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RENS1374d (RENS1374d): Röhrenfehler

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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03.Jul.14 14:04

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Die RENS1374d wurde als Ersatz für eine RES374 in einem Staßfurt5W als Lautsprecherröhre vorgesehen. Es wurde (vorsichtshalber) ein passender Ausgangsübertrager mit 16kΩ:5Ω eingebaut, damit der Anodenstrom bei der Entfernung des Lautsprechers nicht unterbrochen wird. Andernfalls ginge der gesamte Emissionsstrom zum Schrimgitter, welches dadurch überlastet würde. Das könnte die Lautsprecherröhre zerstören.

Da mehrere Exemplare der RENS1374d verfügbar waren, wurde eine frühe Bauform mit dem großen Telefunken-Stern gewählt. (Sollte ja vom Stil her halbwegs passen.)

Zunächst erschien dieser Umbau erfolgreich zu sein. Nach einiger Betriebszeit stellten sich jedoch folgende Fehler ein.

  1. Der Ton wurde rauh.
  2. Das Audiosignal verstummte nach heftigem Knacken im Lautsprecher.
  3. Der Apparat entwickelte einen "Heulton", unabhängig davon ob MW, LW oder Tonabnehmer eingestellt war.

Der erste Fehler ist eine Folge von schlechtem Vakuum der Röhre, das sich mit zunehmender Erwärmung verschlechterte.

Der zweite Fehler konnte als (thermisch bedingte) Unterbrechung der Zuleitung zum Schirmgitter innerhalb der Röhre identifiziert werden. Am Anschluß des Schirmgitters (Seitenschraube) konnte bei jeder dieser Unterbrechungen ein Anstieg der Spannung beobachtet werden. Wenn aber das Schimgitter nicht mehr mit Spannung versorgt wird, fließt auch kein Anodenstrom mehr und die im Ausgangsübertrager gespeicherte Energie führt zu einem Induktionsstoß (Lentz'sche Regel), der sich in heftigem Knacken im Lautsprecher bemerkbar macht. Nach einiger Zeit setzte das Audiosignal wieder ein.

Der dritte Fehler dürfte aus einer Kombination der beiden ersten Fehler bestehen, vermutlich in den Fällen, wo die Unterbrechung des Schirmgitters nicht vollständig erfolgte.

Ein weiteres Exemplar, ebenfalls wie oben mit dem großen Stern,  zeigte zwar keine durch schlechtes Vakuum bedingte Verzerrungen, aber auch hierbei gab es nach kurzer Zeit "Tonausfall", allerdings ohne das scharfe Knacken.

Klopfen gegen das Gehäuse des Radios erbrachte meist ein krachendes Geräusch im Lautsprecher, aber dann auch wieder einwandfreien Ton. Dieser setzte nach ca. 5 Minuten erneut aus - und konnte auch wieder "herbeigeklopft" werden. Ohne Klopfen kam der Ton nach wenigen Minuten von selbst wieder.

Dieser Fehler der Röhre sieht nun sehr danach aus, daß hier eine Schweißstelle bei der Stromzuführung der Kathode fehlerhaft ist und sich (thermisch bedingt) öffnet.

Dieses Exemplar hat eine Banderole von einer früheren Messung auf dem Röhrenprüfer, worauf ihr die "Unbrauchbarkeit" bescheinigt wurde. Bei einer kürzlich vorgenommenen Messung zeigte ein W18 aber "gute" Werte (21mA). Ja, aber so lange dauert eine solche Messung auch nicht, daß sich ein thermisch bedingter Fehler auf dem Röhrenprüfer zeigen würde.
(Eine als "gut" z.B. auf dem W19 "geprüfte" Röhre muß also nicht notwendigerweise auch gut sein.)

Nun wurde ein späteres Exemplar (mit kleinem Stern) der RENS1374d verwendet, welches einwandfrei arbeitet.

Die hier gezeigten Bilder sind der "Galerie" der Thumbnails entnommen und zeigen daher nur die entsprechenden Bauformen an.

MfG DR

  
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