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siemens: Schatulle H42 - zwei Versionen

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Eike Grund
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21.Dec.09 20:15

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Die "kleine" Schatulle des Modelljahres 54/55 weist eine schaltungstechnische Besonderheit im MW-Bereich auf, die man aber im Schaltplan leicht übersieht.
Es sei denn, man hat den FUNKSCHAU Prüfbericht 1955 im Heft Nr. 6 (März) gelesen, oder man hat es mit einer H42 zu tun, die einen Fehler im AM-Bereich zeigt. Im Gerätebericht (Prüfbericht) wird diese schaltungstechnische Besonderheit hoch gelobt, soll sie doch die Hf-Spannung um den Faktor 1,8 erhöhen. Und wenn man einen Fehler im AM-Bereich sucht, wird man den Schaltplan zu Rate ziehen und möglicherweise feststellen, dass dieser nicht mit dem Gerät auf dem Seziertisch übereinstimmt. Es sei denn, man lädt von der Modellseite gleich den ersten Schaltplan herunter (es sind mehrere gespeichert), denn in diesem fehlt die Rückkopplungsspule, die mit den Gittern g2/g4 der ECH81 verbunden ist.

Darum geht es hier. Ich habe die AM-Eingangsschaltung aus dem genannten FUNKSCHAU-Bericht kopiert (der vollständige Prüfbericht wird demnächst zum Modell hochgeladen).
Also: Da gibt es bei den Eingangskreisen eine zusätzliche Rückkopplungsspule, die mit den Gittern g2/g4 der ECH81 verbunden ist. Aber nur im MW-Bereich, in allen anderen Bereichen wird diese mit einem Kontakt des Tastensatzes kurzgeschlossen (der Kontakt ist im hier gezeigten Prinzipschaltbild nicht gezeichnet).
Nun fehlt auch der H42 auf meinem Tisch diese Spule (bzw. Wicklung), aber sie fehlt ab Werk, den erwähnten Kontakt am Tastensatz gibt es aber. Und den  Schaltplan ohne diese Wicklung gibt es auch.
Vor einiger Zeit hatte ich im Forum die Vorabversion für Händler eines GRUNDIG Gerätes beschrieben, was zu Beginn eines Modelljahres vorkommen konnte. Bei der H42 vermute ich aber, dass es sich nicht um eine  Vorserienproduktion gehandelt hat, sind mir doch schon zwei Schaltpläne dieser Geräteversion aus unterschiedlichen Quellen begegnet. Es scheint sich um die einzige Abweichung zur späteren Version zu handeln, die aber von Anfang an geplant gewesen sein muss, schließlich war der erforderliche Tastenkontakt schon da.

Wer sich schon in der Praxis mit rückgekoppelten Kreisen im Hf-Bereich beschäftigt hat, kann sich eventuell vorstellen, dass man sich möglicherweise an diesem schaltungstechnischen Merkmal etwas übernommen haben könnte, was die Serienreife betrifft. Kann es doch nicht am Material gemangelt haben, es handelt sich schließlich nur um einige Zentimeter Draht. Die farbigen Abbildungen zeigen die Varianten mit und ohne Rückkopplung im Detail. Bisher konnte ich diese spezielle Schaltung in keinem anderen S&H Gerät finden, man hat es wohl wieder aufgegeben.
Dazu folgende Beobachtungen:
Bei den Schaltplänen dieser früheren Geräteversion ist die Gerätebezeichnung in anderer Form abgedruckt als bei S&H Geräten (und auch der späteren Version) üblich.
Die zusätzliche Wicklung wurde nachtäglich aufgebracht. Das geht aus der Fixierung der Spule und der Führung der Anschlussdrähte hervor. Möglicherweise wurde die Justierung (Kopplung!) erst im Prüffeld vorgenommen. Die mir bekannten Geräte beider Versionen kamen aus dem gleichen Werk.

Ich habe diesen Beitrag nicht als Frage gekennzeichnet, vielleicht weiß aber jemand, bis wann die Version ohne Rückkopplung ausgeliefert wurde.

 

 

This article was edited 21.Dec.09 20:25 by Eike Grund .

Eike Grund
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06.Jan.10 16:03

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Nun konnte ich doch noch den Revisionsstempel im Gehäuse der frühen H42 finden: 21.Dez.1954. Diese Stempel sind nicht immer an der gleichen Stelle angebracht. Meine H42 mit der Rückkopplungsspule hat das Datum vom 28. Feb. 1955, der Funkschaubericht erschien, wie beschrieben, im März 55.

Es  kann daher angenommen weden, dass die Änderung zum Jahresbeginn 1955 eingeführt wurde.

Eike Grund
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22.Jun.11 20:49

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 Mit großer Verspätung und mit großer Hilfe von Thomas Günzel kommt hier der zu Beginn des Beitrages bereits angekündigte Funkschau - Prüfbericht.

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