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telefunken: TFK (UKW-Vorsatz) 1931

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Dietmar Rudolph
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07.May.07 11:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Die Schaltung des TFK UKW-Vorsatzgerätes findet sich in "F. Schröter (Hrsg.): Handbuch der Bildtelegraphie und des Fernsehens, Springer, 1932, S. 386"  Schröter bezeichnet es da als "das normale Schaltschema eines [..] Ultrakurzwellenaudions, wie es vom Verfasser {F. Schröter} gemeinsam mit P. Hermanspann angegeben und entwickelt wurde ..."
("Schröter, F.: Telefunken-Zeitung Bd. 12 (1931) Nr. 57, S. 46 ; Elektrische Nachrichtentechnik Bd. 8 (1931) S. 431")

Der Frequenzbereich war bei ca. 42,5 MHz entsprechend zu ca. 7 m Wellenlänge. Die Modulation war AM. (FM wurde erst später verwendet.)

"Ein Gerät dieser Art lieferte bei Verwendung einer Röhre REN 904 (Steilheit 3,5 mA/V, Verstärkungsziffer 25) mit anschließender dreifacher Niederfrequenzverstärkung guten Lautsprecherempfang in 5 km Abstand vom Sender. Nimmt man die hierzu notwendige Hochfrequenzspannung am Gitter des Audions zu 20 mV und das logarithmische Dekrement d = 0,0003 bei dem benutzten Rückkopplungsgrade an, so ergibt eine einfache Berechnung unter Berücksichtigung der Verluste durch die Widerstandsverzweigung R, R', R" in Abb. 280 eine Spannungsübersetzung zwischen Empfangsdipol und Gitterkreis von etwa 1:10 (Ohne Verluste etwa 1:30)"

Eine Ansicht des UKW-Vorsatzgerätes mit geöffnetem Deckel findet sich in "Lehmann, W.: Die Rundfunk- und Tonfilm-Technik, 2. A., H. Killinger, 1932, S. 350"


Im Handbuch der Funktechnik "Ardenne et al. (Hrsg): Handbuch der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete, Bd. 3, Franckh, 1936, S. 18" gibt es auch eine Unteransicht des Gerätes.


Eine Ansicht von oben ohne Rückwand und Deckel findet man im Handbuch der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete und in "Hollmann H.E.: Physik und Technik ultrakurzer Wellen, Springer, 1936, Bd. 2"


Hollmann beschreibt die Funktionsweise des UKW-Audions. Er bezieht sich dabei nicht auf die originale Schaltung von Schröter, sondern auf eine spätere Modifikation (Battereie-Röhre, Anzapfung  des Schwingkreises, Symmetrierpoti im Heizungskreis). Der Text wurde aus Hollmann (Bd. 2 S. 6 - 8) mit OCR gewonnen:

a) Das induktiv rückgekoppelte Schwingaudion.

Der Mechanismus der Audiongleichrichtung muß im einzelnen als bekannt vorausgesetzt werden, nur soviel sei wiederholt, daß sich die Audionwirkung in zwei Teilvorgänge zerlegen läßt, nämlich einmal in die eigentliche, auf der gekrümmten Gittercharakteristik beruhende Gleichrichtung, welche an die Widerstands-Kapazitätskombination im Gitterkreis Richtspannungen liefert, und zum anderen in eine verstärkte Übertragung dieser Richtspannungen auf die Anodenseite. Neben der Gleichrichtung findet aber auch eine Verstärkung der hochfrequenten Trägerkomponente statt, so daß sich das Audion durch Einführung einer beliebigen Rückkopplung entdämpfen läßt, ohne daß der Richteffekt an sich beeinträchtigt wird.

Solange es sich um Wellenlängen von 10 bis zu etwa 5 m herunter handelt, können die bei längeren Wellen gebräuchlichen Audionschaltungen im Grunde unverändert beibehalten werden, wenn nur die frequenzbestimmenden Schaltelemente, in erster Linie natürlich der Eingangskreis, den hohen Frequenzen sinngemäß angepaßt wird. Das grundsätzliche Schaltungssehema eines zur Aufnahme des Ultrakurzwellenrundfunks auf einer Welle von etwa 7 m dienenden Audions zeigt die Abb. 7 [7]). L_1 und C_1 ist der eigentliche Eingangskreis, bestehend aus einer Spule mit drei Windungen von 3 cm Durchmesser und aus etwa 2 mm starkem Kupferdraht, die zwecks Vermeidung von Verlusten am einfachsten freitragend montiert wird, und aus einem hochwertigen Drehkondensator von rund 50 cm Maximalkapazität, zweckmäßig mit Calitisolation und Feineinstellung. Der die Richtspannungen liefernde Gitterableitwiderstand R_g hat 1-3 MOhm und die Gitterkapazität C_g soll einige hundert Zentimeter groß sein und nach Möglichkeit Luftdielektrikum besitzen. Da der Eingangswiderstand einer modernen Audionröhre bei den hier herrschenden Frequenzen wesentlich kleiner ist als der Resonanzwiderstand eines verlustfrei aufgebauten Schwingungskreises, ist es unter Umständen vorteilhaft, wenn nur ein Teil der Eingangsspannung von der Induktivität L_1 abgegriffen wird.


Die aperiodisch arbeitende Antenne, als welche eine einfache Rundfunkantenne benutzt werden kann, ist über den kleinen Kondensator C_2 von wenigen Zentimetern Kapazität angekoppelt, wobei man das Audion durch eine T - förmige Widerstandsverzweigung R, R' und R" von je etwa 500 Ohm vor einer kapazitiven Verstimmung durch die Antenne schützen kann [8]. Die Rückkopplung geschieht über die Koppelspule L_2 die mit etwa 5 Windungen von 2 cm Durchmesser freitragend innerhalb der Empfangskreisspule L_1 montiert wird. Der Anodenkreis der Audionröhre schließt sich über L_2 die Drossel D, den Ausgangsübertrager T und über einen variablen Widerstand R_a von 10- bis 20 000 Ohm die beiden letzten Teile durch Blockkondensatoren C_3 (1000 cm) und C_4 (0,1 MF) überbrückt, zur Anodenspannung E_a. Die Drossel D (rund 30 Windungen, 2 cm Durchmesser und 0,5 mm Drahtstärke) sperrt die hochfrequente Komponente des Anodenstroms und würde die Rückkopplung unterbinden, wenn nicht über den Drehkondensator C_5 (300 bis 500 cm Maximalkapazität) ein kapazitiver Nebenweg geschaffen wäre. Vermittels dieses Kondensators läßt sich die Rückkopplung in weiten Grenzen regulieren, während der Anodenspannungsregler R_a eine Feineinstellung mit sehr schwacher Rückwirkung auf die Abstimmung des Gitterkreises zuläßt. Die Röhre muß eine leicht und weich anschwingende Audionröhre sein (A 411, RE 084 oder REN 904). Um den Schwingungseinsatz den optimalen Arbeitsbedingungen angleichen zu können, ist der Eingangskreis und über diesen der Ableitwiderstand R _g zu einem die Heizleitungen überbrückenden Potentiometer P geführt. Für den praktischen Aufbau des Geräts sind im übrigen dieselben Gesichtspunkte maßgebend, wie sie hinsichtlich des Aufbaus von Ultrakurzwellensendern angeführt worden sind (Band I, Kapitel 2, Abschnitt 3, B), die hier daher nicht noch einmal wiederholt zu werden brauchen.

Die Abb. 8 zeigt die Ansicht eines von der Telefunken-Gesellschaft entwickelten Ultrakurzwellenaudions, das als Vorsatzgerät für den Verstärkerteil eines beliebigen Rundfunkempfängers gedacht ist. Gegenüber dem Schaltschema der Abb. 7 ist dieser Empfänger insofern etwas vereinfacht , als der Rückkoppelkondensator C_5 und das Ableitpotentiometer P fortgelassen sind, doch ist die Rückkoppelspule so abgeglichen, daß zur Rückkopplungsbedienung der Anodenwiderstand R_a genügt. Die Schwingkreisspule L_1 bilden 2 Windungen eines starken Kupferbandes, während der Abstimmkondensator C_1 aus einer sektorförmigen Metallplatte M besteht, die gegenüber der Vorderwand des Abschirmkastens geschwenkt wird, die damit gleichzeitig die geerdete Gegenbelegung darstellt.


[7]: Möller, W.: Funktechn. Mh. 1934, S 439, 473; Schwandt, E.: Funktechn. Mh. 1935, S. 56
[8]: Schröter, F.: Telefunkenztg. Bd. 12 (1931) Nr. 57, S. 46; Elektr. Nachr.-Techn. Bd. 8 (1931), S. 431


Hollmann beschreibt in seinem Buch auch noch einen entsprechenden Empfänger von Lorenz. Siehe hierzu den Link:
UKW-Empfänger 1935
Hier werden noch weitere UKW-Audions beschrieben und auf den Zusammenhang mit den ersten Fernsehübertragungen verwiesen.
 
Georg Richter
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01.Dec.19 23:23

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In "Das Rundfunkwesen" Heft 15/VIII vom 10.04.1931 auf Seiten 255 bis 257 ist ein Bericht "Empfang auf ultrakurzen Wellen - Ein Vorsatzgerät für den Bastler"

Extrakt:

"Als Audion-Röhren eignen sich in dieser Schaltung vor allem die REN904, die jedoch hier mit Gleichstromheizung betrieben werden müssen, da sonst erhebliche Verzerrungen durch hervorgerufen werden. Wem der Heizstrom von 1,1A für seinen Akkumulator zu hoch erscheint, der kann die RE084 verwenden, die jedoch eine etwas geringere Lautstärke ergibt"

"Da z.Z  zwei Sender innerhalb Berlins Versuche machen .... Der Sender der Reichspost arbeitet auf Welle 6,75m, der Telefunkensender auf 7m."

In Heft 18/VIII vom 01.05.1931 auf Seite 315  folgt "Winke für den Aufbau ...", mit zwei Abbildungen des Telefunken UKW-Vorsatzes:

  • Das geöffnete Gerät von oben mit aufgeklapptem Deckel mit Unterschrift "Aus dem Telefunken-Laboratorium"
  • Das Gerät von vorne mit geschlossenem Deckel welches nach Freischaltung beim Modell erscheint. Die Qualität ist allerdings grenzwertig.

     

Zum Schluss folgt die Anmerkung

"Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß der Bau des Empfängers zur Zeit  nur für unsere Berliner Leser in Frage kommt, da in anderen Städten noch keine Ultrakurzwellen-Sender zur Aufstellung gekommen sind. Auch in Berlin sind die Sendezeiten noch unregelmäßig, jedoch werden an zwei oder drei Tagen der Woche in der Zeit von 17.30 bis 19.30  von den Sendern Versuche durchgeführt. Wir werden, sobald uns regelmäßige Sendezeiten bekannt werden, im Programteil Mitteilung machen."

Bis Ende 1931 keine weitere Mitteilung.

Beste Grüsse,

GR

This article was edited 02.Dec.19 01:21 by Georg Richter .

Georg Richter
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03.Dec.19 19:37

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In oben genanntem Heft ist ein langatmiger Aufsatz "Ultrakurze Wellen - Was wir von ihnen müssen wissen und was sie für den Rundfunk bedeuten". Hier werden die Schwingungen u.a. mit  den Pendeln der Standuhr und der Kuckucksuhr dargestellt. Das Wesentliche als Extrakt:

"Das Wellenband, das uns besonders beschäftigen wird, ist das zwischen 5 und 10 Metern, innerhalb dessen sich rund 3333 Sender unterbringen lassen.

Das alles war bisher mehr Theorie als Praxis. Praktischen versuchen wurde in letzter Zeit besonders das 7-Meter-Wellenband zugrunde gelegt. Sowohl Profesor Esau in Jena, wie das Reichspostzentralamt, die großfirmen Telefunken und die Lorenz AG, ferner das Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungslehre, die letzteren alle in Berlin, haben langwierige Versuche hinter sich, die erstaunliche resultate ergeben haben. Danach kann man der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Einführung der ultrakurzen Wellen für rundfunktechnische Zwecke in nicht allzu große Ferne gerückt ist.

Doch nicht allein die Möglichkeit, sehr viel mehr Sender als bisher nebeneinander arbeiten zu lassen, fühert zu der Forderung: ultrakurze Wellen für den Rundfunk!, sondern vor allem die sehr viel geringere Störbeeinflussung dieser Wellengattung  Der Empfang ultrakurzer Wellen ist praktisch frei von athmosphärischen Störungen und solchen, die durch elektrische Maschinen oder Apparate erzeugt werden.

Hinzu kommt, daß auch für das Fernsehen mit der Aera der ultrakurzen Wellen bessere Zeiten anbrechen, so daß zum Teil geschwundene  Hoffnungen wieder wach werden: Bild und Ton für jeden Runfunkhörer. Gewiß ist noch eine sehr große Zahl von kritischen Fragen zu lösen, wenn jedoch die fortschrittliche Tendenz gleiche Geschwindigkeit beibehält, so werden wir uns sehr bald umstellen müssen.

...

Man wird die ultrakurzen Wellen bei ihrer Einführung mit jedem vorhandenen Empfänger aufnehmen können, unter der Bedingung, daß ein sehr einfaches Vorsatzgerät dem bestehenden Empfänger vorgeschaltet wird. Entsprechende Versuchsapparturen sind in der Industrie bereits hergestellt worden, wenn sie sich auch noch nicht auf dem Markt befinden."

 

Meldung in "Das Rundfunkwesen" Heft 19/VIII vom 08.05.1931 auf Seite 346:

Ultrakurze Wellen

Am Dienstag, den 21. April, fand in der Technischen Hochschule, Berlin-Charlottenburg, ein Vortrag des Herrn Dr.Schröter, Direktor der Telefunken-Gesellschaft, über ultrakurze Wellen,ihre Verwendungsmöglichkeit und ihre Brauchbarkeit statt. Experimente unterstützten die hochinteressanten Ausführungen und bewiesen, daß auch auf diesem Wellenband einwandfreie Empfangsverhältnisse gegeben sind. Das, was von der Bedeutung ultrakurzer Wellen zu erwarten ist, wurde an anderer Stelle dieses Blattes bereits erwähnt.

GR

 

This article was edited 03.Dec.19 20:05 by Georg Richter .

Dietmar Rudolph
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05.Dec.19 11:05

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Herr Richter übermittelte den folgenden Scan mit einem Aufsatz über das "deutsche Sendernetz" aus "Mein Funk 1935" mit der Bitte um Veröffentlichung.

1935 war nicht nur die "Fraktur-Schrift" üblich, sondern es gab auch die damals alltägliche politsche Propaganda. Der "Reichs-Sendeleiter" war Hadamowsky. Ihm waren die "Funk-Warte" unterstellt.

 

  
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