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philips: AG2100 (MT20); Reparatur Plattenspieler Mignon

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Uwe Ronneberger
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21.Jun.09 10:35
 
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Reparaturbericht Plattenspieler Philips Mignon (Plattenschlucker)

Der erste Anblick machte nicht gerade Hoffnung ob der Kleine jemals wieder  spielen würde. Das Gehäuse war äußerlich total verdreckt.

Gehäuse vor der Reinigung



Nach dem Entfernen der Schmutzes mit warmen Seifenwasser (Geschirrspülmittel) wurde noch mit Kratzerentfernungpaste und Elsterglanz nachpoliert.

Deckel teileise poliert

Jetzt sieht er zwar nicht aus wie neu, aber dennoch von akzeptablen Äußeren.

 

fertig poliert


Sicherlich stand das Gerät über längere Zeit in feuchter Umgebung. Das Chassis ist mit Flugrost belegt, der Tonarm verbogen, der Stift zum Anheben des Zentrierstückes (großes Plattenloch) festgerostet, der Kristall im Abtastsystem aufgelöst.

defektes System Philips AG3113

Da auch mehrtägiges Einwirken von Kriechöl und Petroleum nichts halfen, mußte der Stift in der Hohlachse des Plattentellers mit Gewalt gelockert werden. Um die filigrane Mechanik nicht zu verbiegen, habe ich den kleinen Stift des Zentrierstückes in der Spannzange meiner Drehbank fest eingespannt und unter Zwischenlage eines Ringes (etwas größerer Innendurchmesser als das Zentrierstück) sowie einer Platte mittels dem Reitstock vorsichtig herausgedrückt. Man kann auch einen Holzklotz mit Sackbohrung benutzen. Wichtig ist nur, dass der Druck auf den Plattenteller gleichmäßig erfolgt.

Ausdrückprinzip

Zentrierscheibe nach dem Herausdrücken


Nach dem Reinigen des Stiftes und der Hohlachse, wurden diese neu geölt und zusammengebaut. Ebenso wurde mit allen anderen Lagerstellen verfahren.

Blick in die Mechanik


Nach dem Richten des Tonarmes und der Nachjustierung des Hebelsystems
lief zumindest die Mechanik fast perfekt. Trotz dem Reinigen und Ölen der Motorlager, sowie dem Entfetten der Motorachse und des Treibrades wurde die Platte nicht ausgeworfen. Erst beim genauen Hinsehen bemerkte ich, dass der Motor nicht stoppte, sondern die Achse auf dem Gummi keinen Griff mehr hatte. Nach dem Benetzen des Gummitreibrades mit handelsüblichen Gummi-Revitalisierer fliegt mit die Platte regelrecht entgegen.

Das letzte Problem war das irreparabel zerstörte Abtastsystem. Funktionsfähige Originalsysteme oder Nachbauten sind meines Wissens nicht beschaffbar. Und beim Einbau eines kleinen Keramiksystemes müßte ich allerdings das Original-Gehäuse zerstören. Beim Anblick des Metalltonarmes kam mir eine Idee und so entschloß ich mich, ein kleines Gehäuse aus einem Kunststoff zu fräsen. Hier der Prototyp.

Prototyp des neuen Systemes

Der Tonarm konnte im Originalzustand belassen werden und das Gerät spielt wieder zur vollsten Zufriedenheit.

neues System im Tonarm

Skizze des Ersatzgehäuses

Kunststoff z.B. Plexiglas oder PVC, Rohmaße 45 mm x 11 mm x 9 mm (LBH)

This article was edited 22.Jun.09 18:16 by Uwe Ronneberger .

Uwe Ronneberger
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22.Jun.09 11:20

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Sowohl das kleine Keramiksystem (Pfanstiehl P-51-1 bzw.51-2) als auch diverse Reinigungsmittel beziehe ich von der Firma Stamann.

www.jukeboxworld.de 

 

Pfanstiehl-System



Das eigentliche System ist nur mit zwei kleinen Klebstofftröpfchen am Halter befestigt und läßt sich mit einem kleinen Uhrmacherschraubendreher o.ä. leicht aushebeln. Es ist ein Mono-System und ist ca. 4,2 mm breit, ca. 5,5 mm hoch und braucht mit Anschlüssen etwa 22 mm in der Länge. Es ist sowohl für Mikrorillen (45/33) als auch für Normalrillen (78er) lieferbar !

 

Hier ein Foto (mit freundlicher Genehmigung der Fa.Stamann) des ursprünglich nur für Musikboxen eingesetzten Systems:

Pfanstiehl-System

Hier die Gummi-Reinigungsmittel

Gummi-Pfegemittel

 

siehe auch hier :

Tipps zur Musikboxreparatur

 Pfanstiehl-Keramik-Mono-System P51 zerlegt

Bandwurmlink editiert. Wolfgang Bauer

 

This article was edited 22.Jun.09 16:45 by Wolfgang Bauer .

Uwe Ronneberger
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Das Abtastsystem P51 wird jetzt im neuen Gehäuse geliefert.

P 51 neues Gehäuse von oben

P 51 neues Gehäuse von unten

Es macht einen sehr stabinen Eindruck und läßt sich sicherlich in zahlreichen Geräten als Ersatz einbauen.

Das Gehäuse kann man sehr leicht aufhebeln (kleiner Schraubendreher) und das System mit einer Klinge herauslösen. Im Plexiglasklötzchen ist es ein perfekter Ersatz für das alte Mono-System.

P 51 - System im Plexiglasklotz

P 51 System  eingebaut

Wen die Differenz des Nadelabstandes nicht stört und die Reinigungsbürste etwas nachgebogen wird,

Differenz Nadelabstand

 

kann noch schneller ein Ersatzsystem bekommen. Einfach die "Ohren" abschneiden und das Pfanstiehlgehäuse paßt komplett ins Mignon.

P 51 im Mignon 1

P 51 im Mignon  2

P 51 im Mignon  3

  
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