Minifon, Monske und Protona z.B. P55S oder Minifon P55
Minifon, Monske und Protona z.B. P55S oder Minifon P55
Im deutschsprachigen Raum schreibt man immer von Protona GmbH, wie auch in «Radios von gestern» beschrieben [1-194]. Ein Artikel grundsätzlicher Natur von David Morton unter http://www.acmi.net.au/AIC/MINIFON.html
gibt als Entwicklungsfirma allerdings die Monske GmbH in Hannover an. Eine andere Quelle nennt ebenfalls diese Firma und gibt das Entwicklungsjahr mit 1952. Dem widerspricht http://www.tonbandwelt.de/big/94.htm mit Jahr 1951 als Serienherstellung in Hannover. Die Masse sind beim Mi51 dann noch 170 x 110 x 35 mm und es sind drei Batterien eingebaut (Heizung Anodenspannung und Motor). Natürlich ist für das Diktieren von Briefen eine stationäre Anlage genügend. Den eigentlichen Zweck verraten die verschiednen Zubehörteile wie Armbanduhr-Mikrofon, Füllhalter-Mikrofon und Telefonadapter bis hin zu Schulterhalfter und ähnlichem Spionage-Zubehör. Eine Prospektabbildung zeigt das Gerät als ITT-Produkt, doch muss ich annehmen, dass ITT das Produkt erst so um 1962 ins Programm aufnahm.
Abstecher zu anderen Firmen:
Mohawk ist in den USA wohl ein wichtiger Gegenspieler für ultra kleine Aufnahmegeräte. In der DDR gibt es Ende der 50er jahre ein Reportergerät R-21a (R21a) aus der RFZ (Betriebslaboratorium für Rundfunk und Fernsehen). Anfang der 60er Jahre fabriziert eine mir unbekannte Firma auch einen Einfachst-Recorder mit Name Minipex von ähnlichen Massen. Auch die Japaner bauen (Sony) mit Babycorder eine Versuchsserie (500 Stück). R. Schellin zeigt noch einige andere Modelle von Kleinstaufnahmegeräten der 50er und 60er Jahre auf http://www.tonbandwelt.de/big/94.htm
Erste Entwicklungsschritte:
Die Armour Research Foundation in Chicago (ARF) hat eigentlich das Grundmodell in den 40er Jahren entwickelt und da schon Miniaturröhren verwendet. Das Gerät hat aber noch ca. 5 Kg gewogen. Hintergrund: Das erste Drahttongerät wurde grundsätzlich 1898 von Valdemar Poulsen vorgestellt, doch gab es schon 1887 Patente über Idee und Verfahren [Radios von gestern, 1-192].
Verwandte Firmen der ARF wie Minifon Export Corp. in New York und Harvey Radio in NY City waren für den Vertrieb zuständig. In England (UK) hat EMI das Minifon vertrieben. Ich bin mir noch nicht sicher, welches Modell Stahldraht für 5 Stunden Aufnahme-/Wiedergabezeit mit 4.55 Zoll/Sek. (auch 9.1 möglich) erreichte bei einer sechsfachen Rückspulgeschwindigkeit. Gemäss «Radio and Television Engineers' Reference Book,» 1954, George Newnes Ltd. (Seiten 46-65, 46-66) arbeitet der Motor mit 6 bis 12 Volt Gleichstrom, wobei Akku oder Batterie möglich war.
Jedenfalls kam gemäss http://www.vidipax.com/museum/msm14.html das P55 mit Stahldraht-Rollen für eine Stunde Aufnahmezeit. Aber ebenfalls 1955 erschien die Bandkassette mit 30 Minuten Spielzeit pro Spur. Am meisten hat sich wohl das Minifon P55 durchgesetzt.
Schliesslich kamen transistorisierte Mini-Tonbandgeräte ab ca. 1962 durch die Tochtergesellschaft U.S., Felderal Electric Corp der ITT auf den Markt. ITT kam etwas später mit dem Minifon Attache auf den Markt wie z.B. mit dem Hi-Fi-Modell 978H. Aber mit dem Modell 240 gab es Anfang der 60er Jahre dennoch auch eine Stahlband-Ausführung, wobei Modell 240L der Langspielversion entspricht gegenüber der Normalversion 240S. Die Weiterentwicklung ging hin bis zu einem in einer Uhr eingebauten Mikrofon.
Siehe Bild: http://www.technikantik.at/Navigation/TECHNIK/Minifon/minifon.html
1965 hat ITT das Produkt Minifon aufgegeben. Leider funktioniert der originale Link eines ausführlichen Artikels nicht mehr, weshalb ich hier diese Kurzübersetzung bringe. Der Originalautor in englischer Sprache war nicht auszumachen, stammte aber von der Rutgers Universität. In Europa ist mir Minifon ab 1951-53 als Modell Mi 51 bekannt. Dabei habe ich kein Beweisstück, dass Minifon schon 1951 auf dem Markt war, sondern eher ab 1952. Schon da gab es das Minifon mit Lederkoffer und Zubehör als «Agentenkoffer». Vor allem gab es zum Minifon eine ganze Familie von Mikrofonen.
Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.
Minifon, wer hat es entwickelt?

Hallo Herr Erb, Tonbandgeraete sind nicht gerade mein Lieblingsthema.
Ich habe fuer Sie aus der im allgmeinen gut informierten Zeitschrift "Radio Mentor" von Claus Reuber Heft 6 , 1951 Seite 264 aus einem Bericht zur Hannover-Messe drei Details entnommen.
Ich meine, das bezieht sich auf Ihren Text. Dort wird auch ( Ausstellerverzeichniss) der Entwickler und seine Adresse genannt.
Ich hoffe ich liege nicht daneben.
Wenn noch mehr gesucht wird, bitte ich um Rueckmeldung.
Nachtrag:1 Ein Jahr spaeter, findet sich in der Funkschau 1952, H. 10 Seite 187 exakt das gleiche Geraet wesentlich vollkommener, als "Minifon" der Firma Monske& Co.
Anlage. Minifon Monske
Nachtrag 2
Aus dem Radio Mentor 1952 Heft6, Seite 262 habe ich eine Geschaeftsanzeige hochgeladen
"Monske_Geschaeftsmeldung"
Nachtrag 3
Aus Radio Mentor 1952 Heft 7 Seite 339 habe ich noch die Gruendung einer Vertriebsfirma fuer Minifone gefunden.
Text_ Sievers
Anmerkung: das Bild von Hannovermesse 51 und den dazugehoerigen Text habe ich als techn. Unterlage zum Model P51 hochgeladen.
Weitere Hinweise zu Protona:
Als Anlage Hannovermesse 54 eine Aussteller Notiz zum ersten Typ. der 1954 jetzt von Protona gebaut wird. Quelle: Radio Mentor 1954 H. 6 Seite 348
Als weitere Anlage Hannovermesse 55, eine Aussteller Notiz fuer das Geraet mit Tasten-Steuerung. Hersteller immer noch Protona Hannover Quelle: Radio Mentor 1955 H.7 Seite 418
Einen Hinweis auf den Umzug nach Hamburg habe ich noch nicht gefunden
MFG. Hans M. Knoll
Anlagen:- Minifon Ansicht (25 KB)
- Minifon_Monske (80 KB)
- Minifon_Text (21 KB)
- Minifon_Entwickler_Adresse (4 KB)
- 1952_Monske_Geschaeftsmeldung (7 KB)
- 1952_Minifon_Vertrieb_Sievers (11 KB)
- Hannovermesse 1954 (12 KB)
- Hannovermesse 1955 (30 KB)
Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.
Minifon, zu Beginn ein Miniatur-Drahttongerät
Danke Herr Knoll für die vorzüglichen Recherchen. Ich bin ja schon erstaunt, dass es nur eine gute Stunde dauerte, bis jemand sich über das doch seletene Gerät geäussert hat. So haben wir zusammen schon mehr erreicht als jede andere Stelle - ausser ich hätte Wichtiges übersehen.
Das Rätsel um Protona und Monske ist zwar noch nicht gelöst, aber wir wissen, dass beide im Spiel sind und der eigentliche Entwickler Dipl.-Ing. Ernst Genning aus Fassberg bei Hannover ist.
Schön wäre, wenn Sie das Bild "Minifon Ansicht" noch auf das Minifon 51 laden könnten.
Das Modell der Monske & Co. ist leider nicht bezeichnet, doch handelt es sich wohl um Mi51. Ich werde Monske noch als Firma hochladen müssen und das Mi51 erstellen, dass Sie das Bild "Minifon Monske" dort laden könnten.
Der Text wäre wohl als "Schaltbild" auf das Modell P51 zu laden, da als Bild nicht lesbar - aber als "technische Unterlage" dann schon. Allerdings weiss ich nicht, ob er sich auf Protona oder Monske bezieht.
Offensichtlich heisst die Monske ab 1952 Monske & Co. GmbH, Hannover, Hammersteinstrasse 12. Wenn das im Juni "seit längerer Zeit in Produktion" war, dann heisst das wohl 1951 Prototyp und ab 1952 effektiv in Serie gelegt. Ich schliesse mich jedoch den Leuten an, die halt gerne 1951 schreiben. Auch bei den Folgemodellen scheint die Ankündigung im Jahr vor der Produktion stattgefunden zu haben - trotzdem nehmen wir auch da das "übliche" Jahr. Interessant ist aber, dass man ab 1953 von Monske nichts mehr findet (?). Der Tondraht (Stahldraht) dieser Geräte entspricht übrigens nicht dem des vor allem in den 40er Jahren bekannten Webster-Drahttongerätes aus Chicago, sondern ist viel dünner.
Da dieser Thread zu den Firmenunterlagen gehört, poste ich einen Artikel an anderem Ort über eine Preisanfrage für das Minifon P55L.
Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.
Vervollständigungen - Korrekturen von Roland Schellin ?
Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.
Minifon

Über das Thema Minifon gibt es ein umfangreiches, reich bebildertes Buch in der GFGF Schriftenreihe zur Funkgeschichte. Siehe auch www.ruediger-walz.de.
ISBN 3-936012-00-8
Schriftenreihe zur Funkgeschichte Band 12: R. Schellin, Minifon - Der Spion in der Tasche, DIN A5, 200 Seiten, ca. 300 Abb s/w, Umfassende Darstellung der Minifon - Kleintonbandgerätereihe, Abbildungen Außen/ Innen, Schaltbilder, Konstruktionszeichnungen, Hintergründe.
Auf 200 Seiten findet man hier wohl einmalig zusammengestellt alle verfügbaren Schaltbilder, Konstruktionsdetails und Hintegrundinformationen über die Entwicklung der verschiedenen Minifon - Typen und der Herstellerfirma. R. Schellin hat jahrelang intensiv recherchiert und auch die letzten Servicetechniker und Firmenmitglieder interviewt. Dadurch gelangen ihm einmalige Einblicke in die Entwicklung dieses Gerätes.
Preis: 19,90 €, Gewicht 380 g, Versand 1,- €
Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.

Ich habe 1963 bei Protona in Hannover-Vahrenwald, Büttnerstr. als Servicetechniker gearbeitet. Dort wurden derzeit und auch schon erheblich länger die Minifon-Tonbandgeräte, wie letztens das Hifi mit 2,4cm Bandgeschwindigkeit komplett gefertigt. Agentenzubehör, wie zB. Mikrofone im Füllhalter mit Clip, wurden von Sennheiser-Wennebostel gefertigt und nach Hannover geliefert. Im ehemaligen Werksgebäude ist in der 2.Hälfte der 60er Jahre eine schaumstoffverarbeitende Firma eingezogen. Die oberen Stockwerke sind noch im Altzustand (ungenutzt). Man kann jetzt noch nachvollziehen wo die Bänder und Arbeitsplätze standen. Sanitär und Sozialräume sind noch komplett vorhanden.
MfG. WB
Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.