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saba: 446WLK (446 WLK); Bandfilter

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Dietmar Rudolph
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10.Feb.10 21:30
 
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Wie von Martin Renz hier beschrieben, sind die Schwingkreiskondensatoren (220pF, Glimmer in Keramikgehäusen, Hescho) meist ausgetrocknet und rissig, wodurch der Silberbelag beschädigt wird und der Wert der Kapazität nicht mehr stimmt.

Nun hat der 446WLK sehr schöne Filtertöpfe, die praktisch völlig geschlossen sind. Wie können die geöffnet werden, ohne alles mögliche ablöten oder ausbauen zu müsssen? Zwei Kerben unten an den Töpfen geben einen Hinweis.

Deutlich ist hier der Bajonettverschluß der Filtertöpfe erkennbar. Man muß aber kräftig drehen, weil die Passung fest sitzt - der Topf soll ja "HF-dicht" sein.

Die freigelegten Bandfilter haben die bekannten Hescho-Kondensatoren als Schwingkreis-Cs. Eine grobe Messsung ergab Resonanzen bei ca. 600 KHz.

Die Laschen der Glimmerkondensatoren sind durch Löcher der vorderen Pertinaxplatten gesteckt und hinten umgebogen, wodurch sie (einigermaßen) fest sitzen. Vorne dran sind die Enden der Spulen und  die Anschlußdrähte angelötet. Diese sind zunächst abzulöten, damit der Glimmerkondensator entfernt werden kann.

Um nun einen mechanischen Halt für die Ersatzkondensatoren zu bekommen, ist es günstig, passende Hohlnieten in den Löchern zu befestigen.

Hier sind die als Lötstützpunkte dienenden Hohlnieten gut zu erkennen.

Weitere "Ausfälle" bei diesem Gerät waren ein 14kΩ Widerstand im Spannungsteiler (Bild davon vom oben zitierten Post).

und der Koppel-Kondensator 10nF zwischen NF-Vorröhre AC2 und Endröhre AL4, also der "übliche Verdächtige".

MfG DR

Dietmar Rudolph
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21.Mar.10 23:36
 
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Die Keramik-Kondensatoren für die Bandfilter wurden gegenüber dem vorherigen Post verändert. Die dortige Kennfarbe war violett (N750), was im Falle von Bandfiltern eine zu große Änderung der Resonanzfrequenz bei Temperaturerhöhung bringt. Statt dessen wurde rot (N075) gewählt, weil das besser zum Temperaturkoeffizienten von Ferritspulen paßt. [orange (N150) wäre auch geeignet.]

Hier waren nur Kondensatoren mit 110pF (1% Toleranz) verfügbar, weshalb 2 Stück jeweils parallel geschaltet wurden. Da die ursprünglichen Hescho-Kondensatoren mit 3% Toleranz spezifiziert waren, konnte erwartet werden, daß die Durchlaßkurven der ZF nicht vollkommen schief lagen.

Die rote Kurve ist gehört zum 2. Bandfilter, wobei am Gitter der AF7 eingespeist wurde. (Generatorinnenwiderstand bei allen Messungen: 50Ω)
Die grüne Kurve ist die Durchlaßkurve des gesamten ZF-Verstärkers, wobei am Gitter der AK2 eingespeist wurde.
Gemessen wurde das demodulierte ZF-Signal nach dem 50kΩ Widerstand (Nr. 13,  Teile Nr. 482/20). Die Amplituden der gemessenen Spannungen sind in linearem Maßstab aufgetragen, so daß die "Schieflagen" schlimmer erschienen, als sie sich akustisch auswirken. Die dicken (roten bzw. grünen) Punkte entstanden durch den Markengenerator, weil hier die Ablenkung kurzzeitig angehalten wurde. Der Tintenstift beim XY-Schreiber macht dann leider einen Kleks.

Normalerweise wäre ein solcher Verlauf kein Problem, weil man durch Abgleich der Kerne die Durchlaßkurven wieder gut hinbekommen kann.

Leider klappt das bei Saba Empfängern auch dieses Jahrgangs nicht. Hier sind die Kerne mittels Lack "bombenfest" und ein Drehen ist nicht möglich. [s. auch: Menzel, W.: SABA, die Produktion von 1924 - 1949, GFGF Schriftenreihe zur Funkgeschichte, Bd. 5, Walz, 1995]

Auch wenn die Kerne beweglich wären, gäbe es noch ein anderes Problem. Die Schirmbecher der Filter haben keine Löcher. Man müßte diese also abnehmen, um an den Kernen zu drehen. Dann aber ergibt sich eine kapazitive Verstimmung, wenn der Schirmbecher fehlt.

Man kann somit nur versuchen, durch zusätzliche außen anzubringende Kapazitäten, die Kurven "hinzubiegen". In diesem Fall war es günstig, daß von Anzapfungen aller ZF-Kreise Leitungen zu den "Wellen-Schleusen" (Nr. 74 & 75, Teile Nr. 506/I) geführt sind. Diese für Saba charakteristischen "Wellen-Schleusen" sind Differential-Drehkondensatoren, mit deren Hilfe beim S446WLK die ZF-Bandbreite veränderbar ist.

Ein Test durch Antippen mit einem (isolierten) kleinen Schraubendreher zeigte, wie sich die Durchlaßkurven veränderten, wenn die 4 möglichen Punkte berührt wurden. Glücklicherweise zeigte sich ein einem der Punkte eine "fast perfekte" Durchlaßkurve. Die durch das Antippen erreichte Kapazitätsänderung konnte nun mittels eines KARU (Kapazitätsmeßgerät von R&S) zu ca. 5pF bestimmt werden. Nachdem nun ein 4,7pF Kondensator an dieser Stelle eingelötet war, ergaben sich die folgenden Durchlaßkurven.

Die grüne Durchlaßkurve ist in Stellung "ZF schmal". Die rote Durchlaßkurve ist in Stellung "ZF maximal breit". Der Abstand der beiden Höcker beträgt hierbei 8kHz, was für praktischen Betrieb heute zu viel ist, zumal die tieferen Frequenzen ja ziemlich stark dabei abgesenkt werden, so daß der Klang fast etwas "blechern" ist.

Wenn aber die ZF Bandbreite nur wenig vergrößert wird, hat das Gerät einen angenehmen Klang.

MfG DR

This article was edited 21.Mar.10 23:38 by Dietmar Rudolph .

  
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