radiomuseum.org

 
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.

braun: Nutzung der Weckfunktion mit TP1 / TP2

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Mark Hippenstiel Bernhard Nagel Otmar Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » braun: Nutzung der Weckfunktion mit TP1 / TP2
           
Günther Stabe
Günther Stabe
Editor
D  Articles: 382
Schem.: 608
Pict.: 3462
10.Jul.19 09:59
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1
Die Braun AG stellte 1959 die Phonokombination TP1 vor; ein Pressefoto (zurzeit Bild 7 auf dieser Modellseite, aus Funkschau 1959 Heft 18 Seite 429) zeigt die Komponenten T4 und P1 mit einer Schaltuhr (= Wecker mit 2 Schaltbuchsen) für den Betrieb einer Weckeinrichtung mit Schallplatte (und / oder Radio).
Auf dem Foto sind die Einheiten ohne die erforderlichen Verbindungskabel zu sehen; die Kombination war in einem Aluminiumschuber untergebracht, die Einheiten werden mit einem 6 cm langem Überspielkabel (Tonleitung) verbunden.
Da das Taschenradio T4 die Schaltbuchse auf der Rückseite hat, ist der Betrieb im Schuber mit einer Schaltuhr nicht ohne Weiteres möglich - nur mit dem 50 cm Originalkabel und dem flachen Winkelstecker.
Bei der 2 Jahre späteren Phonokombination TP2 (bestehend aus T31, P1 und einem modifizierten Schuber) war dieses Problem gelöst: Braun TP2.
Mit dem überarbeiteten T4 (andere - nunmehr gut abzulesende Skala, sowie einige elektrische und optische Änderungen) als T41 entfiel aber die Schaltbuchse auf der Rückseite; damit war diese Art von Weckbetrieb nicht mehr gegeben.
Da bisher nicht sicher geklärt werden konnte, ob jemals eine passende Schaltuhr bzw. ein modifizierter Wecker dafür angeboten wurde, folgt deshalb ein erprobter Vorschlag.
Wer seine Braun Phonokombination - wie damals geplant - für Demonstrationszwecke benutzen möchte, kann mit einem älteren Braun-Wecker, z.B. Modell 4746 / AB1 (den gab es gestern mit ca. einem Dutzend - ab € 3.50 - im Angebot beim bekannten Aktionshaus...) und einem kleinen Eingriff dieses nachvollziehen (Anlage 1: Braun 4746, von vorn und hinten - mit Zusatz, s. Text).

1. Dazu ist das Weckergehäuse vorsichtig zu öffnen; allerdings sollte vorher die Batterie mit einem Papierstreifen von einem der Kontakte isoliert werden. Ohne eingesetzte Batterie können sich sonst nach dem Öffnen die Batteriekontakte lösen und herausfallen!

2. Es ist exakt die aktuell angezeigte Uhrzeit, also genau die Stellung der Zeiger, zu notieren; damit wird nach der vollzogenen Änderung die richtige Anbringung der Zeiger - und damit die künftige Funktion ohne langes Nachjustieren - deutlich erleichtert!

3. Je nach Bauart des Weckers bzw. Gehäuses ist vorsichtig entweder die Frontplatte /-rahmen und / oder das Sichtglas abzuheben. Das Glas könnte z.B. mit einem Saugnapf oder einem kleinen spitzen Schraubendreher vorsichtig aus seiner Einrastung bewegt werden. Im ungünstigsten Fall zieht man mit dem Zifferblatt auch gleich alle Zeiger von der Stufen-Achse - wie gut, wenn man alles vorher notiert hat! Das Frontglas kann dann auch mit einem kleinen Rundholz - durch das Achsenloch hindurch - herausgedrückt werden.

4. Auf dem Uhrwerk befindet sich eine große federnd gelagerte Metallzunge, die beim Weckvorgang einen Kontakt mit dem - auf der Platine - senkrecht eingelöteten Metallstift hat. Falls kein Weckvorgang ausgelöst werden soll, wird mir der Weck-/Alarmtaste die große Metallzunge durch eine Kunststoffnase fixiert. Es müssen nun die Löt- bzw. Anschlusspunkte für die Metallzunge (A) und den Stift (C) auf der Platine lokalisiert und mit jeweils einem dünnen flexiblen Kabel versehen werden. Die Metallzunge müsste mit einer Leiterbahn an einem der Batteriekontakte liegen, beim Braun 4746 am Minuspol. Die Verbindung ist aufzutrennen; der Batteriekontakt wird nun mit einem dritten Kabel (B) versehen und zusammen mit den anderen beiden über ein zu bohrendes Loch von ca. 3 mm Durchmesser nach aussen geführt (Rückseite Mitte / unten). Die drei Kabel sollten von unterschiedlicher Farbe sein, damit sie sicher auseinander gehalten werden und danach richtig an den Anschlüssen der beiden 3.5 mm-Klinkenbuchsen verdrahtet werden können (Anlage 2: Zeichnung).

5. Montage: die Wecker-Einheit ist nun wieder sorgfältig zusammenzubauen, dabei sind die Kabel vorsichtig weiter durch das Loch zu ziehen, um Schlaufen zu vermeiden. Vor dem Aufsetzen der Uhrenfrontglasscheibe sind die Zeiger - wie anfangs notiert - wieder auf die Stufenachse zu drücken und deren Gängigkeit (kein Zeiger sollte einen anderen während seines Umlaufs berühren) zu kontrollieren.

6. Funktionstest: bevor es an die Erstellung eines kleinen Gehäuses ("Rucksack") oder die Anfertigung von zwei Klinkenbuchsen-Kabeln geht, ein kurzer Test:
o ohne Stecker mit "Wecken": es muss der eingebaute Piezo-Summer ertönen; durch Drücken der Wecktaste (=Ende) muss das Summersignal enden.
o nach dem Einstecken eines 3.5 mm Klinkensteckers in Buchse 1 muss nach einem erneuten Wecktest ein Schließen (=Kurzschluss) der Klinkenstecker-Kontakte erfolgen - ohne Piezo-Summer -, das entspräche dem Einschalten des Taschenradios.

Buchse 2 ist für das Einschalten des Plattenspielers P1 reserviert.

Meine komplette Anordnung ist derzeit als Bild 3 beim Modell TP2 zusehen.

7. Schlussarbeiten: Endmontage, Justage der Zeiger auf - möglichst - Sekundengenauigkeit und Einbau des Abdeckglases. Und das Aufräumen des Arbeitsplatzes nicht vergessen... just to please the partner...

Es ist schon ein Novum, sich mit Musik seiner Lieblings-Single - ob mit Lale Anders, Eddie Cochran, Elvis P. oder Pink Floyd - wecken zu lassen. So etwas gibt es kaum noch bzw. nicht mehr im Radio zu hören...

Den etwaigen Nachbauern viel Erfolg!

Attachments:

This article was edited 10.Jul.19 10:06 by Günther Stabe .

  
rmXorg