• Année
  • 1959/1960
  • Catégorie
  • Radio - ou tuner d'après la guerre 1939-45
  • Radiomuseum.org ID
  • 1779

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 Spécifications techniques

  • No. de transistors
  • 9
  • Principe général
  • Super hétérodyne (en général); FI/IF 460/6750 kHz
  • Circuits accordés
  • 7 Circuits MA (AM)     10 Circuits MF (FM)
  • Gammes d'ondes
  • PO, GO, OC et FM
  • Tension / type courant
  • Piles sèches / 6 × 1,5 Volt
  • Haut-parleur
  • HP dynamique à aimant permanent + bobine mobile / Ø 10 cm = 3.9 inch
  • Matière
  • Cuir / canvas / plastique mais autre matériel en dessous!
  • De Radiomuseum.org
  • Modèle: Joker 834 - Graetz, Altena Westfalen
  • Forme
  • Portative > 20 cm (sans nécessité secteur)
  • Dimensions (LHP)
  • 290 x 180 x 102 mm / 11.4 x 7.1 x 4 inch
  • Remarques
  • Erstmals vorgestellt auf der Deutschen Rundfunk-, Fernseh- und Phonoausstellung in Frankfurt/Main am 14.8.1959.

    Teilweise abweichende Transistorbestückung in UKW-HF und ZF. AF114 und AF115 für UKW und AF116 für ZF.

    Getrennte Höhen- und Tiefen-Regler

    Buchse für Aussenantenne

     

  • Poids net
  • 2.8 kg / 6 lb 2.7 oz (6.167 lb)
  • Prix de mise sur le marché
  • 278.00 DM
  • Littérature
  • -- Original prospect or advert
  • Schémathèque (1)
  • -- Original-techn. papers.
  • Schémathèque (2)
  • Funk-Technik (FT) (18/1959 S. 660, 661 / Neuvorstellung, Schema)

 Collections | Musées | Littérature

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Contributions du forum pour ce modèle: Graetz, Altena: Joker 834

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Vorausschicken möchte ich etwas, was ich einmal irgendwo aufgeschnappt habe: in der guten Zeit des Radiohandwerks soll es Musterempfänger gegeben haben, die von den Meistern mit einem halben Dutzend Fehlern bestückt worden sind, woran die Lehrlinge dann ihr Können zelebrieren mussten…

Es kommt eine Ruine ins Haus. Funktioniert die Ruine? – Die Ruine funktioniert nicht. Es gibt ja Brüche in der Platine, die müssen zuerst gemacht werden. Das Radio ist reichlich bestückt mit OC170 und Anverwandten. Die sind ebenfalls sehr verdächtig, da gern Zinnfasern bildend. Auf der Aussenseite habe sie schon einmal einen dünnen Filz von Nädelchen.

Es wird geschustert und geleimt. Die Platine ist wieder wie aus einem Stück. Die Risse in der Platine befinden sich bei der Stromversorgung, es werden die Bruchstellen in den Leiterbahnen überbrückt. Demontiert wird der Neumann-Stabilyt, denn er ist so Neu-mann nicht mehr. Die Ersatzschaltung nimmt seinen Platz ein.

Die vielen winzigen 2uF-Kondensatoren sind im Radiohimmel. Auch derjenige ist gefunden, der meinte, sich in einem Schlauch versteckt halten zu können, mit einem Widerstand zusammen.

Gibt es jetzt Empfang? – Ja, UKW kommt, allerdings wirklich empfangsschwach. AM oszilliert hingegen gar nicht. Ich schneide den ZF-Transistoren die Hutanschlüsse ab. Das wäre nicht nötig gewesen, denn sie funktionierten nämlich gleich gut auch mit Hut. Obwohl T3 gut misst, will er nicht oszillieren. Ich ersetze ihn wohlgemut durch einen AF125.

Geht nun alles? – Alles geht wie gehabt. Ein Dutzend Male kontrolliere ich den neuen AF125, ich werde ihn doch nicht verkehrt verbogen haben, ihn  doch nicht verkehrt herum eingesetzt haben? Nein, alles stimmt. Nur oszillieren will es nicht. Transistor 3, der OC170, ist also nicht der Schuldige gewesen.

Der Aufbau des Tastenfeldes ist unübersichtlich. Es ist zusammengehängt mit den Spulen, die Tastenanschlüsse sind teilweise einseitig herausgeführt, nichts ist einfach erreichbar. So etwas sieht man in dieser Periode um 1960 oft, immer wieder ein mächtiges Ärgernis.

Noch etwas: der UKW-Empfang wird plötzlich gut, wenn man die UKW-Taste über Gebühr eindrückt. Seltsam.

Der Vorbesitzer hat Filter I unten auf der Platine mit einem grossen X versehen, tief ins Lötzinn eingekratzt. Hat er den Fehler im Filter vermutet? Man geht dem nach, nein, am Filter liegt es nicht. Er hat auch entfernt den Kondensator 111, bei den Kurzwellen-Spulen, aber auch das hat bei ihm nicht geholfen.

Der zweifelnde Radioreparateur kehrt erneut und immer wieder zurück zum ausgetauschten Transistor. Ist Transistor T3 wirklich, wahr- und wahrhaftig richtig eingebaut? Er ist es, und er bleibt es, obwohl das Radio sich benimmt, als ob das nicht so sei.

Ich tränke das Tastenaggregat mit WD-40. Es sollte Öl unten nur so herausfliessen. Nur merkwürdig, wie trocken unten alles aber bleibt…

Nur Glück kann jetzt noch helfen. Während man an allen möglichen Bauteilen herummacht – ausbaut, misst, einbaut – gerät man mit einem Überbrückungskondensator an den Emitteranschluss von T3, worauf UKW aufblüht. Es sind keine Bauteile kaputt – der Kontakt zum Chassis ist hier nicht geschlossen. Dieser Schalter schliesst auch den Schwingkreis für AM. Das Überbrücken des Schalters verbessert UKW, bringt aber immer noch keine Oszillation.

Jetzt wird der Meister aggressiv. Kann man den Tastensatz demontieren? Die Deckleiste muss leicht angehoben werden, damit man die Tasten herausziehen kann. Die Leiste ist an den zwei Seiten verstemmt. Lösen lässt sich das, und einmal wieder schliessen wohl auch. Der Vorgang lässt sich aber nicht beliebig oft wiederholen, denn einmal brechen die Zungen ab.

Jede Taste hat 3 Schaltstifte aus Pertinax. Die erste Taste, die ich ziehe, ist die UKW-Taste. Dort ist in der Mitte beim Kontakt – einer Schmalstelle! – das Pertinax gebrochen. Kein Wunder, dass nichts richtig geht! – Aber was entsetzt das Auge? - Der Hubraum der Taste! Er ist nicht leer! Er ist gefüllt bis zum Rand! Organisches Material ist es, Fasern, Blattreste, Kokonteile, Puppendreck, alles voll. Mit Pinzette wird das Gröbste herausbefördert, die Druckluft schleudert mir den Dreck nachher ins Auge. Taste um Taste wird so behandelt, der ganze Tastensatz ist zugestopft mit uraltem Mottenfrass und Puppenresten.

Wer weiss, wie es in den Tastenfeldern von anderen Geräten aus der Zeit aussieht? Bei diesem wunderlichen Gerät ist die Leere schliesslich so voll geworden, dass am Ende der Kontaktschieber gerissen ist…

Er muss geleimt werden. Es wird eine Punktleimung, da der Schieber ja auch wieder schieben können muss. Ich bereite alles vor, leime sorgfältig, spanne schnell ein, und versuche, mich zu gedulden. Dieser geflickte Schieber kommt nachher nicht mehr in die Position UKW, denn der Schieber wird bei jedem Ein- und Ausschalten des Radios auf UKW geschoben und gezogen. Ich baue ihn auf LW ein, jetzt weniger belastet als er noch vor Wochen gewesen wäre. Wird der Schieber halten?

Die Schieber sind eingefügt. Die Federn sind eingesetzt. Der Decksteg ist über die Haltezungen gedrückt. Das Verstemmen muss noch warten, erst kommt der Probebetrieb.

Läuft UKW? – UKW läuft bestens.

Läuft AM? – AM läuft bestens. Endlich, endlich: die Mittelwelle, sie oszilliert, sie tiriliert! Der Graetz Joker, er empfängt wieder. Er bringt mir Radio Caroline! Bringt mir BBC5Live! Bringt mir MCB-Radio! – Und abends bringt er mir die halbe Welt – das, was von der Welt noch übrig ist…

Aber… aber die Langwelle ist tot. Die Schalter! – Erneutes Putzen bringt nichts, die Langwelle bleibt mausetot, nicht einmal ein Rauschen! – Wieder wird auf der Spulenplatine herumgestochert, werden gebrochene Verbindungen gesucht. Schliesslich sucht das Auge erneut forschend die LW-Spule ab. – Wo ist denn der Kern? – Der Kern ist so weit draussen, dass es nicht gesund ist. Tatsächlich, da gehört er nicht hin. Mit dem Signalgenerator wird die Langwelle eingeregelt, bis sich schlieslich Radio Algérienne Chaine 3 meldet, mit seinem feinstem Französisch-Arabisch-Gemisch. – Der Kern ist im Übrigen so locker, dass er sofort mit Wachs stabilisiert werden muss, sonst verändert er seine Position ganz selbsttätig!

Die ganze Welt empfangen? – Der Joker hat Kurzwelle. – Hat er aber nicht. Der Vorbesitzer hat bei der Fehlersuche C111 entfernt. Den füge ich natürlich wieder ein, schwach meldet sich die Kurzwelle jetzt auch. Stark wird das Signal, wenn der Finger ebenfalls in der Schaltung ist. – Man wird auch hier abgleichen müssen, obwohl diese Kerne unangerührt scheinen. Dummerweise misslingt auf Kurzwelle einiges. Plötzlich verschwindet, was gerade da gewesen ist: halber Kurzwellenempfang, nur unter Einsatz des eigenen Fingers, wird Null und Nichts.

Erneutes Suchen. Nach geraumer Zeit wird eingekreist der gerissenen Faden ab Spule 120. Der Draht schwebt genau über der Stelle, wo er angelötet sein sollte. Er ist abgerissen. Ihn zu löten verlangt die sichere Hand, die gute Sicht und die buchstäbliche Engelsgeduld.

Kurz und gut, die Kurzwelle sollte jetzt gehen, sie geht aber wiederum nicht. Die Antennendrähte sind weg, verdreht, enden im Nichts; die Teleskopantenne fehlt bis auf die Halterung ganz. Das alles wird rekonstruiert, wie es wohl sein sollte, mit Dank an die Bilder aus dem radiomuseum.

Empfang?  - Nichts. Wenn man einen Draht an den Antennenkreis des Drehkondensators legt, hört man Kurzwelliges, aber so kann es nicht bleiben.

Schliesslich kommt einem die Idee mit der Aktivantenne: Wenn die Antennenzuleitung unterbrochen wäre… dann würde die Aktivantenne an der Aussenantennenbuchse auf AM doch nichts bringen? – Tatsächlich! – Etwas dämpft das ganze Signal, oder es wird gar nicht erst weitergeleitet.

Die äusserste feine Bahn auf der Platine, verdeckt vom Chassisblech, sie bringt das Antennensignal zum Tastenfeld. Bei einem Lötinselchen weicht sie noch ein bisschen weiter zum Rand hin ab, wird noch etwas dünner, wird zum Faden… und ja, dort ist der Faden förmlich von der Platine gefallen…

Ist es ein Wunder, dass man sich im Jahre 1950 wähnt, bei einer Lehrlingsprüfung? – Dieser Lehrling ist allerdings bei der Prüfung durchgefallen: viel zu langsam. Nur sein Fleiss verdient die Note genügend. Das Radio läuft jetzt auf allen Wellen. Alle Filterkerne sind wieder mit Wachs festgelegt.

Auf Kurzwelle ist das Radio immer noch ziemlich taub. Eine externe Antenne an der Aussenantennenbuchse, erst sie bringt mir akzeptablen Kurzwellenempfang. Wer kann es wissen, vielleicht wird mir das Gerät deshalb in vielen Jahren doch noch einmal auf den Tisch wandern…

Die Ruine ist fachkundig ‚entpuppt‘. Sie entpuppt sich nach dem Heilen von tausend Wehwehchen als  ‚Kofferempfänger grosser Klasse‘ – ein Spitzenprodukt von Graetz eben.

Es spielt die Langwelle, die Mittelwelle, und halbwegs auch die Kurzwelle. Am schönsten ist aber die Klassische Musik auf UKW aus dem klassischen Kofferempfänger aus dem Jahre 1960…

Ein Radio kommt übrigens selten allein – was man keinem Radiosammler lange erläutern muss…

 

Bruce Cohen, 05.Aug.26

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