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Sendemastsprengung MW Sender Wien

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Wolfgang Bauer
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22.Jan.10 20:05
 
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Bisamberg-Sendemast wird gesprengt.

Wieder wird ein traditionsreicher Sender für immer verschwinden.

Wien - Die Tage von Österreichs höchstem Bauwerk sind gezählt: Der 265 Meter hohe Nordmast des Senders Bisamberg an der Grenze von Niederösterreich und Wien wird Ende Februar gesprengt. Zugleich fällt dann auch sein kleineres, nur 120 Meter hohes Pendant. Der Grund für die Sprengung seien die hohen Instandhaltungskosten.
Wie der "Kurier" berichtet, hätte allein die Erneuerung der Stahlseilsicherung eine Million Euro gekostet. So werden vier Sprengungen im Februar den 80 Tonnen schweren Mast in drei Teile zerlegen und seiner Karriere als höchstem Bauwerk ein Ende setzen. Sein kleiner "Bruder" soll im Ganzen fallen.
Der eigentliche Mittelwellensender Bisamberg ist bereits seit 1995 nicht mehr in Betrieb. Der Kern der Anlage wurde 1933 errichtet, allerdings 1945 von den abziehenden SS-Truppen zerstört. 1950 haben russische Besatzungstruppen einen provisorischen Sendebetrieb eingeführt. In ihrer heutigen Form entstand die Sendeanlage 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW. Während sich die beiden gigantischen Masten auf Wiener Stadtgebiet befinden, liegt der überwiegende Teil des Sendegebäudes im niederösterreichischen Langenzersdorf.
Informationsquelle im Kalten Krieg
In den Jahren des Kalten Krieges dienten die Mittelwellensender des ORF auch als Informationsquelle für die Menschen im östlichen Mitteleuropa.
Mit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" schien diese Funktion nicht mehr notwendig. Deshalb stellte der ORF 1995 seine Mittelwellensendungen ein.
1997 wurde der Sendebetrieb wieder aufgenommen. Der historische Mittelwellensender des ORF ging auf der Frequenz von 1476 kHz täglich wieder in Betrieb.
In den Abendstunden sollten für Europa wieder Qualitätsinformationsprogramme von
Radio Österreich 1 und mehrsprachig von Radio Österreich International gesendet werden. Ende 2008 wurde der Betrieb schließlich eingestellt.
Bedeutung hatte der Sender auch 1999 während des Jugoslawien-Krieges. Für etwa drei Monate wurde das Programm der ORF-Sendung "Nachbar in Not" in Richtung Balkan ausgestrahlt.
Auch wenn die beiden Stahlfachwerkriesen fallen werden, bleibt der Senderaum aus den 1950er Jahren der Nachwelt erhalten und wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Was mit dem 25 Hektar großen Areal im Besitz der Stadt Wien und des ORF geschieht, ist noch offen. (APA)

WB.

Blick von Klosterneuburg auf die beiden Sendemasten.

This article was edited 22.Jan.10 20:25 by Wolfgang Bauer .

Wolfgang Bauer
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23.Jan.10 06:12

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Hier noch ein interessanter Link über den Sender Bisamberg:
==> MW - Sender - Bisamberg, Geschichte und Technik.

Noch ein guter Link über den Sender Bisamberg, den mir Herr Hans Haas geschickt hat:
==> Mittelwellen Sendeanlage Bisamberg. Auf "Hochfrequenzseiten" klicken , dann "Mittelwellen-Sendeanlage-Bisamberg".

MfG. WB.

This article was edited 23.Jan.10 18:27 by Wolfgang Bauer .

Wolfgang Bauer
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23.Jan.10 18:32

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Ich habe noch im Post 2 einen neuen Link eingefügt.

MfG. WB.

This article was edited 23.Jan.10 18:35 by Wolfgang Bauer .

Wolfgang Bauer
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24.Jan.10 16:40

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Auch Herr Scheida hat in seinem Forumsbeitrag 1980: Radio- und Fernsehtechniker Reparaturalltag etwas über einen Besuch am Sender Bisamberg berichtet.

Er schrieb in seinem bebilderten Bericht:

Aus den Erinnerungen eines Grundig Lehrlings

Weitere Exkursionen führten uns mit Herrn Ing. Stiny auf den Mittelwellensender Bisamberg, der zu dieser Zeit noch das Vollprogramm leistete und bereits die energiesparende, modulationsabhängige Trägerabsenkung (Optimod?) hatte.
Beeindruckend blieben die drei übermannshohen, langsamlaufenden Schiffsdieselgeneratoren in der Halle mit dem Klinkerboden, die im Umfeld der labilen politischen Situation im Österreich der 1930er Jahre eine Unabhängigkeit vom Stromnetz boten und auch nach Verlegung einer Hochspannungsleitung als Redundanz blieben. Dieser Teil war einer, dessen Sprengung im Gegensatz zu den Sendemasten in den letzten Kriegstagen durch beherzten Einsatz Beteiligter verhindert werden konnte.
Die mannsgroßen Spulen und die Antennenanpassglieder mitsamt der reusenförmigen Freileitungssignalzuführung galt es neben der Mischung aus 1930er und 1950er Bauarchitektur (Stichwort: Kathedralen der Technik) zu studieren.

Wolfgang Bauer
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18.Feb.10 12:13

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Nach neuesten Informationen wird dieser traditionsreiche Sender am 24. Februar 2010 gesprengt.

MfG. WB.

Dietrich Grötzer
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Die Sprengung der Sendemasten soll am 24.02.2010 zwischen 12 und 15 Uhr erfolgen.

TW1 übertragt die Sprengung live. Im Internet ist auch ein Livestream herunterladbar www.tw1.at

Übertragungszeiten 11h50 und 14h50

TW1 ist über Satellit Astra 1H Transponder 115 12,66275GHz horizontal SR22000 FEC 5/6  unverschlüsselt zu empfangen.

This article was edited 23.Feb.10 16:49 by Dietrich Grötzer .

Johannes Bernhauser
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Der ORF-Bericht zur Sprengung: http://wien.orf.at/stories/424795/

Ich empfinde die endgültige Vernichtung des Senders Bisamberg als persönlichen Verlust, der Sender hat mich während meiner Radiobastler-Laufbahn in den 60er Jahren begleitet und später war ich im europäischen Ausland oft froh, auf Mittelwelle das Ö1 Nachtjournal hören zu können.

Auch optisch ist es ein Verlust, der Bisamberg steht jetzt "nackt" und ohne Wahrzeichen herum (ich wohne in der Nähe).

Hans-Thomas Schmidt
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24.Feb.10 20:57

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Liebe Radiofreunde,

ein schwarzer Tag für die Rundfunkgeschichte.
Ich erinnere mich noch gut an meine Wiener Zeit, Mitte-Ende der 70er, wo ich mit meinem Walzendetektor auf der Welle Bisamberg sogar leisen Lautsprecherempfang bekam. Das hat mir seinerzeit viel Freude bereitet.

Wenigstens soll der Senderaum wieder öffentlich zugänglich gemacht werden.

Baba, Sender Bisamberg.

H.-T. Schmidt

Knut Rothstein
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25.Feb.10 10:30

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Liebe Freunde eines zumindest relativ freien Rundfunks,

ich kann mich nicht zurückhalten, wenn wieder ein traditionsreicher Sender wie Beromünster oder jetzt Bisamberg außer Betrieb gehen.

Schon mehrfach habe ich hier und an anderen Stellen auf die Risiken hingewiesen, die mit dem Verzicht auf die direkt (auf Kurzwelle sogar weltweit) zu empfangenden Sender verbunden sind.

Reaktionen bekomme ich darauf nur selten. Wenn, dann von älteren Menschen.

Die Jugend erfreut sich am Internet und glaubt, damit zuverlässig informiert zu sein.

Dass die sogenannten modernen Kommunikationswege anfälliger gegen Manipulation bis zur Abschaltung sind als die alten, will niemand hören. Regierende und Konzerne bekommen da zunehmend Möglichkeiten, von denen frühere Propagandisten wohl gern geträumt hätten.

Insbesondere aus diesen Gründen stimme ich den bedauernden Aussagen meiner Vorschreiber zu.

Mehr noch, ich halte diese Entwicklung für gefährlich.

 

 

 

Wolfgang Bauer
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02.Mar.10 19:06

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Die Fotos vom traurigen Ende des traditionsreichen Senders Bisamberg.

Wolfgang Bauer
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02.May.13 06:50
 
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Hier noch einige Bilder zur Verfügung gestellt von Herrn Rudolf Drabek.
Er schreibt:
Ich habe einige Fotos zu ihrem Beitrag zum Hinzuzufügen. Das Copyright liegt bei Herrn W. Scheidl, der an der Sprengung beteiligt war.
Er stimmt einer Veröffentlichung in RMorg zu.
Sensible Bilder, wie z.B. die Art des Sprengmittels sind für die Veröffentlichung in heutigen Zeiten nicht geeignet.
Wer Soldat war wird über Hohlladungen Bescheid wissen.

Die Sender in alter Schönheit.

 

Ein Abspannisolator

 

Anspeisung mit Blick auf Wien


Speiseleitung

Fusspunkt mit Blitzableiterstrecke



Fusspunkt nach der Sprengung


Alte Blitzeinschläge


Sprengung des 1476 kHz Sendemastes


Sprengung des 585 kHz Sendemastes


Wirkung der Schneidladung


Sprengschnitt


 

This article was edited 02.May.13 06:51 by Wolfgang Bauer .

  
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