• Year
  • 1966/1967
  • Category
  • Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
  • Radiomuseum.org ID
  • 26763
    • alternative name: Grundig Portugal || Grundig USA / Lextronix

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 Technical Specifications

  • Number of Tubes
  • 3
  • Number of Transistors
  • 0
  • Main principle
  • Superheterodyne (common); ZF/IF 460/10700 kHz; Reflex
  • Tuned circuits
  • 6 AM circuit(s)     10 FM circuit(s)
  • Wave bands
  • Broadcast (BC) and FM or UHF.
  • Power type and voltage
  • Alternating Current supply (AC) / 110; 220 Volt
  • Loudspeaker
  • Permanent Magnet Dynamic (PDyn) Loudspeaker (moving coil) - elliptical
  • Power out
  • 2.5 W (unknown quality)
  • Material
  • Plastics (no bakelite or catalin)
  • from Radiomuseum.org
  • Model: Musikgerät RF100 - Grundig Radio-Vertrieb, RVF,
  • Shape
  • Tablemodel with Push Buttons.
  • Dimensions (WHD)
  • 390 x 230 x 160 mm / 15.4 x 9.1 x 6.3 inch
  • Notes
  • Dioden: 2× AA119.
    Technische Daten wie Musikgerät 98ASa, jedoch anderes Gehäuse. The design of this radio was the responsibility of RM member and frequent contributer Hans Knoll, in 1965.
  • Net weight (2.2 lb = 1 kg)
  • 4 kg / 8 lb 13 oz (8.811 lb)
  • Price in first year of sale
  • 180.00 DM
  • External source of data
  • erb
  • Literature/Schematics (1)
  • -- Original-techn. papers.

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Forum contributions about this model: Grundig Radio-: Musikgerät RF100

Threads: 1 | Posts: 2

Hallo liebe Radiofreunde und Technikbegeisterte!

An dieser Stelle möchte ich einen kurzen Erfahrungsbericht bezüglich des "wieder salonfähig Machen" eines doch recht interessanten Grundig-Kleinsupers verfassen.

Grundig verfolgte damals (sicherlich aus Kostengründen) ein recht eigenwilliges Konzept, mit nur 3 Röhren einen kombinierten AM/FM-Empfänger auf die Beine zu stellen, auch wenn unter dem Oberbegriff "AM" hier lediglich die Mittelwelle bedient wird. Mit einer ECC85 hat man sowohl das UKW-Eingangsteil als auch Oszillator und Mischstufe für die Mittelwelle realisiert. All dies befindet sich in der abgeschirmten Tunerbox, die auch den UKW/MW-Umschalter beinhaltet. 

Über das Auktionshaus Ebay ersteigerte ich für lediglich 1,00 EUR dieses Radio, welches rein optisch nicht unbedingt als Leckerbissen bei mir ankam.

Auf UKW ließ sich lediglich ein Sender einstellen, MW funktionierte so recht und schlecht. Das Netzkabel wurde mit einer Lüsterklemme verlängert und wie auf dem Foto zu sehen, ist der Schallwandstoff "völlig fertig". Auch das Kunststoffgehäuse wies starke Spuren von Lösungsmitteln auf, die sich tief eingefressen hatten.

 

Bevor ich jedoch mich dafür entschied, diesen doch relativ hohen Aufwand der Gehäuserestauration auf mich zu nehmen, musste ich mir sicher sein, dass auch die Technik wieder instandzusetzen ist.

Als erstes wurde das Netzkabel richtig eingelötet, so dass keine externe Klemmstelle mehr existiert.
Nach einem vergeblichen Abgleichversuch des UKW-Oszillators wurde mir klar, dass die Kreiskapazitäten nicht ausreichten, um das Frequenzband dorthin zu ziehen, wo es auf der Skala hingehört. Ich tauschte den 8pF Kondensator C324 mit nur einem Telierfolg aus. Also hatte der Trimmer C325 auch an Kapazität verloren. Da er jedoch durch Drehen seinen Wert noch änderte und ich kein passendes Exemplar zur Hand hatte, begnügte ich mich mit einer zusätzlichen Kapazität von 4,7pF parallel zu den Schwingkreiskapazitäten (nach try and error-Methode war dieser Wert perfekt), mit der ich den Oszillator perfekt abgleichen konnte. In Ermangelung an Kenntnissen über die verwendeten Temperaturkoeffizienten und deren Farbgebung auf den Scheibenkondensatoren hatte ich jedoch offensichtlich Glück gehabt, da nur eine geringe Frequenzdrift nach Erwärmung zu verzeichnen ist.

An dieser Stelle hier nun eine Anfrage, ob es Radiofreunde gibt, die diesbezüglich Auskunft geben können, welche Farben welche Temperaturkoeffizienten repräsentieren und ob sich dies im Verlauf der Zeit geändert hat.

Beim Abgleich der ZF-Filter ist mir wegen des üppig vorhandenen Wachses noch ein Spulenkörper aus der Trägerplatte des Filters herausgebrochen, so dass ich das gesamte Filter ausbauen durfte, den Spulenkörper daraufhin neu verklebte und die feinen Drähtchen wieder an die richtigen Stellen anlötete. Ein sanftes Erwärmen des Spulenkörpers brachte den überflüssigen Wachs hervor. So ließ sich das Filter hervorragend abgleichen.

Nun ging es an das Gehäuse, welches ich in insgesamt 3,5 Stunden von Hand geschliffen hatte, bis alle eingeätzten Stellen verschwunden waren. Danach ging es an den Feinschliff mit final 800-er Schleifpapier. Da noch kein Hochglanz aufkommen wollte, versuchte ich mein Glück mit einer Chromglanz-Paste aus dem Praktiker-Baumarkt "Nigrin Metall Polish", mit dem ich auch das Messing der Knöpfe immer wieder sehr gut hinbekomme. Mittels Haushaltstüchern aus weichem Zellstoff ließ sich das Kunststoffgehäuse mit einer gesunden Portion Druck auf die zu polierenden Flächen wieder auf ordentlichen Glanz bringen (siehe Foto unten).

Die Lautsprecherschallwand wurde mit neuem Stoff bespannt, der zwar nicht ganz das Originalflair wiederherstellt, aber optisch doch recht gut passt. Die Kunststoffskala bearbeitete ich ebenfalls mit der Metallpolitur.

Auf der Strecke blieb allerdings die integrierte Antenne, die aus hauchdünner auf Papier aufgetragener Alufolie bestand und einseitig schon eingerissen war. Ich entschied mich für einen Dipol aus Kupferlackdraht, den ich, ohne irgend etwas zu berechnen, in das Gehäuse bestmöglich mit starkem Klebeband fixierte, da dies für mich eh eine Kompromisslösung in diesem kleinen 39cm breiten Gehäuse darstellt. Um mit diesem Konstrukt noch etwas besseren Empfang zu erzielen, entfernte ich die Verkürzungsspule, die für die Alupapier-Flächenantenne optimiert wurde. Sicherlich stehen so manchem Funk-Experten spätestens jetzt die Haare zu Berge, wenn diese Zeilen überflogen werden, aber ich habe hier weniger wissenschaftlich als mehr aus dem Bauch heraus gehandelt - und empfange selbst im Keller noch die stärksten Sender.

Hier nun noch zwei Fotos vom fertigen Gerät:

An dieser Stelle noch einmal ein großes Kompliment an die Grundig-Ingenieure der 60-er, die es geschafft haben, aus 3 Röhren eine doch erstaunliche Empfangsleistung herauszukitzeln. Logischerweise ist ein Spitzensuper noch ein ganzes Stück empfindlicher, aber man muss auch den beträchtlichen schaltungstechnischen Mehraufwand bedenken, der dort betrieben wurde.

Freundliche Grüße

André Kleeberg

 

 

André Kleeberg, 25.May.09

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