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Sockelschaltungen der LOEWE Röhren

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Dietmar Rudolph † 6.1.22
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11.Nov.18 14:21
 
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Bei den Sockelschaltungen für Röhren ist es (fast allgemein) üblich, diese als von unten betrachtet darzustellen.

  • "fast" deshalb, weil es in frühen Publikationen bei Loewe Röhren genau umgekehrt war:
    Die Sockelschaltungen wurden von oben betrachtet dargestellt.

Zuerst die Darstellung in "Lange, H.: Tabellen für den Funkpraktiker, Bohn &Berger, 1948": hier sind die Sockelschaltungen (wie auch sonst allgemein üblich) von unten gesehen dargestellt.

Im Unterschied zu der Darstellung bei Lange, hat Loewe selbst die Sockelschaltbilder so gezeichnet, daß es einer Darstellung von oben betrachtet entspricht. So wird z.B. auch in "Günther,H.: Handbuch der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete, Bd. 2, Frankh, 1935" diese "von oben" Betrachtungsweise gezeigt. Allerdings wird nicht extra darauf hingewiesen! (M.v.Ardenne, der Erfinder der Loewe Mehrfachröhren, ist als einer der Bearbeiter des Handbuches benannt. Man kann also davon ausgehen, daß die Betrachtungsweise "von oben" bei Loewe üblich war.)

Man muß bei diesem Bild der Sockelbeschaltungen schon sehr genau hinschauen, um die (gegenüber der üblichen Darstellung) seitenverkehrte Sockelschaltung zu erkennen. Erschwerend ist (auch hier), daß bei den Bildern nur Zahlen stehen, die erst mit Hilfe einer Liste zugeordnet werden können.

 

Es empfiehlt sich bei diesen seltenen und deshalb auch teuer gehandelten Röhren schon sehr genau hin zu sehen, ob eine aufgefundene Sockelschaltung als "von unten" oder als "von oben" betrachtet dargestellt ist. 

(Auch bei anderen Röhren tritt gelegentlich ein solches Problem auf, dann meist bei Spezialröhren und im Zusammenhang mit Röhrenprüfgeräten, wobei diese Röhren dann "über Kopf" eingesteckt werden müssen. (Text im "Talk")

Ergänzung:

Wer in dieser Auflistung die 2HF, aber auch die "klare" 3NF vermißt (beide von 1927), sollte den Erscheinungszeitpunkt der zitierten Literatur beachten: 1948 bzw. 1935. Die 3NF und die 2HF gab es da schon nicht mehr. Man beachte den Hinweis bei den Sockelschaltbildern auf den Röhrenseiten bezüglich der Ansicht "von unten"!

Im "Funk-Bastler, Jg. 1936, H. 44, S. 538" werden die 3NF und die 2HF vorgestellt und die Sockelschaltbilder gezeigt. Diese sind (gemäß Text im FB) von oben gesehen dargestellt.

 

Abb. 3: 2HF, Abb. 4: 3NF; beide Sockelschaltbilder von oben gesehen.

MfG DR

This article was edited 11.Nov.18 18:18 by Dietmar Rudolph † 6.1.22 .

Wolfgang Holtmann
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11.Nov.18 20:09

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Hallo Herr Rudolph

Leider sind die von Ihnen zuerst dargestellten Sockelbilder bei Lange, H. "Tabellen für den Funkpraktiker" nicht ganz korrekt.

Es werden die ganz alten Loewe Mehrfachröhren mit Bajonett- oder Stiftsockel von oben gesehen gezeigt.
Von unten gesehen sind nur die späteren Typen mit 12-pol. Stiftsockel dargestellt.

-------

EDIT: Ich habe mir mal die Sockelbilder der WG33 hier im RM angesehen und muss erkennen, dass eine konsequente Darstellung nicht gegeben ist.

Auf der Hauptseite hat Herr Heigl das von unten gesehen hochgeladen. Das wird für 99% aller Röhren so gehandhabt und braucht daher keine Zusatzbemerkung.
Sieht man sich die weiteren Bilder an, so hat Herr Schlör ebenfalls ein Sockelbild der WG33 eingebracht, jedoch in der ursprünglichen Art, also von oben gesehen! Hier wäre ein Hinweis erforderlich gewesen!

MfG

 

This article was edited 11.Nov.18 22:25 by Wolfgang Holtmann .

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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12.Nov.18 12:07

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Das räumliche Vorstellungsvermögen ist so eine Sache für sich. Da haben wohl viele ihr Problem damit. Offensichtlich auch der Praktiker Heinz Lange. Es kommt hier ja noch dazu, daß die Heizungen oben gezeichnet sind und die Anoden unten. Klar, die Elektronen "fallen" ja auch auf die Anode.

Es wurden ja einige Symbole im Laufe der Zeit geändert, wie auch z.B. die Durchlaßrichtung für Dioden oder die Polartät bei Batterien, was später häufig zur Verwirrung führt.

Man kann Änderung der Betrachtungsweise auf die Röhrenanschlüsse verstehen, wenn man die Änderungen des Aufbaus einer Schaltung betrachtet.

Zu Beginn der Radiotechnik waren "Brettaufbauten" die Regel. Alles wurde auf ein Brett montiert und auch so verdrahtet. Man blickte daher von oben auf die Röhren-Fassungen (und damit auf die Sockel der Röhren). Hanns Günther zeigt dies anschaulich in seinem "Schaltungsbuch für Radioamateure" von 1924. (linkes Bild)

Als dann Ende der '20er - Anfang der '30er Jahre das "Radio-Chassis" aus Blech aufkam, wurden die Röhren-Fassungen von unten her verdrahtet. Damit blickte man von unten auf die Fassungen und damit auf die Röhren. Als Beispiel dazu die Abgleichanleitung von Telefunken. (rechtes Bild)

 

Dieser Übergang von der einen zur anderen Betrachtungsweise erfolgte "heimlich still und leise", wurde m.W. nirgends deutlich beschrieben - und ist heute auch kaum noch jemand im Gedächtnis.

Wie man von der einen zur anderen Betrachtungsweise für die Sockelschaltungen für die Röhren kommt, soll die folgende Grafik zeigen.

Links ist das Bild der 3NF (Abb 4. aus Post #1) in der Mitte ist dieses Bild um die Achse von "-H" bis "+H" vertikal gespiegelt. Damit erhält man für den Röhren-Sockel die gleiche Darstellung wie er auf der Röhrenseite gezeigt ist.

Man kann unterstellen, daß die Sockelschaltungen, die  in "Günther,H.: Handbuch der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete, Bd. 2, Frankh, 1935"  im Post #1 gezeigt sind, original von Loewe übernommen wurden und damit sicherlich korrekt sind. 

  • Vergleicht man damit nun die Sockelschaltungen, die von H. Lange als "von unten gesehen" angegeben sind, so erkennt man, daß er diese gegenüber den originalen von Loewe auch gespiegelt hat. Allerdings um die vertikale Achse und nicht um die horizontale Achse.
  • Lange blickt also "von oben" - aber spiegelverkehrt - auf diese Röhren!

In so fern sind bei "Lange" die Sockelschaltungen für die Loewe Mehrfach-Röhren nur mit "Vorsicht zu genießen"! 

Es empfiehlt sich jedenfalls, bei der Prüfung der Loewe Mehrfach-Röhren sorgfältig zu kontrollieren, ob diese "richtig herum" angeschlossen sind!

MfG DR

This article was edited 16.Nov.18 09:40 by Dietmar Rudolph † 6.1.22 .

Wolfgang Holtmann
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16.Nov.18 16:44

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Nach weiteren "Nachforschungen" hat sich herausgestellt,

H. Günther hatte 1935 die ürsprünglichen Sockelbilder von Loewe bearbeitet und auf die Standardbetrachtungsweise umgezeichnet! Somit sind diese nun alle von unten gesehen zu verstehen...
Dabei sind noch kleine Unstimmigkeiten bei der 3NFK-3NFW aufgefallen.

Aber auch bei Lange gibt es noch was zu verbessern:
Die Misch-und Oszillatorröhre MO 44 ist ebenfalls von unten zu betrachten.

Zu der von Herrn Rudolph angesprochenen gebotenen Vorsicht bei der Beurteilung der Sockelbilder in den verschiedenen Publikationen, möchte ich eine passende Geschichte aus eigener Erfahrung hinzufügen:
Ende der 80er Jahre konnte ich eine Loewe 2HF und 3NF auf einem normalen Flohmarkt erwerben.
Meine einzige Information zu diesen Schätzchen war die Röhren-Taschen-Tabelle des Franzis-Verlags. Internet gab es noch nicht...
Genauere Untersuchungen mit der Lupe und viel Licht ergaben, die Sockelbilder in der RTT stimmen nicht! Warum sollte ich annehmen, dass diese von oben gesehen dargestellt wurden, wo doch alle anderen von unten zu sehen sind? Hätte man sich nicht die Mühe machen sollen, aus Gründen der Uniformität, diese umzuzeichnen, oder wenigstens eine entsprechende Bemerkung anbringen können? 

Das ist genau die Problematik die sich auch heute stellt, wenn ich mir -als Röhrenadministrator- das Durcheinander bei den Loewe-Mehrfachröhren ansehe.
Ich habe mir vorgenommen, mit Unterstützung von Herrn Peter Steffen (Röhrenbildadministrator), die schon hochgeladenen Sockelbilder mit einem Zusatz zu versehen: von oben bzw. von unten zu betrachten.

MfG


 

 

 

This article was edited 16.Nov.18 16:46 by Wolfgang Holtmann .

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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16.Nov.18 18:54

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Um das Ergebnis zu verifizieren wurde als Beispiel die Sockelschaltung (Nr. 20) der 3NF-B/3NF-Bat 2 mal um 90°, also um 180°  gedreht, damit sie die gleiche Position hat wie die Sockelschaltungen auf den Röhrenseiten (linke Grafik). Rechts daneben das Sockelschaltbild von der Röhrenseite.

 

 

Es stimmt also, daß die Sockelschaltbilder im Handbuch der Funktechnik von unten betrachtet - und damit für die heutige Betrachtungsweise richtig sind.

MfG DR

This article was edited 18.Nov.18 13:17 by Dietmar Rudolph † 6.1.22 .

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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18.Nov.18 13:34

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In 2 zeitgenössischen Artikeln, beide verfaßt von Manfred v. Ardenne, werden Sockelschalltungen "von oben betrachtet" angegeben. Allerdings steht die Betrachtungsweise explizit dabei.

  1. Über Empfangseinrichtungen mit Mehrfachröhren, Technisches zum Rundfunk, in "Der Deutsche Rundfunk", S. 2674 - 2676, 1926 ; linkes Bild (Fig. 4)
  2. Neue aperiodische Verstärker, in "Funk-Bastler", H. 38, S. 581 - 583, 1928; rechtes Bild (Abb. 3)

 

Während das linke Sockelschaltbild (Fig. 4) der "2HF" von 1927 entspricht, gehört  das rechte Sockelschaltbild (Abb.3) zur "2HF_neu" von 1928.

Text von Ardenne im Funkbastler 1928 zur 2HF_neu:

Die Schaltung der neuen Hochfrequenzröhre ist Abb. 3 wiedergegeben. Die Sockelanschlüsse stimmen mit der alten Hochfrequenzröhre überein. Lediglich an dem Sockelstift, wo früher das Raunladungsgitter angeschlossen war, ist der Gitterwiderstand der zweiten Stufe angeschlossen werden. Daher ist es möglich, die neue Hochfrequenzröhre in allen Fernempfängern zu benutzen, in denen der alte Typ Verwendung fand. Besonderes gut eignet sich die neue Hochfrequenzröhre für den bekannten aus einer Hochfrequenzröhre und einer Niederfrequenzröhre gebildeten Fernempfänger. Die dem heutigen Stande entsprechende Schaltung dieses Fernempfängers zeigt Abb. 4. [Die 2HF_neu benötigt einen Neutralisierungs-Trimmer, C = 5pF]

In Verbindung mit der neuen Röhre ergibt diese Schaltung eine größere Selektivität, da der ohmsche Scheinwiderstand an der Eingangsseite bei diesem Typ sehr viel größer ist als bei dem alten Typ.

In elektrischer Hinsicht ist die neue Hochfrequenzröhre von dem älteren Typ noch insofern sehr verschieden, als bei ihr das Kopplungsglied so bemessen ist, daß die Röhre nur im Rundfunkwellenbereich einen hohen Verstärkungsgrad besitzt. Bei langen Wellen und vor allem im Bereich der Niederfrequenzen findet dagegen keine Verstärkung statt. Für den Bau von aperiodischen Verstärkern mit vielen Stufen ist diese Dimensionierung des Kopplungsgliedes von großer Bedeutung, weil sonst Störungen und niederfrequente Rückkopplungen über die Stromellen kaum zu vermeiden wären. Benutzt man wie bei den bisher üblichen aperiodischen Hochfrequenzverstärkern Kopplungsglieder, die auch Niederfrequenzspannungen das Gitter der folgenden Stufe übertragen, so ergibt sich nämlich zwangläufig, daß der Verstärkungsgrad für Niederequenzen größer ist als für Hochfrequenz. Bei Niederequenzen fallen die kapazitiven Nebenschlüsse fort, die bei Hochfrequenz den Verstärkungsgrad mehr oder weniger beeinflussen. Besonders wichtig ist ein möglichst geringer Niederfrequenzverstärkungsgrad des Hochfrequenzverstärkers, wenn die Röhren in den ersten Stufen einen Mikrophoneffekt aufweisen. Entstehen durch den Mikrophonekt oder durch irgendwelche anderen mechanischen oder elektrischen Störquellen Niederfrequenzspannungen in den ersten Stufen, so würde in der Endstufe des Hochfrequenzerstärkers der Arbeitspunkt in einem Bereich der Kennlinie hin und her pendeln, der nicht mehr linear ist. Auf diese Weise würden die Hochfrequenzspannungen durch die Niederfrequenzstörspannungen moduliert und über die Hochfrequenzkopplung in den Gleichrichter und Niederfrequenzverstärker gelangen und dort zu Störungen Anlaß geben. Erst durch die besprochene Dimensionierung der Kopplungsglieder in den Hochfrequenzröhren ist es praktisch möglich geworden, einen Hochfrequenzverstärker mit sechs Stufen wie bei der unten besprochenen Schaltung aus einer einzigen Stromquelle störungsfrei zu betreiben. Durch diesen Kunstgriff wird vor allem auch die Verwendung der Hochfrequenzröhre in Verbindung mit Netzanschlußgeräten sehr erleichtert. Auch durch den Fortfall des Raumladungskreises sind die Möglichkeiten der aperiodischen Verstärker für den Betrieb aus dem Lichtnetz sehr gestiegen.

Es ist naheliegend, daß es bei der Hintereinanderschaltung mehrerer Hochfrequenzröhren, deren Wirksamkeit zu einem beträchtlichen Teil auf einen sehr kapazitätsarmen Aufbau zurückzuführen ist, sehr darauf ankommt, daß die Leitungen und die Kopplungsglieder zwischen den einzelnen Zweifachröhren, die zu ihrer galvanischen Hintereinanderschaltung notwendig sind nicht wieder sehr hohe Kapazitäten zur Folge haben und daß der Kopplungswiderstand zwischen den Röhren zu den unvermeidlichen Kapazitäten in einem gewissen vorteilhaften Verhältnis steht.

Es sieht demnach so aus, daß die "HF_neu" als "Reaktion" auf den aufkommenden Betrieb der Radios aus dem 50Hz Netz gesehen werden kann.

MfG DR

This article was edited 18.Nov.18 13:35 by Dietmar Rudolph † 6.1.22 .

  
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