schaub: Schaub - Lorenz Touring 70 rauscht

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ID: 713897
schaub: Schaub - Lorenz Touring 70 rauscht 
01.Feb.26 23:23
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Michael Salzgeber (D)
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Michael Salzgeber

Auf der Werkbank war heute ein sehr gepflegter Touring 70 universal, bisher hatte ich nur die Vorgängermodelle T10 bis T50 in Arbeit - schön, dass dieser keine Pufferzelle mehr hat, sondern schon zwei Dioden zur Arbeitspunkteinstellung - also keine zerfressene Platine mehr. Die Elkos erwiesen sich als sehr mitgenommen und wurden alle ersetzt. Zwei schwer zugängliche im NF-Teil habe ich auf die Lötseite der Platine gepackt, um nicht die ganze Endstufe zerlegen zu müssen. Auch im Kästchen der letzten ZF / Ratiodetektor ist noch ein kleiner Elko, an den man sich heranarbeiten muss und dabei auf die Platinen achtgeben sollte - leider nicht alles leicht zugänglich.

Nach Reinigen des Gerätes, der Potis und Austausch der beiden defekten Skalenlampen (BA7, 7V, 100mA) spielte das Gerät auf UKW sauber und empfindlich, ohne jeden Nachgleich ! Aber in Zimmerlautstärke rauschte es stark - und auch, wenn das Lautstärkepoti am Linksanschlag war. An der Basis der ersten NF-Stufe wurde aufgetrennt, es rauschte sogar noch etwas mehr.

Der Verdacht, der erste NF-Transistor T503, ein AC122, bestätigte sich nicht - zweimal getauscht, ohne jede Änderung ! Ob die AC122 inzwischen alle etwas "faul" waren, immerhin rund 60 Jahre alt ? Ich beschloß, einfach mal einen moderneren Verwandten, nämlich einen BC179 einzubauen, pinkompatibel und sogar rauscharm (sicher nicht im optimalen Arbeitspunkt, aber auch nur ein Test). Der Effekt war - Rauschen und Funktion wie zuvor ! Ohne Transistor gab es aber keinerlei Rauschen, die Endstufe mit ihrem zweiten AC122 als Treiber war völlig stumm. Also musste das Rauschen irgendwo in der ersten Transistorstufe entstehen, und nur, wenn diese auch in Betrieb war.

In Verdacht kamen dann die beiden Widerstände des Basisspannungsteilers R515 und R516. Letzterer soll 10k Ohm haben und kam mit 11k Ohm auch halbwegs hin - es war aber eine dieser billigen Kohleschichtwiderstände, die gerne völlig hochohmig werden, vorallem aber in Röhrenschaltungen mit höheren Spannungen. Zum Test habe ich den Widerstand mal mit einem 10nF- Kondensator überbrückt, das Rauschen wurde sofort leiser - also erzeugte dieser Widerstand das Rauschen ! Da auch dieser Widerstand nur schwer zugänglich ist, kam der neue Ersatz ebenfalls auf die Lötseite - Fehler behoben, NF rauscht nicht mehr, spielt prima ! Man lernt wirklich nie aus... Der BC179 B ist übrigens immer noch drin, da es so einwandfrei funktioniert, werde ich die alte Platine nicht nochmal quälen.. 

Da es sich um ein Kundengerät handelt und es hier auch um erträgliche Reparaturkosten geht, wurden diesmal die wenigen Bauteile, die unzugänglich waren, auf die Leiterbahnseite gelötet - für ein Sammlerstück wäre das sicher ein wenig "Murks" - aber es ist ein Alltagsradio und keine seltene Rarität - man könnte ja auch jederzeit den Aufwand treiben und es "richtig" machen !

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