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Neuanfertigung von Reibrädern für Phono- und TB-Geräte

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Hans-Werner Ellerbrock
 
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26.May.18 00:27

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Immer wieder wird angefragt, wie man verbrauchte Reibräder aus Kunstgummi für Phono-Chassis und TB-geräte wieder herstellen kann.

Ich selbst habe in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Neuanfertigung von Kunstgummiteilen durch

Herbert Schmidt Elektronik in 91522 Ansbach. Email / Homepage.

gemacht. Z.Zt. kostet die Neuanfertigung der Gummimasse 23,50 brutto zzg. Porto. Dazu wird das verbrauchte Teil mit genauer Angabe von Modell/Typ per Brief zur Werkstatt geschickt, das alte Gummi entfernt und in einer Plexiglas-Form mit Kunststoff ausgegossen.

Für Tefi-Reibräder wird weiches Silikongummi als 2-Komponenten-Material verwendet, bei Phono- und TB-Rädern kommt 3-K-Masse auf PU-Basis  zum Einsatz (härteres Material).

Will man das als Radiosammler selbst durchführen muss vorab gesagt werden, dass

- die einzelnen Komponenten meist in 1Kg-Gebinden vertrieben werden,

- Kosten von ca. 45€ und mehr  pro Komponente entstehen,

- das Material nur um die 3 Jahre haltbar ist,

- und jetzt kommt´s.......der "Bastler" muss erstmal mühselig einige Mischungsversuche durchführen, um die   geforderte Härte des Materials zu erreichen und halt...

...fast vergessen: Die Form muss ja vorab noch angefertigt werden.


Man sieht hier deutlich den Zerfall, den Schrumpf-Vorgang. Hier wurde schon früher ein Gummistreifen aufgeklebt. Erfahrungsgemäß bringt das keine Haftung, weil der Untergrund zu hart wirkt.


Oberfläche hart und körnig, so kann es nicht zur Mitnahme bei Metall-Andruck kommen.


Die restaurierte Scheibe nach der Überholung. (Bild: H.Schmidt)

Weitere ältere Lösungshinweise aus unserem Form

1. Eine sehr gute Alternativ-Lösung hat Albrecht Schwaderer in seinem Forum-Beitrag vom Anfertigen eines Zwischenringes publiziert. Abschliessend wird in eine Nut ein O-Ring als Reibgummi eingesetzt.


Hier eines der Bilder von A.Schwaderer, auf dem die gedrehte Nut und der dazu gehörige O-Ring zu sehen sind. Vorraussetzung dafür ist eine Metallscheibe mit rel. großem Durchmesser.

2. Eilert Meinke weist auf die Firma Hewicker hin, die ihren Lagerbestand der Antriebsriemen und Reibräder seit einiger Zeit an Thakker.eu abgegeben hat. Dorthin das defekte Teil mit genauen Typ-Angaben melden, dann wird per Liste und im Lager nachgeschaut, ob das Produkt vorhanden ist.

3. Andere Diskussionsteilnehmer bringen immer wieder das Überziehen des verbrauchten Teils mit einem Ring aus Fahrradschlauch oder das Ein-Drehen einer Führungsnut für einen O-Ring ins Spiel. Das macht aber nur Sinn, wenn das verbrauchte Basismaterial noch einigermaßen stabil und bearbeitbar ist.

Unter dem Suchbegriff REIBRAD finden wir einige Anfragen und Tipps im Forum-Speicher.

Zum Schluss meine Bitte an das Forum, weitere Erfahrungen mit der Reparatur von Reibrädern zu schreiben.

This article was edited 26.May.18 00:28 by Hans-Werner Ellerbrock .

Peter Steffen
Peter Steffen
 
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26.May.18 23:50

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Hallo Zusammen,

hier meine Reparatur vom Philips EL3510 für dieses Thema.

Grüsse

Peter Steffen

This article was edited 26.May.18 23:51 by Peter Steffen .

Gerhard Wickern
Gerhard Wickern
 
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02.Jun.18 22:45

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Hier eine Lösung mit Gummi-Plattenmaterial:

Wenn das Trägerrad scheibenförmig ist wie beim Plattenspieler Ehrlich Sonate, kann man das Antriebsgummi mittels Gummi-Plattenmaterial selbst ersetzen: aus Plattenmaterial in der richtigen Stärke (passend zur Trägerscheibe, beim Sonate 1 mm) drei Ringe mit Aussendurchmesser etwas größer als das Originalgummirad ausschneiden. Das innere Loch hat bei einem Ring den Durchmesser der Trägerscheibe, die beiden anderen Ringe haben ein kleineres Loch, so dass sie genügend mit der Trägerscheibe überlappen. Der Ring mit dem größeren Loch kommt in die Mitte, die beiden anderen von oben und von unten drauf. Verklebt wird das ganze mit Gummilösung (wie bei der Fahrradschlauch-Reparatur). Am besten zuerst den Ring mit dem größeren Loch mit einem der anderen verkleben - damit der Ring plan wird, dabei zwischen zwei Platten pressen. Dieses Teil dann mit der Trägerscheibe verkleben und zum Schluss dann den letzten Ring aufkleben.

Da man das ganze natürlich nicht perfekt rund hinbekommt, muss man die neu gummierte Scheibe nach vollständigem Aushärten der Klebung sauber zentriert in ein Bohrfutter etc einspannen und auf grobem Schleifpapier soviel abschleifen, dass das Rad sauber rund läuft. Habe ich so ausprobiert und das Rad läuft einwandfrei ohne Schlupf und ohne Rumpeln. Leider habe ich nur das defekte alte Rad fotografiert, aber ich denke, das Vorgehen ist klar geworden.

Herzliche Grüße

Gerhard Wickern

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