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SABA Meersburg WII Frage zum Netzkabel und zur EL34

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Albrecht Schwaderer
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02.Apr.09 22:24

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Hallo zusammen,

 

bei näherer Betrachtung eines Meersburg WII fielen zwei Dinge auf zu denen ich Fragen habe:

1. Das offensichtlich originale Netzkabel (im Bild unten) ist, obwohl als Flachleitung ausgeführt, 3-adrig. In der Mitte zwischen Phase und Neutralleiter ist eine weitere dünnere Ader mitgeführt. Diese mittlere Ader wird durch das Gerät bis zu den Antennenanschlüssen geführt, wie oben im Bild zu sehen ist.

Leider ist aber der originale Netzstecker nicht mehr vorhanden, so dass ich nicht mehr feststellen kann, ob eine Verbindung zur Steckdose hergestellt war. Ich vermute, dass es sich um eine im Netzkabel integrierte Antennenleitung handelt. Aber nicht als Netzantenne, oder Lichtantenne ausgeführt, sondern quasi als Wurfantenne. Denkbar wäre aber auch ein Erdanschluß über einen Schukostecker. Wobei ich nicht weiß, ob es den 1953 schon gab. Ist meine Vermutung in Richtung Wurfantenne richtig?

Das nächste Bild zeigt die Verdrahtung am Trafo. Das Netzkabel kommt vor dem Trafo hoch und die mittlere Ader ist mit dem über den Elko gelegten Kabel, das im ersten Bild mit Stecker zu sehen ist, verbunden.

 

2. Die im Gerät verbaute EL34 unterscheidet sich im Aufbau deutlich von den bereits angelegten Röhren. Der Sockel ist höher und die Röhre hat auch, wie die EL60, im unteren Teil Kühlfahnen. Handelt es sich hier um eine ab Werk umgesockelte EL60? Die Röhre selber scheint noch die Originalbestückung zu sein, denn die Halteklammer an der Fassung passt ganz genau zu dieser Röhre. Bei anderen probeweise eingesteckten Röhren drückt die Klammer auf den Glaskolben, weil die Klammer zu lang ist.

Ich werde noch bessere Fotos bei der Röhre selber einstellen.

Für Antworten wäre ich dankbar.

Grüße

Albrecht Schwaderer

 

Überschrift Editiert

This article was edited 02.Apr.09 22:31 by Albrecht Schwaderer .

Martin Steyer
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Hallo Herr Schwaderer,

die dritte dünne Ader endet blind zwischen den beiden Netzpolen an einem bei mir runden, weißen, zweipoligen Stecker, es ist wahrscheinlich der originale.

Die Sache klärt sich dadurch vollständig auf, daß in den originalen Werksunterlagen der Stecker an der Antennenseite der Rückwand als Position 5 "Netzantenne" aufgeführt wird. Wahrscheinlich hat man mit den früher üblichen Kondensatoren sehr schlechte Erfahrungen gemacht, denn diese Kondensatoren für die "Lichtantenne" waren nicht nur bei mangelnder Isolation lebensgefährlich, sondern führten bei Durchschlag auch zu Kurzschlüssen in Antennenspulen.

Hier wurde der Weg einer ungefährlichen, kapazitiven Ankopplung an die Netzleitung gewählt, gar keine schlechte Idee. Übrigens haben die weiteren SABA-Geräte des Baujahres 52/53 (Lindau Wll und GWll, Schwarzwald Wll, Wildbad W und GW, Freiburg Wll) dieselbe Netzantenne. Nur beim Modell Villingen Wll hat man sich diese Lösung gespart.

Bezüglich der EL34 kann ich leider zu keiner Aufklärung beitragen. Bei mir befindet sich eine "normale" EL34 im Gerät, allerdings auch ohne den merkwürdigen Metallwinkel.

Mit Gruß,

Martin Steyer

 

This article was edited 03.Apr.09 17:54 by Martin Steyer .

Jacob Roschy
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03.Apr.09 19:28

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Hallo Herr Schwaderer,

Ihre Vermutung geht in die richtige Richtung. Die frühen EL34 aus dem Philips-Konzern waren in der Tat von der Konstruktion her EL60's, an die ein Octal-Sockel angepfropft wurde.

Erst später passte man die EL34 völlig an den Octal-Sockel an. Aufgrund der großen Verbreitung dieser EL34- Version schien man diese bei Philips vermutlich nicht einfach nur als eine Verlegenheitslösung anzusehen, oder um bisher unverkäufliche EL60 zu "recyclen".

Da auch die 4699 (EL6/425) auf diese Weise hergestellt wurde, nur diesmal mit angepfropftem Außenkontaktsockel, schien dies bei Philips anerkannter Stand der Technik gewesen zu sein.

M. f. G. J. R.

 

 

This article was edited 18.Apr.09 10:34 by Jacob Roschy .

Albrecht Schwaderer
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04.Apr.09 21:26

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Hallo Herr Steyer und Herr Roschy,

 

vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen.

Die Lichtantenne mit Kondensator lege ich grundsätzlich still, nachdem mir dieses Konstrukt tatsächlich schon einen Vorkreis bei meinem Czeija Großglockner verbrannt hat. Allerdings wusste ich als damals 15-jähriger auch nicht um die Gefahr und rechnete nicht mit durschlagenden Kondensatoren.

Grüße

 

Albrecht Schwaderer

 

Albrecht Schwaderer
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16.Apr.09 15:31

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Hallo Herr Roschy,

diese EL34 zeigt 9 durch den Glasboden durchgeführte Stifte, die dann in den Oktalsockel überführt werden.

Ihre Vermutung dass es sich um eine recycelte EL60 handeln könnte scheint daher bestätigt.

Grüße

Albrecht Schwaderer.

 

Jacob Roschy
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16.Apr.09 23:13

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es kommt darauf an, wie die Röhre im (Glasboden-) Sockel verschaltet ist. Wenn die 9 Stifte original nach der EL60- Sockel-Schaltung aufgelegt sind, wäre es in der Tat eine recyclete EL60. Am schnellsten ist dies zu erkennen, wenn beide Heizungsstifte direkt nebeneinander liegen.

Liegen diese jedoch weiter auseinander, wurden sie der Octal-Sockel-Schaltung der EL34 angepasst, mit Heizung an Stift 2 + 7 am Octal-Sockel. In diesem Fall wurde die Röhre von Anfang an als EL34 vorgesehen. Bei einem mir vorhandenen Exemplar ist dies der Fall.

M. f. G. J. R.


 

Albrecht Schwaderer
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17.Apr.09 12:01

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Hallo Herr Roschy,

die beiden Heizungsstifte liegen nebeneinander. Sie können das im Bild oben erkennen. Die beiden Anschlüsse ganz rechts, etwa auf 3 und 4 Uhr sind die Zuleitungen zum Heizfaden. So kam ich ja zu dem Schluss dass es ursprünglich eine EL60 gewesen sein könnte.

Grüße

Albrecht Schwaderer

Jacob Roschy
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18.Apr.09 09:47

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Hallo Herr Schwaderer,

dann ist also eindeutig klar: diese Röhre wurde eindeutig als EL60 hergestellt und nachträglich auf Octal "umgetopft". (Nach der Meinung gewisser "Hi-Ender" hat nur diese Version den "ultimativen Klang").

Bei dieser "RIOS"- EL34 auf dem Bild handelt es sich schon um eine modernere Version: zwar entspricht der Kolben noch dem EL60- Aufbau, der Pressglasboden hat aber bereits 8 Durchführungen, die an die Sockel-Schaltung der EL34 angepasst sind.

Übrigens entspricht auch die in Post 3 gezeigte 4699 weitgehend der EL60-Konstruktion, sogar mit original 9-Stift-Pressglasboden und unteren Kühlfahnen.

Die Sockel-Schaltung ist weder dem Schaltbild der 4699 (bzw. EL6) angepasst, noch entspricht es einer bekannten 9-Stift-"Schlüssel"-Röhre.

M. f. G. J. R.

This article was edited 19.Apr.09 16:39 by Jacob Roschy .

  
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