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Imperial 5 (5 W) Truhe

Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 221604) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 221605) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 74791) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 470103) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 6927) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 10923) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 470114) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 1640932) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 1640937) Radio
 
Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 1656135) Radio
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Imperial 5 ; Stassfurter Licht- (ID = 2113467) Radio
Stassfurter Licht-: Imperial 5 [Radio] ID = 2113467 1400x1050
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For model Imperial 5 (5 W) Truhe, Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)
 
Country:  Germany
Manufacturer / Brand:  Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)
Year: 1932/1933 Category: Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
Valves / Tubes 6: RENS1264 RENS1204 RENS1264 RENS1204 RES374 RGN1054 or RGN1064
Main principle Superhet with RF-stage; ZF/IF 124 kHz
Tuned circuits 8 AM circuit(s)
Wave bands Broadcast (MW) and Long Wave.
Details
Power type and voltage Alternating Current supply (AC) / 110; 125; 150; 220 Volt
Loudspeaker - This model requires external speaker(s).
Power out
from Radiomuseum.org Model: Imperial 5 [Truhe] - Stassfurter Licht- und
Material Wooden case
Shape Tablemodel, Box - most often with Lid (NOT slant panel).
Dimensions (WHD) 450 x 255 x 245 mm / 17.7 x 10 x 9.6 inch
Notes Skala mit 87 Sendernamen. Erregerstrom für elektrodynamischen Lautsprecher kann entnommen werden, z.B. für Makrodyn. 4-fach-Drehko. Anschluss für KW-Vorsatz KW5. - Grundmodell der "Imperial 5" Reihe für Wechselstrom, in einigen Katalogen auch 5W benannt.
Net weight (2.2 lb = 1 kg) 11.5 kg / 25 lb 5.3 oz (25.33 lb)
Price in first year of sale 272.00 RM
Collectors' prices  
Source of data Katalog Radio-Zentrale Prohaska 1928
Circuit diagram reference Lange-Nowisch
Mentioned in 1932/33
Literature/Schematics (1) Katalog Conrad 1933/34

Model page created by Wolfgang Eckardt. See "Data change" for further contributors.



All listed radios etc. from Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG; Staßfurt (Staßfurter)
Here you find 222 models, 167 with images and 139 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.




 


Forum contributions about this model
Stassfurter Licht-: Imperial 5
Threads: 8 | Posts: 20
Hits: 2263     Replies: 1
  stassfurt: 5 (5 W); Imperial: 'Kondensator-Kur'
Dietmar Rudolph
15.Jun.14
 
  1

Wie praktisch jedes über 80 Jahre alte Radio hatte auch der Imperial5W mit der Nummer 02804 (mit einer Ausnahme) keine intakten Kondensatoren mehr. Die Netzelkos waren ausgetrocknet und die Papier-Wickel leck.

Da die Absicht bestand, das Gerät wieder spielfähig zu machen, wurden alle defekten Kondensatoren ersetzt, wobei Becher neu befüllt wurden.

Als das Gerät wieder "spielte" war seine Empfindlichkeit völlig unzureichend. Eine Messung der ZF-Kurven zeigte jedoch eine brauchbare Selektionskurve.

Die einzige Abgleichmöglichkeit beim Imperial 5W sind die oben auf dem Drehko angebrachten Quetscher, während keiner der Filtertöpfe (HF, Oszillator, ZF) eine Abgleichmöglichkeit hat.

Die Eingangskreise (Bandfilter & Einzelkreis) ließen sich gut abgleichen und ergaben eine (unterkritisch gekoppelte) Durchlaßkurve im MW Bereich 530kHz - 1450kHz, was der damals vorgesehene Bereich war.

Aber der Oszillator lag nicht um die ZF-Frequenz von 124kHz jeweils oberhalb, sondern er war teilweise nur 107kHz oberhalb. Das machte sich besonders im Bereich unterhalb ca. 1MHz bemerkbar. Weiter oben konnte so abgegelichen werden, daß die Oszillatorfrequenz passend lag.

Wenn aber bei tiefen Empfangs-Frequenzen die Oszillator-Frequenz zu niedrig liegt, ist die (resultierende) Kapazität im Oszillator-Schwingkreis zu groß. Diese setzt sich zusammen aus der Kapazität des Drehkos (4. Paket) und der Serienschaltung des Padding-Kondensators. (Der Quetscher hat bei niedrigen Frequenzen kaum Einfluß.) Da der Drehko ein Luft-Dielektrikum hat und seine 3 anderen Pakete völlig in Ordnung waren, mußte der Fehler beim Padding-Kondensator liegen. Das bedeutet eine "Kondensator-Kur" der besonderen Art.

Das hieß aber: Oszillator-Topf ausbauen. Dazu waren 8 Verbindungen (A bis H) abzulöten, ehe der Topf herausgenommen werden konnte. (Der weiße Kreis markiert den Ort des Filterbechers, der oberhalb des Chassis sitzt.)

Nachdem die Bördelung am unteren Rand des Bechers aufgebogen war, ließ sich sein Inhalt herausnehmen.

Man sieht in der Mitte einen Bakelit-Zylinder, auf den die (im Schaltbild gut erkennbaren) 6 Spulen (Luft-Spulen, kein Ferrit o.ä.) aufgewickelt sind. Aber wo sind die Padding-Kondensatoren?

Eine genauere Inspektion ergibt, daß die seitlich befindlichen langen und dünnen "Spulen" auf Messing-Röhrchen aufgewickelt sind und nur einen einseitigen Anschluß haben. Das Messing-Röhrchen ist seinerseits auch angeschlossen. Also stellt diese Konstruktion einen Kondensator dar, dessen einer Belag das Messing-Röhrchen ist und der andere Belag durch die aufgewickelte "Spule" dargestellt wird. Eine Kontrolle der Anschlußbelegung bestätigt das.

Mit dem "KARU" läßt sich der Wert dieser Kapazitäten ermitteln:

  • Padding für MW: 2900pF (der lange links im Bild)
  • Zusatz-Padding für LW: 1200pF (der kürzere rechts)

Das KARU kann zwar keine Güte messen, aber wenn man die Verstärkung ganz aufdrehen muß um überhaupt einen Zeigerausschlag zu erhalten, heißt das schon, daß die Güte eines solchen Kondensators sehr schlecht ist. Das traf für beide Paddings zu. Verlustreche Kondensatoren ergeben meßtechnisch praktisch immer zu große Kapazitätswerte.

Die Berechnung (in Kombination mit Messungen) ergab folgende Werte:

  • Padding für MW: 1,81nF
  • Zusatz-Padding für LW: 1,182nF

Der MW Padding-Kondensator liegt also total daneben und wurde durch einen Styroflex-Kondensator (1,8nF) ersetzt. Der LW Zusatz-Padding wurde belassen, weil die 177kHz hier gut empfangbar sind.

Mit dieser Änderung ist nun wieder im gesamten MW Bereich guter Empfang möglich. Und im LW Bereich ist auch Donebach auf 153kHz empfangbar.

Die Endstufe ist auf die RENS1374d umgebaut. Die aktuelle Schaltung des Imperial5W mit der Nummer 02804 zeigt die Graphik. Die eingetragenen Nummern für die Anschlüsse des Oszillator-Bechers korrespondieren mit denen im Bild oben.

Wenn die Skala nicht (nachträglich) ersetzt wurde, stammt dieses Gerät vom Frühjahr 1934.

MfG DR

Dietmar Rudolph
17.Jun.14
  2

Mit Hilfe eines Sprktumanalyzers konnte (im Bereich 500kHz bis 1600kHz) der Frequenzunterschied zwischen der Durchlaßkurve der HF Eingangskreise und der Frequenz des Oszillators bestimmt werden. Es zeigte sich, daß der Soll-Abstand von 124kHz, welcher der ZF-Frequenz entspricht, bei den niedrigeren Frequenzen nicht eingehalten werden konnte; hier war die Differenz zu groß. Bei den hohen Frequenzen war mittels der Quetscher ein Gleichlauf einstellbar.

Das war aber unbefriedigend. Beachtet man, daß die Eingangskreise bei den niedrigen Frequenzen eine schmalere Resonanzkurve als bei den höheren Empfangsfrequenzen ergeben (Verhältnis < 1:3), so folgt daraus, daß bei den niedrigen Empfangsfrequenzen die 124kHz Differenzfrequenz möglichst sehr genau einzuhalten ist. Bei den hohen Empfangsfrequenzen ist das unkritischer, weil die Resonanzkurve der Eingangskreise hier breiter ist, so daß dort immer noch die Gleichlaufbedingung erfüllbar ist. 

Prinzipiell sieht die Fehlerkurve dann so aus, wie sie in "Tucek / Irmler: Überlagerungsempfänger, Gleichlauf, Abgleich, Reparatur, VT, 1961" dargestellt ist.

Um den richtigen Wert des Paddingkondensators zu finden, wurde beim eingebauten Oszillatorkreis bei abgenommenem Schirmbecher ein (keramischer) Zusatzkondensator eingelötet. Für die Messung mußte aber der Schirmbecher wieder übergestülpt werden, weil dieser die Induktivität der Oszillatorspule erniedrigt*) und es ohne Schirmbecher zu einer Fehlmessung käme.

Als notwendiger Zusatz-Wert für exakten Gleichlauf ergab sich 270pF.

*) Schirmbecher aus Kupfer oder Aluminium führen zu einer Erniedrigung der Induktivität ohne unzulässig hohe Bedämpfung. Ein Schirmbecher aus schlechter leitendem Material, wie z.B. Eisen, ergäbe eine hier unerwünschte Bedämpfung und damit eine schlechte Güte des Oszillator-Kreises. 

MfG DR

 
Hits: 1460     Replies: 0
stassfurt: 5 (5 W); Imperial; Schaltbild Korrektur
Dietmar Rudolph
08.Oct.14
  1

Anläßlich der Restauration des Imperial Midget 5WL mit der Geräte Nr. 24640, das einen "Klangschalter" hinten am Chassis hat (an der Stelle, wo die "normale" Truhe ihr Entbrummer-Potentiometer hat), ist aufgefallen, daß im bisherigen Schaltbild vom Gerät Nr. 6353 noch Schaltfehler sind.

  • Der Kontakt Nr. 10 des Wellenschalters unterbricht den Anodenstrom der Mischröhre RENS1204 bei "Phono" Betrieb.
  • Der Klangschalter "Klang" ist hier zwar eingezeichnet, ist jedoch bei "frühen" Geräten nicht implementiert, da diese keinen Schalter am rückseitigen Chassis haben.

Das entsprechend korrigierte Schaltbild ist hoch geladen und sieht entsprechend zu dem hier verkleinert dargestellten aus.

MfG DR

 
Hits: 2168     Replies: 4
stassfurt: 5 (5 W); Lautstärke-Potentiometer mit Taumelscheibe
Dietmar Rudolph
23.Sep.14
  1

Beim Staßfurt Imperial 5W wird die Lautstärke mit Hilfe eines 500 kΩ Potentiometers geregelt. Mit Hilfe dieses Potentiometers wird die Schirmgitter-Spannung der HF Vorröhre und der ZF Röhre (beide RENS1264) variiert. Damit läßt sich die Empfangs-Lautstärke einstellen, jedoch nicht die NF Lautstärke z.B. für Tonabnehmer. In den '30er Jahren war das aber so üblich.

Ein Lautstärke-Potentiometer wird (zwangsläufig) sehr oft verstellt. Besonders auch bei diesem Modell, das keine effektive Schwundregelung besitzt.

Hochohmige Potentiometer haben Widerstands-Bahnen aus einer Kohleschicht. Früher war diese offenbar gegen Abrieb durch den Schleifarm nicht so stabil wie das möglicherweise bei neueren Potentiometern der Fall ist. Daher wurde eine Konstruktion gewählt, die das Schleifen eines Kontaktes auf der Kohlebahn vermeidet. Diese ist beim ersten Anblick zunächst verblüffend.

Dies ist ein Blick in das geöffnete 500 kΩ Potentiometer. Außerhalb erkennt man die 3 Anschlußfahnen. Im Inneren ist der Dreharm zu sehen, der isoliert auf eine Pertinax-Scheibe aufgenietet ist. Weiterhin sieht man eine Schraube, die den Kontakt (von der Taumelscheibe) zur mittleren Anschlußfahne herstellt. Das Verblüffende ist diese Taumelscheibe, die fast so aussieht, wie eine "abgehobene" Widerstandsbahn. Aber die Widerstands-Bahn liegt tatsächlich darunder.

Dreht man nun an der Achse des Potis, so erkennt man, daß die Taumelscheibe, die aus sehr sehr dünnem Stahlblech (?) besteht, vom Dreharm so verformt wird, daß er sie jeweils in einem schmalen Bereich an die Widerstands-Bahn andrückt. Dadurch hat man kein Gleiten eines Kontaktes über die Widerstands-Bahn, sondern ein Abwickeln des kontaktgebenden Teils der Taumelscheibe. Abrieb der Widerstands-Schicht wird so gänzlich vermieden.

Das Poti sollte also über die Jahre verschleißfrei arbeiten. Tatsächlich zeigte eine Widerstands-Messung, daß sich ein zu hoher - und vor allem - schwankender Wert ergab.
Also ersetzen? Aber wodurch? Von Potentiometern ist bekannt, daß diese i.a. bei Belastung durch Gleichstrom (so wie das hier der Fall ist) über kurz oder lang zu Kratzgeräuschen neigen. Ein "neues" Potentiometer ist somit keine sichere Lösung des Problems.

Also, ausbauen und Schutzdeckel abnehmen. Ergebnis siehe das obere Bild.

Mit dem Ohmmeter kann man nun auch innerhalb des Gehäuses des Potentiometers messen. Man sieht ja die inneren "Verlängerungen" der Anschlußbahnen. Und hier stimmte der Widerstandswert von 500 kΩ zwischen linkem und rechtem Anschluß!? Ja, aber an den äußeren Anschlußfahnen gibt es trotzdem schwankende Werte??! Zwischen innen und außen muß aber bei jeder Anschlußfahne 0 Ω sein. War es aber nicht, sondern ein schwankender Wert.

Das Poti ließ sich nicht vollständig zerlegen, sondern es konnte nur der Schleifer und die Achse heraus genommen werden. Eine genauere Inspektion mit Hilfe einer Lupe ergab, daß die inneren Kontakte und die äußeren Anschlußfahnen nicht ein einzges Stück darstellen, sondern daß die beiden Teile sich nur auf einer (nicht allzu großen senkrechten) Fläche berühren und durch die recht stabile schwarze Isolierschicht (Außenrand innerhalb des Gehäuses) gegen einander gedrückt werden.

Im Laufe der Jahre konnte es nicht ausbleiben, daß sich zwischen den jeweiligen Kontaktflächen eine Oxydschicht (oder sonst irgend etwas schlecht Leitendes) ausgebildet hatte. Das führte zu den schwankenden Widerstandswerten.

Als Abhilfe wurde für die beiden außeren Anschlüsse je ein 1mm Loch durch die schwarze Isolierschicht gebohrt und ein dünner Draht innen und außen angelötet. (Oszillin hatte hier nicht ganz zuverlässig gewirkt.) Nun funktioniert das Poti wieder einwandfrei.

Diese Sorte Potentiometer gab es in den '30er Jahren offensichtlich von mehreren Herstellern, wie aus dem "Handbuch der Funk-Technik, Bd. 2." zu entnehmen ist.

 MfG DR


Nachtrag:

Das Potentiometer Bild 216 hat eine Kohlebahn, während das Potentiometer Bild 217 aus einem sehr dünnen Widerstandsdraht hergestellt ist, wie aus dem Bild erkennbar ist. Dieser dünne Draht könnte reißen, wenn da ein Kontakt direkt darauf schleift.

Eine gewisse Ähnlichkeit des Prinzips (Vermeidung von Abrieb) findet sich auch bei dem Silit-Stab mit veränderlichem Widerstand von 1926. 

Steffen Thies
25.Sep.14
  2

Hallo Herr Rudolph,

dieses interessante Prinzip findet sich auch im Sachsenwerk ESWE 343L, dort sind die Bahnen drahtgewickelt, und im Manufrance BA 36 mit Kohleschicht.

Im Sachsenwerk gibt es ein niederohmiges Poti, das auch heute noch funktioniert. Beim hochohmigen war der Draht am "lauten" Ende hin (Fernempfang), das ließ sich aber auf der Rückseite flicken. Ohne das Schleiferprinzip wäre davon sicher nicht so viel übrig geblieben.

Beim Manufrance drängt sich der brauchbare Lautstärkebereich auf einen winzigen Drehwinkel zusammen. Dort kam kein Kontakt mehr zustande. Polieren der Kontaktringe half nicht, deshalb habe ich schließlich vorsichtig die Bahnen gereinigt. Die Vorsicht zahlte sich aus, denn der Widerstand beider Bahnen stieg merklich an, blieb aber brauchbar - glücklicherweise gemessen und dokumentiert. Und es brachte den Kontakt wieder, wenn auch nicht hundertprozentig. Da die Gitter der nachfolgenden Röhren gleichstrommäßig über das Poti angebunden sind, führt das zu donnernden Lautsprechertests. Ich habe ausnahmsweise umgebaut und mit zusätzlichen RC-Kombinationen entkoppelt. Bahnen? Jawohl! Jede bedient eine Hälfte eines Gegentaktverstärkers.

Wolfgang Eckardt
25.Sep.14
  3

In diesem Forum-Beitrag (Post 4) wird der Aufbau eines Hochohm-Potentiometers in einem Lumophon-Gerät beschrieben. Es umgeht durch seinen Aufbau ebenfalls, dass der Schleifer ständig auf der damals noch besonders empfindlichen Widerstandsschicht gleitet.

Wolfgang Eckardt

Dietmar Rudolph
26.Sep.14
  4

Als Ergänzung noch weitere Beispiele von Hochohmpotentiometern aus dem schon zitierten Band 2 des "Handbuchs der Funk-Technik".

Zunächst 2 Beispiele, die große Ähnlichkeit (in der Lösung des Problems mit dem Abrieb der Widerstandsschicht) mit dem "Standard" Potentiometer aus dem Lumophon-Gerät haben. Bei dem "Kabi" Potentiometer ist die Ähnlichkeit sehr deutlich.

Die Fa. Preh hat konstruktiv einen größeren Aufwand betrieben, wie man auch am Bild 218 erkennt.

In Bild 224 ist noch einmal eine Ausführung mit der Taumelscheibe zu sehen, ähnlich der Abb. 217 aus Post #1.

MfG DR

Andreas Steinmetz
05.Oct.14
  5

Das sind sehr interessante Details, die durch diese Postings in Erinnerung gerufen werden, so dass sie nicht so schnell in Vergessenheit geraten!

Mein Imperial 5 steht schon lange herum, ohne dass ich rechte Lust verspürt hätte, mich mit seiner Restaurierung zu beschäftigen. Das könnte sich aber bald ändern, denn ich habe vor kurzem solche Geräte in Betrieb erlebt und war von deren Leistungsfähigkeit angenehm überrascht. Ja, wenn man erstmal weiß, was am Ende einer Restaurationsstrecke herauskommen kann, dann wirkt das mitunter sehr motivierend...

 
Hits: 1469     Replies: 0
stassfurt: 5 (5 W); Imperial: Schirmgitter-Kondensator
Dietmar Rudolph
27.Jul.14
  1

Beim Staßfurt Imperial 5W wird die Lautstärke dadurch geregelt, daß die Schirmgitterspannung der HF Vorstufe (RENS1264) und der ZF Stufe (RENS1264) mit Hilfe eines 500kΩ Potentiometers entsprechend eingestellt wird. Die Schirmgitter beider Röhren sind parallel geschaltet. Zur Entkopplung ist ein 4µF Blockkondensator (beim frühen Modell: 8µF) vom Abgriff des Potentiometers nach Masse geschaltet. Diese Verblockung muß natürlich sehr gut funktionieren, weil sonst durch die Parallelschaltung der beiden Schirmgitter eine Verkopplung entsteht, die zur Instabilität des Empfängers führen kann. In einem solchen Fall führen die HF bzw. ZF Stufen "wilde" Schwingungen aus.

Wenn der Blockkondensator für die Schirmgitterspannungen dagegen nur etwas "müde" geworden ist (Kapazitätsverlust und schlechte Güte), muß der Empfänger dadurch noch nicht so weit instabil geworden sein, daß er schwingt. Aber, und das war hier der Fall, das demodulierte Signal klingt verzerrt. Und das besonders, wenn ein schwächerer Sender empfangen wird, wobei das Potentiometer für die Schirmgitterspannung hierfür weiter hochgedreht werden muß, um gleiche NF Lautstärke zu erhalten.

Abhilfe brachte die Parallelschaltung (unter dem Chassis) eines 3,3µF Folien-Kondensators.

MfG DR

 
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stassfurt: 5 (5 W); Imperial; frühes und spätes Modell
Dietmar Rudolph
13.Jun.14
  1

Während sich die frühere Analyse auf Schaltungsdetails bezog, sollen hier konstruktive Unterschiede dargestellt werden.

Das frühe Modell der Truhe hat die Nummer "0 2804", während das späte Modell die Nummer "0 7132" hat. (Das späte Modell ist somit nach dem Modell mit der Nummer "0 6353" [W. Eckardt] gefertigt.) Zum weiteren Vergleich konnte auch noch ein (gleichartiges) Chassis eines Imperial 5WL (Midget) mit der Nummer "2 4640" herangezogen werden.

Die Nummerierung

Die Truhen haben die führende "0" in ihrer Nummerierung nur auf dem außen auf dem Gehäuse angebrachten Typenschild, während ein Nummernstempel ohne diese "0" auf dem Drehko und dem Chassis zu finden sind.

Beim Midget ist die führende "2" auch bei der Stempelung zu finden.

Unterlagen zur Systematik der Nummerierung konnten bislang nicht gefunden werden. Man kann deshalb nur vermuten, daß eine führende "0" und "1" für die Truhen und eine führende "2" für die Midgets reserviert war. (Wer Informationen dazu hat, wird gebeten, sich zu melden!)

Die Typenschilder

Die Warnhinweise

Beim Midget Nr. 24640 ist dieser Wanrnhinweis nur noch gestempelt, was auf ein spätes Modell hindeutet.

Die Nummern auf dem Chassis hinten

Diese war nur auf der späten Truhe lesbar; bei der frühen war zu viel Rost an dieser Stelle.

Im Unterschied dazu hat der Midget mit der Nummer 24640 das Poti für den Entbrummer ("Beruhigung") weiter rechts und dafür einen Knopf für einen Schalter für eine Tonblende ("Klangfarbe") an dieser Stelle. Die gestempelte Typen-Nummer unterhalb des Knopfes ist nur schwach sichtbar.

Vergleicht man dazu das Bild des im RMorg gezeigten Midget, so erkennt man, daß jener diesen Schalter nicht hat.

Unterschiede beim Netztrafo und der Spannungswahl

Während beim frühen Modell 02804 die Wahl der Netzspannung mit Hilfe des Sicherungshalters erfolgt, wird beim späteren Midget nur noch ein Bananenstecker umgesteckt. (Beim Modell 06353 ist ebenfalls die Sicherung entsprechend einzuschrauben. Beim Modell 07132 war der Trafo durchgebrannt und wurde schon vor Jahren ersetzt, aber der hatte auch die Leiste zum Einschrauben der Sicherung.)

Die Umsteckmöglichkeit mit dem Bananenstecker deutet auch auf eine spätere "Verbesserung" hin.

Unterschiede beim Drehko

Der vierfach-Drehko (notwendig für die Vorselektion wegen der niedrigen ZF-Frequenz von 128kHz) ist ein Charakteristikum des Staßfurt Imperial 5.

Zunächst die Stirnseite des Drehkos mit aufgestempelter Typennummer.

Nur das frühe Modell 02804  hat eine abweichende Form; alle anderen haben die Form wie das Modell 07132.

Die Oberseite des Drehkos

Während die alte Form 11 Rotorplatten hat, hat die neuere Form nur noch 10 Rotorplatten. Auch ist die Stirnhalterung der Rotorplatten unterschiedlich. Weiter Unterschiede sieht man bei den stirnseitigen "Quetschern" für den Abgleich. (Die ist im Übrigen die einzige Abgleichmöglichkeit des Gerätes, da die ZF-Bandfilter vergossen sind und keines Abgleichs bedürfen!)

Unterschiede bei den Filtertöpfen

Beim frühen Modell 02804 ist auf allen Filtertöpfen das Staßfurt Logo eingeprägt, wie hier auf dem ZF-Becher des Modells, sogar mit der Nummer des Patents.

Bei den späteren Modellen findet man dieses Logo nur noch auf dem Becher für das Audion.

Während die Becher für die HF- und Oszillatorkreise bei den Truhen alle gleich hoch sind (wenn auch später ohne eingeprägtes Logo), ist beim Midget-Chassis 24640 der Becher für den Oszillator etwas höher.

Unterschiede beim Siebkondensator für die Schirmgitterspannung der HF- & ZF-Röhren

Im Schaltbild ist der Wert hierfür mit 4µF angegeben. Tatsächlich hat das frühe Modell hier aber 8µF eingebaut, wie an der höheren Bauform zu erkennen ist.

Der Vorwiderstand in der Gitterleitung der HF-Vorstufe

Dieser Widerstand ist in allen bekannten Schaltbildern des Imperial5W mit 0,5MΩ = 500kΩ angegeben.

Da die Schaltbilder ganz offensichtlich immer wieder von einander abgezeichnet werden, findet man einen entsprechenden Fehler überall wieder. Tatsächlich ist an dieser Stelle ein Widerstand von 500Ω eingebaut, wie ein Blick unter das Chassis verrät.

Ein Ausschnitt aus dem Chassis von Modell 24640:

Der Wert 500Ω ist deutlich erkennbar. Aber auch der ausgebaute (weil defekte und hochohmige) 500Ω Widerstand des frühen Modells 02804 zeigt deutlich den Aufdruck 500Ω. Es kann also davon ausgegangen werden, daß alle Modelle Imperial 5W/WL hier 500Ω hatten.

MfG DR

 
Hits: 1987     Replies: 2
stassfurt: 5 (5 W); Imperial: Schaltungsvarianten & Besonderheiten
Dietmar Rudolph
15.May.14
  1

Dem "technischen Fortschritt" ist es vorbehalten, wenn sich während der Laufzeit eines Modells gewisse Änderungen der Schaltung ergeben.

Zum Vergleich standen 3 Modelle mit den Nummern 2804 (schwer lesbar, vielleicht auch 3804), 6353 & 7132. Die Analyse entstand in einer Gemeinschaftsarbeit mit Wolfgang Eckardt.

Varianten in der Endstufe

Die Truhe hat keinen eingebauten Lautsprecher. Folglich kann (theoretisch) während des Betriebes der Lautsprecher abgezogen werden. Dann fließt kein Anodenstrom. Wohin geht dann der Emissionsstrom? Die frühe Variante (links) bezieht deshalb den Schirmgitterstrom von der Anode, während die spätere Variante (rechts) den Vorwiderstand für das Schirmgitter direkt an die Versorgungsspannung legt.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

  • frühe Variante:
    wird der Lautsprecher abgezogen, fließt kein Emissionsstrom.
    Nachteil: Schirmgitterwiderstand belastet den Ausgang, jedoch ist die Belastung durch 200kΩ noch nicht einmal 10% des (transformierten) Lautsprecherwiderstandes von 16kΩ und damit praktisch vernachlässigbar.
  • späte Variante:
    der Schirmgitterwiderstand verbraucht keine Sprechleistung.
    Nachteil: Wird der Lautsprecher abgezogen fließt der Emissionsstrom zum Schirmgitter. Aber, weil dieser 200kΩ hat, kann (nach Ohm) kaum mehr als 2,5mA Schirmgitterstrom entstehen, während die Spannung am Schirmgitter gleichzeitig ziemlich klein wird und somit dessen zulässige Verlustleistung nicht überschritten wird.

Beide Varianten funktionieren, weil der Schirmgitterwiderstand groß ist. (Bei Geräten mit stärkeren Endröhren z.B. RES964 gibt es dafür Schaltbuchsen für den Lautsprecheranschluß, wobei die beiden Klemmen kurz geschlossen werden, wenn der Lautsprecher abgezogen wird.)

Varianten von Bauteilen

Unterschiede wurden festgestellt bei den Werten von

  • Glättungs C am Schleifer des Potentiometers (0,5M) für die Einstellung der Schirmgitterspannung von HF-Vorröhre und ZF-Röhre (beide RENS1264).
    Die frühere Variante hat 8µF (höhere Bauform), während die spätere nur noch 4µF hat.
  • Gitter-Vorwiderstand für die HF-Vorstufe am Fußpunkt des Eingangsbandfilters.
    Die frühe Variante hat da 500Ω, wie dem Aufdruck des Widerstandes zu entnehmen ist, während bei der späteren Variante 550kΩ gemessen(!) wurden, wobei der Aufdruck nicht mehr zu entziffern war.

Ein Gitter-Vorwiderstand von 500kΩ in der Leitung für die Regelspannung erscheint eigentlich logischer als ein Wert von 500Ω. Aber, man muß dazu nochmal die Schaltung genauer betrachten.

Dies ist ein Ausschnitt aus der überprüften und korrigierten Schaltung, die links unten die (Europa-) Fassung zum Anschluß des Kurzwellen-Adapters zeigt.

Der Antennen-Anschluß 2 ist direkt verbunden mit dem Gitter 1 der HF-Vorstufe und mit dem entsprechenden Anschluß der Fassung für den KW Adapter.

Was passiert, wenn der Radihörer seine Langdraht-Antenne in den Anschluß 2 stöpselt, statt wie er sollte, nämlich die Anschlüsse 1 oder 3 zu verwenden?

Nun, wie man unschwer erkennt, gelangt dann die (praktisch unvermeidliche) Netz-Brummspannung direkt auf das Gitter der HF-Vorstufe - und moduliert dann alle Empfangssignale mit einem kräftigen Brummen. Ja, aber nur dann, wenn dieses Netzbrummen nicht durch entsprechende Blockkondensatoren gegen Masse (Chassis) abgeblockt wird.

  • Bei 500kΩ (0,5M) Vorwiderstand sind nur die 40nF (40n) der Fußpunktkopplung des Eingangsbandfilters wirksam - und das ist ein bißchen wenig.
  • Bei 500Ω Vorwiderstand kommen dafür zusätzlich die 0,5µF (rechts unten im Schaltbildausschnitt) ins Spiel, so daß das Brummen ausreichend unterdrückt werden kann.

Es spricht also einiges dafür, daß dieser Widerstand tatsächlich 500Ω groß ist, wie er auch im Modell Nr. 7132 vorhanden ist. Im Schaltbild des Nachfolgemodells 5aW ist der Wert dieses Widerstandes tatsächlich auch mit 500Ω angegeben. Auch das spricht für diesen Wert.

Betrieb mit KW-Adapter

Wie aus dem Schaltbild erkennbar wird, wird der KW-Adapter an die Sekundärseite des Eingangs-Bandfilters angeschlossen. Das erscheint zunächst etwas verwunderlich.

Der Staßfurt 5W hat (wie viele frühe Superhets) eine sehr niedrige ZF-Frequenz von 124kHz. Aus Gründen der Spiegelfrequenzsicherheit ist daher eine ausreichende Vorselektion (vor der Misch-Stufe RENS1204) notwendig, die hier durch das Eingangs-Bandfilter und den Zwischenkreis realisiert wird. Zusammen mit dem Oszillator wird deshalb ein 4-fach Drehkondensator erforderlich. (Eine nicht ausreichende Spiegelfrequenz-Sicherheit macht sich insbesondere durch Pfeifstörungen bemerkbar, wobei die Höhe des Pfeifens sich mit der Abstimmung ändert.)

Wird nun der KW-Adapter unter Umgehung des Eingangs-Bandfilters direkt an das Gitter 1 der HF-Stufe angeschlossen, so fehlt natürlich eine entsprechende Vorselektion. Das ist aber hier unkritisch, weil der KW-Vorsetzer ja die gesamte Anlage zu einem Doppelsuper macht - mit der ersten hohen ZF-Frequenz im MW-Bereich. Man muß sich hierzu eine "ruhige" Stelle im oberen MW-Band aussuchen (was heute wieder einfach ist, weil hierzulande bereits viele MW-Sender abgeschaltet sind).

Aber warum läßt man dann nicht das Eingangs-Bandfilter "drin"? Um diese Frage zu beantworten, muß man sich den Plan des  KW-Umsetzers KW5 anschauen.

Die REN904 hat (als Verstärkerstufe) einen Innenwiderstand von nur 10kΩ. (Als Mischer hat sie einen höheren Innenwiderstand) Dann gibt es noch in Serie dazu einen Arbeitswiderstand von 20kΩ. Gibt also (minimal) 30kΩ als Belastung für den Schwingkreis des Eingangs-Bandfilters des Staßfurt 5W. Auch wenn dieser Belastungs- bzw. Dämpfungs-Widerstand für das Eingangs-Bandfilter tatsächlich etwas höher ist, so bedämpft er dieses trotzdem noch so stark, daß dieses nur noch eine sehr geringe Güte hat und demzufolge sehr breit wird. 

Daher wäre es witzlos, diesen Umsetzer an die Primärseite des Eingangs-Bandfilters anzuschließen. Auch vermeidet man mögliche Verstimmung des Eingangsbandfilters und die damit verbundenen Verluste.

Ein Bild aus "Funk" von 1934 zeigt das Chassis des Staßfurt 5W (links) mit dem Chassis des KW5 (rechts).

MfG DR

Wolfgang Eckardt
16.May.14
  2

Da Herr Prof. Rudolph hier ausführlich das Modell "Imperial 5W" vorstellt mit kleineren entdeckten Unterschieden, möchte ich noch was zu dem mit aufgeführten  Kurzwellen-Vorsetzer KW5 erwähnen. 

Offensichtlich scheint es keinen Sammler zu geben, der ein solches Gerät besitzt und es im Original hier vorstellt. Aber in der Zeitschrift "FUNK" Heft 34 aus 1934 stellt der bekannte Autor Werner W. Diefenbach solche Kurzwellen-Vorsatzgeräte vor und geht dabei auf das KW5 als erstes ein. (An dieser Stelle Dank an Herrn Prof. Rudolph, der mir eine Kopie dieses Artikels zusandte!)

Hier ein Ausschnitt dieses Artikels, der sich auf den KW5 bezieht, ohne Bild. Das Original wird als pdf-Datei beim Modell KW5 erscheinen:


Beschreibung zum  Kurzwellen-Vorsetzer KW5, Staßfurt

Der erste  Typ  der  Kurzwellenvorsetzer empfängt  die vier Bereiche 15 bis 21 m, 21 bis 33 m, 33 bis 47 m und 47 bis 70 m. Es ist also dafür Vorsorge getroffen, durch Unterteilung des gesamten Wellenbereiches in vier Einzelbereiche und durch Verwendung eines Abstimmkondensators geringer Kapazität die Bedienung zu«vereinfachen. Tatsächlich ist die Abstimmung so einfach wie die eines  Rundfunkempfängers. An der Frontplatte dieses Vorsatzgerätes befindet sich lediglich der Wellenschalter für die vier Einzelbereiche sowie der Abstimmknopf in Verbindung mit einer modernen Linearskala. Die Linearskala ist für vier Wellenbereiche eingeteilt und nach Wellenlängen geeicht. In diesem Vorsatztyp ist also die wichtigste Forderung nach einfacher Bedienung im Kurzwellenbereich restlos erfüllt.

An der Schaltung dieses Vorsetzers fällt sofort auf, daß ein besonderer Netzteil nicht vorhanden ist. Die Anodenspannung wird vielmehr von der Lautsprecherbuchse des dazugehörigen Rundfunkempfängers abgenommen. Da die zu den Lautsprecherbuchsen führende Spannung stets die höchste im ganzen Empfänger ist, enthält der Vorsetzer einen besonderen Widerstand zur Reduktion der Endanodenspannung auf die richtige Betriebsspannung, die die einzige Röhre des Kurzwellenvorsetzers erfordert. Der Vorsetzer ist, wie fast alle anderen Vorsetzer, nur für Rundfunkempfänger geeignet, die Wechselstromnetzanschluß besitzen. Die Heizspannung für die Vorsetzerröhre liefert gleichfalls der Netzteil des Rundfunkgerätes.

Es sind also allein zur Stromversorgung des Vorsetzers drei bzw. vier Verbindungsleitungen nötig.
Die Erdleitung darf bei keinem Gerät fehlen, da sie gleichzeitig die Verbindung zur Kathode der Vorsetzerröhre herstellt. Das Vorsatzgerät arbeitet nach dem Überlagerungsprinzip in einer Schaltung, die der Autodyneschaltung sehr ähnlich ist, und besitzt nur eine Röhre, die Valvo 4110 oder die Telefunkenröhre REN 904 . Im Anodenkreis des Vorsetzers liegt eine gepanzerte Drosselspule in Serie mit einem Widerstand. Der Schwingungseinsatz des Oszillators wird dadurch sehr begünstigt.  Die Ankopplung der Antennen an die Gitterspule des Oszillators erfolgt kapazitiv über einen kleinen Festkondensator, der Schwingungseinsatz des Oszillators durch Rückkopplung mittels eines Festkondensators bestimmter Größe. Auf dem Chassis des Vorsetzers sind der Drehkondensator mit Antrieb, die Röhre, ein Elektrolytkondensator, der Spulensatz und die gepanzerte Drossel untergebracht. Die Leitungen zum Rundfunkempfänger sind zu einem fünfpoligen Kabel. mit Steckeranschluß zusammengefaßt. Der Stecker führt in einen an der Rückseite des Rundfunkgerätes besonders vorgesehenen Sockel (gemeint ist eine Fassung W.E.), der mit „Kurzwellenvorsatz“ bezeichnet ist. Daraus geht hervor, daß man diesen Vorsetzertyp nur bei einem bestimmten, dafür eingerichteten Rundfunkempfänger verwenden kann. Man nimmt diesen nach dem Überlagerungsprinzip arbeitenden Vorsetzer folgendermaßen in Betrieb:

  • 1. Der fünfpolige Stecker des Kurzwellenvorsetzers wird mit dem bezeichneten Sockel (Fassung, W.E.)  im Rundfunkempfänger verbunden,
  • 2. die Antenne in die Antennenbuchse des Vorsetzers gesteckt,
  • 3. die Erdbuchse des Rundfunkempfängers mit der Erdbuchse des Vorsetzers verbunden,
  • 4. der Rundfunkempfänger auf Welle 1.800 m fest eingestellt,
  • 5. der Rundfunkempfänger schließlich eingeschaltet.

Mit der Einschaltung des Rundfunkempfängers ist auch gleichzeitig das Vorsatzgerät eingeschaltet, da das Vorsatzgerät seine sämtlichen Betriebsspannungen dem Rundfunkempfänger entnimmt. Die Lautstärke-regelung beim Kurzwellenempfang erfolgt nicht am Vorsetzer, sondern wie beim Empfang der Rundfunkwellen selbst mit dem im Rundfunkempfänger dafür vorgesehenen Lautstärkeregler. Der Rundfunkempfänger wirkt als Zwischenfrequenzverstärker.

Ausschnitt aus: Werner W. Diefenbach, „Kurzwellen-Vorsatzgeräte“ in FUNK 1934, Heft 34 S.629, 630

(Umformatierter OCR-Scan ohne Bilder, Originaltext mit Bildern siehe pdf-Datei beim Modell KW5).


Bei Punkt 4 zur Inbetriebnahme hat sich meiner Meinung nach ein Druckfehler eingeschlichen, denn dort steht im Originaltext  "... auf Welle 18 000 m fest eingestellt." Da sind sicher 1800 m gemeint, eine Wellenlänge auf dem Langwellenbereich (166,6 kHz), womit dann der nachgeschaltete Imperial 5W als ZF-Verststärker arbeitet. Außerdem verwechselt auch Herr Diefenbach die Röhren-Fassung mit dem - Sockel - leider ein häufiger Fehler - siehe hier.

Wolfgang Eckardt

Dietmar Rudolph
16.May.14
  3

Die "Steckdose" für den KW-Vorsatz beim Imperial 5W hat schon immer einen großen Reiz ausgeübt. Ende der '80er Jahre entstand dann in einer Gemeinschaftsarbeit ein KW-Vorsatz mit einer ACH1 und Drehkoabstimmung, der außer dem 5-poligen Stecker nichts mit dem KW5 gemein hat. Als ZF wurde eine hohe Frequenz im MW Bereich gewählt.

Die Knöpfe von oben nach unten:

  • Einschalter/Umschalter und Verstärkungsregelung über Kathodenwiderstand der A(C)H1
  • Frequenzabstimmung; gezogen: grob, gedrückt: fein
  • Auswahlschalter für 4 KW-Bänder

Das Gehäuse ist im Stil dem Imperial 5W nachempfunden.

MfG DR

 
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stassfurt: 5W (5 W); Imperial: ZF-Durchlaßkurven
Dietmar Rudolph
09.Jun.08
  1 Conrad H. von Sengbusch beschreibt in der Funkgeschichte Nr. 179 (Juni/Juli 2008) unter dem Titel "Vergessenes Know-How" u.a. die Technik der von Georg Nissen entwickelten und gebauten ZF-Filter, wie sie in den Typen Imperial Junior, Imperial Senior, Imperial 5, Imperial 5a und Imperial 6 verwendet wurden.

Der Clou bei diesen Filtern besteht darin, daß keine extra Schwingkreiskapazitäten vorhanden sind; vielmehr sind die Spulen zweidrähtig gewickelt und die (verteilte) Kapazität zwischen den Drähten stellt die Schwingkreiskapazität dar. Das leider vergessene Know-How bezieht sich auf die Herstellung dieser Wicklungen: Wie konnten die notwendigen Toleranzen eingehalten werden?

Die Filterspulen wurden anschließend mit Wachs getränkt. Die ZF-Töpfe haben kein Loch um irgend etwas ab- oder nachzugleichen. Nun ist es spannend zu erfahren, wie gut ein solcher Abgleich sich bis heute gehalten hat.

Die Mittenfrequenz der ZF-Filter wird mit 124 KHz angegeben.
Viele frühe Super haben entsprechend niedrige ZF-Frequenzen; hier konnte man bessere Filterkurven realisieren und größere Verstärkung erreichen. Dafür ist bei niedrigen ZF-Frequenzen die Spiegelfrequenz-Sicherheit nicht so groß, was zu Pfeifstörungen führt. Hier wurde dieses Problem dadurch gelöst, daß eine abgestimmte Vorstufe und ein Eingangsbandfilter spendiert wurde, weshalb dann ein 4-fach Drehkondensator benötigt wurde. Pfeifstörungen treten nicht auf.

Der o.g. Artikel hat mich veranlaßt, die ZF-Durchlaßkurven meines Imperial 5W zu messen. Da die Lautstärkeeinstellung beim Imperial 5W über die Veränderung der HF- und ZF-Verstärkung geschieht, ergeben sich leichte Veränderungen der Meßkurven in Abhängigkeit der Stellung des Potentiometers.


Die erste Durchlaßkurve ergibt sich bei minimaler Lautstärke (Linksanschlag des Potis).


Wird das Poti so weit aufgedreht, wie es zum Empfang eines Ortssenders erforderlich ist, ergibt sich die nun gezeigte Durchlaßkurve, die bereits etwas breiter geworden ist.

Die Form der ZF-Durchlaßkurven ist auch noch nach über 75 Jahren nicht zu beanstanden. Der Imperial 5W ist empfindlich und gleichzeitig großsignalfest. Sender in den Nachbarkanälen lassen sich sehr gut trennen. Für das von UKW verwöhnte Ohr klingt er etwas dumpf, denn wie man sieht, ist die 3dB NF-Bandbreite so etwa 4KHz. Trotzdem ist er für Fernempfang bestens geeignet (z.B. DLF Sender Heusweiler 1422 KHz, ca. 1000 km von Berlin).
Da der Fadingausgleich nicht sehr stark ist, muß entsprechend oft am Lautstärkepoti nachgestellt werden. Dies erscheint zunächst als nachteilig. Andererseits ergeben gerade Schwundphasen des Trägers die schlimmsten Verzerrungen im demodulierten AM-Signal. Da die Schwundregelung von der Trägeramplitude gesteuert wird, werden beim Imperial 5W verzerrte Passagen leiser wiedergegeben als bei Geräten mit stärkerem Schwundausgleich. Das kann man als vorteilhaft betrachten. [Bei AM und (asynchroner) Hüllkurvendemodulation gibt es keine Lösung für die Verzerrungen durch Trägerschwund.]

MfG DR
Dietmar Rudolph
11.Jun.08
  2 Die gemessenen Durchlaßkurven der ZF-Filter zeigen eine (anscheinend) ungenügende Sperrdämpfung. In der Tat sind ca. 50 dB Sperrdämpfung nicht berauschend. Nur, ist die Messung in diesem Bereich zuverlässig? Um dies zu beurteilen, wird der Meßaufbau betrachtet. (Beide Bilder sind um 900 gedreht.)


Hier sieht man den Stassfurt Imperial 5W offen mit der Tastspitze an der Anode des Anodengleichrichters RENS1264. Rot markiert ist der Bereich, wo die Masseklemme der Tastspitze sitzt. Da sitzt aber auch die Masseklemme für die Tastspitze, die zur Einkopplung der Meßspannung auf das Gitter der Mischröhre RENS1204 verwendet wurde.



Zur Einkopplung wurde zusätzlich eine weitere Klemmspitze verwendet, damit ein Trennkondensator (gelb) dazwischengeschaltet werden konnte.
Wie man erkennt, sitzen nicht nur die Masseanschlüsse von Ein- und Auskopplung dicht beieinander, sondern die Tastspitzen mit ihren Masseleitungen bilden recht große Schleifen. Man braucht sich daher nicht zu wundern, daß die Sperrdämpfung der Filter nicht richtig gemessen werden kann, weil diese Schleifen ja eine magnetische Verkopplung liefern. Diese ist zwar gering, aber eben doch so groß, daß sich das bei der Sperrdämpfung bemerkbar macht.

Ziel der Messung war jedoch nicht, die Sperrdämpfung zu bestimmen, sondern zu überprüfen, wie die Filterkurve im Durchlaßbereich aussieht. Und dies läßt sich eindeutig ablesen.

Ein ganz entsprechendes Problem tritt i.a. auch beim Abgleichen von Empfängern im Wobbelbetrieb auf. Auch bei diesen Messungen wird (scheinbar) eine viel zu geringe Sperrdämpfung angezeigt.

Kennern des Imperial 5W wid beim genauen Betrachten der Bilder auffallen, daß das Gerät an einigen Stellen vom Original abweicht. Diese Umbauten sind seit 1972 entstanden, weil der Empfänger noch fast täglich im Betrieb ist um damit den DLF, Sender Heusweiler 1422 KHz, zu empfangen. Es ist auch nach nun 76 Jahren eines meiner besten Radios (Selektivität, Großsignalfestigkeit) für Mittelwelle! 

MfG DR
Gerald Gauert
24.Dec.08
  3

Hallo Herr Rudolph,

ich habe die kondensatorlosen ZF-Filter eines Stassfurter Mikrohet zerlegt. weitere Informationen finden Sie hier: mikrohet_kondensatorloses_zf_filter

Gerald Gauert

Dietmar Rudolph
09.Oct.14
  4

Die kondensatorlosen ZF Filter des Imperial 5W/WL sehen anders aus, als die vom Mikrohet.

Hier hat man schon die "klassische Form" eines ZF Bandfilters mit Primärkreis und Sekundärkreis zylindrisch über einander angeordnet.

Beim Mikrohet wurde dagegen noch eine eher flache Bauform gewählt.

Bei den Spulen des Mikrohet sieht man sehr schön, daß  diese zweidrähtig gewickelt sind.

Zweidrähtig sind aber auch die ZF Spulen vom Imperial 5W/WL gewickelt. Wenn man die obere Spule des 5W/WL genau betrachtet, erkennt man (im ersten Bild oben), daß aus dem Wickel der oberen Spule 2 Drahtenden herausragen.

Bei der defekten Wicklung war unten am Pin ein Draht abgerissen, während ein zweiter Draht noch intakt war. Die Spule hatte aber keinen ohm'schen Durchgang. Das bedeutet, daß der abgerissene Draht der eigentliche Spulendraht war, während der zweite (noch angelötete) Draht den "Kondensator" bildet. Dieser ist am anderen Ende nicht angeschlossen, weshalb die defekte Wicklung ja auch keinen Durchgang mehr hatte.

Das ist sicher nur ein Teil des "Tricks", der bei Staßfurt angewendet wurde. Unbekannt bleibt noch, wie bei einer Massenfertigung die Schwingkreise auf (gemessene) 122 kHz abgegelichen wurden.

MfG DR

 
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stassfurt: 5W (5 W); Imperial: Modell ist doppelt vorhanden
Dietmar Rudolph
09.Jun.08
  1 Das Modell Stassfurt Imperial 5W ist im RM.org doppelt vorhanden. Als zweites Modell (Doublette) ist es als "Imperial 5W Truhe" gelistet, wobei als Bild sowohl die Truhe (ohne Lautsprecher) als auch das Modell mit Lautsprecher (Mitget, also keine Truhe!) dargestellt ist. Die Schaltbilder zu beiden Modellen sind identisch.
Der Modelladmin wird hiermit gebeten, die Doublette zu entfernen.

Das Modell mit eingebautem Lautsprecher ist als Imperial (5) Mitget gelistet.

Gemäß der Monographie von Conrad H. von Sengbusch "Stassfurter Imperial", Verlag Dr. R. Walz (Schriftenreihe zur Funkgeschichte Band 2) gibt es 1932/33 nur einen Typ Imperial 5 (nicht "Imperial 5W", ohne eingebautem Lautsprecher, Wechselstrom). Die Gleichstromausführung heißt im Unterschied dazu "Imperial 5G".

Im Jahr 1933/34 gibt es einen Nachfolgertyp "Imperial 5aW"  mit anderer Schaltung (verbesserte Schwundregelung) und anderer Röhrenbestückung.

MfG DR
Konrad Birkner † 12.08.2014
09.Jun.08
  2

a) bei Fricke gibt es den 5aW erst 1934/35. Prohaska kennt ihn 1933/34 noch nicht.

b) es gibt den 5W, und zwar sowohl im Regelien als auch im Lange-Nowisch. Mag die Bezeichnung auch "falsch" sein: wir müssen sie zwecks Auffindbarkeit führen. Ein Nachschlagewerk sollte es sich nicht leisten, solche Angaben, zumal aus weitverbreiteter Literatur, zu unterdrücken. Das wäre kontraproduktiv.

c) andererseits kennt Prohaska nur die Grundbezeichnung 5 mit Zusatz z.B."für Gleichstrom", während Regelien ihn als 5G führt.

d) ergo interessiert uns nicht nur die "richtige Wahrheit", sondern auch alle anderen in Literatur oder auf Hardware nachweisbaren Abweichungen. 
Auffindbarkeit ist doch oberstes Gebot !
Wenn jemand Rat sucht über ein Gerät, dann will er Information. Die Schreibweise dürfte ihn in den allerseltensten Fällen interessieren.

Im übrigen gibt es nicht nur obige Dublette. Es gibt weitere Unstimmigkeiten: Makrodyn kann ich im Katalog  nur als Lautsprecher erkennen, wobei der Name dort erst 1933/34 auftaucht...

Wolfgang Eckardt
09.Jun.08
  3

Es scheint - wie Konrad Birkner schon schreibt - wirklich etwas wirr bei der "Imperial 5 -Familie" zuzugehen. Auch Conrad von Sengbusch schreibt in dem schon erwähnten Buch nicht konsequent "Imperial 5", da taucht immer mal wieder "Imperial 5W" auf. Hier ist Klärung notwendig und ich werde mich der Sache annehmen.

Ich bitte darum, hier vorläufig keine weiteren Vermutungen auszusprechen oder gar bei den Modellen Änderungen einzuleiten.

Sollte jemand konkrete Hinweise haben, so bitte ich um Zusendung an meine E-Mail-Adresse. Ich werde diese Fakten zusammentragen und versuchen, Klarheit bei der "Imperial 5-Familie" zu schaffen.

Übrigens scheint es ein Radiomodell mit der Bezeichnung "Makrodyn" nicht zu geben so wie unter ID=5087 genannt ist. Makrodyn ist eine Bezeichnung für e-dynamische Lautsprecher.

Danke.

Wolfgang Eckardt

 
Stassfurter Licht-: Imperial 5
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