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Die Technik der Schellackpolitur, Polieren mit Schellack

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Papers » Radios: restoring and rebuilding (outside) » Die Technik der Schellackpolitur, Polieren mit Schellack
           
Martin Renz
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23.Nov.06 20:40
 
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Die Technik der Politur

Im folgenden werden die Hilfsmittel für eine Schellackpolitur vorgestellt und die Technik des Polierens mit dem Ballen erklärt.
Die notwendigen Vorbereitungen werden im Beitrag „Vorbereitung für eine Politur  mit Schellack“ am Beispiel eines Grundig 3012W beschrieben.
Ob und wann eine Schellackpolitur sinnvoll sein kann, wird im Beitrag Schellack als Oberfläche für Radiogehäuse? erörtert.

Herr Amend hat seine Erfahrungen mit dem Verfahren in seinem Beitrag "Schellackpolitur auch für Laien machbar!" dargestellt.

Woran erkennt man eine bestehende Schellackpolitur?

 

Zum Testen kann man eine kleine Menge Spiritus (Äthanol) auf einen Lappen geben und an einer abgelegenen Stelle reiben. Achtung, Schellack löst sich sehr schnell an und es entsteht eine matte Stelle in der Oberfläche. Andere Lackarten sind hier sehr viel widerstandsfähiger bis resistent.

 

Was wird für eine Politur benötigt?

 

·        Schellack in Schuppen oder flüssig, eine Abhandlung über Schellack finden Sie hier.

 

·        Äthanol, entweder aus der Apotheke in möglichst reiner Form, d.h. mit geringem Wasseranteil, oder als spezielle Verdünnung zum Polieren („Spezialverdünnung MP“ von Clou o.ä.) Brennspiritus ist meist nicht rein genug, (zu viel Wasser) und enthält eventuell auch ungeeignete Gällmittel (damit er nicht getrunken wird), was den Polierprozess stören könnten.

 

·        Bimsmehl, eine kleine Menge aus der Apotheke reicht

 

·        Polieröl, um das Ankleben des Ballens zu verhindern

 

·        Endpolitur, um Ölreste zu entfernen

 

·        ein alter Wollsocken, gewaschen

 

·        Trikotstoff (alte weiße Feinrippunterhemden, Leinenhandtücher) oder Putzlappen aus Naturfasern (Baumwolle), beides zusammen ergibt den Ballen

 

·        Ein Glas mit luftdichtem Deckel für den Ballen

 

·        eventuell Hartölgrundierung oder Schleiföl zum Anfeuern

Schellack und Hilfsmittel
Bimsmehl, Schellack und Verdünnung

 

Schellack und die benötigten Hilfsstoffe sind von der Fa. Clou (unter Industrie und Handwerk sind die Informationen) im Fachhandel oder Baumarkt erhältlich, es gibt auch Versandhändler im Internet, zum Beispiel „feine Werkzeuge“  (dort steht auch noch mehr zum Thema Polieren)

Endpoliermittel und Polieröl
Politur zum Abpolieren und Polieröl

 

 

 

Schellack

 

Schellack in Schuppen wird etwa 1:1 mit Alkohol (Volumenanteile) über Nacht in einem Glas angesetzt und lässt sich dann gut verrühren. Die Konsistenz sollte etwa der von sehr dünnem Sirup entsprechen. Vor Gebrauch sollte er noch gesiebt werden, dafür eignet sich ein Stück Wollsocke, es gibt auch Trichtersiebe für Farbe aus Papier. Käuflicher Schellack sollte frei von Zusatzstoffen sein, damit er sich zum Polieren eignet. Dies ist in der Regel auf dem Behältnis vermerkt

 

Der Ballen

 

Der Ballen besteht im Kern aus einem Stück eines alten Wollsocken und wird in eine Hülle aus 2-3 Lagen Trikotstoff gewickelt.

Das Innere des Ballen
Das Innere des Ballen: eine alte Wollsocke

Dann wird die Socke im Inneren mit etwa 1‑2 Esslöffel Schellack beträufelt, der Ballen gut ausgedrückt, damit sich der Schellack auch in den Trikotstoff verteilt und dann erstmal in ein verschlossenes Glas gesperrt, damit sich alles in Ruhe verteilen kann. Bitte nicht zuviel Schellack beigeben; Wenn er beim Ausdrücken heraustropft, war es schon viel zu viel! Die Socke kann und sollte sehr lange verwendbar bleiben, der Trikotstoff außen nützt sich ab und muss immer wieder ersetzt werden.

abgenutzter Ballenstoff
Löcher sind beim Grundpolieren schnell entstanden

 

Welche Hölzer können poliert werden?

 

Grundsätzlich können alle Harthölzer poliert werden, allerdings eignen sich Hölzer mit groben Poren, wie Eiche, Ulme(Rüster) oder Esche, weniger gut, da die Poren nur mühsam zu füllen sind. Bei Radios sehr gebräuchlich und geeignet ist Nussbaum, der wohl auch die größte Verbreitung unter den Gehäusen hat. Auch helle Hölzer wie Ahorn oder Birke sind geeignet. Ebenso Birnbaum, Kirschbaum, Mahagoni oder Palisander.

 

Vorbereitung des Untergrundes

 

Die meist furnierten Oberflächen müssen frei von Lackresten sein und mit Schleifpapier der Körnung 240 oder feiner geschliffen sein. Befeuchten der Oberfläche mit Wasser (Blumenzerstäuber) und anschließendes nochmaliges feines Schleifen verbessern die Glätte der Oberfläche. Die Oberfläche muss sich sehr glatt anfühlen. Dann wird diese vom Schleifstaub befreit. Dies geht mit Pressluft oder einer feinen Bronzedrahtbürste. Notfalls auch mit einer Kleiderbürste.

beim Schleifen
Schleifklotz mit weicher Schaumunterlage
 

Ölen?

 

Wenn man eine kräftige Zeichnung und Farbe erreichen will, kann man das Gehäuse nun ölen. Dies gilt nicht für Ahorn, Birke oder andere sehr helle Hölzer, da diese eine unschöne gelbe Farbe annehmen würden. Als Öle eignen sich am besten schnelltrocknende Öle, die unter der Bezeichnung „Hartölgrundierung“ im Handel erhältlich sind. „Hartölgrundierung“ ist „Hartöl“ vorzuziehen, da sie dünnflüssiger ist und besser in das Holz eindringt. Das Öl sollte insbesondere frei von Wachszusätzen sein, da diese die Haftung des Lackes beeinträchtigen könnten. In älteren Quellen ist auch von „Schleiföl“ die Rede, dieses ist möglicherweise noch unter dieser Bezeichnung bei der Firma Clouth (Clou) erhältlich. Leinöl und Leinölfirnis sind nicht so gut geeignet, da vor allem Leinöl eine sehr lange Trockendauer hat (Tage bis Wochen). Mit Schmierölen haben oben genannte Öle übrigens nichts zu tun!

Auftrag von Hartöl mit dem Lappen
Auftrag von Hartöl mit dem Lappen

Das Öl wird mit einem Lappen aufgetragen und nach 5-10 Minuten werden mit einem trockenen Lappen eventuelle Überschüsse abgenommen. Achtung: die Lappen müssen nach Gebrauch offen ausgebreitet werden. Bei der Trocknung entsteht Wärme, die andernfalls zur Selbstentzündung des Lappens führen kann!

 

Ausbessern

 

Kleine Macken, Risse und Löcher können vor dem Ölen und Schleifen mit eingefärbtem Wachs oder Hartwachs gefüllt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass eine dunkle bis schwarze Farbe gewählt wird. Zum einen wird das Furnier im weiteren Verlauf viel dunkler, zum anderen stört sich das Auge an hellen Flecken viel stärker als an dunklen, die auch natürlicherweise im Holz vorkommen.

geöltes Gehäuse
Das Gehäuse ist nun bereit zur eigentlichen Politur.

 
 

Grundpolitur

 

Holzarten wie Nussbaum oder Mahagoni haben Poren, die groß genug sind, den Eindruck einer glatten, glänzenden Fläche zu stören. Diese Poren müssen daher als erstes gefüllt werden. Dies geschieht in einer Grundpolitur mit Hilfe von Schellack und Bimsmehl. Das Bimsmehl wird in Verbindung mit Schellack transparent und ist dann nicht mehr sichtbar. Hölzer mit sehr kleinen Poren wie Ahorn, Birke und Birnbaum müssen nicht mit Bimsmehl grundiert werden. Hier wird stattdessen vorher mit feinerem Schleifpapier (320er) geschliffen.

 

Vorbereitungen

 

Zunächst muss das Gehäuse auf einer stabilen Unterlage gut befestigt werden. Das Polieren erfordert teilweise kräftige Bewegungen unter großem Druck. Festhalten mit der 2. Hand reicht da nicht aus! Auch sollten die Seiten und die Front gut zugänglich sein. Ich befestige das Gehäuse daher an 2 stabilen Böcken mit 2 Schraubzwingen. Denkbar wäre auch eine Befestigung an einem Tisch über Eck.

Stabile Befestigung
Eine stabile Befestigung ist wichtig!

Nun kann’s losgehen.

 

Grundieren

 

Eine kleine Menge, etwa 1-2 Messerspitzen Bimsmehl werden dazu auf die Oberfläche gestreut.

etwas Bimsmehl
nicht zuviel Bimsmehl auf einmal!

Die Wollsocke des Ballens wird mit etwa 1-2 Esslöffel Schellack beträufelt. Nicht zuviel nehmen, lieber etwas nachgeben, wenn die Menge nicht reicht. Nun wird der Trikotstoff in 2 Lagen um den Kern gewickelt. Zum Grundieren kann auch ein kräftiger Stoff eines Bodenlumpens genommen werden. Das Bimsmehl hat eine starke schleifende Wirkung und der Stoff ist rasch durchgescheuert. Je nach Konsistenz der Politur kann nun noch etwas Spiritus auf den Ballen gegeben werden und dann wird das Bimsmehl in kreisenden 8-förmigen Bewegungen in die Poren hinein gerieben. Hierbei wird vorzugsweise quer zur Holzrichtung gearbeitet, um das Bimsmehl nicht wieder aus den Poren zu wischen. Der Ballen wird immer in Bewegung gehalten, er sollte niemals auf der Fläche stehen bleiben, da dann Gefahr besteht, dass er anklebt. Beim Versuch ihn dann wieder abzuziehen, würde man den bisher aufgetragenen Lack wieder abreißen und die Arbeit müsste nach einer Unterbrechung von vorne beginnen. Auch beim Ansetzen muss der Ballen schon in Bewegung sein, also mit Schwung von der Seite beginnen.

 

In dieser Phase der Arbeit kommt es nicht darauf an, eine Lackschicht aufzubauen. Lediglich die Poren sollen sich mit einem Bimsmehl/Lackgemisch füllen. Wenn in den Poren weißes Bimsmehl sichtbar bleibt, ist der Ballen zu trocken und sollte mit Spiritus angefeuchtet werden. Zu nass sollte er aber auch nicht sein, da dann das Mehl aus den Poren wieder ausgewaschen wird. Wenn der Ballen den Bewegungen einen merklichen Widerstand entgegensetzt, ist das Optimum erreicht.

Bimsmehl macht die Poren sichtbar
Bimsmehl macht die Poren sichtbar bis es sich mit Schellack verbindet

Um auch die Seiten bearbeiten zu können, kann etwas Mehl auf den Ballen gegeben werden. Es wird nun einige Dutzend mal die gesamte Fläche in wechselnden Richtungen abgearbeitet. Dabei wird immer wieder etwas Spiritus auf den Ballen gegeben. Gelegentlich wird dann eine Messerspitze Bimsmehl hinzu gegeben. Da die Fläche eines Radiogehäuses relativ klein ist, sollte man zwischendrin immer wieder Pausen machen. Dabei kann der Ballen im Glas deponiert werden, oder die 2.Hand bedeckt ihn und wärmt ihn dabei etwas auf. Die Umgebungstemperatur kann bei so kleinen Flächen eigentlich nicht hoch genug sein. Unter 20°C sollte man nicht arbeiten, eventuell leistet ein kleiner Heizlüfter in einiger Entfernung Hilfe.

so sieht die Fläche während der Grundpolitur aus
so sieht die Fläche während der Grundpolitur aus

 

Vermeiden sollte man Stellen, an denen Bimsmehl mit Schellack an der Oberfläche kleben bleibt. Dies passiert, wenn man zuviel Mehl auf einmal verwendet. Wenn man dieses nicht sofort bemerkt und wieder anlöst, kann es nur noch mit feinem Schleifpapier weggeschliffen werden. Mit der Zeit füllen sich die Poren, was man bei genauem Hinsehen wahrnehmen kann. Eventuell Lesebrille oder Lupe verwenden!

die Poren sind gefüllt
die Poren sind gefüllt

 

2. Durchgang erforderlich

 

Wenn alle Poren gefüllt sind, wird das Gehäuse erst einmal für 2 Tage an einen warmen, trockenen Ort gebracht. Dabei trocknet der Lack, und die Poren werden sich wieder etwas abzeichnen, da der Lack beim Trocknen schrumpft. Auch wenn man dies in diesem Stadium nicht sieht, es ist so! Die Oberfläche sollte nun zuerst mit feinem Schleifpapier der Körnung 240 oder feiner geschliffen werden. Anschließend wird nochmals mit Bimsmehl wie oben beschrieben poliert, es reichen nun allerdings weniger Aufträge. Auch danach wird 2 Tage oder länger gewartet, geschliffen (240 bis 320) und dann kann es an den Aufbau der Lackschicht gehen.

 

Deckpolieren

 

Zum Deckpolieren kann der gleiche Wollkern des Ballens benutzt werden, es muss allerdings ein Trikotstoff verwendet werden, der frei von Bimsmehl ist. Wer öfters poliert, wird sich einen 2. Ballen herstellen, der nur zum Deckpolieren verwendet wird.

 

Es wird, wie beim Grundieren etwas Schellack auf den Wollkern gegeben, 1 Esslöffel etwa. Nun wird der Ballen gut ausgedrückt, so dass der Trikotstoff des Ballens außen auch feucht wird. Ist er noch zu trocken, wird etwas Spiritus zugegeben. Nun wird der Ballen in kreisenden Bewegungen über die Fläche bewegt und dabei kräftig gedrückt. Niemals anhalten! Es muss darauf geachtet werden, dass auch die Ränder genügend Material bekommen. Wenn die Fläche bearbeitet ist, wird der Ballen zur Seite hin aus der Fläche bewegt. Es ist nun sofort sichtbar, wie sich ein hauchdünner glänzender Film auf der Fläche bildet. Die gesamte Fläche wird nun mehrmals abgearbeitet, die Bewegungsrichtung dabei möglichst variiert. Der Ballen sollte mit etwas Kraftanstrengung bewegt werden. Wenn er zu kleben droht, ist etwas Spiritus hinzuzufügen. Setzt er keinen Widerstand entgegen, ist er entweder zu feucht oder zu trocken. Nach einiger Zeit ist eine gewisse Schichtdicke erreicht. Nun steigt das Risiko, dass der Ballen kleben bleibt und die eben aufgebaute Fläche zerstört wird. Dieses Risiko vermindert man durch etwas Zugabe von Polieröl (meist Paraffinöl). Dazu werden ein paar Tropfen auf den Ballen gegeben. Zuviel Öl kann die Haftung des Lackes stören. Um mehr Lack aufzutragen, wird nun nicht etwa immer wieder Lack in den Wollsocken gegeben, sondern lediglich Spiritus zugegeben. Dies kann auch von außen geschehen. Dadurch werden die Schichten immer dünner und können schneller trocknen. Durch die Bewegung und den Spiritus wir die Oberfläche immer glatter poliert und der Glanz entsteht. Das Polieröl sorgt in dieser Phase allerdings noch für eine etwas schmierige Schicht, die den Glanz noch nicht so recht erkennen lässt. Dies soll uns hier aber nicht stören. Das Öl wird erst im letzten Arbeitsgang abpoliert.

noch befindet sich Öl auf der Fläche
noch befindet sich Öl auf der Fläche

 

Es schadet nicht, wenn man die Arbeit immer wieder für kurze Zeit unterbricht. Im Gegenteil kann der Lack besser durchtrocknen und wird härter und unempfindlicher. Es schadet aber nicht, wenn man die Oberfläche gegen das Licht kritisch begutachtet und auf ihre Glätte überprüft. Bevor man aufhört, sollte kaum noch Schellack im Ballen sein, nur noch Spiritus sorgt für die notwendige Feuchtigkeit. Dadurch wird erreicht, dass sich der Schellack an der Oberfläche gleichmäßig verteilt und der Hochglanz entstehen kann. Mehrfaches Wenden des Trikotstoffes sorgt für ein besseres Ergebnis. In dieser Phase wird also nicht mehr Lack aufgebaut, sondern nur noch geglättet.

 

Wer eine dickere Schicht erreichen will, sollte nun ein bis zwei Tage Pause einlegen und dann nochmals, wie beschrieben polieren. Man kann dies solange fortsetzen, bis man zufrieden ist. Wichtig ist, dass der Ballen zum Abschluss wirklich auspoliert wird, das heißt, fast nur noch Spiritus enthält.

 

Es ist leichter, in mehreren Gängen zu polieren. Wer zuviel auf einmal erreichen will riskiert, dass er wieder ganz von vorne anfangen muss. Dies ist der Fall, wenn der Ballen kleben geblieben ist und die Oberfläche aufgerissen wurde. In diesem Falle hilft nur noch stehen lassen und nach ein paar Tagen wieder von neuem beginnen.

 

Auspolieren

Ich lasse die polierte Fläche erst einmal einen Tag stehen und poliere dann das restliche Öl ab. Dazu nimmt man ein spezielles Abpoliermittel, welches das Öl aufnimmt. Dieses ist von verschiedenen Firmen erhältlich. Die Politur wird auf einen Wattebausch gegeben und gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Dann wird sie mit einem frischen Trikotstoff abgerieben, bis der gewünschte Hochglanz erscheint. . Man kann auch verdünnte Schwefelsäure (10%) und Wiener Kalk benutzen. Dazu wird erst die Fläche mittels eines weichen Lappens mit der Säure benetzt, mit dem Wiener Kalk bestäubt und trocken vorsichtig abgewischt und poliert („Abwienern“). Nun ist die Fläche fertig, aber noch etwas empfindlich. Die endgültige Härte stellt sich erst nach einigen Wochen ein. Je glatter und glänzender die Fläche ist, desto schöner ist sie. In der Regel wird man nicht vermeiden können, dass der Lack mit der Zeit besonders an den Poren wieder leichte Unebenheiten zeigt. Wer eine perfekte Politur erreichen will, kann nach einigen Wochen nach einem vorsichtigen und feinen Schliff mit 320er Papier das Deckpolieren und Auspolieren wiederholen. Dabei sollte das Gehäuse an seinem späteren Standort gestanden sein. So lange dauert es, bis die Fläche zur Ruhe kommt.

Die Spiegelung zeigt den Glanz
Die Spiegelung zeigt den Glanz

Und hier nun das Endergebniss:

So sieht das Gerät, ein Grundig 3012W von 1953 wieder ansehnlich aus

Nun sieht das Gerät, ein Grundig 3012W von 1953 wieder ansehnlich aus.

This article was edited 23.Aug.08 10:36 by Martin Renz .

Jochen Amend
Jochen Amend
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24.Nov.06 12:20

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Hallo Herr Renz,

 

es ist immer wieder eine Freude Ihre Beiträge zu lesen. Ihre Erfolge auf diesem Gebiet sind in der Tat umwerfend.
Ich kann mir und dem gesmten RM nur wünschen, dass wir noch viel von Ihnen zu lesen bekommen!
Ich selbst habe noch ein Grundig 3010 in ähnlich schlechtem äusseren Zustand. Daran werde ich mich einmal nach Ihrem Bericht versuchen.

Herzliche Grüße,

Jochen Amend

Dietmar Rich
 
 
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24.Nov.06 13:37

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo !

Ist ein super Bericht - und das Ergebnis ist echt toll. Wünschte mein 5050 wurde so aussehen...
Leider hatte ich bei meinen Versuchen, trotz Unterrichtung durch einen Restaurator keine guten Ergebnisse. Ich hatte immer Probleme mit klebenden Ballen, vor Allem in schwierigen Ecken und Biegungen - Schließlich habe ich für mich feststellen müssen, das ich wohl zu unbegabt bin.
Machen Sie das beruflich und würden Sie Auftragsarbeiten annehmen ??

Viele Grüße

D.R.
Konrad Birkner † 12.08.2014
Konrad Birkner † 12.08.2014
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24.Nov.06 14:51

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Gratuliere zu diesem tollen Beitrag!

Lang ists her, dass ich damit mal Gehversuche machte. Über ein kleines Kästchen mit max 25 cm hinaus hatte ich dabei kaum nennenswerten Erfolg. Jetzt habe ich gelernt, dass ich zu viel Schellack auf einmal verwendete.

Frage: kann es sein, dass seinerzeit sog."Wiener Kalk" zum Polieren verwendet wurde? Ich meine mich daran zu erinnern.

Weiter so!

Grüsse,
KoBi

Nils Mühlbrandt
 
 
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24.Nov.06 16:25

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Lieber Herr Renz,

auch von mir vielen Dank für diesen lehrreichen Bericht ! 

Nun bin ich froh, daß ich im Prinzip bisher (mehr bei Möbeln etc) alles so halbwegs richtig gemacht habe. Es war mehr Zufall, dank Ihres Beitrages ist es jetzt Wissen ! :-)

Herr Birkner, ja, die Verwendung von Wiener Kalk zur Politur kann ich  bestätigen.

Auch zur  Bakelit-Politur verwende ich ihn mit erstaunlichen Erfolgen. Bei Bakelit aber verdünne ich den Wiener Kalk mit ein paar Tropfen Reinigungsbenzin zu einem Brei,  mit Wasser sind die Resultate weniger verblüffend. Wiener Kalk ist vollkommen ungiftig, "essbar" - wem's denn schmeckt - und auch für Metalle und Edelstahl ein vorzügliches Poliermittel.

Mit Gruß, NM

 

This article was edited 24.Nov.06 16:28 by Nils Mühlbrandt .

Peter Jablonskyj
 
 
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24.Nov.06 18:16

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Auch ich möchte mich bedanken.  Habe bisher mehrmals Versuche mit sogenanntem Schellstreichlack unternommen. Über die Ergebnisse schweige ich lieber. (Obwohl auf den Etiketten drauf steht, das man den Lack mit Pinsel auftragen kann).
Nach diesem Beitrag hier weiß ich es jetzt besser.

Eine Frage beschäftigt mich aber noch in diesem Zusammenhang:
Wie hat die damalige Industrie die Lackschicht und Politur auf diese Gehäuse drauf bekommen?
(Kann mir nicht vorstellen, das die damals diesen enormen Aufwand betreiben konnten)

Mit freundlichem Gruß
Peter.
Martin Renz
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25.Nov.06 15:01

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Erst mal vielen Dank für die zustimmenden Komentare. Es freut mich, wenn ich den ein oder anderen Tip zur Verbesserung der äusseren Restauration geben kann.

Herr Amend,
ich denke das das Gehäuse des 3010 ein gutes Objekt für eine Politur darstellt, es ist ja ziemlich baugleich mit dem 3012.

Herr Rich,
ihre Schwierigkeiten liegen sicher eher an der bisher unzureichenden Kenntniss der richtigen Methode, einen Ballen zu führen und an den richtigen Mengen der Lack und Hilfsstoffe. Vielleicht versuchen Sie es ja nochmal bei einem einfachen Gehäuse mit wenig  Ecken und  Verzierungen? Mangelnde Begabung kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.
Wie Sie in meinem Profil sehen können, bin ich beruflich als Tischler tätig. Wir stellen in der Hauptsache individuelle Möbel her und restaurieren auch gelegentlich schellackpolierte Möbel wie Sekretäre, Komoden und Tische. Wir machen dies in der Regel zu einem vorher vereinbarten Preisrahmen, der sich am erwarteten und gewünschten Aufwand orientiert und sich an den im Tischlerhandwerk üblichen Stundensätzen orientiert. Je nach Zustand und Bauart des Gehäuses muss man für eine vollständige Politur mit 3-5 Stunden Aufwand rechnen. Ob es einem soviel Wert ist, muss also im Einzelfall abgewogen werden.

Herr Birkner und Herr Mühlbrandt,
ja, Wiener Kalk ist vielseitig verwendbar. Benzin löst den Schellack nicht an und eignet sich somit gut als Reinigungsmittel auch in Verbindung mit Wiener Kalk.

Herr Jablonskyj,
der Schellstreichlack ist auch unter der Bezeichnung "St. Petersburger Schellack" erhältlich. Er eignet sich ganz gut, um an Verzierungen, Schnitzereien und anderen für den Ballen unzugänglichen Stellen einen Lackauftrag zu ermöglichen. Für die Fläche und Pinselauftrag eignen sich solch schnelltrocknenden Lacke aber generell weniger gut, auch wenn dies anders angegeben ist.

Der Aufwand einer Politur dürfte in der Tat ein Grund dafür sein, dass es nur sehr wenige Radiogehäuse gibt, die ab Werk damit versehen sind. Wer mir eines nennen kann, möge dies bitte tun. Ich habe bisher erst eine Musiktruhe gesehen, bei der ich vermute, dass sie schellackploiert war. Dabei spielt nicht einmal so sehr der Zeitaufwand eine Rolle, es sind eher die langen Zeiträume, über die sich eine hochwertige Politur erstrecken muss, die das Verfahren für eine Serienfertigung ungeeignet machen. Das Verfahren ist, wie ausgeführt, in der Regel nicht "orginal", auch wenn es als zeittypisch gelten mag. Es ermöglicht jedoch hochwertige und attraktive Ergebnisse ohne teure Ausrüstung wie Spritzpistole, Schleifmaschinen ect. Deshalb erscheint es mir in vielen Fällen als gut geeignet. Siehe auch den Beitrag "Schellack als Oberfläche von Radiogehäusen?" 
Bernd Weith
 
 
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25.Nov.06 20:21

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 Hallo Herr Renz,

alle Achtung für Ihre Arbeit. Ich habe ähnliches auch schon mit sehr viel Zeitaufwand gemacht. Doch wie haben Sie, wenn das Gehäuse abgeschliffen wurde, die goldenen Zierstreifen wieder so toll hinbekommen?

Bernd Weith
Christoph Frohn
 
 
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25.Nov.06 23:39

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9 Entschuldigen Sie, wenn ich eine Frage stelle, die eigentlich nicht zu 100% in das RM passt - aber vielleicht hat der eine oder andere ja auch mit schwarz polierten Radiogehäusen zu tun.
Kann man auf die selbe Art und Weise auch schwarze Schellackflächen bearbeiten, z.B. Pianos und Flügel? Die Flächen sind im Falle eines Flügels natürlich riesengroß, geht das dennoch auf diese Art? Sollte man gleich mit mehreren Ballen arbeiten? Was würden Sie zur "Schwärzung" des Untergrundes nehmen, wo jahrzehntelange Sonneneinstrahlung den Untergrund braun hat werden lassen?
Martin Renz
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26.Nov.06 11:31

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 Hallo Herr Weith,
Ihre Frage wird im Beitrag „Vorbereitung für eine Politur…” beantwortet. Es handelt sich hier nicht um einen goldenen Zierstreifen, sondern um eine eingelegte Furnierader aus Ahorn. Zu den Goldstreifen gibt es einen Beitrag hier.

Herr Frohn,
das sogenannte Schwarzpolieren stellt die hohe Kunst des Polierens dar. Es geht mit schwarz eingefärbtem Schellack auf schwarz gebeiztem Untergrund.  Dabei sind  etwa  10 Durchgänge erforderlich um eine perfekte Oberfläche zu erhalten.  Dies ist definitiv nichts für Anfänger, ich würde mich in diesem Falle selbst an einen Klavierbauer wenden. Die schwarze Fläche verzeiht absolut keine Unregelmäßigkeiten. Andererseits: Übung macht den Meister…
Jochen Amend
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29.Nov.06 09:26

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11

Hallo Herr Renz,

und Hallo liebe Sammlerkollegen. In Ebay wird gerade Polierschellack angeboten. Können Sie, lieber Herr Renz, eventuell eine Empfehlung dazu machen oder gar Abraten? Der Preis liegt zumindest in einem Bereich, wo eine Fehlinvestition verschmerzbar wäre.
Ihr Beitrag hat mir wirklich Lust und Mut gemacht, diese Technik auszuprobieren und zu erlernen.

Viele Grüße,

Jochen

Martin Renz
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29.Nov.06 13:05

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   12 Hallo Herr Amend,
ich kenne diesen Schellack nicht. Mein Ratschlag muss daher unverbindlich bleiben. Da der Verkäufer laut seiner Aussage diesen in verdünnter Form zum Polieren empfielt, ist anzunehmen, dass dies auch so stimmt. Schellack gibt es in verschiedenen Reinheitsgraden zu kaufen und dieser wird dann in reinem Äthanol (oder nach neuerer Schreibweise "Ethanol") gelöst. Hier könnte allenfalls der Wasseranteil zu hoch sein oder ein unangenehm riechendes Gällmittel enthalten sein.
Ich würde Ihnen empfehlen, es einfach mal auszuprobieren und im Forum darüber berichten. Der Preis geht meiner Ansicht nach in Ordnung. Der auch angebotene "blonde" Schellack ist zusätzlich gebleicht und eignet sich daher auch gut für helle Hölzer wie Ahorn und Birke. "Rubin" ist problemlos auf Nussbaum und anderen dunklen Hölzern verwendbar. Im Zweifel ist der blonde universeller anwendbar, da ja vor der Politur auch gebeizt werden kann.
Auf der  Seite des Anbieters wird empfohlen, handelsüblichen Brennspiritus zum Verdünnen zu benutzen. Ich würde davon abraten, dieser enthält meist nur 94% Alkohol und damit für meinen Geschmack zuviel Wasser. Besser ist in jedem Falle "Spezialverdünnung MP" von Clou oder 99%iges Ethanol aus der Apotheke, auch wenn dies sicher etwas teurer ist.

Ich wünsche gutes Gelingen

Martin Renz

This article was edited 02.Jan.07 15:19 by Martin Renz .

Jochen Amend
Jochen Amend
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29.Nov.06 13:45

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   13

Vielen Dank für Ihre Einschätzung, Herr Renz.

Natürlich können Sie nur unverbindliche Empfehlungen machen. Ich werde Sie bestimmt nicht in die Pflicht nehmen, wenn mein Vorhaben misslingt! ;O)
Gut. Ich werde mir dann eine Flasche bestellen und mich dann in den kommenden Wochen an meine erste Schellackpolitur wagen. Meine Erfolge (oder Misserfolge) werde ich hier anhängen.
Nochmals vielen Dank, Herr Renz,

und herzliche Grüße

Jochen Amend

Hans-Georg Schirmer
Hans-Georg Schirmer
 
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Hallo zusammen,

Schellack gibt es beispielsweise bei www.restaurus.de, ich habe Anfang 2006 13,82 €  für 500 g Blätterschellack Typ "Doppelsonne" bezahlt. Wenn man in der Apotheke Bimsmehl (es heißt auch Bimssteinpulver oder Bimssteinmehl, Preis etwa 6 € / 500 g) verlangt, empfiehlt es sich, auch den lateinischen Namen Lapis Pumicis plv. zu nennen. Unter Umständen ist dieser Artikel in der Suchmaske des Großhändlers nur lateinisch aufgeführt. Ich hatte schon einmal ein entsprechendes "haben-wir- nicht-gibt´s-nicht" - Erlebnis, als ich Nickelsalz (zum galvanischen Vernickeln von Messingschrauben) verlangte.

Dem Dank meiner Vorgänger an den Erstautor dieses threads schließe ich mich an. Mancher andere Restaurator würde dieses fundierte Wissen bestimmt für sich behalten!

Gruß, Hans-Georg Schirmer

  

Dietmar Rich
 
 
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30.Nov.06 11:56

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   15 Hallo !

Noch eine Frage zum Lackieren von Gehäusen : Original sind die Radiogehäuse ja gespritzt. Ist eine solche Restaurierung (Spritzen, zwischenpolieren etc) denn komplizierter als die Handpoliermethode mit Schellack ?? Warum macht das kaum jemand ??

Vielen Dank

D.Rich
Martin Renz
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30.Nov.06 17:44

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   16 Hallo Herr Rich,
Sie haben völlig Recht, die Radiogehäuse der Nachkriegszeit sind in der Regel mit der Spritzpistole lackiert worden. Die Lackarten haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und es ist nicht immer ganz leicht herauszufinden, welchen Aufbau der Orginallack hatte. Schellack war es im allgemeinen so gut wie nie, dieser lässt sich auch nicht spritzen.

Um ein Gehäuse mit Lack zu spritzen ist zur Vorbereitung der gleiche Aufwand nötig, wie für eine Politur.
Für das weitere Vorgehen wird dann eine Spritzpistole (ab ca. 60 EUR gibt es brauchbare), ein Kompressor für die Druckluft (ab 200 EUR?) und ein Raum zum Spritzen benötigt. Dieser sollte mit einer guten Entlüftung versehen sein, neben dem gesundheitlichen Aspekt stört ansonsten der Spritznebel das Ergebniss und über die restliche Einrichtung legt sich ein lästiger bis zerstörerischer Lacknebel. Im Sommer kann man ins Freie ausweichen, kleine Mücken fühlen sich dann aber nicht selten magisch vom frischen Lack angezogen. Eine Politur ist nicht nötig, zwischen dem ersten und dem zweiten Auftrag erfolgt lediglich ein Zwischenschliff mit 240er Papier.
Für eine Tischlerei mit Lackierraum ist der Aufwand gering, das läuft so mit anderen Arbeiten mit. Für einen Radiotechniker oder Ingenieur mit gut eingerichteter Radio-Werkstatt ist der Aufwand jedoch enorm. Dazu kommt, dass sich mit diesen Mitteln kein einwandfreier Hochglanz erzeugen lässt, lediglich matte bis seidenmatte und eventuell leicht glänzende Oberflächen gelingen so. Um eine Hochglanzfläche zu erzeugen braucht es einen „Reinraum”, in dem die Zuluft sehr gut gefiltert wird. (Autolackierereien haben gelegentlich so etwas). Andernfalls zerstören feinste Staubpartikel jede Illusion einer  Hochglanzfläche.
In vielen Fällen ist Hochglanz ja auch nicht nötig, es muss ja nicht besser als das Orginal werden,  ich selbst spritze daher gerne die meisten Gehäuse.

Es ging mir in dem obigen Beitrag nur darum aufzuzeigen, wie mit relativ einfachen und gesundheitsfreundlichen Mitteln eine perfekte Hochglanzfläche erzeugt werden kann, zudem noch mit einem Lack, der seit der damaligen Zeit unverändert erhältlich ist. Durch die Handarbeit passt er im Aussehen auch besser zu den historischen Gehäusen, wie ein perfekt gespritzter, moderner DD-Lack. Er ist sicher nicht orginal, lässt sich aber relativ leicht wieder entfernen, analog zu den ausgewechselten Papierkondensatoren im Inneren des Gerätes.
Wer aus restauratorischer Sicht den Orginalzustand des Gerätes erhalten will, sollte den orginalen Lack ohnehin nicht entfernen. Das möge jeder nach seinen Bedürfnissen selbst entscheiden.


  
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