kanal JFET, der mit Widerständen so beschaltet ist, dass er eine Triode mit μ = 10 nachbildet. Der gewünschte Wert von μ = 10 ergibt sich direkt durch das Verhältnis von Rückführwiderstand zu Eingangswiderstand. Hier also wird der Rückführwiderstand von Drain nach Gate zu 10MΩ und der Eingangswiderstand zum Gate zu 1MΩ gewählt.

 

Der Arbeitspunkt des „Trioderizer“ muss mit einer Gleichspannung eingestellt werden, damit er sich wie eine Triode verhält. Dies ist notwendig, um die Pinch-Off Spannung des JFET, oder bei einem MOSFET die Schwellspannung Vt zu kompensieren. Der hier verwendete 2N4340 hat eine Pinch-Off Spannung von ca. -1,5V, so dass die Kompensationsspannung von einer 1,5V Batterie in Reihe mit dem Eingangswiderstand von 1MΩ geliefert werden kann. Die zweite Batterie ist hier nicht genutzt, könnte aber für einen anderen Fall mit Pinch-Off von -3V Verwendung finden.

Der Grund für diese Kompensation ist, dass für den FET Pinch-Off bzw. die Schwellspannung Vt genau dann erreicht wird, wenn die von außen angelegten Gitter- und Anodenspannungen Null sind. Andere Methoden zur Gewinnung einer Kompensationsspannung sind natürlich möglich.

Die gezeigte Schaltung erzeugt eine Schar von Ausgangskennlinien, die den bei FETs bekannten quadratischen Verlauf zeigt, der aber dem e^3/2 Verlauf einer idealen Triode sehr ähnlich ist. Tatsächlich haben auch viele Trioden einen quadratischen Verlauf ihrer Ausgangskennlinien. Die folgende Schar von Ausgangskennlinien eines JFETs ähnelt sehr der von einer Triode.

Im Unterschied dazu ist das Ausgangskennlinienfeld des gleichen 2N4340 JFET ohne die Gegenkopplung ähnlich zu dem einer Pentode.

 
In dieser Kurvenschar ist deutlich zu sehen, wie wenig Auswirkung die Spannung an Anode/Drain oberhalb des Knies auf den Drain Strom hat.
 
Mit dem Trioderizer kann auch gezeigt werden, wie ähnlich sich die Spannungen an Gitter und Anode auf den Anodenstrom auswirken.
 
Der Trioderizer bei Wechselspannung
 
Während für Gleichspannung ein Widerstandsteiler hier ausreichend war, ist für Wechselspannung eine Ergänzung erforderlich, damit die Schaltung richtig arbeitet. Es muss parallel zum Eingangswiderstand ein Kondensator Ccomp geschaltet werden, damit der 10:1 Teiler auch bei hohen Frequenzen richtig teilt. Parallel zum Rückführwiderstand von 10MΩ liegt die Drain-Gate-Kapazität Cgd des FET. Die beiden kapazitiven Widerstände müssen nun ebenfalls ein Verhältnis von 10:1 bilden. Wenn also Cgd = 2pF beträgt, muss demnach Ccomp = 20pF gewählt werden, um einen frequenzunabhängigen Teiler zu erhalten. Der Kondensator Ccomp ist wegen des „Miller-Effektes“ auch schon für Audiofrequenzen erforderlich.
 
Mit dem Kondensator Ccomp verhält sich der Trioderizer bei hohen Frequenzen ziemlich ähnlich zu einer Triode, ja er hat sogar die gleichen Stabilitätsprobleme wie sie von nicht neutralisierten Triodenstufen mit Schwingkreis in der Anode bekannt sind.
 
Beim Bau eines Trioderizers verwendet man zweckmäßigerweise einen Trimmer – oder eine Parallelschaltung aus Festkondensator und Trimmer – als Ccomp. Der Abgleich des Trimmers geschieht ähnlich wie bei einem Tastkopf am Oszilloskop. Es wird eine rechteck-förmige Spannung angelegt und auf Rechteck-Form am Ausgang abgeglichen.
 
Ursprünglich wurde der Trioderizer für meinen Freund Prof. Ron Roscoe vom MIT zur Verwendung in seinem Laborkurs 6.102 entwickelt, in welchem Röhrenradios restauriert werden. Ron wollte dass seine jungen Studenten lieber an Schaltungen mit geringen Spannungen die Arbeitsweisen von Röhren erlernen. Nun ist ein FET in seinen Eigenschaften sehr ähnlich zu einer Pentode, jedoch ziemlich unterschiedlich von einer Triode: daher der Trioderizer.
 
Die Beschreibung zum Laborkurs von Ron findet sich auf Seite 18 der Studentenzeitung „The Tech“ Vol. 127, Nr.65 des MIT.
 
Ron wendt den Trioderizer in der folgenden Schaltung an, wobei er einen Katoden/Source Widerstand verwendet, was bequemer ist als die oben gezeigte Batterie. Die Studenten hatte schließlich in einer anderen Anordnung einen Trioderizer mit einem LC Resonanzkreis in der Anode/Drain zu neutralisieren, genau so, wie es bei einer richtigen Triode notwendig gewesen wäre. 

 

Der Eingangswiderstand des Trioderizer
 
Sie haben sich sicher schon gefragt, wie sich der Eingangswiderstand des Trioderizer zum Eingangswiderstand einer Triode verhält. Nun, er ist minimal Ri (1MΩ) bei ∞ hohem Anodenwiderstand und Ri + Rf (10MΩ) bei sehr kleinem Anodenwiderstand. In vielen Fällen ist das ausreichend. Wenn ein höherer Eingangswiderstand erforderlich ist, können größere Werte für die Widerstände gewählt werden. Den Rückführwiderstand ersetzt man dann zweckmäßigerweise durch ein T-Netzwerk aus 3 Widerständen. Für einen Eingangswiderstand von z.B. 10MΩ besteht das T-Netzwerk dann aus 2 Stück 10MΩ Widerständen in Serie (an Drain und Gate angeschlossen), an deren Mittelpunkt ein Widerstand von 1,25MΩ an die Source geht.
 
Wegen des Widerstandes am Eingang kann der Trioderizer in der vorgestellten Version keine Gitterströme nachbilden. Eine komplexere Version des Trioderizer könnte zu diesem Zweck eine zusätzliche Diode verwenden, was jedoch für den ursprünglichen Zweck zu viel Aufwand bedeutete.
 
Nachbildung anderer Trioden
 
Gewählt wurde für den Trioderizer die Werte μ = 10 (Leerlaufverstärkung) und gm = 1,8 mS, identisch zu S = 1,8 mA/V (Steilheit). Wenn andere Werte für μ gewünscht werden, muss einfach der Spannungsteiler entsprechend geändert werden. Z.B. könnte man μ = 100 mit einem 100MΩ Rückführwiderstand oder besser mit dem oben beschriebenen T-Netzwerk erzielen. Der Kompensations-Kondensator Ccomp wird nun entsprechend 100* Cgd .
 
Ist eine andere Steilheit ( gm, S ) gewünscht, ist ein FET mit geeigneter Steilheit zu wählen. Die Steilheit des FET erniedrigt sich etwas in der Trioderizer Schaltung infolge der Dämpfung zwischen externem Gitteranschluss und internem Gate. Im Falle des Beispiels mit μ = 10 beträgt die Dämpfung 10%, so dass ein FET mit 2mS Steilheit einen Trioderizer mit 1,8mS Steilheit ergibt.
 
Ein guter Kandidat zur Nachbildung von Trioden mit hoher Spannung ist der Supertex LN150 Depetion Mode MOSFET. Er kann bezogen werden bei www.mouser.com. Er verträgt 500V und hat 1mS Steilheit. Damit kann eine 12AX7 (ECC83) gut nachgebildet werden.
 
Schlussendlich lässt sogar eine Triode nachbilden, die als Röhre gar nicht existiert: die P-Triode, die „positive Elektronen“ leitet und eine negative Anodenspannung hat. Man nehme nur einen P-Kanal FET.
 

Kommentare eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen aus USA.
-Joe

This article was edited 29.Mar.09 06:21 by Joe Sousa .

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