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Telefunken Dreifach-Versuchsempfänger 1939

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Georg Richter
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30.Nov.19 01:42

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Extrakt der Seiten 198 bis 200 aus dem Buch "Drahtloser Überseeverkehr", 1941 erschienen im Verlag von S. Hirzel, Leipzig.

III. Die Schwundregelung beim Mehrfachempfang

§ 99. Ursprünglich wurden beim Mehrfachempfang verschiedene Empfänger nur ausgangseitig zusammengeschaltet. Der Nachteil dieser Anordnung war der, daß ein Empfänger mit augenblicklich geringer Eingangsspannung sich durch seine automatische Lautstärkeregelung auf eine hohe Empfindlichkeit brachte und damit dem gemeinsamen Ausgang ein hohes Geräusch zuführte. Der Gesamtempfang entsprach dem Mittelwert dreier unabhängiger Einzelempfänger. Damit ergab der Mehrfachempfang zwar etwas gleichmäßigere Verhältnisse als der Einzelempfang, aber nicht den vollen möglichen Vorteil. Der jeweils schlechteste Empfänger bestimmte die Qualität des Gesamtempfanges, der um höchstens 3 db besser sein konnte als der schlechteste Einzelempfang, soweit der Geräuschabstand beim Doppelempfang in Frage kam. Eine gewisse Besserung brachten dann die Auswahlgeräte mit Relaisumschaltung, die den jeweils besten Empfänger allein zur Geltung kommen ließen. In diesem Falle ist die Schwundregelung des einzelnen Empfängers möglich. Diese Schaltung nutzt aber einen später besprochenen Vorteil der Kombination, eine Verbesserung des relativen Störspiegels, nicht aus, auch dort nicht, wo er möglich wäre. Jeder Empfänger ist vollständig unabhängig vom anderen.

Besser ist die gemeinsame Schwundregelung aller Einzelempfänger 1). Bei dem in Abb. 78 dargestellten Dreifach-Versuchempfänger

sind die Regelspannbuchsen an jedem Empfänger herausgeführt 2). Zur Kombination werden dann an der rechten Seite alle 3 Regelspannungen parallel geschaltet. Es werden dazu alle 3 Empfänger vor dem Zusammenschalten auf gleiche Empfindlichkeit gebracht und dann parallel geschaltet. Jetzt bestimmt der beste Empfänger die Qualität der Kombination. Häufig wechselt der beste Empfang schnell von Empfänger zu Empfänger; manchmal dauert es aber auch Viertelstunden, bis der beste Empfang von einem Empfänger auf einen anderen übergeht. Haben die einzelnen Empfänger verschiedene Zwischenfrequenzen, so ist eine gute Siebung vor der Zusammenfassung der Regelspannungen notwendig. Diese ist leicht durchzuführen, da hier verhältnismäßig große Zeitkonstanten in Frage kommen. Sie ändern sich beim Parallelschalten mehrerer Empfänger nicht, da die Vervielfachung der Kondensatoren durch die Verringerung der Ohmschen Widerstände ausgeglichen wird. Lediglich die Regelspannungsamplitude kann dann beeinflußt werden, wenn die Verbraucher verhältnismäßig niederohmig sind im Vergleich zu den Quellwiderständen. Die Zusammenfassung soll daher zweckmäßig auf einen hochohmigen Verbraucher arbeiten. Diese Anordnung der Siebung in jedem einzelnen Empfänger scheint zweckmäßiger, als die gemeinsame Siebung der zusammengefaßten Spannungen 3), die allerdings etwas geringeren Aufwand erfordert.

1)    DRP. 494222, RCA, angemeldet 20. 2. 1928.
2)    Entwickelt und erprobt durch die Herren J. Goldner und S. H. Sonnenfeld; vgl. Telefunken-Hausmitteilungen 80, 46, 1939.
3)    J. B. Moore, RCA Review, Juli 1937, 23 S.

  
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