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Foto einer abgleichbaren Luftspule gesucht

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Dietmar Rudolph
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22.Mar.15 09:22

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Noch zu Beginn der '30er Jahre waren "Luftspulen" (also ohne HF-Eisen) Stand der Technik. Für mehrkreisige Empfänger, die mit "Einknopf-Abstimmung" ausgestattet waren, mußten diese Luftspulen "abgeglichen" werden, um damit deren Toleranzen auszugleichen.

Hierzu wurde - als eine Methode - innerhalb des Schirmbechers der Spule eine Scheibe aus Kupfer genähert, wodurch sich deren Induktivität (etwas) verringerte.

Als Beispiel hierzu hier ein Foto vom "Innenleben" des Siemens 46W (entsprechend zu Telefunken 343W bzw. AEG  Ultra Geadem W).  (Gleichartige Chassis haben auch die entsprechenden Geräte mit eingebautem Lautsprecher bzw. die parallelen Gleichstrom-Geräte.)

Hier sieht man die geöffneten HF-Spulen, von denen 2 oben eine Schraube haben, mit deren Hilfe diese Kupferscheibe der abzugleichenden Spule genähert werden kann.

Frage und Bitte an die Sammler-Kollegen:

  • Hat jemand ein Foto von der Innenseite eines solchen Bechers, bei dem die "Abgleich-Scheibe" zu sehen ist?
  • Alternativ dazu: hat jemand ein "Schlachtchassis", das er eventuell abgeben könnte?
  • Kennt jemand Geräte anderer Firmen mit entsprechend abzugleichenden Spulen?

MfG DR

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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22.Mar.15 09:50

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Hallo H. Rudolph.

Im PILOT FM-TUNER 601 wird die  Oszillator- Luftspule  mit einer Metallscheibe abgeglichen. Bild:

ID = ( ID = 677774 933x772 )

Knoll

Attachments:

This article was edited 23.Mar.15 07:29 by Hans M. Knoll .

Mario Tieke
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22.Mar.15 15:08

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Hallo Herr Rudolph
Ich habe mal die Überreste eines Filters mal abgelichtet. Das habe ich mal mit anderen Teilen (Dreifachdreko ähnlich des Bildes von Ihnen)bekommen.

    
 

Mfg MT

 

Wolfgang Holtmann
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22.Mar.15 16:45

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Hallo Herr Rudolph

Philips machte den Abgleich, indem der Spulenbecher an bestimmten Stellen eingebördelt wurde.
Dadurch änderte sich die Induktivität, was allerdings nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte...

MfG

Walter Schmidt
 
 
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22.Mar.15 16:56

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Guten Tag Herr Rudolph,

Schlachtchassis ist vorhanden. Die Versandkosten müßten Sie tragen.

Freundliche Grüße,

Walter Schmidt

Dietmar Rudolph
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22.Mar.15 18:48

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Allen Sammler-Kollegen, die sich gemeldet haben, möchte ich hiermit meinen Dank aussprechen.

@ Hans Knoll: interessante Lösung für eine UKW-Spule. Werde das Bild gerne für einen Post verwenden.

@ Mario Thieke: Diese Bilder sind ziemlich exakt das, was ich gesucht habe. Könnten aus einem Siemens "Länderband" stammen. Auch Ihre Bilder werde ich gerne in besagten Post verwenden.

@ Wolfgang Holtmann: Sie haben (zufällig?) "ins Schwarze getroffen". Bei dem besagten Post soll es genau um den Abgleich von Spulen gehen. Die Philips-Lösung des Problems kam mit der gemischten Kopplung von abstimmbaren Bandfiltern und durch das Monobloc-System von Philips in den Fokus. Das entsprechende Patent konnte Dank der Unterstützung eines Sammlerfreundes auch beschafft werden. Die Patent-Zeichnung sieht so aus:

Das Bild vom 208U werde ich auch gerne dabei verwenden.

@ Walter Schmidt: Vielen Dank für Ihr Angebot, das ich gerne annehme.

MfG DR

 

Bernhard Nagel
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23.Mar.15 14:00

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Ab etwa 1932 verwendete Mende bei einigen Apparaten abgleichbare Luftspulen, eingesetzt z.B. im Zweikreiser 138W und dem 5-Kreiser Super-Selektiv bzw. Ultra-Selektiv. Vor- Zwischen- und Oszillatorkreis des S-1934W verwenden ebenfalls diese Spulen.

Für eine Reparatur musste der Abschirmbecher des letzten Kreises vom Ultra-Selektiv abgenommen werden:

Mende Ultra-Selektiv: 5. (Einzel-) Kreis vor Anodengleichrichter

Die Spulen sind für den MW-Bereich (unten) und LW (oben auf Porzellankörper) getrennt abgleichbar. Am Spulensockel (Montageplatte mit 2x Abgleich-Kondensatoren, letztes Bild) sowie am Spulentopf oben befinden sich die Abgleichspindeln, die die Kupferscheiben mehr oder weniger in den Spulenkörper eintauchen lassen.


Detail: LW-Spule

MW-Spule

Chassisunteransicht, Abschirmung entfernt: Abgleichstift für MW-Bereich (rot) und 2x C-Trimmer

Leider liegen mir keine Bilder vom Inneren des Abschirmtopfes vor, das Gerät ist nach Reparatur (Anschlussdraht zur LW-Spule war unterbrochen) seit einiger Zeit wieder zusammengebaut.

Dietmar Rudolph
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23.Mar.15 15:20

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Danke, Herr Nagel, die Mende Mehrkreiser sind auch gute Beispiele für den Abgleich von Luftspulen.

Aus den Serviceunterlagen vom Mende Selektiv ist ersichtlich, daß bei den Spulentöpfen sowohl oben, als auch unten in der Mitte ein Gewinde  heraus ragt.

Wenn man nichts Näheres dazu weiß, könnte man zumindest das untere Gewinde als Befestigungs-Bolzen miß-verstehen.

Vielleicht findet noch ein Sammler-Kollege ein Foto von der Abgleichscheibe, wie sie von Andreas Steinmetz beschrieben wurde?

MfG DR

Dietmar Rudolph
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26.Mar.15 16:06

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Das Schlachtchassis eines SH-47WL ist angekommen. Vielen Dank an Walter Schmidt.

Hier zunächst die ausgebauten ungeöffneten Spulentöpfe.

Wie zu erkennen ist, haben die drei Spulentöpfe in der Mitte oben eine Gewinde-Spindel, mit deren Hilfe eine kreisförmige Kupfer-"Platte" der Langwellen-Spule genähert werden kann. Die genaue Form dieser (Kurzschluß-) Platte, ist bereits im Post #3 gezeigt.

Die Serien-Nummer auf Topf 3 ist G47367s. Es könnte sich somit um das 367. Gerät des Modells 47W(L) gehandelt haben.

Wie man hier sieht, gibt es eine Abgleich-Spindel auch auf der Unterseite der Spulenbecher. Diese ist für die Mittelwellen-Spule.

Die Spulentöpfe sind unten an zwei Stellen verlötet.

In dem Bild aus der Abgleichanleitung für den 47W sind die oberen (7, 8, 9) und die unteren (1, 2, 3) Abgleichspindeln ebenfalls gut erkennbar.

MfG DR

This article was edited 26.Mar.15 16:43 by Dietmar Rudolph .

Wolfgang Holtmann
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30.Mar.15 11:45

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Letztens konnte ich in Driebergen (NL) auf der Tauschbörse für 50 Cent zwei Spulen aus den 40er Jahren erwerben. Genau richtig, um das Innenleben zu untersuchen bzw. fotografieren ...

Zunächst eine MW-Oszillatorspule ohne Ferritkern:

Hier ein ZF-Filter mit Ferritkerne aus dem gleichen Zeitraum:

 

Die Induktivität der oberen Spule beträgt 1,25 mH ohne, und 1,02 mH mit Abschirmbecher.

MfG

---

Herr Rudolph, wenn Sie möchten, können sie diese Bilder in Ihrem Beitrag verwenden.

 

 

 

 

 

 

 

This article was edited 30.Mar.15 11:51 by Wolfgang Holtmann .

Rudolf Drabek
 
 
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30.Mar.15 12:17

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Auch die Ferritantenne musste ja durch verschieben der Spule abgestimmt werden. I.a. am unteren Ende des MW- bzw. LW-Bereiches. Man benutzte bei Hornyphon / Philips Wien dieses Werkzeug dazu. Variante 1 mit massivem Alustab oder Varainte 2 mit Kurzschlussring um die optimale Lage der Spule zu finden. Am den oberen Bereichsenden wurde dann mit Trimmern iterativ auf Optimum gestellt.

Wenn es gestattet ist eine kleine Anekdote: Ein franz. Volontär hatte Probleme mit diesem Abgleich. Harro sah dies und zeigte ihm, dass die Spule zu verschieben sei und das Gerät wurde lauter.  Oh, sie haben eine gute Hand sagte dieser und fixierte die Spule mit Wachs. Ob es schon die opt. Lage war blieb unbestimmt.

 

Dietmar Rudolph
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30.Mar.15 12:13

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Danke, Herr Holtmann,

Diese beiden Bilder werde ich gerne noch einfügen!

MfG DR

Hans M. Knoll
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30.Mar.15 12:13

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Hallo Herr Holtmann.

Ich bin begeistert!

Solche Belege fehlen im www schon seit Jahren.
Ebenso seit  Jahren, machte es mir Mühe, in Dialogen, nicht hier, mich damit überzeugend durchzusetzen, dass diese Rillen nachträglich und was von außen oft erkennbar ist, mit unterschiedlicher Tiefe aber definierter Lage angebracht werden.


Ihre Angaben zur  L- Variation und die Schnitte, einfach lobenswert  (ich mag super nicht)
Das rundet nun die Serie DIRU wunderbar ab.

Gruß Hans  M. Knoll 

This article was edited 30.Mar.15 12:13 by Hans M. Knoll .

Dietrich Grötzer
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30.Mar.15 20:20

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Hallo werte Kollegen,

hochinteressante Beiträge über den ungewöhnlichen Abgleich von Induktivitäten.

Interessant wäre allerdings auch die praktische Durchführung des Abgleichs. Wie wurde die richtige Tiefe der Rillen ermittelt, welche Gerätschaft war erforderlich. Offensichtlich mußten die Induktivitäten vor dem Einbau abgeglichen werden. Wer weiß darüber Bescheid?

Bei den Spulen mit Annäherung durch Metallteile (Scheiben) konnte der Abgleich ja im eingebauten Zustand, analog wie bei Ferritkernen, erfolgen.

Dank an alle Kollegen für ihre Beiträge.

MfG
D. Grötzer

Wolfgang Holtmann
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31.Mar.15 15:06

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Hallo Herr Grötzer

Zur Beantwortung Ihrer Fragen ist natürlich ein Radio-Forum in den Niederlanden die erste Wahl.
Das habe ich heute Morgen getan und auch schon interessante Antworten mit Bildern bekommen. Die Bilder darf ich nicht übernehmen, sind aber im Link sichtbar.

Zusammengefasst war es so, dass die niederländische Radiofirma Van der Heem (ERRES-Radio) ebenfalls die Bearbeitung der Spulenbecher in der gleichen Art vornahm.

Eine einstellbare Vorrichting brachte die Rillen an, wobei gleichzeitig der Induktivitätswert (oder die Resonanz) gemessen wird.

Unser Dank geht an Ger Fust aus Zaandijk!

This article was edited 31.Mar.15 15:09 by Wolfgang Holtmann .

Dietmar Rudolph
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31.Mar.15 16:46

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Auch wenn die Bilder aus dem "gloeidraad.nl" Forum hier nicht übernommen werden dürfen, geht der Dank trotzdem an Ger Fust und Wolfgang Holtmann für die Information zur angewendeten Technik bei Philips!

Diesen Aufwand, wie ihn Philips hier betrieb, aber auch die aufwendige Abgeichmöglichkeiten mit verstellbaren Kupferplatten, wie sie von Telefunken oder Siemens, aber wohl auch von Mende realisiert wurden, konnten - oder wollten - sich nur größere Radio-Firmen leisten. Eine Beschreibung dazu ist in "Abgleich von Spulen" zu finden.

"Kleinere" Radiofirmen scheinen dagegen eher eine "Vorselektion" der Spulen gemacht zu haben, wie z.B. Saba. Ein weiteres Beispiel hierzu ist Staßfurt mit dem Imperial 5W, dessen 3 abstimmbare Eingangskreise vor dem Mischer de facto alleine schon fast einen Drei-Kreiser darstellen. Auch hier sind die Spulen ohne Abgleichmöglichkeit ausgeführt und müssen demzufolge ebenfalls "vorselektiert" sein.

MfG DR

Dietrich Grötzer
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31.Mar.15 20:29

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Hallo Herr Holtmann,

herzlichen Dank an Sie und auch Herrn Ger Fust.

Wie schon Herr Rudolph geschrieben, wurde von den Firmen ein nicht unherheblicher Aufwand für den exakten Abgleich der Spulen getrieben. Die Fotos der Abgleichgeräte bestätigen den Aufwand.

Nochmals besten Dank an alle Mitwirkenden

MfG
D. Grötzer

 

Martin Steyer
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02.Apr.15 10:29

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Beim Blaupunkt-Dreikreiser LW4000 von 1932/33 befinden sich in jedem der drei Abschirmbecher unten die LW-Spulen (nicht abgleichbar!) und oben die grünen MW-Spulen. Abgleich erfolgt durch einen Schlitz des Alubechers. Es wird dabei ein Kupferring im Abstand verschoben. Die Schlitze sind original durch Klebeetiketten versiegelt, wie man auf dem ersten Bild sehen kann.

Dietmar Rudolph
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02.Apr.15 15:23

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Lieber Herr Steyer,

so langsam lohnt es sich, meinen Text "Abgleich von Spulen" zu ergänzen, da ich auch noch per Mail einige interessante Informationen erhalten habe. Bei dieser Ergänzung würde ich gerne Ihre Bilder verwenden, wenn Sie einverstanden sind.

Herr Mench hat ein Foto einer abgleichbaren KW-Spule per Mail beigesteuert. Die könnte (von ihrer Bauform her) aus einem Gerät von Blaupunkt sein. Weiß zufällig jemand genaueres?

Von Wolfgang Bauer erhielt ich sehr schöne Fotos vom Saba Oekonom_2300. U.a. eines, das eine Alternative zu einem schwenkbaren Stator zeigt.

Es lohnt sich also, den Text zu überarbeiten und zu ergänzen.

MfG DR

Martin Steyer
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02.Apr.15 16:34

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Lieber Herr Rudolph,

selbstverständlich stehen die Bilder zur Verfügung!

Die Silberdrahtspule auf dem Keramikkörper gehört zu den Blaupunkt-Geräten mit Kurzwelle aus den Jahrgängen 1934/35, z.B. 3W6, 4W6. Auf den Chassisbildern sieht man diese Induktivität hinten links sitzen, es gehört auf die Spule ein durchsichtiger Plexiglas-Zylinder. Dieser fehlt aber häufig!

Weiteren Erfolg beim Detektiv-Spielen,

Martin Steyer

 

Dietmar Rudolph
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08.Apr.15 11:43

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Joe Sousa hat per Mail Bilder von dem 4-Kreis Eingangs-Bandfilter des Sparton 930AC Equasonne geschickt. Ganz herzlichen Dank dafür!

Bei diesem Gerät ist ein 4-kreisiges abstimmbares Bandfilter (Selector Unit) vor der ersten Röhre angeordnet.

Die zylinderförmigen Schwingkreis-Spulen sind nicht abgleichbar.

Hier sind sie ohne ihre Abschirmungen zu sehen. Sie lassen sich leicht dem Schaltbild zuordnen, einschließlich der (kleinen) Koppelspule.

In diesem Bild ist zusätzlich die "Abschirm-Box" zu sehen. Die beiden Spulen sowohl links, als auch rechts bilden je ein 2-kreisiges Bandfilter, das magnetisch gekoppelt ist. Man beachte hierzu die kürzere Länge der jeweiligen Trennwand. Die Trennwand in der Mitte ist so lang, daß sie in dem Schlitz auf der Spulen-Halterung eine "dichte" Schirmung bewirkt. Die Kopplung der beiden 2-kreisigen Bandfilter erfolgt damit nur über die (kleine) Koppelspule, wie im Schaltbild zu erkennen ist.

Betrachtet man die hier gezeigten Schwingkreis-Spulen genauer, so kann man zu folgender Vermutung gelangen, weshalb das abstimmbare 4-Kreis-Bandfilter ohne Abgleich der Spulen praktisch funktioniert.

  • Die Spulen haben einen großen Durchmesser.
  • Als Draht wurde (relativ dünner) Cu-Lackdraht (Voll-Draht) verwendet.

Dies sind zwei Gründe, weshalb die Spulen sehr gleichmäßig (gleichartig, mit engen Toleranzen) hergestellt werden können und dann auch die berechnete Indutivität haben.

Zusätzlich haben Spulen aus Volldraht bei MW eine geringere Güte als solche, die (bei gleichen Abmessungen) mit Litzen-Draht hergestellt wurden. Geringere Güte der Spule bedeutet aber größere Bandbreite - und damit ein flacheres Maximum - für einen damit aufgebauten Schwingkreis. Folglich können die erlaubten Toleranzen größer sein als bei Spulen mit Litzen-Draht.

Spulen mit ähnlichen (jedoch etwas kleineren) Abmessungen, aber mit Litzendraht gewickelt, sind beim Siemens Länderband verbaut. Damit lassen sich Resonanzkreise mit geringerer Bandbreite realisieren und man kommt für eine vergleichbare Selektivität des Empfängers mit insgesamt 3 abgestimmten Kreisen aus (statt mit 4 Kreisen wie beim Sparton).

Nun läßt sich jedoch Litze nicht so präzise wickeln wie Volldraht. Das sieht man deutlich an der Spule aus dem Länderband. Also benötigt man folgerichtig nun eine Abgleichmöglichkeit für die Induktivität der Spule, siehe z.B. Posts #3 oder #7 in diesem Thread. 


Für eine abschließende Analyse des Saba Oekonom 3200 (Post #19) wäre ein Schaltbild sehr hilfreich. Bislang hat die Schaltplan-Suche leider noch kein Ergebnis gebracht. Vielleicht hat jemand doch noch einen Plan?


Der Thread "Abgleich von Spulen" wurde mittlerweile überarbeitet und ergänzt.

Nochmals herzlichen Dank an alle, die mit geholfen haben, das Thema so umfasssend zu bearbeiten.

MfG DR

This article was edited 08.Apr.15 13:08 by Dietmar Rudolph .

Dietmar Rudolph
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19.Apr.15 18:39

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Im Radio-Katalog 1930 der Fa. G. Schnorr, Leipzig, findet man Informationen zu der Problemstellung "Spulen-Abgleich" und "Gleichlauf" bei Mehrkreis-Empfängern.

Zu Mehrkreis-Empfängeren von Saba

Zu dem in Post #19 gezeigten "Saba-Oekonom" findet sich eine passende Beschreibung des ("scharfen") Abgleichs des Gleichlaufs mit Hilfe eines "Differential-Ausgleichs-Kondensators", wie er in Post #19 links vom Doppeldrehko zu sehen ist.

Bei einem 3-Kreis-Empfänger von Saba haben dagegen 2 Kondensator-Pakete einen "besonderen Feinabgleich".


Radix-Spulen mit Abgleich-Scheibe

Die Fa. Radix offereierte geschirmte ("gepanzerte") Zylinder-Spulen mit HF-Litze, bei denen sich die Langwellen-Spule mit Hilfe einer Cu-Scheibe abgleichen ließ, während die MW-Spule vorabgeglichen geliefert wurde.

Die Radio-Bastler konnten mit Hilfe dieser "Transformatoren" auch Mehrkreis-Empfänger aufbauen.

Der Abgleich von Zylinderspulen mit Hilfe von Cu-Scheiben war gemäß dieser Inserate ab 1930 "Stand der Technik", zumindest in Kreisen der Funk-Bastler.

Im "Funk-Bastler" von 1/1933 wird ein Schnittbild einer (mit Hilfe einer Cu-Scheibe) abgleichbaren Zylinderspule (Lk , L2) für MW angegeben.

MfG DR

Bernhard Nagel
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16.May.15 20:22

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Der Marantz FM-Tuner 20B (etwa 1970) verwendet ein 4-fach abgestimmtes UKW-Frontend, nach Abnahme der Abschirmkappe kam ein besonders ausgeführter Eingangskreis zum Vorschein:

In die Spule von etwa 2 cm Durchmesser taucht von der Oberseite eine versilberte Metallscheibe (wahrscheinlich Kupfer) an einem Gewindestift befestigt ein. Im Durchbruch der Trennwand ist ein Dual-Gate-Mosfet zu sehen, dessen Gate 1 an einen Anzapf des Eingangskreises L201 liegt. Der Anzapf des Antenneneingangs liegt nahe am Fusspunkt. Im Schema sieht das so aus:

Das der Vorstufe folgende Bandfilter hat "konventionell" mit Ferritkernen abgleichbare Spulen.

Der Oszillatorkreis (unterhalb der Grundplatte) ist wiederum eine Luftspule, in die ein Gewindestift eintaucht. Nur der Lufttrimmer des Oszillators ist links im Bild der Oberseite zu sehen.

Bild der Unterseite stammt aus der Service-Doku des Marantz 20B. Die Oszillatorspule L207 mit Abgleichstift ist links zu sehen.

This article was edited 16.May.15 21:50 by Bernhard Nagel .

  
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