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OSW-Röhren im Überblick

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Wolfgang Eckardt
Wolfgang Eckardt
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29.Dec.05 22:11

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Oktalröhren von OSW

Beim Sortieren und Ordnen meiner Röhrenbestände stieß ich auch auf ein „Nest“ mit Oktalröhren mit den Firmenzeichen OSW und HF. Das war der Anlass, die folgenden Zeilen für andere Interessenten in das RM zu stellen, da ich im RM keine weiteren Daten gefunden habe.

OSW ist die Abkürzung für das Oberspreewerk in Berlin-Schöneweide, das 1951 in „Werk für Fernmeldewesen“ umgenannt wurde mit dem Logo „HF“. (Siehe auch Firmengeschichte zum Hersteller.)

Als dann am 1. Mai 1952 der SAG – Betrieb (Sowjetische Aktien-Gesellschaft) als Volkseigenen Betrieb (VEB) an die DDR übergeben wurde, änderte man etwa 1953/54 auch das Logo um in das logischer erscheinende „WF“. Aber erst 1960 firmierte man unter dem Firmennamen „Werk für Fernsehelektronik“ (VEB).

Bereits 1949 begann man dort mit der Produktion von Oktalröhren, einer Röhrenfamilie, die schon in den 30er Jahren in den USA entwickelt wurde. Es wurde eine Technologie mit Glaskolben und Stahlblechmantel eingesetzt, erst später verwendete man auch die metallisierten Glaskolben und reine Glaskolben ohne Abschirmung je nach Typ.
Nun wird sicher die Frage kommen: Warum wurden zu diesem Zeitpunkt diese Röhren „nachentwickelt“, wo doch in Deutschland die „Harmonische Serie“ dominierte und im Funkwerk Erfurt fleißig produziert wurde? Außerdem kündigten sich bereits die Allglas-Miniatur-Röhren an. Also – veraltete Technik neu aufpoliert weil man es nicht besser konnte?

 

 

Dazu muss man den historischen Hintergrund genauer betrachten. Über 200 SAG-Betriebe existierten kurz nach dem 2. Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und das erklärt, warum in erster Linie die Belange der russischen Wirtschaft zu berücksichtigen waren. Und die Oktalröhren spielten dort wie in den USA „die erste Geige“. Wenn also nun als Reparationsleistungen für die Sowjetunion die Radiobetriebe in der SBZ Rundfunkempfänger ( z.B. EAK in Sonneberg, Rema oder in Rochlitz) und Fernsehgeräte (den T2 „Leningrad“ und „Rembrandt“ im Sachsenwerk) produzieren mussten, wurden große Stückzahlen von Röhren benötigt, die dem russischen Standard entsprachen.

Am Anfang erfolgte eine Kennzeichnung nur mit OSW und einer vierstelligen Zahl, dann auch kombiniert mit der kyrillischen oder der amerikanischen Schreibweise, später aber auch unter Weglassung der OSW-Kennung mit kyrillischer und amerikanischer Bezeichnung. Nach 1956 erfolgte eine Fertigung einiger Typen mit Stahlblechmantel sogar noch im Röhrenwewrk Mühlhausen  (6AC7, 6AG7).  

Die exakte Bedeutung der OSW-Zahlen konnte ich nicht ergründen, wer weiß, ob das überhaupt noch möglich ist? Es scheint eine einfache Katalog- oder Planungsnummer zu sein.

Aber fest steht: Die Typenbezeichnung dieser Röhren enthält stets das OSW mit, also:

OSW 2085, OSW 2190, OSW 3110 etc.  und nicht  2085 oder 2190 oder 3110!  

Durch Sichten verschiedener Literatur und meiner OSW-Röhrenbestände habe ich die in der Tabelle aufgeführten Bezeichnungen gefunden.

Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass diese Tabelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und auch Fehler sind möglich. Daher wäre es nicht schlecht, wenn Mitglieder des RM mir Ergänzungen oder Korrekturen zukommen lassen, damit die Übersicht vervollständigt werden kann. Einen Teil dieser OSW-Röhren habe ich als Bild hoch geladen, soweit sie noch nicht vorhanden waren und auch in meiner Sammlung existierten.

In Sammlerkreisen sind die beiden Fernsehgeräte „T2 Leningrad“ und „Rembrandt“ die bekanntesten und wahrscheinlich auch die einzigen Vertreter mit kompletter OSW-Röhren-Bestückung. Bei Radios sind Geräte, komplett mit OSW-Röhren bestückt, recht selten und gesuchte Objekte. Bekannt sind noch Messgeräte mit diesen Röhren und Röhren-Adapter für den Ersatz der manchmal etwas knapp vorhandenen Stahlröhren, z.B. hier für die EBF11, industriell gefertigt!

Hier nun meine aus den vorhandenen Unterlagen erarbeitete Übersicht der bekannten OSW-Röhren im Vergleich mit anderen Bezeichnungen:

OSW
Röhrentyp

   vorhandene
Kennung nach amerikan.Vorbild

vorhandene
   russische
   Kennung

ähnlich ...

OSW 2025

6J6

6J6G  (6Y15G)?

ECC91

OSW 2190

6AC7

 

EF14

OSW 2192

6AG7

 

EL2, EL11

OSW 2582

 

 

LV3

OSW 2600

6AC7(k)

6:4

EF14 (Langlebensdauer)

OSW 2601

6AG7(k)

 

EL2, EL11 (Langlebensdauer)

OSW 3101

 

 

TS41

OSW 3102

 

 

AG1006

OSW 3103

 

 

AL4

OSW 3104

6SA7

6A7

EH2

OSW 3105

6SQ7

 

EBC11

OSW 3106

6V6

6P6S

EL11

OSW 3107

5Z4

5C4S

EZ12

OSW 3108

6L6

 

EL12

OSW 3109

6H6

 

EB11

OSW 3110

6E5

 

C/EM2

OSW 3111

6SK7

 

EF11

OSW 3112

6J5

6S2S

EC41

OSW 3116

6X5

 

EZ12

OSW 3118

 

 

AZ1

OSW 3119

 

 

AF7

OSW 3121

 

 

AZ11

OSW 3126

1Z1

1c1s

1Z1

OSW 3127

6SJ7

6J8

EF12

OSW 3128

6SH7

6:3

EF12

OSW 3129

6SN7

6N8S

ECC40

OSW 3135

6F6

6A6

EL1

OSW 3132

6AG5

 

EF96


Bei den kyrillischen Bezeichnungen habe ich nur die eingetragen, wo ich sicher weiß, dass Röhren auch mit kyrillischer Kennung ausgeliefert wurden. Ich will  nicht die aus den Röhrenbüchern bekannte kyrillische Bezeichnung für alle anderen hier eintragen, da ich nicht sicher belegen kann, ob wirklich alle OSW-Röhren auch mit kyrillischer Bezeichnung existieren.

Wolfgang Eckardt

Cet article a été édité 20.Aug.06 21:16 par Wolfgang Eckardt .

  
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