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E311 in SSB mit krachenden Stoerungen

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Thomas Brunner
Thomas Brunner
 
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22.Apr.09 12:26

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 Info ueber E311 in SSB mit krachenden Stoerungen die von selbst oder bei Klopfen aufttreten
 

oder Thema: ein sogenanntes `Krachsingen`bei zu weit aufgedrehter Lautstaerke und gleichzeitiger Wiedergabe über den eingebauten Lautsprecher.

Ich muss zugeben als ich diese Erscheinung zum ersten Male bei meinen E311s bemerkte und habe ich nicht voraussehen koennen so ins Detail gehen zu müssen, sogar ins Innere eines bestimmten Bauelements.
Nach dieser Dektektivarbeit festzustellen dass eigentlich unmögliches möglich wird freut das Technikerherz um so mehr, ein gefundener Fehler ist ein reparierter Fehler, oder ?

Aber lesen Sie selbst!

Ich war gerade mit Langwelle RTTY, DWD auf 147,3kHz und einem Telereader Dekoder unterwegs und bekam schoene Wetter Klarmeldungen herein.
Mein neu erstandener E311-e2 Bj 1960 hatte grade einen umfangreichen Abgleich hinter sich, Rasteroszillator und die Uebereinstimmung der Rundskala mit dem A1 Oszillator prima hinbekommen.
Also in freudiger Erwartung davorsitzen und noch eine Stunde pruefen und die Eckmarken jeden Bereich nach Warmlauf nochmals kontrollieren.
Doch in SSB faellt ein unangenehmes Knistern auf.

Schon beim Umschalten der Bereiche oder Betätigen des USB-LSB Schalters fiel mir ein seltames, manchmal singendes Krachgeraeusch auf das ich wie ich anfangs glaubte mit der Reinigung der Kontakte im Spektrumoszillator beseitigt haette.
Also Chassis nochmals zu 2/3 herausziehen und die Module leicht abklopfen wie wir es ja in der
Fernsehtechnik mal gelernt haben, wer kann sich noch an die GRUNDIG Modultechnik erinnern ?

Erfreulicherweise war der Fehler dauernd präsent, so war er schnell lokalisert, beide Quarze an der Oberseite der NF-Kassette klopfempfindlich, Aufschrift 30 und  31kHz.
Dessen Zweck: Einseitenbandfilter USB-LSB
Nun denn, in meinem Servicekit wo alle moegliche E311 Schaetze noch lagern waren die Quarze schnell ausgetauscht und es war wieder himmlische Ruhe.
Erklärbar war auch die Geräuscherzeugung bei zu hoch aufgedrehter Lautstärke weil in diesem Falle die Quarze wie ein Mikrofon wirkten und so die Rückkoppelung zum Lautsprecher stattfand.
Das wars ? Nein. Empfänger funktioniert prima! Aber,,,

Den groessten Aufwand betreiben diejenigen Techniker die nach erfolgreicher Reparatur auch noch wissen muessen WARUM das Bauteil ausfaellt, zu denen gehoere ich leider auch.
Zudem würde es sich auch lohnen herauszufinden was denn genau innerhalb des Quarzes ausfaellt, und ob man das auch eventell reparieren kann ? Gut, aber Quarze reparieren ?

Da diese Quarze am Boden rundum verloetet sind habe ich mir erlaubt diese zu oeffnen und dessen Kappe vorsichtig abzuziehen.
Zunächst das Quarzpaar selbst:



Das Innenleben sieht aus wie folgt:

Man erkennt die Blechhülle, die Schutzhülle und die Quarzplatte mit den Abgriffen.
Zudem ist die Quarzplatte vergoldet, die ebenso vergoldeten Anschlussdrähte sind
mit einem kleinen Lötpunkt angebracht und halten so ganz nebenbei den Quarz
mittig.
Aha, sagt das Quarzkochbuch im Internet, vermutlich ein Biegeschwingertyp,
XT oder NT Schnitt, soviel zur Theorie.(Quelle: Das Quarzkochbuch, Kap2, Bild 2.12)

Was kann den nun das Krachen verursachen ? Der Fehler war in den Lötpunkten.
Hier noch eine Seitenansicht der die feinen Haltedrähtchen gut darstellt:


oder hier:



Also: 4 Drähte, jeweils 2 auf der oberen und 2 auf der unteren sind
mit dem aufbedampften Belag nur durch einen Zinnpunkt verbunden
und einer davon war lose.
Der Lötpunkt sah noch perfekt aus, aber mit einer feinen Pinzette war der Übeltäter
schnell gefunden. Man nehme dann eine feine Lötspitze und SMD
Lötzinn, sowie ein gutes Mikroskop. Die Löttemperatur sollte nicht über
300 Grad und dann auch nur kurzzeitig erfolgen, bitte vorher an einer Probeplatine üben!

Vorsichtig, vorsichtig, denn die Lötstelle am Quarzplättchen soll sich nicht vergrössern.!
Die anschliessende Zupfprobe am Haltedraht gibt Aufschluss über die Haftung.
Nachdem jetzt das nötige Wissen, die Erfahrung und das Handwerkszeug
vorhanden war nahm ich meinen ganzen Mut nochmals zusammen und
untersuchte den zweiten Quarz der auch sehr sehr klopfempfindlich war.

Siehe da: 3 Anschlüsse waren lose, löten wie vorher und dann die Schätzchen in umgekehrter
Reihenfolge wieder zusammenbauen.
Mit einer breiteren Spitze die Lötzinnreste mittels einer Entlötlitze an Hülle und
Boden entfernen, Schutzhülle in die Kappe, Quarz zurück ins Häuschen und
einmal zweimal mit der breiten Lötspitze um die Hülse gezogen, fertig.
Fertig ? Nein, nicht ganz. Bleibt ja noch die Prüfung. OK, ist bestanden.

Was stört denn jetzt noch ? Richtig, die Lötstelle aussen sieht zu frisch aus.
Man nehme von den Tiffanybastlern eine Metall Patina für Zinn, etwas Paste auf ein
Baumwolläppchen gegeben und rundum ein wenig abgetupft.
Sieht wunderbar alt aus danach.
Ich leiste mir den Luxus dies nicht zu tun, denn beim Tausch weiss ich später
immer genau welche Quarze ich schon repariert habe und ich muss sagen,
da bin ich auch sehr stolz darauf.

Es ist immer mal das erste Mal!

Viel Erfolg !

 

mitunter auch ein sogenanntes `Krachsingen`bei zu weit aufgedrehter Lautstaerke ueber den eingebauten Lautsprecher.

This article was edited 15.Jun.10 16:33 by Thomas Brunner .

  
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