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Minerva 569 TV-Radio-Phono Kombi Restaurierung

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Wolfgang Scheida
Wolfgang Scheida
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18.Dec.07 10:12

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Hier veröffentliche ich die Zeilen eines Nicht RM Mitglieds und seiner erfolgreichen Restaurierung:

Sehr geehrter Hr. Scheida!

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich deutete die Beschreibung im Radiomuseum wohl falsch und dachte daher, dass Sie der Besitzer des Gerätes sind. Seit Freitag bin ich übrigens stolzer Besitzer eines Minerva 569, nach über 10 Jahren erfolgloser Suche. Wie Sie sich möglicher Weise erinnern können, stand ja auch im Grundig Studio ein solches Gerät. Dieses wurde während meiner Lehrzeit von Hrn. Unhold und mir komplett zerlegt und neu lackiert.

Mein Gerät stammt aus einer Wohnungsauflösung und befindet sich in einem optisch vergleichsweise guten Zustand (unverrauchter Erstbesitz inkl. neuwertiger Fernbedienung). Technisch wird das Gerät im Moment gerade von mir überarbeitet. Der Radioteil funktioniert nach Reinigung aller Schalterkontakte bereits sehr gut. Allerdings gibt es im Trommeltuner, sobald man das seitliche Blech montiert, sehr spektakuläre Spannungsüberschläge vom gelben 3,3pF Kondensator zum besagten Blech. Der Boosterkondensator ist ebenfalls austauschreif. Weiters ungewöhnlich: Der 33k Vorwiderstand der EM 81 rauchte offenbar wegen eines (ungewöhnlichen?) Kurzschluss im magischen Auge. Falls es Ihre Zeit erlaubt, wäre ich für eventuelle Tipps zur Reparatur natürlich sehr dankbar.

..............................Allerdings habe ich das Gerät vorher besichtigt und mich von Zustand und Vollständigkeit überzeugen können. Ansonsten wäre ich auch nicht bereit gewesen einen Preis in der Höhe zu bezahlen. Im Tuner sind eine PCF80 und eine E88CC, die auch im eingeklebten Röhrenbestückungsplan händisch, von der eigentlich eingezeichneten PCC88, eingetragen wurde verbaut. Mangels Schaltplan und weiterer technischer Unterlagen kann ich nicht auf eine falsche Röhrenbestückung schließen.

Dass der Umschalter zwischen UKW und Fernsehbetrieb über das Tastenaggregat besser gelöst worden wäre steht außer Frage. Allerdings handelt es sich eben bei diesem speziellen Gerät um einen Jugendtraum meinerseits, bei dem ich auch gerne einmal ein Auge zudrücke und mich dafür am Klang der 5 Lautsprecher erfreue. Danke auch für das Angebot des Minerva 579. Im Moment kann ich das Gerät aus Zeit und leider auch Platzgründen nicht nehmen. Falls möglich würde ich mich sobald bei mir wieder Ressourcen frei sind bei Ihnen diesbezüglich melden.

............................

Nach umfangreichen Restaurations- und Reparaturarbeiten an meinem Minerva 569 möchte ich Ihnen das Ergebnis meiner Arbeit natürlich nicht vorenthalten. Das Gerät funktioniert mittlerweile relativ gut, wie Sie auch auf den Fotos im Anhang sehen können. Folgende Maßnahmen habe ich bereits erfolgreich durchgeführt: Gehäuse gereinigt, Lackfehler ausgebessert und aufpoliert, Chassis gereinigt, Plexiglasskala ausgebaut, gereinigt und poliert, alle Knöpfe gereinigt teilweise poliert und lackiert, alle Schalter und Potentiometer komplett zerlegt, gereinigt und teilweise neu gefettet, alle Röhrenkontaktstifte gereinigt, alle Papierkondensatoren ausgelötet und im heißen Wachs gekocht, alle Widerstände und Elkos überprüft und gegebenenfalls ersetzt, Plattenspielerlaufwerk gereinigt und neu geölt. Eindeutig defekt waren: 150 uF Ladeelko (zu hoher Leckstrom), PL36 (taub), EM 81 (interner Schluss), Vertikalausgangstrafo (primär unterbrochen- aber reparabel), 10 MOhm R beim Amplitudensieb unterbrochen, hochohmiger Schluss an der Horizontaloszillator  PCF 80 (durch Reinigung der Röhre behoben),...

Offen ist,  mangels Wobbelsenders, noch der Abgleich sämtlicher Filter. Zu guter Letzt möchte ich natürlich nicht vergessen, mich für Ihre Hilfe bei der Beschaffung der Schaltpläne zu bedanken. Ohne diese wäre es mir wahrscheinlich nicht gelungen das Gerät in der vergleichsweise kurzen Zeit zu reparieren.

Ich wünsch Ihnen schöne Feiertage und verbleibe mit freundlichen Grüßen Josef H.

Bleibt uns nur noch zum erfolgreichen Gelingen zu gratulieren.

This article was edited 18.Dec.07 11:25 by Wolfgang Scheida .

  
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