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Sind das nutzbare Kondensatoren?

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Martin Jangowski
 
 
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23.Aug.07 09:22

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Liebe Sammlerfreunde,

aus einer Werkstattauflösung konnte ich (neben diversen Röhrenmeßgeräten) einen größeren Posten Kondensatoren erwerben. Neben diversen alten Elkos (laut Herstelldatum aus den 50er und 60er Jahren), die ich sofort entsorgt habe, sind dabei größere Mengen anderer Kondensatoren enthalten. Sie stammen angeblich aus der Fertigung von Meßgeräten. Mich würde die Eignung als Ersatz für die beliebten Teerkondensatoren interessieren. Allerdings sagen mir die Angaben auf den Siemens-Typen mit rotem Etikett nichts, die Kapazität wird man wohl ausmessen müssen.

Interessant wäre für mich auch, ob diese Typen ebenfalls altern (sie dürften aus den 60er Jahren stammen...) oder ob sie als alterungsstabil angesehen werden können. Für Hinweise zu den abgebildeten Typen wäre ich dankbar.

Martin Jangowski



Da es offenbar Mißverständnisse zum Speicherort des Bildes gibt: Bild auf www.jangowski.de (ca 300kB)

This article was edited 23.Aug.07 21:23 by Martin Jangowski .

Oswald Bettendorf
Oswald Bettendorf
 
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23.Aug.07 10:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo, Herr Jangowski,
die auf Ihrem Foto gezeigten Kondensatoren sind gut und machen wenig Probleme, hoffentlich haben Sie genügend davon bekommen.
Warum haben Sie die Elkos entsorgt?
Wenn die aus den 60er Jahren waren, konnte man sie sicherlich wieder formieren und verwenden.

Die Kapazität steht normalerweise auf dem Kondensator drauf, bei dem zweiten roten zb. 1600 pF und 125 Volt

Gruß Oswald

This article was edited 23.Aug.07 10:14 by Oswald Bettendorf .

Bernhard Nagel
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23.Aug.07 11:30

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3
Die 3 oberen Kondensatoren  haben ein Polystyrol-Dielektrikum, es gibt (ausser Polypropylen, -MKP- , Glimmer und einigen Keramiken) nichts besseres für z.B. HF-Anwendungen! Sie sind nach menschlichen Maßstäben frei von Alterungseffekten. Allerdings sind die Kapazitätsbereiche meist beschränkt bis ca. 10nF, grössere Styroflex-Cs kommen eher selten vor. Diese Ausführung kommt dem idealen Kondensator sehr nahe.

Der untere Kondensator könnte ein normaler Kunststoff-Folientyp sein (wäre dann für NF- und Abblockzwecke ok), aber auch spätere Papier-Kondensatoren hatten dieses Aussehen. Falls keine weiteren Angaben auf dem Kondensator zu finden sind, hilft nur Ausmessen auf Einhaltung der Kapazität über die Frequenz, den Verlustfaktor und eventuell des ESR (äquivalenter Serien-Widerstand).

Wie schon von Herrn Bettendorf angesprochen, war die Entsorgung der Elkos möglicherweise voreilig. Die alten Bauformen und -Grössen sind ja neu nicht mehr beschaffbar, einige Elkofabrikate lassen sich auch nach Jahrzehnten durch Formieren wieder einsatzfähig machen. Besonders gut schneiden hier die Elkos der Firmen Philips/Valvo und Siemens ab, diese Typen sollten immer aufgehoben werden wenn die Kapazität noch im tolerierbaren Bereich liegt.
Dagegen sind Elkos von z.B. NSF, SAF, Hydra-Werk und Dominit meist defekt nach jahrelanger Lagerung.


Grüße,
Bernhard Nagel

Martin Jangowski
 
 
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23.Aug.07 12:24

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Sehr geehrte Herren,

zunächst mal vielen Dank für die Hinweise. Wenn die oberen drei C Styroflex sind, ergeben die aufgedruckten Werte einen Sinn. Mir ist bekannt, daß die Styroflex mehr im Piko- als im Nanofarad-Bereich angesiedelt sind, die Werte als pF interpretiert passen dann.

Die Elkos (etwa 2kg...) habe ich entsorgt, nachdem der alte Herr, von dem ich sie habe, mir erbauliche Geschichten zum Thema "historische Elektrogeräte mit PCB-Füllung" erzählt hat und daß er die Dinger sowieso wegwerfen wollte, weil die Dinger ja ausdünsten usw. Jetzt liegt die Schachtel halt im Sondermüll... weg ist weg.

Von den roten C dürften etliche hundert Stück da sein, von den goldenen auch. Die goldenen haben fast alle einen honigfarbenen Endverguss, einige sind glasklar. Ich würde das Material als "harten Plastik" beschreiben, ganz ähnlich wie die roten Kondensatoren, also kein Wachs oder so. Kann man irgendwie optisch rauskriegen, ob die ein Papier- oder ein Folien-Dielektrikum haben? Man sieht bei den größeren deutlich, wie der Anschlussdraht an interne Brücken angeschlossen ist, die an verschiedene Stellen im Wickel führen.

Martin Jangowski

This article was edited 23.Aug.07 12:25 by Martin Jangowski .

Michael Schott
 
 
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23.Aug.07 14:25

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo, Herr Jangowski!

Was die oberen 3 Kondensatoren betrifft, schließe ich mich meinen Vorschreibern an, die sind praktisch unbegrenzt haltbar, und entsprechend von hoher Qualität. Der untere hingegen ist ein Papierkondensator. Die altern auch ohne Betriebsbedingungen. Man könnte sie mal messen, wenn Sie den Isotest vom Herrn Heigl haben, denn der testet ja praktisch unter Betriebsbedingungen. Aber ich würde mit dem Einsatz doch sehr vorsichtig sein, eher abraten. Ich habe meinen Bestand vollständig entsorgt, da sie bereits alle im unteren MOhm-Bereich lagen, was insbesondere für Röhrenschaltungen ungesund ist.

Mit freundlichen Grüßen!

Michael Schott
Walter Schmidt
 
 
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23.Aug.07 15:51

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Hallo Herr Jangowsky,
Da muß ich doch widersprechen, der untere Typ ist sehr gut geeignet als Ersatz für alte Papierkondensatoren.
Die Wicklung ist vollständig in Kunststoff eingegossen, ein Eindringen von Luft und Feuchtigkeit eigentlich nicht wahrscheinlich, nach meinen Erfahrungen tritt bei diesen Typen der Alterungsprozeß (noch) nicht in Erscheinung. Also bitte nicht entsorgen!
MfG W.Schmidt
Olaf Gratz
 
 
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23.Aug.07 16:15

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7

Guten Tag Herr Jangowski,

hier finden Sie sehr lesenswerte Artikel über PCB in Kondensatoren!

Wenn es sich bei den von Ihnen entsorgten Teilen wirklich um Elkos handelte, können Sie ganz sicher sein, dass diese nun eben kein PCB enthalten haben, weil es technisch völlig unsinnig wäre!

Alles andere ist Legendenbildung...!

 

Viele Grüße

Olaf Gratz

Bernhard Nagel
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23.Aug.07 19:54

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8
Leider muß ich aus meiner Erfahrung Herrn Schotts Bericht aus Post #5 bestätigen. Bei vielen Kunststoff-ummantelten Papierkondensatoren habe ich teils heftige Alterungsveränderungen erfahren müssen. Durch Mikrorisse oder winzigste Poren dringt dann doch Wasserdampf in den Wickel ein, er wird genau so unbrauchbar wie ein teervergossener Typ!

Folgende (häufige) Typen sollten mit Vorsicht genossen (ich meine: eingesetzt...) werden:

WIMA Durolit
ERO Eroid

Sie wurden noch bis in die späten 60er Jahren verbaut, in Netzfiltern (Störschutz) wurden sie auch danach noch lange eingesetzt und stellen ein latentes Sicherheitsrisiko dar..

Wenn es nicht anders geht, JEDEN Papier-Kondensator vor Einbau auf Sollwerte, Isolation und Verluste überprüfen!
Im Zweifel: Nicht verwenden, oder zumindest nicht in kritischen Bereichen mit Beaufschlagung von Wechsel- oder höheren Gleichspannungen.

Im Anhang zeige ich 2 Bilder, zunächst eine Auswahl an Papier-Cs obiger Sorten.
Darunter die Kunststoff-Typen, die unbedingt vorzuziehen sind. Links in der Mitte ist ein Styroflex-Kondensator zu sehen, rechts daneben die ebenfalls exzellente Philips Folientype (wurde bereits seit ca. 1958 eingesetzt, gab es auch in grünen Umhüllungen). Es gab aber noch wesentlich mehr Bauformen und Firmen mit guten Folien-Kondensatoren.

Grüße,
Bernhard Nagel

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Werner Riethmüller
Werner Riethmüller
 
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23.Aug.07 22:27

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9 Ich kann mich Herrn Nagel nur anschließen. Alte Kondensatoren dieses Typs sind immer mit vorsicht zu geniesen.
Vor dem Einbau auf jeden Fall messen damit man sich später nicht "totsucht" nach dem Fehler.
Also ich finde, dies ist aber nur meine pers. Meinung, am besten immer neue Kondensatoren verbauen dann gibt es für lange Zeit keine Probleme auch wenn die originaliät etwas darunter leidet.
Schöne Grüße
Werner Riethmüller
Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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25.Aug.07 09:40

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