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geraet-kar: Funktionsweise des technischen Kompensators

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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01.Jul.19 22:24
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Das Schaltbild des Kompensators sieht etwas kompliziert aus und es ist nicht so einfach zu verstehen, wie dieser arbeitet und wozu er eingesetzt werden kann.

In "Skirl, W.: Elektrische Messungen, de Gruiter, 1936" werden Kompensatoren beschrieben.

Zunächst das Prinzip von Kompensatoren

Das Ziel ist, eine Spannung exakt zu messen, ohne aber die zu messende Spannung durch das Meßgerät zu belasten. Die Belastung durch den Innenwiderstand eines Spannungsmessers führt (zumindest in früheren Zeiten, als es noch keine Röhren-Voltmeter bzw. Transistor-Voltmeter mit sehr hohen Innenwiderständen gab) zur Verfälschung des Meßergebnisses.
[Aus diesem Grund wird z.B. eine Gitter-Vorspannung nicht zwischen Gitter und Kathode einer Röhre gemessen, sondern als Spannungsfall am Kathoden-Widerstand.]

Das Prinzip einer Messung mit einem Kompensator besteht darin, daß z.B. eine Spannungs-Quelle (deren genaue Größe gemessen wird) einen Spannungsteiler speist. Der Abgriff des Spannungsteilers wird so lange verändert, bis das Galvanometer zur Messung der Spannung e stromlos wird. (Bild 634) Mit Kenntnis der Spannung E und dem Teilerverhältnis läßt sich leicht ausrechnen, wie groß die zu messende Spannung e dann ist. Diese Spannung wird dabei nicht belastet, weil dieser Quelle kein Strom entnommen wird.

Statt einer Hilfs-Spannungs-Quelle (Bild 638) wird in einer praktischen Schaltung des technischen Kompensators eine Hilfs-Strom-Quelle (Bild 639) verwendet.

Der Technische Kompensator

Skirl bezieht seine Beschreibung auf die Schaltung Bild 648, die sich nur in Details von der Schaltung des "Niederohmigen techn. Kompensators" (von Anfang des Posts) unterscheidet, u.a. dadurch, daß sie gegenüber dieser quasi "auf dem Kopf" steht.

Die beiden Tasten T1 bzw. T2 sind beim "Niederohmigen tech. Kompensator" ebenfalls vorhanden und werden im Schaltbild mit der Anordnung (rechts unten) realisiert, über der "Galvanometer" steht. Die etwas kompliziert anmutende Vorschrift zu Bedienung der beiden Tasten soll sicherstellen, daß einerseits die zu messende Spannung-Quelle nie zu stark belastet wird und anderseits verhindert wird, daß das empfindliche "Null-Instrument" (Galvanometer) überlastet werden kann.

MfG DR

Dieser Beitrag wurde am 02.Jul.19 09:37 von Dietmar Rudolph editiert.

  
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