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siemens: Die RENS1234 im 37WLK; Reflex-S.

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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06.May.06 19:36

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Der Siemens Reflex-Super 37WLK (schaltungsmäßig identsch mit: AEG Super-Geatron 34WLK & Telefunken Meistersuper 332WLK) hat nur 3 Empfangsröhren: ACH1, RENS1234 & RENS1374d.

Die RENS1234, eigentlich konzipiert als HF - ZF Regelröhre mit geringem Regelspannungsbedarf, hat dabei 3 Funktionen zu erfüllen:
1. ZF-Verstärker, 2. Demodulator, 3. NF-Verstärker. 

Bei üblichen Reflexschaltungen wird die Demodulation nicht in der gleichen Röhre gemacht. Hier ist es deshalb möglich, weil die RENS1234 eine Hexode ist und (etwas unüblich) das 2. Schirmgitter als Anode verwendet wird. Damit arbeitet sie de facto für die ZF- und NF-Verstärkung als Pentode(!). Die Anode wird als Gleichrichter-Diode für die Demodulation verwendet. Die dafür notwendige Katode wird durch die Raumladungswolke zwischen 2. Schirmgitter und Anode gebildet.

In einem einfachen Schaltbild (Wiesemann, H.: Praktische Funktechnik, Frankh, 1939, S. 19, Bild 29; Wurde ein Radio mit dieser Schaltung tatsächlich hergestellt?) sind die Signalwege eingetragen: magenta  HF, cyan NF.


Wie man erkennt, ist die Anode der RENS1234 potentialmäßig auf 0 V und das 2. Schirmgitter fungiert als "Anode". 

Im Schaltbild des Siemens 37WLK ist die RENS1234 in der ZF angeordnet. Auch hier sind die Signalwege eingetragen, zusammen mit einer (rot gezeichneten) Ersatz-Diode für die Demodulation.
 
Diese Ersatz-Diode zeigt, wie in dieser Verwendung der RENS1234 diese durch eine Pentode und eine Germanium-Diode ersetzt werden kann. (Falls "nur" die Funktion des Radios sichergestellt werden soll, aber die Kosten für eine RENS1234 eingespart werden sollen.)

Die RENS1234 (genau so wie die Mischhexode RENS1224) wurden nur kuzzeitig verbaut und sind heute eher selten zu erhalten. Im Jahre 1934 hat noch Otto Kappelmayer diese Hexoden über den grünen Klee gelobt.
































Die Bilder aus diesem Buch (Reprint: Maria Magdalene Freundlieb) zeigen einen Blick in den Systemaufbau von oben gesehen und ein Schnittbild der Röhre.

Die Frage der Ersatzröhre ist für praktische Verhältnisse zufriedenstellend lösbar. Aufgrund der "kurzen" Kennlinie der RENS1234 kommt keine echte Regelröhre in Betracht (z.B. AF3), weil deren Kennlinien "zu lang" sind, sondern z.B. eine AF7. Diese ist eigentlich nicht für Regelbetrieb vorgesehen, erfüllt aber hier ihren Zweck voll.



















Weil alle Röhren im 37WLK Stiftröhren sind, ist eine AF7 als Röhre mit Topfsockel eigentlich nicht ganz passend, jedoch wurde sie verwendet, weil sie den Gitteranschluß oben hat - wie die RENS1234 auch.

Mit Hilfe eines Hexodensockels (z.B. von einer unbrauchbaren ACH1) und einer Topffassung läßt sich ein passender Adapter herstellen, wenn da noch eine Ge-Diode (Typ:AA... ; Spitzenkontakt, hochohmig) eingelötet wird. Mit etwas Schrumpfschlauch lassen sich die beiden Teile verbinden. Das nächste Bild zeigt eine solche "Ersatz"-RENS1234 in einem 37WLK. (Siehe auch die Bilder beim 37WLK)


Dietmar Rudolph












Dietmar Rudolph
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22.Aug.11 19:15

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Theoretisch - und auch gemäß den üblichen Schaltungssammlungen - sind in den frühen '30ern einige Geräte von AEG, Telefunken und Siemens in der Schaltung identisch. Die Gehäuse und die Skalen unterscheiden sich jedoch, desgleichen die Typbezeichnungen.

Hier betrifft es die Geräte

Nun hat mich mein Kollege Roberto Guidorzi darauf aufmerksam gemacht, daß der Reflexkreis bei seinem Siemens 37WLK sich von der Schaltung nach Regelin unterscheidet. Eine Überpüfung meines Gerätes ergab ebenfalls diese Abweichung.

Die Schaltung des Reflexkreises beim 332WLK findet man im Telefunken Wekstattbuch. (Original TFK)

Wie zu erkennen ist, ist der "Reflexkreis" (97, 98, 99) mit der Anode verbunden, während die Koppelwicklung (100) am Gitter 4 der RENS1234 liegt.

In dieser Weise ist auch die Schaltung des Siemens 37WLK bei Regelin gezeichnet.

Ein entsprechender Schaltungsauszug für den AEG Super-Geatron34WLK (aus AEG Hilfsbuch für den Funkhändler) zeigt einen geänderten Reflexkreis. (Original AEG)

Man erkennt die gleiche Nummerierung wie bei Telefunken. Demnach stammt die Schaltung ursprünglich daher. Jedoch ist nun der Reflexkreis (97, 98, 99) an das Gitter 4 der RENS1234 angeschlossen, während die Koppelwicklung mit der Anode verbunden ist. Aus dem vergrößerten Schaltungsauszug sieht man aber auch deutlich, daß diese Änderung gegenüber der Telefunken-Schaltung nachträglich (per Hand?) gemacht wurde.

In der Schaltungssammlung von Lange-Nowisch ist der Reflexkreis ebenfalls in dieser Art gezeichnet, ebenso wie in der A.R.T. Schaltungssammlung, von der der nächste Ausschnitt stammt.

Außer daß sich wieder einmal zeigt, daß die üblichen Schaltungssammlungen fehlerbehaftet sind, kann man hier zu der Ansicht gelangen, daß die Beschaltung des Reflexkreises gemäß TFK die ursprüngliche Variante ist, während die Beschaltung gemäß AEG eine spätere Variante darstellt.

Möglicherweise arbeitet die spätere Variante stabiler in dieser Mehrfach-Reflex-Schaltung.

Es ist nicht bekannt, ob es beim Siemens 37WLK auch eine "frühe Variante" der Schaltung des Reflexkreises gibt.


Eine Bitte an die Besitzer eines Siemens 37WLK: Bitte überprüfen Sie welche Variante in Ihrem Gerät realisiert ist. Dies ist sehr leicht möglich:

  1. RENS1234 und RENS1374d herausnehmen.
  2. Schrauben des kleinen Filter-Bechers zwischen RENS1234 und Netztrafo lösen.
  3. Filterbecher nach oben abziehen.
  4. Mit Ohmmeter messen zwischen dem Trimmer (97) oben im Becher und dem Pin für Gitter 4 bzw. Anode in der Fassung der RENS1234. (Anode ist der mittlere der 3 weiter von einander entfernten Pins. Gitter 4 ist der links daneben.)

Besitzer eines Siemens 37WL könnten bitte ebenfalls überprüfen. Hier könnte eventuell die "frühe Variante" realisiert sein.

MfG DR

  
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