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Herstellerspezifische Varianten der PY81

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Patrik Schindler
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22.May.18 18:11
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Zitat aus der Radio Praktiker Bücherei Band 39/40: Die Fernsehröhren und ihre Schaltungen von Ludwig Ratheiser, 1. Auflage 1953, S. 99ff.

Die PY81 wurde zunächst von Telefunken entwickelt und hatte eine Heizspannung von 32 Volt. Durch Herabsetzung der Heizspannung auf 20 Volt entstand aus ihr die gleichfalls strahlungsgeheizte PY83. Mit Ausnahme der Heizspannung stimmen die PY81 und die PY83 in ihren Daten überein. […]

Auch Valvo entwickelte eine strahlungsgeheizte Schalterdiode, mit einer Heizspannung von 17 Volt, und nannte sie auch PY81. Jetzt haben wir den wenig schönen Zustand zu verzeichnen, daß es unter der Bezeichnung PY81 zwei verschiedene Röhren gibt, welche sich in ihren Grenzdaten und vor allem in der Heizspannung zum Teil wesentlich voneinander unterscheiden.

Interessante Ausführung, war mir so auch nicht bekannt. Allerdings ist mir bisher keine 32V-PY81 untergekommen. Entweder weil die Beschriftung nicht mehr lesbar war und sie optisch (durch den aufwendigeren Systemaufbau der Telefunken-PY83, den ich hier mal auch für die fragliche Telefunken PY81 annehme) als PY83 durchgehen würde oder weil ich tatsächlich keine habe. Ich müsste also mal alle Exemplare im PY83-Karton durchmessen. Könnte eventuell auch für andere Sammler eine interessante Info sein.

 

Georg Richter
Georg Richter
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22.May.18 23:11
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Sehr geehrter Herr Schindler,

primäre Bedingung für den Serien-Heizkreis ist der allen P-Röhren für Fernsehgeräte gemeinsame Heizstrom von 0,3A.

Betrachten wir den Heizkreis des Graetz Fähnrich 107 bzw. Markgraf 101 (1958/1959) anhand einer Werkspause.

Im Schaltbild wird als wahlweise Bestückung (Rö 404) PY81 oder PY83 genannt.

Detail Heizkreis:

Nun ist es Jahrzehnte her dass ich mich mit antiken Heizkreisen auseinandergesetzt habe, aber die Summe der Heizspannung ist 220V - R703 (155 Ω), als Variable der NTC (R704). Danach solte sich hier theoretisch eine Gesamtheizspannung von 150,1V einstellen. Da spielt zumindest der Unterschied zwischen PY81 (17V) und PY83 (20V) keine wesentliche Rolle.

Detail Schaltung:

Gesamter Heizkreis siehe Anlage.

Ob tatsächlich in irgend einem Fernsehgerät eine "Hochspannungs"-Variante der PY81 ab Werk vorgesehen war müsste geklärt werden. Als P-Röhre müsste deren Heizstrom auch 0,3A sein(?), und sie dann heisser werden als die Standard-PY81: Heizleistung 9,6W, Standard 5,1W.

Falls der Heizstrom kleiner als 0,3A sei, wäre bei Serienhezung ein Parallelwiderstand vonnöten.

Ob diesen Umständen bei späterem Ersatz Rechnung getragen wurde? Ich erinnere Techniker-Hausbesuche, bei denen angefangen bei "PL" solange Röhren gewechselt wurden bis sich ein Erfolg eingestellt hat (um die Mitnahme in die Werkstatt zunächst zu vermeiden).

Freundliche Grüsse,

GR

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This article was edited 22.May.18 23:21 by Georg Richter .

Patrik Schindler
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22.May.18 23:45

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Hallo Herr Richter,

ich hätte doch den kompletten Absatz zitieren sollen, in dem ziemlich langatmig beschrieben wurde, was man beim Röhrentausch beachten müsse, inklusive eventueller Änderung von Vorwiderständen im Heizkreis.

Sie haben völlig recht, die 3V Unterschied zwischen der späteren 81 und der 83 liegen unter der seinerzeit normalen Netzspannungsabweichung von 10% und ist m. E. daher irrelevant: 3V fängt der NTC locker auf.

Alle P-Röhren haben als gemeinsames Merkmal den Heizstrom von 0,3A. An der älteren PY81 würde aber bei festgelegtem Heizstrom erheblich mehr Spannung abfallen. Bzw. wenn man seine Sammlung messtechnisch prüft, bleibt die fragliche PY bei 20V Heizung erheblich dunkler und zieht nach der Aufheizperiode keine 0,3A mehr. So lassen sich die "faulen Eier" finden.

Der Artikel ist aus einem Buch von 1953. Offiziell begann der Fernsehbetrieb 1952. Wenn es Geräte mit dieser Röhre gab, dann vermutlich nur die ersten Empfänger für Testbetrieb und Versuche, da in dem Buch ja bereits die Vergangenheitsform benutzt wurde und die "neue" PY81 von Valvo schon bekannt war. Belegen kann ich dies indes nicht.

Mit höchster Wahrscheinlichkeit waren Telefunken-Geräte betroffen, möglicherweise auch AEG. Und dann natürlich Hersteller, welche die Röhrensätze von Telefunken für die eigene Bestückung einkauften. Jemand fleißiges kann sich ja mal die Empfänger der Nachkriegsjahre aus deutscher Produktion bis 1953 vornehmen und anhand der jeweiligen Röhrenliste die Spannungen nachkontrollieren. :-)

Mit ebenso freundlichen Grüßen,

Patrik Schindler

Gerhard Eisenbarth
 
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27.May.18 20:00
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Die Existenz von zwei PY81 Varianten ist bekannt und u.a. dokumentiert in den Röhren-Taschen- Tabellen (RTT) Auflage 3 (alle bis Ende 1953) bis Auflage 8 (alle bis Anfang 1960), siehe Tabellenauszug aus RTT, Auflage 3.

Eine Begründung für die Version von Telefunken mit 32V Heizspannung ist mir nicht bekannt.

Durchgesetzt hat sich als europäische Gemeinschaftstype die PY81 Variante mit 17V Heizspannung.

 

  
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