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minerva: Gefahr für LS-Regler

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Rudolf Bengesser
Rudolf Bengesser
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30.May.21 09:54

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Liebe Radiofreunde!

Seit geraumer Zeit fällt mir an meinem 506W ein "Kratzen" des Lautstärkereglers auf, das sich auch durch Kontaktspray und nachfolgend WD 40 Multiöl kaum nachhaltig beheben lässt. Eine Messung hat im Zuge einer Reparatur ergeben, dass am "heißen" Ende eine Spannung von ca. -10 Volt anliegt, je nach Senderstärke. Ein Blick auf den Schaltplan zeigt, dass auf MW, LW keine galvanische Trennung zum Sekundärkreis der ZF besteht und die Spannung von dort stammt. Nach Einsetzen eines Koppelkondensators mit ca. 100 nF ist das Kratzen Geschichte, die Spannung vom heißen Ende des Reglers weg, vor dem Kondensator sind es allerdings bis zu -50V, auch die Abstimmröhre zeigt stärkeren Ausschlag, d. h. ein Teil der Regelspannung wird/wurde über den LS-Regler abgeleitet, was diesen gefährdet. Diese Manko betrifft alle 506-er, vermutlich auch alle anderen frühen Minerva-Geräte (auch 519!). Angesichts einiger (dadurch) bereits beschädigter LS-Regler macht es Sinn, die Radios auf diesen Fehler hin zu überprüfen und ggf. den LS-Regler mittels zusätzlichen Koppelkondensators am heißen Ende zu schützen, was gerade bei diesem Radio recht einfach ist. 

Dr. R. Bengesser, eh

 

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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02.Jun.21 12:00
 
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Hallo Herr Bengesser,

es ist richtig, dass Potentiometer, die von Strom durchflossen werden eher zum Kratzen neigen, als galvanisch getrennte Regler.

Allerdings hat Minerva offensichtlich absichtlich das Potentiometer bei MW / LW galvanisch parallel zum 0,5 MOhm Ableitwiderstand gegen Masse geschaltet. Für KW ist ein 2000 pF Kondensator zur galvanischen Trennung vorgeschaltet. 

Dadurch wird bei MW und LW der Zf-Kreis stärker belastet, statt 0,5 MΩ + 50 kΩ = 0,55 MΩ nun 0,25 MΩ + 50 kΩ = 0,3 MΩ. Das hat einige Konsequenzen. Zum einen wird der Bandfilter möglicherweise breitbandiger für einen besseren Klang bei MW und LW. Zum anderen wird er unempfindlicher und wie sie beobachtet haben schlägt das Magische Auge weniger aus. Hohe Empfindlichkeit wird für KW Weitempfang benötigt und weniger für MW und LW. 

Bei den beobachteten -50V am Kreis, die unter Belastung sicherlich auch noch zusammenbrechen, würde ein maximaler Strom von I = U / R   50 / 500000 = 0,1 mA fließen, der das Poti nicht beschädigen kann. Durch Vorschalten eines Kondensators bei MW / LW haben Sie natürlich die vom Konstrukteur beabsichtigten unterschiedlichen Empfangseigenschaften bei KW und MW/LW unterlaufen, was bei der heutigen Senderdichte womöglich nicht auffällt.

Herzliche Grüße

Rüdiger Walz

 

 

 

  
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