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Tesla- Transistor - 1956 Entwicklungsmuster

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Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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22.Apr.20 17:18

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Relativ spät , aber irgendwann mußte auch in der Tschechoslowakei dieser Schritt gemacht werden, vom Röhren- zum Transistorradio.                                                                                                              Es gab bereits seit 1956 ein formschönes Kofferradio, den Tesla Minor.

Nach meiner Meinung ein sehr gelungenes Gerät, es hatte 4 Batterieröhren ,6 Kreise ,Mittelwelle, wog etwa 1,4 Kg  und war 262 x 160 x71 mm groß. Dazu kam eine Rahmenantenne im Gerät und das Netzteil. Also rundum eine feine Sache und ein Exportgerät, was auch in der BRD und in Österreich seine Käufer fand.

Aber der Trend in der Entwicklung ging zum Transistorradio, in den USA Regency TR-1 im Herbst 1954 und in Japan Sony TR-55 im Jahre 1955 waren damals schon einige Modelle auf dem Markt. Außerdem war es kaum noch möglich, bei Röhrenbetrieb den Batterieverbrauch zu minimieren und auch die Gehäusegröße stieß an Grenzen. Das Taschenradio mit Röhren gab es zwar, aber mit Kompromissen.

An das Forschungsinstitut für Übertragungstechnik "A.S. Popow" wurde bereits Ende 1954 der Auftrag erteilt, einen volltransistorisierten Kleinempfänger zu entwickeln. Bedingung war nur die Verwendung von Bauteilen der einheimischen Industrie.

Der Transistorsuper war das geplante Erzeugnis, aber damit waren weitere wichtige Forschungsaufgaben verbunden. Es ging um die Untersuchung der neu entwickelten Flächennutzungstransistoren im Eingang sowie ZF die  4 NU 70 und der 2 NT 40.                              Im NF-Teil die 3 NU 70.Weiterhin galt es neu entwickelte Miniatur und Subminiaturbauelemente für ihre Verwendung in Transistorschaltungen zu testen. 

Foto; Nationalmuseum Prag, vielen Dank !

Der Prototyp dieses Gerätes befindet sich heute im  Národní technické museum in Prag.

Das von der Ferritantenne gelieferte Eingangssignal sowie die von dem 2 NT 40 erzeugte Oszillatorspannung werden dem Blockanschluß des Transistors T2  4 NU 70 ( Mischstufe und 1. ZF- Verstärkung ) zugeführt. Die Mischung erfolgt additiv. 

Der ZF- Verstärker ist 4-stufig aufgebaut . Die Demodulation besorgt eine Germaniumdiode 3NN40, welche auch die Spannung für die Schwundregelung an T3 liefert. Das NF- Signal wird in der Vorstufe verstärkt und dem Leistungsverstärker 3 NU 70 (T7) zugeführt. Über den Trafo kommt dann bei 4 Ohm eine maximale Ausgangsleistung von 22 mW an !,...dies bei einer Kollektorverlustleistung von 55 mW.

In den 50iger Jahren war es häufig üblich, die Größe eines Gerätes mit einer Zigarettenschachtel zu vergleichen. Das Taschenradio ( offizielle Arbeitsbezeichnung ) ist 150 x 120 x 60 mm. Ursache dieser Riesen- Taschenradio- Größe ist der Lautsprecher. Dieser wurde vom Tesla Minor mit einem Korbdurchmesser von 95 mm übernommen. Ein kleinerer Lautsprecher wurde Mitte der 50iger Jahre in CS noch nicht gefertigt. 

Der Frequenzbereich ist mit  550 bis 1500 KHz festgelegt, der Drehkondensator selbst wurde im Institut für Übertragungstechnik "A.S. Popow" neu entwickelt. Es ist ein Subminiaturdrehkondensator 4 bis 110 pF in den Abmessungen 15 x 23 x 40mm .                            Die ZF- Übertrager sind ebenfalls eine Entwicklung des gleiches Institutes. Diese sind 14 x 14 x 14 mm im Durchmesser. Bei diesem Bauteil hat man sich bereits Ende 1956 entschlossen, die Serienfertigung aufzunehmen. 

Als Antenne dient ein Ferritstab  10x10 x 135,5 mm . die Spulenwicklung ist aus Litze 20 x 0,05 mm. Diese hat 2 x 65 Windungen.  Parallel zum Drehko liegt ein Röhrchentrimmer mit Glasdielektrikum   ( 0,7 ...7 pF) . Wichtig ist die richtige Ankopplung der Kreise an den Transistor; optimal wurden 4 Windungen ermittelt. 

Da die Oszillatorfrequenz bedeutend über der Grenzfrequenz der tschechischen Transistoren liegt, wurde hier ein Spitzentransistor verwendet. Um ein möglichst stabiles Arbeiten der Schaltung zu erreichen wurde induktive Rückkopplung angewendet. Eine niedrige Eigenkapazität der Oszillatorspule wird durch Kreuzwicklung erreicht. Die Grenzfrequenz ist stark abhängig von der Spannung und dem verwendeten Transistor.

So sahen diese Transistoren damals aus, einer hat in meiner Bastelkiste überlebt, ein 3 NU70. Übrigens war dieses Gerät vollständig mit pnp Transistoren ausgerüstet. Tesla verwendet dann später überwiegend npn- Transistoren .

Der 2NT20 ist praktisch ausgesucht, der ist auch noch nicht in der Liste der Transistoren von Tesla 1956 erfasst. .  Aber dieses Problem hatten ja damals auch andere Hersteller mit ihren Transistoren.  Die Frequenz ist nicht nur von dem verwendeten Transistor abhängig sondern auch von der Spannung. Bei dem Gerät wurde eine Batterie von 22 Volt konzipiert. Diese wurde damals auch in Schwerhörigengeräten in CS eingesetzt.  Mit dieser Batterie konnte das Gerät je nach Lautstärke  10 ...20 Stunden betrieben werden. 

Natürlich wurde dieses Gerät getestet und es wurden Schlüsse für Folgeentwicklungen gezogen. Das die Endstufe keine optimale Lösung darstellt und zu viel Strom frist, war eine Erkenntnis. Auch die Entwicklung eines gut funktionierenden Miniaturlautsprechers war eine wichtige Aufgabe.

Ich gehe davon aus, daß Erkenntnisse aus dieser Gerätentwicklung des Transistorempfängers T58, der ab 1958 in großen Stückzahlen produziert wurde und auch als Exportmodell unter der Bezeichnung comet-9 verkauft wurde.

220 x 155 x85 mm , also auch noch kein richtiges Taschenradio. 

Aber die Verwendung der entwickelten Bauteile aus tschechoslowakischer Produktion .

Der erste serienmäßige Transistorempfänger, der als Taschenradio angesehen werden kann, dürfte der Tesla T 60 gewesen sein.

Textauszüge und die sw-Bilder entnommen aus " Sdělovací Technika" Heft. 5/56                                        alle sonstigen Bilder : Wolfgang Lill

This article was edited 24.Apr.20 07:41 by Wolfgang Lill .

  
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