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grundig: Uhr läuft nicht

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Klaus Pahr
 
 
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08.Jul.21 15:09

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Hallo zusammen,

kennt sich jemand mit der mechanischen Uhr aus? Ich habe ein solches Radio erhalten, bei dem die Uhr nicht läuft.

Die Uhr wird mit einem Motor angetrieben. Dieser hängt direkt an 230 Volt. Im ausgebauten Zustand hat die Spule an den Lötpunkten einen Widerstand von 5,1 kOhm. Diese scheint also i. O.

Hat jemand Erfahrungen mit dieser Technik und kann bitte helfen?

Vielen Dank.

Viele Grüße

Klaus Pahr

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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09.Jul.21 22:42
 
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Hallo, Herr Pahr,

diese Uhrwerke werden in der Regel durch einen selbstanlaufenden Synchronmotor angetrieben, der exakt mit der Netzfrequenz läuft, und nur ein sehr geringes Drehmoment entwickelt. Wenn das Öl in den Lagern im Laufe von Jahrzehnten zäh geworden ist, läuft es irgendwann nicht mehr. Deshalb kann zerlegen des Uhrwerks, reinigen, und neu ölen ( mit einem geeigneten Öl ) helfen. Möglicherweise sind auch die Zapfen und Lager des Werkes verschlissen.

Bitte zuerst prüfen, ob im Stromlosen Uustand die Motorwelle wirklich absolut leicht läuft.

Mit freundlichen Grüßen 

Henning Oelkers

Klaus Pahr
 
 
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17.Jul.21 06:18

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Hallo Herr Oelkers, verehrte Interessierte,

danke für Ihren Rat, Herr Oelkers. Nach dem Zerlegen und einer gründliche Reinigung mit Bremsenreiniger läuft der Motor wieder einwandfrei. Hält man den Motor mit der Hand in das Magnetfeld der Spule, dreht er sofort los. Die Krux ist jedoch, den Motor wieder zusammenzusetzen. Die ganze Sache ist so filigran und aus dünnstem Alublech gefertigt, dass ich davon ausgehe, den Motor in seiner Ursprungsform nicht mehr zusammengesetzt zu bekommen. Auch bin ich werkzeugtechnisch nicht in der Lage, die Bördelung wieder anständig hin zu bekommen, ohne dabei jedes Mal den Motoreinsatz derart zu verschieben, dass der Rotor am Gehäuse anschlägt und dadurch klemmt. Nun, zum Erkenntnisgewinn war es mir dieses Experiment wert. Aber es bleibt die Frage offen, wie dieser Motortyp bei anderen Radioweckern gereinigt und geschmiert werden kann, ohne zerlegt werden zu müssen. Dieses Problem betrifft ja alle SonoClock-Besitzer diesen Typs. Indem man die Bördelung aufbiegt – und das geht nicht ohne Kraft, ist die Präzision dahin, die aber notwendig ist, damit der Motor im Gehäuse frei laufen kann. Wie die Bilder Motor 06a und 06b zeigen, ist die Deckplatte lose und bekommt erst durch die Bördelung vom Gehäuse halt.

Mein gedanklicher Lösungsansatz wäre, den Motor nicht zu zerlegen, sondern in das Alugehäuse zwei kleine Löcher gegenüber zu bohren, um durch diese WD40 einzusprühen. Ich habe das in Bild 8 mit dem schwarzen Punkt dargestellt. Nach einer gewissen Einwirkzeit (z. B. über Nacht) könnte dann durch selbige Löcher das hoffentlich ölgetränkte WD40 wieder ausgeblasen werden. Je nach Erfolg wiederholt man die Prozedur.

Was halten die Feinmechaniker unter uns von diesem Lösungsansatz? Wir brauchen ja eine „Pflegeanleitung“ für alle SonoClock-Besitzer diesen Typs.

Vielen Dank für Ihre Ideen und Anregungen. Bin gespannt, was da an Vorschlägen so kommt.

Viele Grüße

Klaus Pahr

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Robert Latzel
Robert Latzel
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24.Jul.21 12:02

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Hallo,

das jetzige Ergebnis dieses hier beschriebenen Reparaturversuchs zu sehen - tut mir einfach weh.

Oder um die Frage von Herr Pahr zu beantworten:
Ein versierter Uhrmacher oder Feinmechaniker wäre mit dieser Aufgabe sicherlich anders umgegangen.

Denn weder Reinigen per Spülung im montierten Zustand, noch Schmierung durch Sprühen bzw. Tauchen entspricht guter fachlicher Praxis.
Das betrifft auch den gezeigten bzw. beschriebenen Umgang mit dem Bördelrand und die Frage der Justierung.

Man kann Bördelränder auf verschiedene Weise öffnen - sogar so, dass man das Ganze danach beliebig oft öffnen und wieder ordentlich verschließen kann.

Und dann, bei etwas anderer Vorgehensweise während der Öffnung/Zerlegung kann man das Ganze auch beim Zusammenbau wesentlich einfacher als im jetzigen Zustand justieren.

Das Ganze genau und detailliert zu beschreiben, würde nur begrenzt helfen - und den Rahmen eines Beitrags hier um Forum deutlich überdehnen.
Es erfordert umfangreiches Hintergrundwissen, einige Erfahrung und Feingefühl - und eine entsprechende Werkstatt.

Um es also kurz zusammenzufassen: Es gibt eben Fälle, da lohnt die Zusammenarbeit mit anderen Experten.
Tut mir leid, ich konnte es nicht besser formulieren.

Mit vielen Grüßen und bei anderen Projekten mehr Erfolg!

R. Latzel

 

Klaus Pahr
 
 
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25.Jul.21 07:41

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Hallo Herr Latzel,

falls ich Ihnen mit meiner Vorgehensweise auf die Zehen gestiegen sein sollte, möchte ich mich hiermit in aller Form entschuldigen. Das war und so etwas wird auch nie meine Absicht sein.

Ich habe mit Ihrer Kritik kein Problem, finde es aber ausgesprochen schade, dass Sie mich und die werte Leserschaft nicht aufklären, wie Sie an die Aufgabe rangegangen wären. Wir können also nicht dazulernen. Und einen Uhrmacher oder Feinmechaniker im Freundes- oder Bekanntenkreis hat leider nicht jeder an der Hand. Was also sollte ich tun?

Ich habe mich schon oft autodidaktisch in technische Themengebiete eingearbeitet und zu diesem Zweck auch bewusst in Kauf genommen, das dabei etwas kaputt repariert wird. Wenn es dem Erkenntnisgewinn dient und zeigt, wie es zukünftig funktioniert, ist das für mich nicht nur ok, sondern eine wertvolle Erkenntnis.

Zu unserem Uhrenmotor zurück zu kommen: Ich hatte im RM ja nachgefragt, ob wer Kenntnis hat, wie es gehen könnte. Das war jetzt nicht so richtig erfolgreich. Das WWW hat auch keine Hinweise geliefert, wie der Motor instand zu setzen wäre. Auch ein Ersatzmotor war, zumindest auf schnell, nicht aufzutreiben, außer über den Kauf eines Teilespender-Radios. Ein solches habe ich inzwischen da, aber auch hier läuft die Uhr nicht. Was bleibt mir also übrig? Öffnen, egal wie. Und: Erkenntnis gewinnen. Darum die vielen Fotos, damit die werte Leserschaft sich ein Bild davon machen kann, wie es im Motor aussieht und was getan werden kann, damit er wieder läuft. Herr Oelkers hat ja freundlicherweise schon den Hinweis mit dem verharzen Öl gegeben. Aber aus meiner Sicht ohne Öffnen kein Entharzen und neu schmieren möglich.

Übrigens: Im Hintergrund habe ich mit zwei RM-Kollegen, einer ist sogar R-F-Techniker, Mailkontakt. Wir erarbeiten gerade eine Lösung für dieses Problem, wollen sie aber bewusst noch nicht publizieren, solange sie nicht fertig getestet ist. Wir wollen keine Hoffnungen schüren, die dann zur Enttäuschung werden. Wenn's klappt, folgt ein entsprechender Bericht. Mein Problem ist ja nicht exklusiv.

Lieber Herr Latzel, vielleicht können Sie sich doch noch einen Ruck geben und uns Leserschaft aufklären, wie Sie an die Sache rangegangen wären und wie Sie die Bördelung geöffnet und wieder verschlossen hätten. Das wäre für mich nicht nur hinsichtlich des Motors, sondern grundsätzlich von großem Interessen. Vielen Dank.

Mit kameradschaftlichem Gruß

Klaus Pahr

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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25.Jul.21 11:36

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Hallo Herr Pahr,

schön, dass Sie einen Ersatzmotor gefunden haben. Nach dem Hinweis von Herrn Latzel und Ihren ersten Erfahrungen würde ich als Uhrmacherlaie, der auch schon einige Werke instand gesetzt hat, allerdings keinen Motor, der so irreversibel verschlossen war, folgendermaßen vorgehen:

Erster Versuch: Zwei kleine Löcher hineinbohren und mit Petroleum oder Waschbenzin spülen und einige Tage einweichen lassen und Motor zwischendurch mit der Hand betätigen. Das ist zwar, wie Herr Latzel schon anmerkte, nicht sonderlich professionell, aber der Motor bleibt weitgehend unberührt und in manchen Fällen hat es bei mir schon geholfen. Jeder Eingriff birgt die Gefahr der Zerstörung, daher ist Zerlegen bei mir immer der letzte Schritt. Letzter Spülgang sollte mit Petroleum, dem einige Tropfen feines Öl beigefügt sind durchgeführt werden und gut ausblasen und Trocknen lassen.

Zweiter Versuch: Falls Nr. 1 nicht funktioniert, muß man die Börtelung öffnen. So wie Sie es beim ersten Motor gemacht haben, ist der Motor dann leider zerstört. Möglicherweise wäre das vorsichtige Abschleifen der Börtelung von oben besser. Der Motor läßt sich dann auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Statt Börtelung müssen dann einige Tropfen Epoxidkleber (UHU endfest 300) den Rand wieder halten. Da keine große Kraft ausgeübt wird, müßte das reichen. Epoxidkleber läst sich im Notfall mit der Heisluftpistole erweichen und das Gehäuse wieder öffnen.

Das sind vielleicht keine Profivorschläge, aber sie lassen sich ohne Spezialwerkzeuge durchführen.

Viel Erfolg.

Rüdiger Walz

This article was edited 25.Jul.21 11:38 by Rüdiger Walz .

Klaus Pahr
 
 
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25.Jul.21 14:09

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Hallo Herr Walz,

danke für Ihre Gedanken. Jetzt lasse ich halt schon vorab die Hosen runter: Ja, genau in diese Richtung gehen die Überlegungen im Hintergrund. Ihr erster Ansatz mit den beiden Löchern haben wir auch bereits durchdacht, allerdings nur für die Fälle, wo der Motor noch dreht und ein Stehenbleiben wegen verharztem Öl verhindert werden soll.

Ist der Motor erst mal fest, dürfte diese Methode vermutlich nicht mehr ausreichen, weil der Motor nicht vom Ritzel aus gedreht werden kann, sondern nur von der Schwungscheibe. Das verhindert das Getriebe, welches im Gehäuse verbaut ist. Bitte hierzu das Bild "05-Motor Seitenansicht" anschauen. Da sieht man einen Teil der Zahnräder, weitere sind unter der Schwungscheibe verdeckt.

Also kommt man vermutlich um das Öffnen nicht drum rum. Interessant wäre jetzt, wie Herr Latzel die Bördelung reversibel öffnet. Vielleicht teilt er uns das ja noch mal mit - besten Dank dafür schon mal vorab. Aber auch Ihre Methode, Herr Walz, klingt überzeugend und wird von mir zukünftig so angewendet. Danke für diese brillante Idee. Und auch das Zukleben mit 2K-Kleber hatten wir im Hintergrund so schon angedacht. Ich bin nur noch nicht dazugekommen, das umzusetzen. Ich darf aber vermelden, dass der Motor inzwischen wieder frei dreht, sowohl von Hand in der Spule gehalten, wie auch im Alugehäuse eingesetzt. Nach einigen Sprühstößen in den geöffneten Motor mit Bremsenreiniger und Bewegen der Schwungscheibe hat sich das verharzte Öl gelöst und konnte so ausgewaschen werden. Ich hätte das Räderwerk im Motor mit WD40 geschmiert, meine "Hintergrundberater" haben mir zu Ballistol geraten. Das habe ich nicht daheim und muss ich erst besorgen. Darum ist der Motor auch noch nicht zugeklebt worden. Ich sagte ja bei meinem letzten Post bereits, dass ich einen Bericht über die Reparatur nach erfolgreicher Fertigstellung abliefern werde, das dauert aber noch ein wenig.

Der Ersatzteilträger hat auch einen Motor, der nicht dreht. Ich habe das Gerät aber noch nicht geöffnet. Darum kann ich noch nicht sagen, ob es an der Spule liegt oder ob wieder verharztes Öl die Ursache dafür ist. Es bleibt spannend.

Viele Grüße

Klaus Pahr

Heinz LUCAS
 
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25.Jul.21 15:11

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Guten Tag Herr Pahr,

gerade habe ich die Kommentare gelesen, Es ist führt nicht zum Ziel, die Art und Weise Ihres Versuchs zu bemängeln, ohne hilfreiche Tipps zu geben.

Im Laufe meines Berufslebens, also seit 1967, war es auch bei bester Werkstattausrüstung nicht immer möglich, eine "professionelle" Lösung zur Instandsetzung zu finden. In solchen Fällen wurde dem Kunden "reiner Wein" eingeschenkt. Ihm wurde erklärt wie sein Gerät kostengünstig und evtl. mit kleinen Nachteilen wieder zur Funktion gebracht werden könne. Das führte meistens entweder zum Ziel oder endete mit einem Neukauf.

Bei Fehlern in unseren Geräten kann man nicht mehr auf den Werkskundendienst oder nur sehr selten auf Serviceunterlagen aus der Zeit zurück greifen. Es ist Improvisation und Fantasie nötig und auch der Gedanke, eines Fehlschlages ist einzukalkulieren. Sie gehen dieses, von meiner Warte aus gesehen, richtig an, lobenswert auch, dass Sie versuchen Anderen mit Ihren Erfahrungen zu helfen.

Der Hinweis, einen Uhrmacher oder Feinmechaniker zu befragen, ist kurz gedacht. Uhrmacher, die sich mit Mechanik von Uhrenradios auskennen, waren damals schon nicht für eine Reparatur zu begeistern und dürften heutzutage selten zu finden sein, gleiches gilt für Feinmechaniker. Wäre ein solcher in unseren Reihen zu finden, hätte er vermutlich eine Lösung gepostet.

Mich würde es freuen, wenn Sie der Radiouhr wieder zur Funktion verhelfen würden...von Außen wird nicht zu erkennen sein, wie Sie es gemacht haben... Hauptsache...läuft.

In diesem Sinne fröhliches Schaffen

Heinz Lucas

Robert Latzel
Robert Latzel
Editor
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25.Jul.21 22:25

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Hallo,

@Herrn Pahr: Ich habe aufgrund Ihrer Befürchtung versucht, an meinen Füßen nachzuschauen, Sie sind mir offenbar nicht auf die Zehen gestiegen.

Mir hat Ihr Mißerfolg leid getan, ich kann und konnte es nicht besser ausdrücken.

@all:

Ja, ich möchte schon gern mit Rat helfen, man kann mich da auch gern persönlich um dies oder jenes fragen, aber:

Wer liest heute schon noch lange Beiträge gründlich....
Noch dazu, wenn sie - wie es bei mir leider so oft der Fall ist - umständlich formuliert sind...
Und: Es ist leider meine Erfahrung, dass solche Tipps geben und diese dann erfolgreich umsetzen oft zweierlei Dinge sind. Doch dazu dann am Schluß noch ein paar Worte.

Grundsätzlich - wie schon von Herrn Walz beschrieben (vielen Dank!), ist das Auffräsen bzw. Aufschleifen der Bördelung ein guter Weg. Man kann diese oft aber auch aufdrehen. Das wäre optimal, u.a., weil mit wesentlich weniger Staub verbunden.
Je besser diese Bördelung vorsichtig geöffnet wird, umso besser passen die Teile danach wieder zusammen. Auf jeden Fall aber sollte an mindestens 2 Stellen vor dem Öffnen eine Markierung an beiden Teilen angebracht werden.
Die spätere Verklebung mit Epoxyd-Kleber lässt sich mit und auch ohne Erwärmung (da kann man durchaus auch einen Lötkolben verwenden) derselben gut wieder lösen, ebenso wie 2-Komponenten-Kitt.

In das noch geschlossene Gehäuse zu bohren erzeugt Metallspäne, die alles tun, nur nicht der Funktion dienen. Ganz abgesehen von der Gefahr, beim Bohren irgendetwas im Inneren zu beschädigen.
Beim Öffnen sollten keine Späne und auch kein Staub ins Innere gelangen. Und beim Schließen natürlich auch kein Verschlussmittel.

Wenn das Gehäuse geöffnet ist, ist der Zustand innen gut Schritt für Schritt zu dokumentieren (Fotos!). Das hilft oft beim Zusammenbau...
Dann sind die Bauteile alle genau in ihrem Zusammenspiel zu beobachten und dann einezln auf Verschleiß zu betrachten. Und dann ist zu überlegen, mit welchen Mitteln was wie gereinigt werden kann bzw darf, ohne weiteren Schaden (z.B. an Verklebungen und Isolationen - Wicklungen!) zu erzeugen.

Das Reinigen von Lagern erfolgt im leeren Zustand, also ohne Welle, denn sonst bleibt Abrieb und alter Schmierstoff im Lager und am Zapfen - das ist bei Uhren so, und auch bei so einem Motor.
Reinigen mit destiliertem Petroleum oder destiliertem Reinigungsbenzin oder Desinfektionsbenzin ist das, was bei Metall auf jeden Fall funktioniert. Manchmal ist aber auch Kunststoff mit im Spiel - und da geht es dann erstmal darum, was verträgt dieser Kunststoff - oder wie reagiert er (auch langfristig!) auf den Kontakt mit welchem Mittel?!
Nach dem gründlichen Reinigen muss alles ganz trocken und sauber sein.
Erst dann darf man mit entsprechendem (!) Schmierstoff nachschmieren. Wobei WD 40 u.ä. absolut ungeeignet dafür ist - so etwas geht nur mit säurefreien Ölen bzw. Fetten (also Schmierstoffe mit chemisch betrachtet möglichst stabilem Aufbau - weshalb u.a. Sprühmittel nicht infrage kommen!). Anders bekommt man kein brauchbares, längerfristig gutes Ergebnis.

Man sollte aber vor der Montage auch die Zapfen, die Lager, die Räder usw. wirklich genau inspizieren (nicht nur mit bloßem Auge!) - und ggfs. überarbeiten. Und das ist das, was spätestens eben nicht mit "einfachen" Mitteln mehr geht, schon die fachliche Einschätzung, ob etwas überarbeitet werden sollte oder gar muss, ist für Laien oft überfordernd. Genauso wie die fachgerechte Montage mehr als herausfordernd sein kann. Nur ein Stichwort: Was ist ein akzeptables Lagerspiel? Wieviel davon ist radial, wieviel ist axial zulässig? Das z.B. überfordert oft - geschweige denn, dies gut hinzubekommen.

Der Frust, wenn so ein Rat weshalb auch immer, nicht geholfen hat, ist auf beiden Seiten gross...

Daher: Ich würde liebend gern viel öfter mehr und detaillierter hier im Forum schreiben - aber viel davon wäre mißverständlich, und wäre damit dem Erfolg der Aktiven mehr als abträglich.
Es gibt Leute, die verstehen genau, was ich schreibe / empfehle, und andere verstehen es leider genau nicht richtig. Und das ist die Erfahrung, die mich zusätzlich zu meinen persönlichen Handicaps immer öfter (auch hier) schweigen lässt.
Und das, wo ich doch genau wegen meinem Wissen und meiner Erfahrung um solche Restaurationen und dem Wissen um Materialalterungsfragen usw. einst hierher ins RM.org gebeten wurde.
Ich kann nicht mehr tun, als noch Rat geben. Ich kann im Fall der Fälle nicht einfach mal praktisch helfend eingreifen. Auch daher meine häufige Zurückhaltung. Wer aber trotzdem will, kann mir gern mit mir Kontakt aufnehmen, wenn ich mit Rat helfen kann, tue ich es, solange ich es noch kann, gern.

Allen, die sich inzwischend helfend äußerten, vielen Dank für die Unterstützung, das war sehr, sehr nett und hilfreich. Ich danke Ihnen allen sehr.

R. Latzel

 

This article was edited 25.Jul.21 22:26 by Robert Latzel .

  
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