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saba: SABA Freiburg 7 Automatic

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H. P.
 
 
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25.Nov.03 10:06

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Hallo zusammen,

habe seit Jahren ein Problem mit meinem Saba Freiburg. Dieses Problem tritt nur sehr selten einmal auf, meistens in der ersten halben Stunde des Betriebs. Und zwar wird das Radio dann unvermittelt leiser, aber nicht schlagartig, sondern es dauert ca 8 bis 10 Sekunden, ehe der Ton komplett weg ist. Dann kann man die Lautsärke auch auf max. drehen, ohne wirklich etwas zu hören. Es dauert dann so 30 bis 120 Sekunden bis der Ton wiederkommt, auch dies dauert dann wieder einige Sekunden, bis die eingestellte Lautstärke wieder erreicht ist.

Das Radio war vor zwei Monaten bei einem Radio- und Fernsehhtechniker, der sich mit Saba-Automatics gut auskennt, zur Generalüberholung. Bei ihm ist das Problem selbstverständlich nicht aufgetreten (na klar, Vorführeffekt !). Alle gemessenen Spannungen waren OK.

Es klingt ungefähr so wie die Stummschaltung, die man durch teilweises Durchdrücken der AN/AUS-Taste erreicht. Das Radio benutze ich übrigens mit Fernbedienung. 

Ich vermute nun, daß eine Röhre getauscht werden muß. Aber welche ? Da ich von dieser hochkarätigen Automatic keine Ahnung habe, bitte ich hier um einen Tipp.

Gruß

Holger Pflug

 

 

 

Werner Schaffner
Werner Schaffner
 
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25.Nov.03 11:29

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Hallo Herr Pflug,

ich kenne die Schaltung etwas von einem Freiburg 125. Sollte es wirklich die Stummschaltung sein, könnte man das am Steuergitter der NF Vorstufe messen. Sie wird aber nicht direkt durch die Motorautomatik gestetz, sondern durch die Kontakte der Schalter im Radio oder in der Fernsteuerung. Nur mit diesen Schaltern wird die Stummschaltung gesetzt, bis sie beim Erreichen eines starken Senders wieder zurückgesetzt wird. Die justierung dieser Kontakte ist wichtig für den zuverlässigen Betrieb der Automatik. Um das Problem einzugrenzen würde ich die Fernsteuerung einmal weglassen, und auch beobachten ob der Effekt auch nur beim Betrieb der NF Stufe auftaucht.

Übrigens: Wenn Sie Leute kennen, die solche Schaltungen reparieren und einstellen können, wäre deren Name und Adresse eventuell auch für andere Mitglieder interessant.

Viel Spass beim weiteren Vorgehen. Beim Beobachten des Verhaltens haben Sie ja wunderbare Unterhaltung mit dem Röhrenklang.

 

Werner

Günther Hellauer
 
 
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28.Nov.03 09:13

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Hallo zusammen,

ein Vorschlag zur Behebung des Problems: Wie lange dauert es denn nach Betätigung der Suchlauftaste am Gerät oder der FB bis das Gerät wieder auf volle Lautstärke kommt? Im Maximalfall darf dies 2 Sekunden sein. Das Problem ist folgendes: Alle noch so versierten Rundfunk(fach)werkstätten, wenn sie auch auf Röhrengeräte eingearbeitet sind, tauschen zum sicheren Betrieb eines Gerätes meist nur Hochvolt oder Koppelkondensatoren aus. Die Freiburgs (vornehmlich die Geräte bis zur Serie 100) haben aber leider die SABA-eigenen Papierkondensatoren (Glasröhrchen mit lolafarbenem Etikett und 125 Volt Prüfspannung) welche auch im Niedervoltbetrieb manchmal enormen Leckstrom ziehen können. Gerade zwei solcher Prachtexemplare befinden sich in der Stummschaltung (2x 50nF, links unter der Pertinax-Lötleiste am Chassis neben dem Sprache-Musik-Relais). Es kann durchaus passieren, dass einer (oder beide) kurzzeitig zu hohen Leckstrom ziehen (kann beim Einschalten oder unmittelbar danach geschehen) und das Radio fast stumm schalten. Ähnlich dem Vorgang beim Suchlauf. An der FB liegt dies nicht. Die hat mit dem Betrieb des Gerätes gar nichts zu tun; in ihr sind nur die gleichen Wippenelemente wie am Gerät selbst, verlängert durch Kabel. Es dürfte keinen Unterschied machen, ob sie angeschlossen ist oder nicht.

Nichts für ungut wenn ich manchmal Rundfunkfachwerkstätten etwas hart angehe. Es geht um Gewinnoptimierung, d.h. auch das Prinzip der Wirtschaftlichkeit muss gewahrt werden. Eine komplette Revision eines Freiburgs kostet ein kleines Vermögen; eine Reparatur ist meist billig. Zudem gibt es wenige Experten auf dem Gebiet.

Noch ein Tipp: Zum "Dauerbetrieb" unbedingt alle 3 (!) Motorbetriebskondensatoren gegen identische Werte (!) austauschen lassen. Zwar ist der Freiburg-Motor (und der Meersburg) der 7er Serie einer der robustesten, dennoch werden des der Gleichrichter und der Trafo danken, wenn nicht zu hoher Anodenstrom fließen muss!

Was war's

Günther

H. P.
 
 
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22.Jun.04 15:06

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Hallo zusammen,

bin heute nochmals an dieses Radio, mit dem mich wegen seiner Komplexität und Fehleranzahl fast eine Art Haßliebe verbindet, rangemacht. Der Fehler mit der Stummschaltung besteht nämlich noch immer.

Ich hatte bereits vorher die von Herrn Hellauer erwähnten C´s in der Stummschaltung getauscht, vorsichtshalber auch die beiden kleinen Elkos 2uF, die dabeistehen.

Das Merkwürdige ist, daß die Anodenspannung der EF86 viel zu hoch ist. 114 V min. bei Hörbetrieb und bis zu 200 V max. bei Bedienen der Abstimmung. Sie sinkt nie auf die angegebenen 70 V. Auch die Spannung beim Gitter 2 liegt zu hoch: 67 V bei Hörbetrieb und 76 Volt bei Abstimmung.

Beim selbstständigen Leiserwerden steigen die Spannungen dann auch auf diese Werte, wohlgemerkt ohne Betätigung der Abstimmung.

Da auch das Gitter 2 der EBF89 auch vom Speisepunkt 3 versorgt wird, habe ich da auch nachgemessen: 76 V statt der angegeben 40 V.

Hat jemand eine Idee, was ich noch probieren könnte ?

Holger Pflug 

Hans Kamann
Hans Kamann
 
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22.Jun.04 20:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Wenn die anodenspannung zu hoch ist, kann es nur an einem zu geringen anodenstrom liegen. Der Fehler sollte in der ansteuerung der EF86 gesucht und gefunden werden.
Andreas Steinmetz
 
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23.Jun.04 00:24

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6

Guten Abend,

ich habe vor einiger Zeit einen Freiburg 11 restauriert und bin auf zwei unerwartete Fehler gestoßen. 1. Pertinaxbrand an Röhrenfassungen und im Tastenaggregat. Diese Fehler scheinen Serienfehler zu sein. 2. Nach ewigem Suchen stellten sich die beiden (!) EF86 als Ursache für unregelmäßige Kracherscheinungen und extreme Unstabilitäten heraus, und zwar eindeutig! Ich konnte es selber kaum glauben, und der Fehler war auch nicht mit einem Röhrenprüfgerät zu verifizieren. Aber als ich die beiden Telefunken-Röhren gegen zwei Valvos austauschte, war der Spuk augenblicklich vorbei. Ich halte wenig von Pauschalurteilen, aber die Werkstatt-Fachleute sagten schon immer das, was die High-Ender heute gar nicht gerne hören wollen: Telefunken muß nicht unbedingt das beste Fabrikat sein!
Ich bin gespannt, ob Sie das nach dem Test an Ihrem Gerät bestätigen können...

Andreas Steinmetz

H. P.
 
 
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23.Jun.04 08:58

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EF86 

Hallo Herr Steinmetz,

die EF86 hatte ich auch schon im Verdacht (ist eine Valvo), leider habe ich keine hier herumliegen, die kommt ja doch eher selten vor. Muß also mal eine besorgen.

Aber finden Sie es nicht auch seltsam, daß die EBF89, die vom selben Speisepunkt versorgt wird, auch zuviel bekommt ?

Hallo Herr Kamann,

was meinen Sie genau ? Die vor den Gittern stehenden R´s und C´s ?

Gruß

Holger Pflug

Hans Kamann
Hans Kamann
 
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25.Jun.04 08:32

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Hallo Herr Pflug,

ich würde das wie folgt machen: den Gitterkondensator an G1 der EF86 einseitig ablöten, das Gitter erhält nunmehr keine NF Ansteuerung mehr. Dort müssten Sie jetzt ca. -1 bis ca. 0V messen können. Wen Sie mit der Prüfspitze auf das Gitter kommen, haben Sie dann ein lautes Brummen ? Ist das der Fall, sollte Ihre Suche in die entgegengesetzte Richtung gehen.

Ist kein Brummen zu hören würde ich mit dem Voltmeter ( Wechselstrom, 200V Messbereich ) zwischen G1 der EF86 und der Heizung "messen". Dies führt dazu, dass Sie die 50Hz auf das G1 übertragen ( via Voltmeter). Hören Sie jetzt ein Brummen ? Es geht auch mit einem 100k Widerstand. Ich habe bisher immer dazu die Netzspannung benutzt, in einem kürzlichen Thread hatte Herr Knoll einen Vorschlag mit der Heizspannung gemacht, ist m.E. ungefährlicher.

Ist immer noch nichts zu hören müssen Sie hinter der EF86 suchen, ich würde jetzt das gleiche an der EC92 machen, die treibt ja die Endstufe. Also C87 einseitig auslöten und das Gleiche machen. Was passiert ?

Gruss

 

This article was edited 25.Jun.04 19:30 by Hans Kamann .

H. P.
 
 
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25.Jun.04 20:01

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Hallo Herr Kamann,

ich habe mal genau nachvollzogen, was Sie geschrieben haben. Der Test an der EF86 führt zu markerschütterndem Brummen. Ich habe es auch bei der EC92 probiert. Auch hier brummt es, aber nicht so laut.

Das Symptom tritt ja auch nur selten auf: das Radio wird leiser, ohne daß ich irgendwas mache. Daß es die Stummschaltung ist, sehe ich schon daran, daß die Anodenspannung der EF86 noch weiter, nämlich bis knapp über 200 Volt steigt, wenn die Lautstärke absäuft. Genau dasselbe passiert auch, wenn ich die Automatic-Abstimmung antippe. Sie sinkt aber nicht bis auf die 70 Volt aus dem Schaltplan ab, sondern nur auf Werte um 110 Volt, mal mehr, mal weniger. Ich habe mal eine andere EF86 (gebraucht) eingebaut, dann ist es etwas weniger.

Und noch andere Spannungen sind echt merkwürdig:

Gitter2 der EBF89: 76 statt 40 Volt

Anode der EC92: 158 statt 136 Volt

Speisepunkt im Schaltplan vor Anode der EF86: 194 statt 182 Volt

Anode der ECL80 (Pin1): 196 statt 175 Volt.

Können Sie damit was anfangen ?

Gruß H.Pflug

 

 

Andreas Steinmetz
 
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25.Jun.04 22:44

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Hallo Herr Pflug,

aus Zeitgründen kann ich mich hier leider nicht voll einklinken, und bekannterweise verderben ja zu viele Köche auch den Brei. Aber nach dem Gesagten haben wir es hier offensichtlich mit zwei Unstimmigkeiten zu tun, die vermutlich aber nichts miteinander zu tun haben.
1. Die zu hoch gemessenen Spannungen treten ja auch dann auf, wenn das Gerät ordnungsgemäß arbeitet. Deshalb würde ich diese Tatsachen zunächst nicht weiter verfolgen. Gründe dafür könnten neben Bauteileveränderungen und schwachen Röhren auch ganz einfach Meßfehler sein, die z.B. durch Verwendung eines hochohmigen Digitalmultimeters anstelle des vorgeschriebenen Meßgerätes mit Innenwiderstand 20kOhm/V automatisch entstehen können. Interessant wäre aber die Kontrolle der im Netzteil an der Automatik-Hilfswicklung erzeugten negativen Vorspannungen. Der zugehörige Gleichrichter Gr.2 (Selen) ist bei Saba mitunter defekt. Sollte er z.B. durch Ihren Restaurator durch eine Si-Diode (ohne notwendigen Reihenwiderstand) ersetzt worden sein, dann sind alle Vorspannungen zu groß, und alle Röhren, die davon im Arbeitspunkt eingestellt werden, ziehen zu wenig Strom. Aber überbewerten darf man den Effekt auch nicht.
2. Der entscheidende Hinweis für den Fehlerfall ist das Zurückgehen des Anodenstromes der EF86, als ob man das im Automatikbetrieb absichtlich machen würde. Also muß dann nach Ihren Meßwertangaben die Gittervorspannung zu stark negativ geworden sein. Wenn die EF86 als Ursache ausgeschlossen ist, dann sind hauptsächlich alle Bauteile zu kontrollieren, die die Sperrspannung aufbauen und letztlich über R64 einspeisen. Auch Schaltkontakte sowie die Kondensatoren C80 und C115 könnten in Frage kommen. Durch das vorübergehende Abklemmen z.B. von R63 oder R64 könnte man den Fehler leicht einkreisen.

Tschüß

Andreas Steinmetz

H. P.
 
 
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28.Jun.04 08:42

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Hallo Herr Steinmetz

Zu 1) Der winzige Selengleichrichter ist tatsächlich noch original. Die Spannungen nach der Hilfswicklung habe ich wie folgt gemessen: -17,1 Volt statt -16 Volt am ersten Elko, -9,2 Volt statt -7,5 Volt am zweiten Elko und -1,5 Volt statt -1,1 Volt nach dem 500 K. Die letzten beiden Werte scheinen mir etwas zu hoch, sollte ich die 25 K und 500 K mal tauschen ? Ich habe die Werte auch mit einem alten Analogvoltmeter mit 20KOhm/Volt nachgeprüft, da ändert sich nichts.

Zu 2) Nachdem ich die EF86 mal durch eine andere (ebenfalls gebrauchte) ersetzt hatte, sank die Spannung an der Anode bis auf etwa 100 Volt ab. Den C80 mit 25n habe ich mal ausgetauscht (war so ein lilafarbiger Papierkondensator-SABA !), der hatte mittleweile knapp über 40n und einen deutlichen Feinschluss, auch dies zeigte das Analoginstrument deutlicher an, als das Digitalmultimeter. Den C115 habe ich als Prophylaxe auch mal getauscht, auch wenn ich nicht kapiert habe, was der dabei macht.

Seitdem ist der Fehler nicht mehr aufgetreten, habe inzwischen über 3 Stunden mit dem Ding gehört. (Meine Frau guckt Fußball, auch Tschechien-Dänemark) und ich bastle, verkehrte Welt ?

Auf jeden Fall prüfen will ich auch noch die Schaltkontakte S12 und S13, die ja für die Stummschaltung verantwortlich sind. Vielleicht gibt es auch hier einen kleinen Schluss. Und die EF86 will ich auch ersetzen. Wenn ich beides gemacht habe, schreibe ich weiter.

Danke und Grüße

Holger Pflug

H. P.
 
 
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Hallo allseits !

So, das Problem mit der Stummschaltung ist behoben. Die Schaltkontakte sind gereinigt. Der Fehler ist nich mehr aufgetreten, ich denke, der C80 war der Übeltäter. Das Radio spielt jetzt richtig gut. Ich habe es gestern geschlagene 5 Stunden laufen lassen, bis selbst das Holzgehäuse warm wurde (Griechenland-Tschechien stilecht auf MW, weil keine erreichbarer Sender es auf UKW übertrug)....perfekt...DENKSTE !

Denn kaum hatte ich das Gerät abgeschaltet, ergab sich im Lautsprecher ein ganz leiser Brumm, nur hörbar über den dicken Baßlautsprecher. Meine Frau hörte das, ich nicht sofort, erst bei direktem Kontakt mit der Schallwand. Ein Brumm bei ausgeschaltetem Radio ? Der ging auch nach einigen Minuten nicht weg, so daß ich sicherheitshalber den Netzstecker gezogen habe. 

Was kann das noch sein ? Ich will heute mal mit dem Voltmeter an der Zusatzlautsprecherbuchse messen, ob sich da eine Wechselspannung ergibt. Wenn ja, wo könnte die herkommen ?

Gruß

Holger Pflug

Michael Seiffert
Michael Seiffert
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02.Jul.04 14:01

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Der Trafo 2 im Netzteil, der zur Versorgung des Einschaltrelais dient, hängt primärseitig immer am Netz, wenn ich die Schaltung richtig lese. Der" Netzschalter" des Gerätes schaltet die Sekundärspannung dieses Trafos auf das Relais was dann zieht und den Trafo1 mit Strom versorgt. Der Brumm könnte daher rühren als rein akustische Kopplung, also Gehäuseresonanz. Mal vorsichtig den Kopf hinten reinstecken und lauschen. Wenn der Brumm von dem Kernpaket herrührt, macht das nichts. Ist das aber nicht die Ursache, müsste man dem Übel wohl messtechnisch auf den Grund gehen.

M . Seiffert

H. P.
 
 
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04.Jul.04 02:32

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Brumm 

Hallo Herr Seiffert,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort, die mir wieder mal zeigt, wie ungemein aufwendig dieses Radio hergestellt wurde. Allein, leider ist dies nicht der Fehler. Ich habe folgendes gemacht, um das abzutesten: an die Buchsen für den Zusatzlautsprecher habe ich einen solchen angeschlossen, und dann den dafür an der Rückwand vorhandenen Schalter umgelegt. Damit hörte der Gehäuselautsprecher mit dem Brummen auf und der Zusatzlautspecher begann damit. Also muß es sich doch um einen elektronischen Fehler handeln. Überdies hatte ich vorher die 4 Chassisschrauben um je 2 Windungen gelöst, um Chassis und Gehäuse stärker voneinander zu entkoppeln.

Langsam macht das Gerät graue Haare, ach was, habe eh´ nicht mehr viele...

Gruß aus Nettetal

Holger Pflug

Michael Seiffert
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04.Jul.04 12:13

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Überprüfen Sie doch bitte, ob nach dem Ausschalten der Trafo1 wirklich stromlos ist. Der Netzschalter, der mit Hilfe des Trafo2 das Einschaltrelais mit Strom versorgt, ist nämlich mit dem Stummschaltkontakt gekoppelt. Nicht, daß Sie beim vermeintlichen Ausschalten das Gerät über S12 nur stummschalten weil das Relais L46 hängt und Tr1 unter Strom bleibt und somit das ganze Gerät noch unter Spannung steht. Dann hören sie natürlich noch einen geringen Restbrumm im Lp nach dem Stummschalten.

Viel mehr Möglichkeiten gibt es eigentlich nicht. Das Gerät steckt doch mit dem Antenneneingang nicht etwa an einer Gemeinschaftsantennanlage, da können durch Erdschleifen uä. die tollsten Effekte auftreten.

M. Seiffert

H. P.
 
 
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21.Oct.04 17:27

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   16 Hallo Herr Seifert, hallo Forum,

bitte um Entschuldigung, daß ich in dieser Sache länger nichts mehr von mir hören ließ, aber das Radio steht nicht in meiner Sammlung, sondern in einem Wohnraum, sodaß ich es nicht beliebig oft öffnen kann.

Also, das Relais L46 zieht und öffnet anstandslos. Wenn es öffnet, sinkt die Spannung am Plus-Ausgang des Gleichrichters auch wie erwartbar nach etwa 2 Minuten auf 0 ab. Das gerät ist dann also tatsächlich ohne Spannung.

Dennoch ist der Brumm im Lautsprecher weiter da. Ich habe mal am Zusatzlautssprecherausgang gemessen. Da ergibt sich bei Betrieb eine Wechselspannung von minimal 4,5 mVAC bei zugedrehtem Lautstärkeregler, bei AUS noch 1,5 mV und erst beim Herausziehen des Netzsteckers sinkt die Spannung sofort auf 0,0 Volt ab.

Was nun ?

Viele Grüße aus Nettetal nach Leipzig

Holger Pflug

Michael Seiffert
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22.Oct.04 13:05

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   17 Hallo Herr Pflug!

Da werden wir den Fehler wohl langsam einkreisen müssen. Zuerst alle ev. Anschlüsse wie Außenantenne, Fernbedienung, ev. Erdanschluß entfernen. Bringt das nicht, geht es weiter mit dem Netzanschluß, hat das Gerät bei der Generalüberholung  etwa ein neues 3 adriges Netzkabel mit Schukostecker bekommen? Was passiert, wenn die Netzsicherung ( Si1/2) entfernt ist, ist dann Ruhe oder ist der Brumm noch da?
Wenn die Sachen geklärt sind, sehen wir weiter.
Grüsse!
M. Seiffert
H. P.
 
 
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22.Oct.04 16:54

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   18
Brumm 
Hallo Herr Seiffert,

vielen Dank für Ihre Hilfe

Also, das Chassis liegt jetzt bar aller Anschlüsse vor mir auf dem Arbeitstisch. Die Netzleitung ist in der Tat mal erneuert worden, allerdings mit einem üblichen 2-adrigen Kabel. Ein Schukostecker ist trotzdem dran.

Mit entfernter Sicherung ist der Brumm tatsächlich weg, ich habe dann mit isolierter Zange die Sicherung an den Halter gebracht, und prompt war er wieder da. Es ist dabei zu beobachten, daß beim Einsetzen der Sicherung in den Halter winzigste Fünkchen zwischen Halter und Röhrchen springen. Können Sie damit was anfangen ?

Gruß

Holger Pflug

Michael Seiffert
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22.Oct.04 18:42

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   19
 
Messen Sie mal am dicken Netztrafo zwischen Anfang und Ende der Primärwicklung, also Ausgang Spannungswahlschalter und trafoseitiges Ende der Netzsicherung, da darf bei Stellung Aus (Rel. L46 nicht gezogen) keine Netzspannung liegen. Wenn doch ev. Kriechstrom über Spannungswahlschalter und oder Relaiskontakt. Auch C97 5nF und C96 5nF mit Feinschluß kommen in Frage. Sie können auch mal den Netzstecker ziehen und zwischen dem Sicherungshalter netzseitig bei entfernter Sicherung und den Kontakten des Netzsteckers mit dem Ohmmeter messen, da darf keine Verbindung sein, auch nicht hochohmig.
H. P.
 
 
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23.Oct.04 17:32

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   20 Hallo Herr Seiffert,

die beiden Kondensatoren hat schon ein Vorbesitzer entfernt, und keine neuen eingesetzt. Ich habe nun die Verdrahtung an der Platine hinter dem Trafo1 genau angesehen und dabei festgestellt, daß die dem Schaltplan hier bei rm.org nicht enstpricht. Außerdem funktioniert auch UKW jetzt aus irgendeinem Grunde nicht mehr, weswegen ich das Gerät jetzt zu einem Saba-Experten in der Bekanntschaft geben werde. Das ist für einen Amateurbastler denn doch zuviel. Wenn ich die Fehlerursache(n) kenne, werde ich es hier hereinschreiben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe.

Holger Pflug
Michael Seiffert
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23.Oct.04 18:05

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   21
 
Hallo Herr Pflug!

Ist kein Thema, ich respektiere Ihre Entscheidung, das Gerät in die Hände eines fachlich versierten Radiofreundes zu geben. Das ist allemal besser, als wenn jemand seine Grenzen nicht kennt und durch falsch verstandenen Eifer dann mehr Schaden als Nutzen entsteht. Ein solches Beispiel hatten wir ja leider schon hier im RM.
Wenn es sich machen läßt, schauen Sie doch Ihrem Bekannten bei der Reparatur über die Schulter, dann haben Sie mehr davon. Erstens ein hoffentlich bald spielendes Radio und zweitens was dazugelernt bei der Fehlersuche.
Lassen Sie sich trotzdem nicht entmutigen, vor einem solch komplexen Gerät zu kapitulieren, ist für einen "Amateurbastler" wirklich keine Schande!

Freundliche Grüsse!
M. Seiffert
H. P.
 
 
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27.Oct.04 19:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   22 Hallo Herr Seiffert,

war nun also beim Radiotechniker und habe das Gerät vorgeführt. Der hat für die Fehlersuche auch über eine Stunde gebraucht, ihn aber dann doch gefunden:
Die Trafos 2, 1 und 3 sind alle übereinander gebaut, 2 und 1 über dem Chassisblech, 3 darunter. Da sie gleichgerichtete Magnetfelder haben, streut der Tr2 über Tr1 in Tr3 einen Brummton ein, der dann auch im LS erscheint. Nimmt man Tr2 ab und hält ihn waagerecht statt senkrecht, ist der Brumm weg.

Da wäre ich nie und nimmer alleine drauf gekommen, ist ja auch mehr ein elektromagnetischer als ein elektronischer Fehler.
 
Nach allem ist das Radio jetzt hoffentlich defektfrei, hoffen´wer´s Beste !

Holger Pflug

This article was edited 27.Oct.04 19:55 by H. P. .

Michael Seiffert
Michael Seiffert
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27.Oct.04 22:09

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   23
 
Das ist für ein Industriegerät wirklich ein nicht alltäglicher Fehler. Es wäre nun mal interessant zu wissen, ob das ein prinzipieller konstruktiver Mangel ist. Dann müßten ja alle Freiburgs dies Macke haben, was ich nicht glauben kann. Sicherlich ist die räumliche Nähe des Ausgangstrafos zum Netzteil nicht gerade glücklich gewählt.
Vielleicht melden sich mal andere Besitzer eines Freiburg Automatik, ob sie das gleiche berichten können.
Jedenfalls erst mal schönen Dank für die Schilderung der Fehlerursache, da wäre ich von hier aus, ohne das Gerät vor mir zu haben ,auch nicht so ohne weiteres draufgekommen.

M. Seiffert
Karlheinz Fischer
 
 
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27.Oct.04 23:32

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   24 Mein Freiburg Automatik 7 hat keinen solchen (Brumm),könnte nicht der Trafo von H.Pflug einen Schluß haben,das er ziemlich stark streut?

Mfg K.H. Fischer
H. P.
 
 
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28.Oct.04 07:18

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   25 Hallo Herr Seiffert, hallo Herr Fischer,

tja, ich habe auch sehr gestaunt, als der gute Mann von einem Konstruktionsfehler sprach, und das bei Saba ! Es reicht allerdings schon, den Tr2 loszuschrauben und wenige Millimeter auf der Montageplatte zu verschieben, um den "Brummbär zu töten". An einen Schluß im Trafo glaube ich eher nicht, der hat im Ruhezustand eine Stromaufnahme von etwa 15mA, ein Vergleichsgerät gleichen Typs hatte ebensoviel. Ich habe noch ein Schrottgerät hier stehen, da werde ich wohl den Tr2 mal ausbauen und in mein Stammgerät einsetzen, mal gucken, ob das was ändert. (Im Prinzip ist diese Schaltung ja ein Vorläufer der heute soviel gescholtenen Standby-Funktion moderner Geräte.)

Die Tatsache aber, daß der Experte auch ungefähr 75 Minuten gebraucht hat, hat mein Selbstbewußtsein wieder ein kleines Stück gehoben......lach.

Holger Pflug 

This article was edited 28.Oct.04 09:10 by H. P. .

Karlheinz Fischer
 
 
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28.Oct.04 11:13

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   26 Hallo Herr Pflug
Mir ist gerade noch eingefallen,ich hatte früher auch einmal an einem  Röhrenradio das Problem mit einem Brumm der vom Netztrafo aus ging.Habe  mit einem Abschirmblech das gut mit Masse(Chassi) zu verbinden ist den Fehler wegbekommen.Vieleicht hilft das Ihnen auch!

Mfg K.H. Fischer
  
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