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ECF12 (ECF12) Stahlröhre = Glasausführung ?

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Klaus Bayer
Klaus Bayer
 
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02.Mar.08 11:41

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Hallo,
es gibt die Stahlröhre UCF12 und die Glasausführung von Loewe/Opta.
Diese unterscheiden sich schon optisch sehr stark. Passen diese Röhren jeweils
nur in verschiedene Geräte und ist die Funktion tatsächlich gleich ?
Bei der Loewe UCF12 fehlt z.B. die Möglichkeit den Abschirmring "überzuwerfen".
In welchem Gerät ist die Loewe Röhre drin ?
Viele Grüße
Klaus Bayer
Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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02.Mar.08 12:52

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Die ECF12/UCF12 ist eigentlich als UKW-Röhre entwickelt worden, sie wurde meistens als Pendelaudion eingesetzt. Das Pentodensystem fungiert als Vorstufe, besser noch Trennstufe, um die unerwünschte Abstrahlung der HF über die Empfangsantenne zu minimieren. In Reflexschaltung wurde im Pentodenteil bei manchen Anwendungen die NF anschliessend vorverstärkt. Anwendung des Triodenteils war dann der eigentliche Pendler.

Grundig setzte diesen Röhrentyp völlig anders ein: Pentode als HF-Vorstufe, die Triode als selbstschwingende additive Mischstufe. Viele Geräte des Jahrgangs 1950/51 und 51/52 waren mit dieser Schaltung sehr erfolgreiche UKW-Empfänger der ersten Generation, der Grundig 495W beispielsweise.
In diesen beschriebenen Anwendungen war die sichere und niederinduktive Erdung des Stahlkolbens mittels Überwurfring wichtig, um zusätzliche Abstrahlung der HF zu verhindern. Daher war die E/UCF12 die einzige Stahlröhre mit versilbertem Wulst.

Loewe-Opta hatte in zahlreichen Geräten des Jahrgangs 1951/52 eine völlig andere Anwendung der ECF12/UCF12 vorgenommen. Es sind dies die Geräte der x852-Familie, zu denen z.B. Radios wie 852W, 1852W und 2852W bzw. GW gehören. Darüber hinaus gab es in dieser Familie zahlreiche Untervarianten was zum Beispiel die Bestückung des Ratio-Detektors betraf. EAA91, EB41, Germanium-Dioden, alles wurde eingesetzt.

Als Beispiel sei hier auszugsweise die Schaltung von Loewe 2852W besprochen. Das Pentodensystem der ECF12 dient hier als 2. ZF-Stufe für FM (10,7MHz). Das Triodensystem ist die 2. NF-Stufe (die Triode der EM11 fungiert hier als 1. NF-Stufe nach dem Ratio-Detektor, Lautstärke-Regelung wird zwischen EM11 und ECF12 vorgenommen). Beim AM-Empfang ist der NF-Teil nur 2-stufig. Da es keine separate Demodulator-Diode gibt, wird die G1-K Strecke der ECF12 als Gleichrichter und Regelspannungs-Erzeuger verwendet. Anoden- und Schirmgitterspannungen der ECF12 sind bei AM-Betrieb abgeschaltet.


In dieser Anwendung war eine niederinduktive Erdung des Röhrenkolbens nicht erforderlich, es genügte der übliche Abschirm-Leitlack auf dem Glaskolben. Trotz gleicher Bezeichnung, wohl auch statischer Daten, ist eine Anwendung der Glas-ECF12 im UKW-Eingang anderer Geräte nicht möglich. Vermutlich hat die Glas-ECF12 noch einen Quetschfuß. Wohl deshalb entwickelte Loewe eine eigene ECF12, die für ZF-NF-Aufgaben völlig genügt hat.

Bernhard Nagel

This article was edited 02.Mar.08 13:37 by Bernhard Nagel .

Klaus Bayer
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02.Mar.08 19:31

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Hallo Herr Nagel,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe mir schon gedacht, das diese Varianten nicht gleich sein können.

Nun weiß ich es genau.

Schönen Sonntag noch

Klaus Bayer

Andreas Steinmetz
 
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02.Mar.08 23:35

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Hallo,

ich habe vor Jahren tatsächlich mal die Probe aufs Exempel gemacht: eine Loewe ECF12 Glas funktionierte zwar prinzipiell im UKW-Eingangsteil eines großen Grundig (vmtl. 5005), aber mehr schlecht als recht. Der Oszillator lag einige MHz zu tief, es gab an verschiedenen Stellen Schwinglöcher, und die Eingangsempfindlichkeit war schlecht. Mit Sicherheit liegt das an den größeren Zuleitungsinduktivitäten und -kapazitäten des Quetschfußaufbaus sowie an den abweichenden Anschlußverhältnissen der Abschirmung. Also wirklich keine empfehlenswerte Bestückung!

Andreas

Paul Heussner
Paul Heussner
 
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04.Mar.08 23:39

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo Herr Nagel,

vielen Dank für diese Erläuterungen. Ich habe mich immer schon über diesen versilberten Wulst bei meinerr ECF12 (in Stahlausführung) gewundert, ohne eine Erklärung dafür zu haben. Bei der UCF12 aus meiner Sammlung ist von der Versilberung nichts mehr zu erkennen, es sieht eher nach Rost auf, sonst wäre mir evtl. schon vorher ein Zusammenhang aufgefallen.

Gruß, Paul Heußner
  
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