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siemens: Analyse des 47WL (Siemens)

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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14.Nov.20 12:52
 
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Parallel-Geräte

In den Jahren 1932 bis 1940 gab es zahlreiche "Parallel-Geräte" der Firmen AEG, Siemens und Telefunken. Diese untescheiden sich vor allem in der Art und Form der Gehäuse, sowie in der Ausführung der Skala für die Abstimmung der Sender.

Telefunken hatte die größere Modellbreite, also mehr verschiedene Modelle, verglichen mit AEG und Siemens. Die genaue Untersuchung dazu, welche Modelle exakte Parallel-Typen sind und welche nicht, wäre ein extra Thema und soll hier nicht vertieft werden.

Von dem hier betrachteten Modell Siemens 47WL, auch genannt "Länderband" bzw. "Ätherzepp" gibt es folgende Parallel-Geräte.

Im Modell-Jahr 1933 gab es auch noch die entsprechenden Wechselstrom-Geräte ohne eingebauten Lautsprecher.

Da es noch zahlreiche Gleichstrom-Netze gab, wurde auch Gleichstom-Geräte angeboten. Diese hatten allerdings abweichende Schaltungen, weil es die "Fading-Hexoden" nicht als 18er Röhren für Gleichstrom gab.

Im Unterschied zu den Modellen des Vorjahres (1932) gab es nun bei den Gleichstrom-Modellen keine mehr ohne eingebauten Lautsprecher. Ob es das im Funk-Bastler benannte Gerät Siemens "Ätherzepp 47G" wirklich gegeben hat, ist nicht belegt.

Der Siemens 47W/WL ist das Nachfolge-Modell des Siemens 46W bzw. 46WL. Das Chassis des 46W/WL und dessen Aufbau haben große Ähnlichkeit mit dem Chassis und dem Aufbau des 47W/WL.

In "Radios von gestern" findet sich auf Seite 120 die Erklärung zu den Parallelgeräten:

"Die im Jahre 1903 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH, eine zu gleichen Teilen dotierte Tochter von AEG und S&H, geht am 1.10.41 vollständig in den Besitz von AEG über. Die Rundfunkgeräte von Telefunken fabrizieren bis Ende des Zweiten Weltkrieges ausschliesslich S&H oder AEG. Auch viele Apparateentwicklungen - abgesehen von den Entwicklungen für TV - erfolgen in diesen Firmen, auch wenn sie unter Telefunken laufen. Erst ab 1945 beginnt eine eigene Radioproduktion inkl. Entwicklung. 1967 verschmilzt Telefunken mit der AEG zur Aktiengesellschaft AEG-Telefunken [149], später verkauft AEG den Teil Telefunken an den französischen Thomson-Konzern.

Zu Beginn der Rundfunkbewegung in Deutschland besteht ein Patentabkommen Marconi-Telefunken, das sich durch den Beitritt der Société Française und der RCA erweitert hat [118]. Dieses Abkommen ermöglicht es Telefunken, gegen Konkurrenten im Inland hart vorzugehen, was die Firma auch praktiziert.

1924 erscheint Telefunkon, die erste Rundfunkempfängerreihe. Telefunken bietet mit dieser Serie zum Teil baugleiche Geräte wie S&H an, die den Spitznamen D-Zug erhalten. Das Grundmodell G ist ein Audion mit RE11 (rot) oder RE83, Modell G2 ist für den Anschluss des HF-Verstärkers vorbereitet, C der NF-Verstärker, K der HF-Verstärker. B bezeichnet einen Vorläufer des Audions mit RE58, RE48 oder RE88 und frei einstellbarer Rückkopplung, Wellenbereich 180-1250 m. Ein passiver Abstimmvorsatz erhält ein F und ein Endverstärker für bis 16 Lautsprecher Type EH329 die Bezeichnung H."

Der Siemens 47WL im "Fund-Zustand"

Der Siemens 47WL wurde kürzlich im Radio-Bastler-Forum für 90 € angeboten. Dort wohl deshalb, weil sich da relativ viele Radio-Bastler zu Wort melden, wogegen es im RM.org diesbezüglich leider still geworden ist, von löblichen Ausnahmen einmal abgesehen, wie z.B. auch die Untersuchung von Netzschaltern in Gleichstrom-Radios.

Da sich jedoch keiner der "Radio-Bastler" ernsthaft für das Gerät interessierte - war wohl zu teuer(?!) - habe ich das Gerät gekauft, weil sich damit die Chance für dessen Analyse ergab.

 

Die Front macht noch einen "vernünftigen" Eindruck, so daß die Chance besteht, das Gehäuse wieder aufarbeiten zu können.

Das wird aber zunächst zurück gestellt, weil zuerst die Restauration und "Wiederbelebung" des Chassis erfolgen soll.

Nur mit einem funktionsfähigen Chassis lohnt sich (für mich) die Arbeit am Gehäuse.

 

 

 

Die Rückwand ist auch vorhanden. So weit, so gut. Die genaue Betrachtung des Gehäuses von der Rückseite zeigt eine leicht tonnenförmige Verbiegung der Seitenwände.

Das läßt sich wohl wieder richten. Und ein Kollege aus dem RM.org bzw. dem RBF hat auch schon angeboten, daß er das gerne ausführen werde. Dafür schon mal vielen Dank im Voraus!

Am Netzkabel und besonders am (zweipoligen) Netzstecker ist erkennbar, daß das Gerät anscheinend schon seit längerer Zeit nicht betrieben wurde. Das ist sicher auch gut so!

 

 

Das Foto vom "Innenleben" läßt zunächst erkennen, daß das Gerät vollständig ist. Das ist schon mal ganz wichtig.

Huckepack auf dem Netztrafo ist ein rechteckiger MP Kondensator angebracht, was ein sicheres Indiz dafür ist, daß der Lade- und Sieb-Kondensator defekt war und so ersetzt wurde. Der rechteckige (rot-braune) Lade- und Sieb-Kondensator ist im Bild links hinten z.T. erkennbar. An diesen festgebunden war noch ein Elko, hier in den Bildern nicht sichtbar.

Die Metallisierung der Anodengleichrichter-Röhre REN914 ist großteils abgeplatzt. Der Röhren-Typ konnte nicht abgelesen werden.Die Röhre muß folglich neu metallisiert werden.

Auf dem Röhrentester ("Rundfunkmechanik") kann die Röhre dann tatsächlich als REN914 identifiziert werden.

Der genauere Blick auf das Chassis zeigt den Staub von Jahrzehnten. Aufgrund dessen und des Netzsteckers ist es wahrscheinlich, daß das Gerät seit (mindestens) 40 - 50 Jahren nicht mehr betrieben wurde.

Die Röhre rechts hinten ist eine AH1 als Ersatz für die dort eigentlich richtige RENS1234. Die AH1 mit Topfsockel ist auf RENS1234 "umgesockelt".

Das ist ein weiterer interessanter Punkt: Wie weit kann die AH1 als Ersatz für eine RENS1234 dienen? Genügt es, einfach nur umzusockeln, oder muß der Arbeitspunkt entsprechend geändert werden? Eine, der Heizung der REN914 vorgeschaltete, Widerstands-Spirale von ca. 3Ω, wodurch die Röhre stark unterheizt wurde, deutet darauf hin, daß ansonsten die Verstärkung des Gerätes zu hoch geworden wäre - und dieses instabil. Wie sich das Gerät mit einer AH1 verhalten wird, muß also noch untersucht werden.

Da der Siemens 47WL das schaltungs-gleiche Gerät des Telefunken 346WL ist, kann nun auch auf die Information aus dem (ersten) Telefuken "Werksattbuch" zurückgegriffen werden. Die hier verfügbaren Informationen sind umfangreicher als die bei Siemens für den 47WL bzw. bei AEG für den 304WL.

Mechanische Arbeiten am Gerät

Da es von AEG, Siemens und Telefunken Parallel-Geräte gibt - und die sich bezüglich des Chassis nur durch die Skala und deren Antrieb unterscheiden, muß folglich der "Rest" des Chassis für alle gleich sein. Also muß sich auch die Skala samt Antrieb (mehr oder weniger) bequem demontieren lassen.

Hier ist nicht nur die Skala entfernt, sondern auch der Dreifach-Drehko. Der Rost auf dem Chassis ließ sich durch abkratzen leicht entfernen. Dadurch ist zwar kein blank glänzendes Chassis entstanden, sondern es sind noch etwas Rostspuren erkennbar.

Das ist das Chassis von vorne aufgenommen. Der Ausgangs-Trafo für die REN1374d ist vorne links zu sehen.

Der Ausgangs-Trafo hatte primärseitig keinen Durchgang mehr. Hier sieht man den Wickel und davor die Bleche des Kerns.

Der Wickel hat nur einen inneren Isolierkörper, d.h., es gibt keinen Spulenkörper, wie sonst bei Trafos üblich.

Aber man erkennt, daß durch die Anschluß-Laschen für die Primär-Wicklung innen im Isolierkörper sich leichte Erhebungen gebildet haben.

Wenn aber der Trafo eh kaputt ist, weil kein primärer Durchgang mehr besteht, ja dann kann man auch die Lasche für das innere Spulenende freilegen. Vielleicht läßt sich da noch etwas retten?

 

 

 

Hier ist der Lötanschluß bereits etwas frei gelegt. Man erkennt, daß die Lötfahne (vom äußeren Lötanschluß her) zunächst nach innen führt, da umgefaltet ist und wieder nach vorne führt bis an die Stelle, wo er um den Isolierkörper herum zum unteren Ende der Primär-Spule führt.

Will man also an das innere Ende heran, muß der Isolierkörper folglich aufgetrennt werden.

(Hilft nichts, ist ja eh kaputt. Bislang wenigstens.)

 

 

Nun ist der Isolierkörper an dieser Stelle aufgetrennt, so daß man das innere Ende der Primärspule sehen kann.

Eine Messung mit dem Ohm-Meter zeigt da tasächlich keinen Durchgang zwischen den Lötfahnen für Anfang und Ende.

Mit Hilfe einer Lupe war aber dann doch noch ein ganz kurzes Drahtende eines hauchdünnen Drähtchens erkennbar (nicht auf diesem Foto). Eine Widerstandsmessung zwischen der äußeren Lötfahne und dem nur ca. 3mm langen Drahtende ergab ca. 1 kΩ! Heurieka, das ist es!

Nun wurde (mühsam) hier eine sehr dünne Litze angelötet. Auch danach war noch Durchgang meßbar.  Dann wurde die "Wunde" im Wickelkörper mit Pattex aufgefüllt und mit Hilfe einer Zwinge wieder zusammengepreßt. Nachdem die Pressung einen Tag ausgehärtet war, konnte der Trafo wieder zusammengesetzt und schließlich auch montiert werden. 

  • Der Ausgangs-Trafo ist, erstens von seiner horizontalen Befestigung her und zweitens wegen der für die RENS1374d notwendigen hohen Primär-Impedanz von 16 kΩ, ein nur sehr schwer zu beschaffendes Teil. Hier wäre dann sonst nur eine "Kompromiß-Lösung" möglich gewesen. Die gemessene Induktivität beträgt nach dem Zusammenbau 3,2 Hy.
  • Ein weiteres zentrales Bauteil des Dreikreisers ist der Dreifach-Drehko. Da er im Fund-Zustand reichlich verschmutzt war, wurde er (nach Entfernung der Länderband-Skala) als erstes abmotiert, gereinigt und auf seine Funktionalität hin untersucht. Er erwies sich als in Ordnung und hat eingedreht ca. 550 pF.
  • Das nächste schwer zu beschaffende Teil ist der Netztrafo. Das Blechpaket zeigt zwar leicht Flugrost, aber die Funktion ist in Ordnung. Einzig die Anschlüsse für die verschiedenen Netzspannungen waren mit einer nichtleitenden (!) Schicht Schmutz überzogen, die aber auch abgekratzt werden konnte.

Im nächsten Bild liegt der Dreifach-Drehko vor dem Chassis, bei dem der reparierte Ausgangs-Übertrager bereits wieder montiert ist. Rechts neben dem Drehko ist der "Ersatz" für den Lade- und Sieb-Kondensator zu sehen. Es sind je 2 (blaue) Elkos 8μF/450V in Serie und je 2 Widerstände 820 kΩ jeweils parallel zwecks Symmetrierung.

Der Ersatz für den Lade- und Sieb-Kondensator durch die Elkos erfordert eine Hülle, die durch ein Kästchen aus dünnem Sperrholz angefertigt wird. Im nächsten Bild rechts vorne.

 

 

Ein Bild solcher originalen Wickelkondensatoren ist beim Bericht zur Restauration eines AEG Geadem zu sehen, das hier zitiert wird.

In diesem Thread wird auch beschrieben, wie man die Hülle des originalen Kondensators mit Hilfe von Feuchtigkeit ablösen kann.

Anschließend läßt sich diese mit Hilfe von Tapetenkleister auf dem Holzkästchen anbringen.

Das sieht man im nächsten Bild. Selbst der Aufkleber hat die Prozedur überstanden.

Im Unterschied zu dem Kondensator-Block aus dem AEG Geadem, ist der Kondensator-Block aus dem 47WL mit Teer (?) vergossen und läßt sich nicht so einfach zerlegen.

 

Der Dreifach-Drehko und der Lade-/Sieb-Kondensator sind im nächsten Bild nun wieder montiert.

Im folgenden Bild ist nun auch die Länderband-Skala wieder montiert.

Bei der Montage ist darauf zu achten, daß das Reibrad (auf der Antriebsachse) auch das Antriebs-Rad des Drehkos umfaßt.


Die Anordnung ist im Prinzip ähnlich wie beim Skalenantrieb des VE301, die ja allgemein bekannt sein dürfte.


Innerhalb der Antriebsmechanik der Länderband-Skala war ein kleines Spiralfederchen lose. Es konnte (mit etwas Mühe) wieder befestigt werden. Das Federchen ist zuständig für einen Rahmen, der abhängig davon, ob LW oder MW eingestellt ist, die Beleuchtung der Skalenlampen entweder auf den weißen Teil (bei MW) oder auf den roten Teil (bei LW) der Folie fallen läßt. Die Länderband-Folie ist erstaunlich gut erhalten und wirkt fast wie neu, nachdem der Staub mit einem feuchten Tuch abgewischt wurde.

Das nächste Foto zeigt die defekten und ausgebauten Teile.

Die Becher-Kondensatoren waren z.T. oberhalb und z.T. unterhalb des Chassis befestigt. Im Hintergrund stehend ist der Elko. Im Vordergrund liegen Roll-Kondensatoren. Links der Gitter-Kondensator für die Lautsprecher-Röhre. Sein 100 MΩ Leckwiderstand sind hierfür bereits zu gering. Als Ersatz dient ein Folien-Kondensator mit ca. 10 GΩ Leckwiderstand, was ausreichend hoch ist. Der braune ist der ausgetrocknete Kathoden-Elko der RENS1374d.

Ganz vorne ist die "Spiral-Feder" zu sehen, die als Vorwiderstand für die AH1 diente.

Was wie ein Stückchen Leitung aussieht und dessen Schatten direkt auf die "Spiral-Feder" zeigt, ist der Rest eines Spaghetti-Widerstandes, der durch einen 12 kΩ Widerstand (in der +A Leitung) ersetzt wurde. (Im nächsten Bild der graue, ganz am rechten Rand.)

Das nächste Bild ist der (aktuelle) Blick unter das Chassis.

Der blaue Elko in der Ecke unten links ist der ersetzte Kathoden-Elko der RENS1374d. Unter dem Chassis mußte nur der oberste Becher (1 1 0,5μF / 750-150-300-V) neu gefüllt werden. Alle anderen hier vorhandenen Becher bzw. Papier-Roll-Kondensatoren haben noch so hohe Leckwiderstände, daß ein Ersatz nicht erforderlich war. (Obwohl diese Becher z.T. bei einer früheren Reparatur durch die jetzt ausgebauten Becher-Kondensatoren ersetzt waren! Man weiß ja nicht, welche Meßmittel damals zur Verfügung standen - und welche Zeit für die Reparatur aufgewendet werden konnte.)

In der Ecke links oben ist ein (Siemens) Roll-Ko von 100 pF zu sehen, zu dem ein im Bild nicht sichtbarer 2,5 MΩ Widerstand parallel geschaltet ist. Es ist dies eine R-C Kombination, die in den üblichen Schaltplänen nicht verzeichnet ist, und welche in der Rückkoppel-Leitung zwischen Gitter 3 der 2. RENS1234 und dem 3. Spulentopf liegt. Im nachfolgenden Schaltbild wird darauf hin gewiesen.

Schaltbild und Leitungsführungen

Im ART Schaltbild sind die drei Spulen-Töpfe farblich magenta unterlegt. Aus den obigen Fotos hat man ja schon gesehen, daß die Spulen-Töpfe teils links, teils rechts des Dreifach-Drehkos liegen. Folglich müssen entsprechend (lange) Leitungen (A, B, C) zwischen den Röhren und den Spulentöpfen verlegt sein. (In der Leitung A liegt die angesprochene R-C Kombination, als Ergänzung zum Plan in magenta.)

Wie sind nun aber diese Leitungs-Führungen? Schließlich wird immer empfohlen, (unnötig) lange, Signal führende Leitungen zu vermeiden, weil so etwas anfällig für ungewollte Rückkopplungen und damit für Instabilitäten des Gerätes ist.

Im nächsten Bild sind diese Leitungs-Führungen in der Oberansicht des Chassis eingezeichnet. Der Verlauf oberhalb des Chassis ist dabei als durchgehende Linie gezeichnet, während der Verlauf unterhalb des Chassis gestrichelt gezeichnet ist. Die Pfeile geben die Signal-Richtung an.

Leitung A ist komplett unterhalb des Chassis verlegt. Die R-C Kombination ist bei der 2. RENS1234 mit g3 verbunden. Leitung B läuft oben und dabei unterhalb des mittleren Pakets des Drehkos. Leitung C läuft teils oberhalb, teils unterhalb des Chassis.

Im nächsten Bild ist der (prinzipielle) Signalweg vom Antennen-Eingang bis zur Demodulation eingezeichnet.

(Beim Modell des Vorjahres, 46W/WL, muß es ähnliche Signalwege geben. Das ist noch zu untersuchen.)

Gemessene Resonanz- und Durchlaß-Kurven

Die Schwingkreis-Spulen des 47WL

Die hier gezeigten Fotos von einer dieser Spulen und dem zugehörigen Abschirmbecher (sowie viele zusätzliche Informationen) sind in den Threads "Abgleich von Spulen"  und "Foto einer abgleichbaren Luftspule gesucht" zu finden.

 

 

Das ist das Foto der LW & MW Spule von Kreis 2 des 47WL, bei dem ein Anschluß oben aus dem Schirmbecher kommt. Da die Spulentöpfe unten verlötet sind, wird ein leistungsfähiger Lötkolben (300 W) zu deren Öffnung benötigt.

Oben ist die LW-Spule als Kreuzwickel zu sehen, während die MW-Spule als Zylinderspule ausgeführt ist. Die MW-Spule ist dabei als zweidrähtige Litzen-Spule realisiert, was die Spulengüte weiter erhöht. Siehe hierzu die zeitgenössische Beschreibung des Ätherzepps

Auf dem Foto sieht man das R-C-Glied 2,5 MΩ /110 pF. Dieses ist die Gitter-Kombination, die die Anode der ersten RENS1234 mit dem Gitter der zweiten RENS1234 verbindet.

 

 

 

 

Das Bild links zeigt die 3 Filtertöpfe aus einem anderen 47W/WL, die ein Kollege gespendet hat.

Der oben gezeigte geöffnete 3. Filtertopf ist in der Reihe hier der ganz rechts liegende. Man erkennt die Verlötung der Töpfe an der Unterseite.

 

Die Serien-Nummer auf Topf 3 ist G47367s.

Die Serien-Nummer auf Topf 3 des hier untersuchten Gerätes ist (soweit lesbar) 3343.

Bei welchem davon es sich um eine spätere Produktionszahl handelt, ist nicht bekannt.

 

Zusätzliche Kapazitive Kopplung im Kreis 3

Im obigen Schaltbild ist an Leitung "C" innerhalb des 3. Spulentopfes eine nur einseitg angeschlossene Wicklung zu sehen. Im Angelsächsischen wird sie mit "Gimmick Loop" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche schwache kapazitive Kopplung, die am oberen Ende des MW Bandes wirksam wird.

 

Fig. 3-9 [Ghi-55] ist die Darstellung eines "gimmick loop" im Spulenbecher bei einem US Radio, das nur MW hat. Es handelt sich hier ebenfalls um einen Geradeaus-Empfänger.

Im Unterschied zum 47W/WL ist in Fig. 3-9 keine Möglichkeit zum Abgleich der Induktivität vorgesehen.

Siehe auch "T-R-F Receivers: Sesitivity Variation over Tuning Band".

 

 

 

Das sind noch einmal die Spulen Kreis 3. Hier ist die innen liegende primäre Spule aus hauchdünnem schwarzen Draht (mit vielen Windungen) deutlicher zu sehen. Dieser Wickel ist nur ca. 5 mm dick.

Wie auch in Fig. 3-9 bezeichnet, hat die primäre Spule eine (relativ) große Induktivität von 4,4 mHy.

 

 

 

 

Abgleich der Spulen

Die Induktivität von Luftspulen wird durch Annäherung von (gut leitenden) Kurzschluß-Scheiben (oder -Ringen) etwas vermindert. Das dient dem Abgleich der Spulen, der für den Gleichlauf bei einem Geradeaus-Empfänger wichtig ist. Der Spulen-Abgleich erfolgt am unteren Ende des LW bzw. MW Bandes, also dann, wenn der Drehko voll eingedreht ist und seine maximale Kapazität hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links ist die Kurzschluß-Scheibe aus dem 3. Spulentopf eines 47W/WL zu sehen. Das rechte Bild stammt aus einem anderen Siemens-Radio des gleichen Jahrgangs. Am Boden der Spulen von Kreis 3 befindet sich jedoch ebenfalls ein solcher Kurzschluß-Ring. Den kann man zwar sehen, aber nicht so ohne weiteres fotografieren.

Der Abstand dieser Kurzschluß-Scheiben bzw. Ringe von den Schwingkreis-Spulen wird für LW oben auf den Spulentöpfen und für MW unten an den Spulentöpfen eingestellt.

Gemessene Resonanzkurven der Kreise

Nachdem der Drehko wieder montiert und angeschlossen war, konnten die Resonanzkurven der drei MW-Kreise mit Hilfe des Dip-Zusatzes (bei ausgeschaltetem Gerät) aufgenommen werden. (Die LW Kreise wurden auch gemessen, werden hier jedoch nicht dokumentiert.)

Kreis 1 (1324 kHz ; 532 kHz)

 

 

 

 

 

 

 

Kreis 2 (1306 kHz ; 526 kHz)

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreis 3 (1276 kHz ; 514 kHz)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Wegen Spiegelungen mußten die Bilder bei ausgeschaltetem Licht aufgenommen werden. Leider sind einige etwas verwackelt.)

Der Dip-Zusatz belastet die zu messenden Resonanzkreise kapazitiv, weshalb man nicht erwarten kann, daß sich bei dieser Messung die exakten Resonanzfrequenzen ergeben. Zudem war ja der Drehko ausgebaut, was zu Veränderungen des kapazitiven Abgleichs führen kann.

Man erkennt jedoch, daß alle drei Resonanzkreise prinzipiell i.O. sind. Ein genauer Abgleich muß dann bei eingeschaltetem Gerät mit einer Messung vom Antennen-Eingang bis zum Gitter (oder der Anode) der REN914 erfolgen.

Durchlaßkurven für MW vor dem Abgleich

Am Antenneneingang des Empfängers wird nun über eine "künstliche Antenne, dummy antenna" das Signal aus dem Tracking-Generators vom Spektrum-Analyzer eingespeist. Gemessen wird mit einer 10:1 Tastspitze, also hochohmig am Gitter der REN914, jetzt bei eingeschaltetem Gerät. (Nach Überprüfung aller Arbeitspunkte.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Durchlaßkurve ist "oben" drei-höckerig, was auf einen nicht exakten Abgleich hinweist. Daß sie "oben" grundsätzlich breiter ist als "unten", ist korrekt.

Theoretische Durchlaßkurven

Wir finden diese Durchlaßkurven im Thread "Eingangs-Selektion von AM Groß-Supern". Entsprechende Durchlaßkurven finden sich auch in "Tuned Bandpass Filters" in Fig. 3-3.

 

Fig. 12-5 [Ter-55] zeigt die Durchlaßkurven eines "ideal abgeglichenen" Resonanz-Verstärkers ohne Verkopplung der einzelnen Schwingkreise auf einander. Diese sind jeweils durch rückwirkungs-freie Verstärkerstufen getrennt. ("Null-gekoppelte" Stufen)

Die 3dB Bandbreite Δ (half power bandwidth) bezieht sich auf eine Stufe. Wie aus der in Fig. 12-5 angegeben Formel für Δ hervor geht, ist bei (als konstant angenommener effektiver Schwingkreis- bzw. Spulen-Güte Qeff)  die 3 dB Bandbreite direkt proportional zur Resonanz-Frequenz des Schwingkreises.

Folglich ändert sich die Bandbreite der Durchlaßkurve zwischen 500 kHz und 1500 kHz um den Faktor 1:3.

Aber ihre Form bleibt erhalten, wenn richtig abgeglichen ist.

Fig. 7-4 [Ter-47] zeigt die entsprechenden Durchlaß-Kurven in logarithmischer Darstellung, wodurch die (theoretische) Weitab-Selektion erkennbar wird. (Theoretisch deshalb, weil sich in der Praxis doch gewisse Verkopplungen ergeben, die die Selektion beeinflussen.)

Die Steigung der Flanken ist also 20 dB/Dekade für einen Kreis, 40 dB/Dekade bei 2 Kreisen und 60 dB/Dekade für 3 Kreise, wie Fig. 7-4 entnommen werden kann.

 

 

 

Gemessene Durchlaßkurven nach einem C-Abgleich

Da der Dreifach-Drehkondensator zwischenzeitlich ausgebaut war, wird zuerst untersucht, wie sehr dieser sich dadurch verändert hatte. Dies bezieht sich auf die am Kondensator angebrachten Quetsch-Kondensatoren, die für den kapazitiven Abgleich am oberen Ende des Abstimmbereiches zuständig sind. Der Drehko hat pro Paket eine maximale Kapazität von ca. 550 pF. Hier wurden mehrere Messungen durchgeführt, vovon hier jedoch nur einzelne typische dokumentiert werden. Für MW bzw. LW sind die Einstellungen am Specki jeweils unverändert (bis auf die jeweilige Mittenfrequenz).

MW Durchlaßkurven

Durchlaßkurve MW 597 kHz, am unteren Ende des MW Bandes.

 

 

 

 

 

 

Durchlaßkurve MW 1094 kHz, in der Mitte des MW Bandes.

 

 

 

 

 

 

Durchlaßkurve MW 1416 kHz, noch nicht ganz am oberen Ende des MW Bandes.

Bis jetzt sieht man, wie die Durchlaß-Breite ziemlich proportional zur Mittenfrequenz zunimmt. Wie es die Theorie erwarten läßt.

 

 

 

 

Durchlaßkurve MW 1550 kHz, Drehko ist komplett ausgedreht.

Aber was ist das jetzt? Man sieht andeutungsweise einen weiteren Höcker oberhalb des Maximums entstehen.

Ein "Schrauben" an den Quetsch-Kondensatoren des Drehkos läßt den Höcker zwar verschwinden, aber dann ist die Durchlaßkurve bei tieferen Frequenzen "total im Eimer".

Der Grund für den Höcker ist in der "Fiederung" der äußeren Platten des Drehkos zu suchen. Hier lassen sich einzelne Teile individuell biegen - um genau solche "Effekte" ausgleichen zu können.

LW Durchlaßkurven

 

Durchlaßkurve LW 177 kHz, fast das untere Ende des LW Bandes. Da der Drehko hier ganz eingedreht ist, muß folglich noch ein L-Abgleich der LW Spulen erfolgen, damit ca. 150 kHz erreicht werden

 

 

 

 

 

 

Durchlaßkurve LW 335 kHz, praktisch das obere Ende des LW Bereiches.

Die Durchlaßkurve für LW 402 kHz wird allerdings auch zweihöckrig, was wieder der Fiederung der Kondensator-Platten geschuldet ist.

 

 

 

 

Die Fading-Regulierung

Die Fading-Regulierung ist einmalig mit Hilfe eines Potis an der Rückseite des Gerätes einzustellen.

Hier im Foto des nun wieder spielfähigen Chassis hat das Fading-Poti einen türkies-farbigen Nippel erhalten. Eigentlich hat die Stummel-Achse des Potis nur einen Schlitz für einen Schraubenzieher, weil da ja nicht dran herum gestellt werden soll. Aber der Schlitz war ausgebrochen. Hat wohl jemand früher (im Zusammenhang mit der AH1 ?) zu kräftig daran gedreht.

Die RENS1234 rechts hinten hat eine erneuerte Abschirmung (Graphit, Cu-Spray & Zink-Spray). Die RENS1374d rechts vorne ist Nr. 9 aus der getesteten Serie dieser Röhren.

Ausschnitte aus Bildern von weiter oben zeigen sowohl das Lautstärke-Poti, als auch das Fading-Poti.

Beide Potentiometer haben eine kleine Bauform und ein Gehäuse aus Plastik. Und beide hatten zunächst keine Verbindung zwischen Leiterbahn und Schleifer. Durch mehrfaches (!) hin- und her Drehen kam wieder ein zuverlässiger Kontakt zwischen Schleifer und Widerstandsbahn zustande, so daß es nicht erforderlich wurde, die Potis zu öffnen.

In diesem Schaltplan vom 47WL sind die Potis für Lautstärke "L" (Bedienung Drehknopf vorne), Fading-Regulierung (nur einmalig einzustellen) und der Drahtwiderstand mit Abgriff für die Gittervorspannung der REN914 (nur einmalig einzustellen) markiert. Das Klangregler-Poit "K" ist nicht markiert.

Die Einstellung der Fading-Regulierung ist etwas "tricky", denn es gibt keine Diode zur Erzeugung der Regelspannung. Im ersten Telefunken "Werkstattbuch" gibt es deshalb dafür eine extra Seite, auf der der Orts-Fern-Schalter und die Fading-Regulierung erklärt werden.

 

Ja, und das war auch hier das Problem. Das Fading-Poti war zu weit nach links gedreht, so daß nichts mehr empfangen werden konnte. Allerdings zeigte sich da unmittelbar nach dem Einschalten, daß doch kurzfristig Empfang da war, aber der schwächte sich rasch ab, bis der Empfänger verstummte. Das zeigt, daß die Fading-Regulierung bei diesem Gerät eine sehr große Zeitkonstante hat. Man darf daher das Fading-Poti nur ganz langsam verstellen! Ansonsten kommt die Auswirkung der Einstellung zu sehr zeitlich verzögert.

Der korrekte Wert der Gittervorspannung für die REN914 wird -1,8 V im Strom-Spannungs-Schaltbild des T346WL angegeben.

Regel-Kennlinie

Die Regel-Kennlinie des 47WL wurde ermittelt. Als modulierter Meßsender (mit 1 kHz) dient der SMLR von R&S. Gewählt wurde die von TFK vorgeschlagene (Empfangs-) Frequenz von. ca. 500 kHz. Beim 47WL wird über eine "künstliche Antenne" in den Antenneneingang (und den  Erde-Eingang) eingespeist. Gemessen wird die (hochfrequente) Gitter-Spannung der REN914 mit einem MV21 Millivoltmeter (Präcitronic). Die Gitterspannung wird gleichzeitig mit einem Hameg HM312-8 der Zeitverlauf der Spannung kontrolliert.

Die Meßpunkte wurden mit Hilfe von Matlab (ungeglättet) in ein Diagramm gezeichnet.

Bei kleinen Eingangsspannungen (zwischen 1 mV und 10 mV) wird (gemäß Vorgabe von TFK) mit Hilfe des "Fadingpotentiometers" auf maximale Modulation der HF-Spannung am Gitter der REN914 eingestellt. Die Kontrolle zeigt, daß auch bei größeren Eingangsspannungen keine Korrektur der Amplitude erforderlich ist.

Das Oszilloskop zeigt daß im Bereich von ca. 2 mV bis ca. 2 V der Eingangsspannung die Modulationstiefe, also der Modulationsgrad, halbwegs konstant bleibt. Das entspricht so etwa der Angabe von 1:1000 von TFK. Die akustische Kontrolle im Lautsprecher bestätigt das auch.

Ab ca. 2V HF Generatorspannung erhöht sich die Modulationstiefe stark und der Pfeifton im Lautsprecher wird entsprechend lauter. Man sieht aber gleichzeitig, daß sich die Sinusform der Hüllkurve der HF-Spannung (leicht) verformt. Viel Verformung geht bei der tiefen HF Frequenz ja nicht, weil die HF-Durchlaßkurve des Empfängers da zu schmal ist und die Klirranteile deshalb kaum "durchkommen".  Trotzdem ist der akustische Eindruck des Tones dann "spitziger", was eben auf Klirren hinweist.

Da die absolute Höhe der HF Eingangsspannung des Empfängers von der Anzeige am SMLR abweicht, darf die "Generatorspannung" nicht mit der Eingangsspannung gleich gesetzt werden. Bis auf diesen Unterschied stimmt aber der Verlauf der gemessenen Kurve.

Hintergrund-Informationen zu Schwundregelung und Regelkennlinie

 

Diese Form der Regelkennlinie (wie beim 47W/WL) findet man auch wieder bei Empfangs-Schaltungen mit ICs, hier allerdings erweitert um die Störungen, so daß man Kurven des Signal-zu-Geräusch-Abstandes kommt, was eine wichtige Kenngröße für diese ICs ist.

 

 

 

 

 

 

 

In dem zitierten Post werden auch entsprechende Kurven für Röhren-Radios gezeigt. Hier die Kurven für den Signal-zu-Geräusch-Abstand für Graetz Sinfonia.

(Im aktuellen Zustand des 47WL ist eine Geräuschmessung noch nicht sinnvoll. Z.B. muß zuerst die abgeplatzte Schirmung der REN914 erneuert werden, weil die ohne Schirmung u.a. Brumm "einfängt".)

 

 

 

 


Die Untersuchung der AH1 als Ersatz für eine der RENS1234 bleibt einem getrennten Thread vorbehalten. Es ist (aufgrund des vorgefundenen Zustandes des Empfängers) zu vermuten, daß die AH 1 nicht ohne Änderung der Schaltung als Ersatz verwendet werden kann. Siehe auch "Vergleich der Karten für die AH1 und RENS1234" auf verschiedenen Röhrenprüfgeräten.


 

Literatur

[Ghi-55] Ghirardi, A.A.: Receiver Circuitry and Operation, Rinehart, 1955

[Ter-55] Terman, F.E.: Electronic and Radio Engineering, 4th ed., McGraw-Hill, 1955

[Ter-47] Terman, F.E.: Radio Engineering, 3rd. ed., McGraw-Hill, 1947


Mein Dank gilt Hans Knoll und Harald Giese für Anregungen und Korrekturen.

MfG DR

Ergänzung 24.11.2020:

Die Untersuchung über den Ersatz der RENS1234 durch die AH1 findet man unter "Ersatz der RENS1234 durch AH1 im Siemens 47WL".

This article was edited 24.Nov.20 11:17 by Dietmar Rudolph .

Dietmar Rudolph
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Der erste Ätherzepp

Der erste 47WL wurde im August 2003 (in Erfurt) erworben. Dieser war in der "Funkgeschichte" angeboten. Das Gerät war optisch und elektrisch in einem guten Zustand - und der Preis dafür war damals allerdings höher. Man konnte da ja auch noch AM Sender aus Deutschland empfangen.

Den in Post #1 beschriebenen 47WL (2. Gerät) habe ich eigentlich nicht benötigt. Er bot allerdings die Chance, eine Analyse durchzuführen.

Interessant ist nun aber der Vergleich der beiden Geräte. Man kann daraus ggf. auf Modifikationen ab Fabrik bzw. auf reparaturbedingte Umbauten schließen. Leider ist auf dem Filter-Topf 3 die Fabriknummer nur noch rudimentär  vorhanden, so daß dieses Exemplar bezüglich der Anderen zeitlich nicht eingeordnet werden kann.

 

Der Blick von hinten auf das Chassis läßt erkennen, daß dieses Gerät besser erhalten ist und weniger Rost angesetzt hat - obwohl die Wanne des Drehkos etwas fleckig aussieht. Die RENS1234 haben noch eine gut erhaltene Abschirmung und auch bei der REN914 ist sie noch gut. Die RENS1374d ist NOS. Rechts ist die Garantielasche zu sehen. Links hinten in der Ecke ist noch etwas vom Lade- und Sieb-Kondensator zu sehen. Diese hat der Vorbesitzer bereits durch kommerzielle tropenfeste MP-Kondensatoren im Blechgehäuse ersetzt.

Das Gehäuse ist nicht verbogen und der Lack noch halbwegs gut erhalten. Es fehlt jedoch die mit Alu-Folie beschichtete Bodenplatte, die das Chassis nach unten hin abschirmt.

Der Blick unter das Chassis zeigt, daß auch hier nicht mehr alles original ist.

Die Zuführung des Netzkabels in Verbindung mit einer Abschaltung der Netzspannung, wenn die Rückwand abgenommen wird, ist offenbar ein mechanischer Schwachpunkt dieser Geräte. Hier bei diesem Exemplar mußte sogar zur mechanischen Versteifung ein Stück Blech eingelötet werden. (im Bild rechts unten) [Beim in Post #1 beschriebenen 47WL ist da auch eine Hohlniete abgeplatzt.]

2003 wurden einzelne Roll-Kondensatoren ersetzt. Ebenfalls neu gefüllt werden mußte der Becher links der Mitte oben - genau wie auch beim zuvor in Post #1 analysierten 47W.

Ersetzt wurde der rechts in der Mitte sichtbare 30 kΩ Widerstand (als Teil des Spannungs-Teilers für die Gitter 2 & 4 der beiden RENS1234). Nicht ersetzt werden mußte der Teil-Widerstand von da ab nach Masse: dies ist ein "Spaghetti"-Widerstand, der aber auf diesem Bild kaum erkennbar ist.

Die Signal-führenden Leitungen zur und von der 2. RENS1234, die beim in Post #1 beschriebenen 47WL teils oben und teils unten "quer" über das Chassis laufen, laufen hier ganz wo anders. Und eigentlich "logischer".

Zwar läuft die Leitung "B" von der Anode der ersten RENS1234 zum 2. Filtertopf genau gleich, aber die beiden Leitungen "A" & "C" von der zweiten RENS1234 zum 3. Filtertopf verlaufen (fast) parallel in der (oberen) Ecke unterhalb des Chassis. Dadurch sind sie ja auch fast "abgeschirmt".

Im Netz gibt es weitere Bilder von der Unterseite des 47W/WL. Zumindest in einem davon scheint die Führung der Leitungen "A" &"C" genau so zu sein. 

  • Vielleicht kann jemand, der ebenfalls einen 47W/WL hat - oder einen TFK "Admiral" 346W/WL bzw. einen AEG "Ultra Geadem" 304W/WL - bei seinem Gerät diese Leitungsführung überprüfen und sie mitteilen.
  • Welche Leitungsführung ist original - und welche ist nur "originell"?

Die Kontrolle des Abgleichs mit Hilfe des Spektrum-Analysers hat ergeben, daß das Gerät gut abgeglichen war (und ist). Es war daher kein Nach-Abgleich erforderlich. Der Vorbesitzer hat wohl anläßlich des Abgleichs die Schlitze der Gewindestangen der Kurzschluß-Scheiben ziemlich aufgeweitet. Das sah zunächst nicht sehr Vertrauen erweckend aus. Aber die Kontrolle zeigte, daß die Durchlaßkurven - gemessen zwischen Antennen-Eingang (mit künstlicher Antenne) und Gitter der REN914 - sehr gut waren. 

Kennlinien der RENS1234

Die in diesem 47WL enthaltenen RENS1234 haben Pins aus Messing, die also nicht vernickelt sind. Auch sind die Kolben etwas schlanker bzw. höher. Sie sind mit "Telefunken" gestempelt, allerdings ohne Serien-Nummer. Die Stempelung als solche ist auch etwas schwach.

  • Das könnten Kriegs- oder frühe Nachkriegs-Produkte sein? Hat jemand dazu Informationen?

 

Links: Die wieder metallisierte RENS1234-2, die vom Verkäufer mit 4,2 mA als "gut" verkauft wurde. Gemessen mit "Rundfunkmechanik" (W16) ergaben sich jedoch nur 3,8 mA.

Mitte: Die RENS1234-a aus der ersten HF Stufe des 47WL. Die Stempelung als RENS1234 und das TFK Emblem erwecken den Eindruck, daß es sich um eine frühe Nachkriegs Röhre handeln könnte. Ebenso die Pins aus Messing, die nicht vernickelt sind.

Rechts: die RENS1234-b aus der 2. HF Stufe. Auffällig ist, daß die Stempelungen der beiden Röhren sich nicht auf der gleichen Höhe des Kolbens befinden.

 

 

 

Das ist das Kennlinien-Feld der RENS1234 (RENS1234-a) der ersten HF Stufe, gemessen mit einem Curve Tracer CT 71 von Telequipment.

Im Vergleich zu den Kennlinien-Feldern von zwei anderen RENS1234 ist diese Röhren etwas schwächer.

 

 

 

 

 

 

 

Die RENS1234 aus der zweiten HF Stufe (RENS1234-b) ist jedoch noch etwas schwächer als die Röhre aus der ersten Stufe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Vergleich zu den (Nachkrigs-) RENS1234 zeigt das Kennlinien-Feld einer metallisierten RENS1234 (mit weniger schlankem Kolben und vernickelten Pins, also Vorkriegs-Produktion) deutlich bessere Werte. (RENS1234-2) 

Diese Röhre wurde vor etlichen Jahren mit abgeblätteter Schirmung auf einem Radio-Flohmarkt gekauft. Die jetzige Schirmung besteht aus Graphit (poliert), dann Kupfer-Spary und zur Optik noch ein Alu-Felgen-Spray (für Auto; nicht leitend).

 

 

 

So war der Plan: Die RENS1234-2 kommt nun in die erste (geregelte) HF Stufe und die (ursprünglich) in der 1. Stufe befindliche (RENS1234-a) kommt in die zweite (ungeregelte)  HF Stufe. Die "schwächste" RENS1234-b wird Reserve.

Die Messungen (für die Regel-Kennlinien) ergaben nun aber folgendes.

  • Die metallisierte RENS1234 (RENS1234-2) zeigt zwar ein sehr gutes Kennlinien-Feld, verhält sich aber im Gerät "erratisch". Sie verändert sporatisch den Anodenstrom, wodurch sich der gemessene Wert für die Größe der NF Spannung am Gitter der REN914 z.B von 29 mV auf 100 mV (für 4 mV Generatorspannung) plötzlich erhöht. Das könnte an einem "wackeligen" Kontakt in der Fassung des Radios liegen. (Tut es aber nicht.)  Aber, die gleichzeitige Kontrolle (mit dem Oszilloskop) der modulierten HF Spannung am Gitter der REN914 zeigt, daß deren Hüllkurve, also die Modulation dann bereits verzerrt ist. Diese Verzerrung (unter Abnahme des Modulationsgrades) erhöht sich ab da mit steigender Generatorspannung.
  • Klopfen auf den Kolben der RENS1234 bewirkt keine Veränderung.
  • Diese RENS1234 hat anscheinend ein "internes" Problem.  (Siehe unten, wo die Lösung des Problems beschrieben wird.)
  • Fazit:
    Ein guter Meßwert auf dem Röhren-Tester bzw. ein "schönes" Kennlinien-Feld sagt nicht mit Sicherheit etwas über die Brauchbarkeit einer Röhre aus.

 

Eine Nach-Messung der fehlerhaften RENS1234 auf dem Curve-Tracer ergab nun tatsächlich das Kennlinien-Feld, wie es links gezeigt ist.

Zwei Dinge sind daran auffällig:

  1. Im oberen Bereich, d.h. Gitterspannung nur leicht negativ, ist der Abstand der Kennlinien geringer als im mittleren Bereich.
  2. Im mittleren Bereich und weiter unten sind die Kennlinien "verrauscht" bzw. "zittrig" - was immer das physikalisch bedeutet.

 

 

 

Wenn der gegenseitige Abstand für größere Anodenströme abnimmt, dann verringert sich entsprechend die Steilheit. Folglich hat die Eingangs-Kennlinie der Röhre keinen Verlauf wie in der Graphik (links) gezeigt, wo für Gitterspannung  →0 die maximale Steilheit besteht, sondern sie biegt für kleine negative Gitter-Spannungen "S"-förmig so ab, als ob die Emission der Kathode erschöpft wäre. 

Das erklärt dann auch, weshalb der Modulationsgrad bei der Messung im Gerät abgenommen hat und eine Verformung (Stauchung) der Hüllkurve des modulierten Signals erfolgte.

Durch mechanisches Klopfen gegen den Röhren-Kolben kann man den Verlauf der Kennlinien beeinflussen. Meist "zittern" sie dann noch mehr. Manchmal erreicht man (zufällig) auch, daß sich wieder die "richtigen" Kennlinien ergeben.

Da der Curve-Tracer keine Heizspannung und keine (feste) Spannung für das Schirmgitter (hier die Gitter 2 & 4 parallel) liefert, wird dafür ein extra Netzgerät benötigt. Nun gibt es einen interessanten (und reproduzierbaren) Effekt:

  • Schaltet man am Curve-Tracer Anodenspannung und Gitterspannung aus, so steigt zunächst der Strom für die Gitter 2 & 4 auf ca. 10 mA.  Das ist normal und nichts ungewöhnliches.
  • Schaltet man am Curve-Tracer nun wieder ein, so stellt sich sofort das "richtige" Kennlinien-Feld ein und nicht das "verzitterte".
  • Klopft man mit dem Finger gegen den Röhrenkolben, so ergibt sich meist sofort wieder das fehlerhafte Kennlinien-Feld.
  • Das funktioniert so nach jedem Schalten des Curve-Tracers, ist also reproduzierbar.

 

Die Regel-Kennlinien

Demnach konnten zunächst nur für die ursprüngliche Röhrenbestückung [RENS1234-a & RENS1234-b] die Regel-Kennlinien ermittelt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Kennlinien zeigen, daß das Gerät Nr.1 mit diesen Röhren gut zu betreiben ist. 

Das Problem der RENS1234-2

Auch diese RENS1234 wurde auf einem "Radio-Flohmarkt" vor längerer Zeit gekauft. Sie war vom Verkäufer mit "gut" getestet worden. Allerdings war auch bei ihr die äußere Metallisierung abgeplatzt und mußte erneuert werden.

In der Diskussion mit Harald Giese über das erratische Verhalten dieser RENS1234 wies er darauf hin, daß er einen ähnlichen Fall hatte, wo der Fehler dann in der Lötverbindung zwischen den Pins und den Zuführungs-Drähten (aus Fernico) des Röhrensystems bestand.

Diesem Hinweis folgend wurden zunächst alle Lötstellen des Röhren-Sockels mit Hilfe einer Entlöt-Pumpe vom Zinn befreit. Man konnte nun (mit Lupe) in jeden Pin von unten etwas hinein sehen. Die Zuführungs-Drähte waren tatsächlich nur auf der Länge von ca. 1/2 mm am äußersten Ende der Pins angelötet - vor ca. 80 Jahren.

Was natürlich jetzt nicht mehr zu sehen war, war der vormalige "tatsächliche" Zustand der Lötverbindung zwischen den Pins und und den Zuführungs-Drähten. Hatte sich da im Laufe der Jahrzehnte eventuell eine schlecht bzw. nur sporatisch leitende Zwischenschicht gebildet?

So gut es ging wurden die Zuführungs-Drähte mit Hilfe einer Nadel ab- bzw. angekratzt. Anschließend wurde jeder Pin wieder mit Kolophonium-Zinn verlötet.

  • Und, anscheinend Glück gehabt: Die RENS1234-2 zeigt auf dem Curve-Tracer kein erratisches Verhalten mehr!
  • Trotzdem zu früh gefreut: Das Kennlinen-Feld (gemessen auf dem Curve-Tracer) "wächst" innerhalb von mehreren Minuten. Das bedeutet, seine Form als solche ändert es nicht, jedoch vergrößert sich der Abstand zwischen den einzelnen Kennlinien.
  • Die RENS1234-2 ist somit offensichtlich thermisch instabil.

Die Messung der Regel-Kennlinen mit der RENS1234-2 in der 1. Stufe (als geregelte Röhre) ergab praktisch das gleiche Verhalten, wie vor der Neu-Lötung der Pins.

  • Bereits bei 5 mV HF Spannung am SMLR ergab bei UNF = 1,72V und Ug2,4 = -1.61 V eine deutliche Stauchung der Hüllkurve der (modulierten) HF am Gitter der REN914.
  • Eine sofortige Überprüfung des Kenlinien-Felds auf dem Curve-Tracer zeigte keine (offensichtlichen) Auffälligkeiten.
  • Nachdem die RENS1234-2 wieder zurück im Radio war, ergab nun die Mesung mit 5 mV HF Spannung andere Werte: UNF = 1,0 V und Ug2,4 = -2,72 V. Nanu, was ist das denn jetzt? Die Hüllkurve der HF am Gitter der REN914 war nun deutlich weniger gestaucht.
  • Innerhalb von nur wenigen Minuten änderten sich dieses Meßwerte so, daß sich schließlich wieder die ungünstigen Ergebnisse einstellten.
  • Das Verhalten läßt sich reproduzieren.
  • Das ist ein weiterer Hinweis darauf, daß die RENS1234-2 thermisch instabil ist.

Ist nun diese RENS1234-2 überhaupt zu irgend etwas zu gebrauchen? Oder wird sie gleich "geschlachtet" und der Sockel "gerettet"?

Noch ein vorletzter Test: Die RENS1234-2 als zweite - nicht geregelte - Stufe im 47WL. Und die RENS1234-a in der ersten Stufe.

Und siehe da: Hier arbeitet sie doch tatsächlich zufrieden stellend!

  • Die in dieser Kombination gemessenen Regel-Kennlinien unterscheiden sich betreffend der einzelnen Werte nur ganz marginal (meist nur in der 1. oder 2. Stelle hinter dem Komma) von den Kennlinien, die mit der Bestückung: erste Stufe RENS1234-a & 2. Stufe RENS1234-b gemessen wurden.

Außer daß die RENS1234-2 zunächst offenbar Kontaktschwierigkeiten in den Lötungen der Pins und dem thermisch instabilen Kennlinien-Feld hatte, ergaben sich im demodulierten Signal bzw. in der Hüllkurve des modulierten HF Signals am Gitter der REN914 eine deutliche Abflachung (Verzerrung) bereits ab einer Generatorspannung ab 5 mV, wie oben beschrieben.

  • Hilft dagegen eventuell, wenn die RENS1234-2 eine Zeit lang mit 6,3 V überheizt wird? Also, Nach-Formieren der Kathode, ohne daß ein Emissions-Strom fließt.

Das nun gemessene Kennlinien-Feld scheint diese Annahme zu bestätigen.

Zunächst sieht man, daß der maximal erreichte Anodenstrom höher geworden ist, als er zuvor war.

Gleichzeitig erscheint der Abstand er obersten Kennlinie von der 2. im Vergleich zum Abstand der 3. von der 2. etwas größer geworden zu sein.

Bei 100%igem Erfolg wäre der erste Abstand zwischen den Kennlinien natürlich größer als der zweite Abstand.

Trotzdem konnte nun eine Messung der Regel-Kennlinen durchgeführt werden - ohne daß sich die Kennlinien im Laufe der Messung aus thermischen Gründen - wie zuvor - geändert haben.

 

 

Die Regel-Kennlinien (RENS1234-2 ; RENS1234-a)

Es war nun auch möglich, die Regel-Kennlinien aufzunehmen, ohne daß sich während dieser Messung die Eigenschaften der RENS1234-2 (wesentlich) verändert haben. Man vergleiche speziell auch die Werte für 5 mV HF Spannung : UNF = 800 mV; Ug2,4 = -2,19 V, wo sich bei den Messungen zuvor bereits Probleme einstellten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Man erkennt, daß diese Kombination aus RENS1234-2 und RENS1234-a sich nicht so günstig verhält, wie die ursprüngliche Bestückung vom 47WL (1. Gerät) mit RENS1234-a und RENS1234-b.

Leichte Verzerrungen der Hüllkurve des modulierten HF Signals sind ab ca. 900 mV Ausgangsspannung des SMLR zu erkennen.

Die (wieder metallisierte) RENS1234-2 kann daher noch als "Not-Reserve" dienen.

Der Vergleich der Regel-Kennlinien für Gerät Nr. 2 ist unter "Ersatz der RENS1234 durch AH1 im Siemens 47WL" zu finden.

 


Wofür sind zwei gleiche AM Radios heute noch zu gebrauchen?

Nach einer Idee des "Funk" von 1925 könnte man mit 2 gleichen Radiogeräten rein theoretisch sogar in Stereo hören.

Die Idee von "Stereo" gab es also schon recht früh, wie die Abb. 1 veranschaulicht. Aus praktischen Gründen (Frequenzmangel, Kosten) wurde sie hierzulande wohl so nie umgesetzt - in den USA allerdings schon.
Siehe dazu "AM Stereo Systeme" oder auch  "History about broadcast AM/FM Stereo in the USA" oder "AM Stereo M-CQUAM Modulator" . Ein Thema, das das Problem ebenfalls beleuchtet, ist "Zur Lebensdauer von Übertragungsverfahren im Rundfunk". Ein weiteres Thema am Rande ist "HiFi AM Empfänger".

Von Pioneer gab es einen Empfänger (SM-G-204), der u.a. zwei  von einander unabhängige AM Empfangsteile für Mittelwelle hat. Damit konnte AM Stereo über zwei unterschiedliche MW Frequenzen empfangen werden.

Ein Vorschlag, wie man in den eigenen vier Wänden AM-HiFi realisieren kann, findet sich in "HiFi AM Transmitter".

Man könnte es dann auch so ausdrücken: "HiFi AM Stereo: 'Die Alternative zu DAB' ".

  
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