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TC03/5P als Ersatz für AD1?

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » VALVES/TUBES / SEMICONDUCTORS in RADIOMUSEUM » TC03/5P als Ersatz für AD1?
           
Harald Wittlich
 
 
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22.Aug.16 13:38

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Hallo!

Für die Restauration eines Telefunken 686WK benötige ich dringend Ersatz für die beiden Endtrioden AD1. Ich besitze einige TC03/5P, die auch mit 4 Volt Heizspannung betrieben werden. Sind diese irgendwie als Ersatz verwendbar? Am besten wäre es natürlich, wenn es mittlerweile Nachfertigungen der AD1 gäbe. Dann wäre dieses leidige Thema der Ersatzbeschaffung endlich mal Geschichte! Ich denke dies ist auch im Interesse der meisten Radiosammler. Mit freundlichen Grüßen, H. Wittlich

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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22.Aug.16 19:59

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° 

Hallo Herr Wittlich,

die TC03/5P ist deutlich schwächer als die AD1, was ja auch schon rein äußerlich ersichtlich ist.
Da müsste man schon 3 Stück TC03/5P parallel schalten, um die AD1 zu ersetzten.

Ähnliche Daten wie die AD1 haben die Typen 2A3 und 6A3, allerdings mit Sockel und Heizdaten anders.

M. f. G. J. R.  

Harald Wittlich
 
 
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22.Aug.16 23:58

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Hallo Herr Roschy,

vielen Dank für die Informationen. Die von Ihnen vorgeschlagenen Röhrentypen habe ich leider nicht. Mir geht es auch darum, wenn möglich, keine technischen Veränderungen im Radio vorzunehmen. Von den TC03/5P-Röhren hätte ich mehr als genug. Der Heizstrom wäre bei einer Parallelschaltung von 3 Röhren sogar etwas niedriger als bei einer AD1. Auch der Platz im Radio würde dafür gerade noch so ausreichen. Die Bauform würde ich dann als "3er-Paket" über einen Außenkontakt-Stecker mit dem Steckplatz der AD1 verbinden, wobei dann auch die Verbindungsdrähte der 3 Röhren relativ kurz wären. Ist bei dieser Röhrenschaltung sonst noch etwas zu beachten? Z.B. Widerstände usw., die ggf. noch an diese "Ersatzröhre" angebracht werden müssten.

Das Prüfergebnis von 4 Röhren TC03/5P mit dem Neuberger 252 ergab folgendes:

Bei einer Gitterspannung von 30 Volt und einer Anodenspannung von 300 Volt ergeben sich um die 20 mA Anodenstrom.

Die AD1 arbeitet, laut meiner Röhrentabelle, mit 45 Volt Gitterspannung. Das ist für die TC03/5P natürlich zu viel. Kann ich an der Röhrenersatzschaltung irgend etwas tun, ohne am Radio selbst etwas verändern zu müssen? Ich hoffe, dass eine Ersatzbestückung mit diesen Röhren möglich ist!

This article was edited 24.Aug.16 13:10 by Harald Wittlich .

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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24.Aug.16 19:53

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Hallo Herr Wittlich,

wie Sie ja schon erkannt haben, ist unter gleichen Bedingungen der Anodenstrom der TC03/5P je nach Exemplar unterschiedlich.

Bei einer einfachen Parallelschaltung von 3 Stück TC03/5P Röhren als Ersatz einer AD1 könnten dabei solche Exemplare mit höherem Anodenstrom überlastet werden.

Daher wäre es besser, für jede Röhre den Arbeitspunkt individuell einstellbar zu machen, wie hier im Bild gezeigt. Da die Gittervorspannung der TC03/5P in jedem Fall kleiner ist als die der AD1, ist dies noch relativ einfach auszuführen.

R140, C138, T128, T129 und T146  sind die schon im Telefunken 686WK vorhandenen Bauteile.

Es ist sehr zu empfehlen, die Röhren schon vor dem Einbau an einem Labor-Netzgerät einzeln auf 20 mA Anodenstrom einzustellen, mit fester Anodenspannung 250 V gegenüber Katode und -45 V Gittervorspannung eingespeist auf Punkt 3 der Trimmpotis und danach erst im Gerät einzubauen.

M. f. G. J. R.  

Harald Wittlich
 
 
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24.Aug.16 23:58

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Hallo Herr Roschy,

nun wird es für mich als Laie etwas schwierig. Leider besitze ich kein Labor-Netzgerät.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, muss ich also in die Zuleitung des Gitters einer jeden Röhre einen Trimmer anbringen, mit dem ich dann die einzelnen Gitterspannungen einstelle (reduziere), und somit auch den Anodenstrom der drei Röhren angleichen kann, richtig?

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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25.Aug.16 15:13

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Hallo Herr Wittlich,

so ist es. Bei jeder Röhre soll die Gittervorspannung so eingestellt werden, dass ein Anodenstrom von 20 mA fließt, um auf insgesamt 60 mA zukommen, der Nenn- Anodenstrom der AD1.

Ich habe die Schaltung jetzt noch etwas verfeinert, so dass sie auch von einem relativen Anfänger eingestellt werden kann.

Der Widerstand R140 ist der Katodenwiderstand der AD1. An ihm sollen die -45V abfallen, welche die AD1 als Arbeitspunkt braucht.

Nach dem Kennlinienblatt braucht die TC03/5 für 20 mA an 250 V eine Gittervorspannung von ca. -22,5 V, also genau die Hälfte der AD1.

Daher wird pro Röhre ein Spannungsteiler vorgesehen, mit dem diese -45 V in 3 gleiche Teile aufgeteilt werden, was z. B. mit dem Trimmer R1 und mit R2 & R11 ausgeführt wird.

Mit dem Trimmer kann man dann eine Spannung von -15 bis -30 V einstellen, wobei die -22,5 V genau in der Mitte liegen. Daher werden als Ausgangspunkt alle 3 Trimmer exakt auf die Mitte gestellt, mit gleichem Widerstandswert nach beiden Seiten.

Zur Messung des Anodenstroms wurde in jede Anode ein 10 Ω Widerstand eingefügt. An dessen Spannungsabfall kann man indirekt den Anodenstrom messen, die gewünschten 20 mA entsprechen dann 200 mV. Der Widerstand muss natürlich wirklich genau 10 Ω haben, sonst wird die Messung verfälscht, daher Genauigkeit möglichst 1% oder noch besser.

Bei der Inbetriebnahme werden dann auf diese Weise die Anodenströme gemessen. Bei Abweichungen werden die Trimmer so geändert, bis überall die gewünschten 20 mA vorhanden sind. Da hier eine gegenseitige Beeinflussung stattfindet, ist eine mehrmalige Wiederholung erforderlich.

Leider gibt es hier nicht viel zu Vereinfachen. Da die AD1 eine sehr teure Röhre ist, muss man schon was auf sich nehmen, um diese zu ersetzen.
 

M. f. G. J. R.  

Harald Wittlich
 
 
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26.Aug.16 00:09

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Hallo Herr Roschy,

Vielen Dank für Ihre sehr ausführlichen Informationen!

Leider kann ich das Schaltbild nur auf meinem Handy sehen und nicht, wenn ich das Forum über meinen Computer besuche. Welches Dateiformat haben die Schaltbilder denn? Vermutlich unterstützt mein PC das nicht.

Dietrich Grötzer
Dietrich Grötzer
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26.Aug.16 08:57

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Das Bild hat das Dateiformat png. Dieses Format sollte eigentlich von jedem PC unterstützt werden.

MfG D. Grötzer

  
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