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Schellackpolitur auch für Laien machbar!

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Jochen Amend
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22.Aug.08 19:02

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Hallo liebe Sammlerkollegen,

durch Martin Renz' Forumsbeitrag zur Schellackpolitur angestachelt, bin ich im Moment dabei ihm nachzueifern. Herhalten muss das Gehäuse meines Grundig 3010.
Eigentlich wollte ich doch schon um einiges früher diese Technik ausprobieren, hatte durch Umbau- und Renovierungsmaßnahmen zuhause kaum zeit für unser aller Hobby.


Hier zunächst ein Bild der Ausgangssituation:

Martin Renz begleitet mich die ganze Restauration über per Mail (Herzlichen Dank!!!) und riet mir, diese schwarzen Flecken mit Zitronensäure zu entfernen. Auftragen, einwirken lassen und mit klarem Wasser nachspülen. Ich nahm noch eine kurzgeschnittene Zahnbürste zu Hilfe, was die Sache gut unterstützte.

der Lack war ganz leicht entfernbar. Ich habe einfach eine Spachtel angeschärft und diese als Ziehklinge, beziehungsweise Schaber verwendet. Aber vorsicht wegen der Riefen... Mit Gefühl ans Werk gehen!

 

Das fertig entlackte und bereits feingeschliffene (600er Papier) Gehäuse:

 

Danach habe ich mit einem Lappen das farblose (!) Schleiföl aufgetragen, wie es Martin Renz beschrieb. Das Ergebnis waren herrlich angefeuerte Farben und eine Tolle hervorhebung der schönen Maserung.

 

Danach der Verschluss der Holzporen mit Bimsmehl und Schellack.
Man kann sich hier immer an Herrn Renz' Bericht halten. Zwischen den einzelnen Aufträgen sind längere Pausen wirklich gut (3-4 Stunden). Zum Einen für die Arme, zum Anderen für die bis dahin aufgebaute Schicht. Lieber die ganze Arbeit über mehrere Tage verteilen...

 

Nach etwa 30 Aufträgen, verteilt über 4-5 Tage kam der erste Glanz

 

Die schön gefüllten Poren:

 

und heute (22.08.2008) nach Auftrag (mit immer noch ein wenig Bimsmehl) Nummer ca. 35...

Nun ist wieder Trocknung angesagt.
Ich werde dann in den nächsten Tagen diesen Beitrag fortführen. Wer jetzt ebenfalls Lust auf diese Technik der Restauration bekommen hat, ist herzlich eingeladen, nach Studium von Herrn Renz' Thread, dieses zu tun. Es geht wirklich gut!!! Gerne bin ich auch dazu bereit telefonisch meine Erfahrungen mitzuteilen.  (Nummer siehe mein Profil)
Meine Materialien im Übrigen habe ich beim Tischlereicenter online bestellt.
Fortsetzung folgt...

beste Grüße,

Jochen

 

Jochen Amend
Jochen Amend
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24.Aug.08 10:48

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Hier nun bilder nach dem Beginn des Aufbaues der Schellackschicht.

 

 

 

 

Hier habe ich das Gehäuse etwa eine Stunde lang mit dem Ballen, unter Zugabe von Polieröl und Clou Spezialverdünnung poliert. Jetzt werde ich den neu entstandenen Glanz ein paar Stunden trocknen lassen. Danach werde ich weitere Schichten aufbauen.

Beste Grüße,

Jochen

 

Ernst Erb
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24.Aug.08 13:46

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Schellack-Arbeiten sind eine interessante Herausforderung, verlangen Hingabe und Zeit. Schön, dass Sie dieses Beispiel so anschaulich bringen, auch wenn das schon mehrere Male beschrieben wurde. Sie zeigen schön die verschiedenen Phasen.

In den 80er Jahren hatte ich so alte Geräte restauriert. In "Radios von gestern" finden Sie ein Bild auf Seite 297 eines französischen Selbstbauradios, das ich so gemäss der originalen Art behandelt hatte. Ab Seite 293 sind die verschiedenen Oberflächenbehandlungsarten im Verlauf der Zeit kurz beschrieben. Besonders hervorgehoben sind die Gefahren von Behandlungen mit Furnieren (Wort-Ursprung franz., fournier), wo man früher durch Sägefurnier dickere Schichten hatte als beim späteren Schälfurnier, das bis zu einer Dünne von 0,2 mm reichen kann!

Hier möchte ich nur anmerken, dass man zwei Dinge beachten muss. Zum Einen: Schellack ist besonders empfindlich - schon auf ganz leichte Lösungsmittel wie Glasreiniger etc. Unter Umständen tut man sich damit nichts Gutes an. Zum Anderen: Schellack passt nicht für so moderne Geräte. Wenn man das alles weiss (steht hier nur für andere Leser), dann ist das eine sehr schöne  Arbeit, einen Schellack-Aufbau zu realisieren.

Nachtrag:
Gerade sehe ich, dass der Beitrag hier bei uns erscheint.

This article was edited 24.Aug.08 13:51 by Ernst Erb .

Jochen Amend
Jochen Amend
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30.Aug.08 13:17

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Nachdem nunmehr drei Wochen vergangen sind, als ich mit der Schellackpolitur begonnen habe, hier mein Endergebnis. Ich denke mal, bei weitem nicht perfekt, für mein erstes Mal ist es aber sehr gelungen.

 

 

 

Fazit: Bei dem Lackaufbau ist polieröl unverzichtbar. mit reiner Spiritus- Schellackmischung ist die Wahrscheinlichkeit eine Beschädigung der neu aufgebauten Lackschicht sehr hoch. Ansonsten ist viel Geduld und Ruhe bei der Arbeit wichtig.
Viel Erfolg und Freude meim eventuellen Nachmachen.

Beste Grüße,

Jochen

 

  
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