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siemens: Rfe24 (50B); Neutro

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Stefan Guba
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06.Jul.09 22:47

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Hallo, habe vor ein paar Tagen auch einen Rfe24 in relativ gutem Zustand bekommen. Am Gerät befindet sich noch das Kabel für den Anschluß an Heiz- und Anodenbatterie mit kleinen Alu- Beschriftungsschildern an den Drahtenden. Leider sind keine Stecker oder ähnliches mehr vorhanden. Ich würde gerne wissen, was da originalgetreu rangehört bzw wie das Batteriekabel an die Batterie angeklemmt/ angeschlossen wurde. Ich vermute irgendeine Art Bananenstecker, weiß es aber nicht genau. Außerdem fehlt auch bei meinem Exemplar am Einschalter eine kleine Schutzkappe bzw. ein Schaltknopf (Kunststoff? Metall? Holz?). Vielleicht ist bei jemanden das Original noch vorhanden, würd gerne wissen, wie das Teil aussehen muß. Gruß Stefan Guba

Bernhard Nagel
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07.Jul.09 15:59
 
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Hallo Herr Guba,

die Enden des Batterieanschlußkabels haben normalerweise Bananenstecker für den Anschluß an die Anodenbatterie resp. der Siemens Heizanode Rfz10. Bei meinem Modell haben die Enden für den Heizakku-Anschluß Kabelschuhe, die unter den Anschlußschrauben des Akkumulators festgeklemmt werden. Das Ganze macht einen originalen Eindruck und sieht so aus:

Anschlußkabel Siemens Rfe24

 

Der Knebelknopf für den Ein-Aus Schalter ist aus Bakelit und wird mit einer Schlitzmutter auf dem 2mm-Gewindeschaft befestigt.

Siemens Rfe24: Detail Ein-Aus-Schalter

Bei vielen Rfe24 bzw. 50B-Geräten ist er verloren gegangen, auch der Gewindeschaft ist oftmals abgebrochen.

Siemens Rfe24: Knebelknopf mit Befestigungsmutter und Maßen

Siemens Rfe24: Schalterschaft mit 2mm-Gewindeende

Falls das Gewindestück noch vorhanden ist, lässt sich ein selbst angefertigter Knebelknopf-Ersatz mit eingebohrtem Loch und passenden Gewinde auf das Schaftende aufschrauben. So wäre zumindest die Schlitzmutter entbehrlich. Möglicherweise könnten passende Schalter-Knöpfe auch in der Telefontechnik (Siemens war dort recht aktiv) zum Einsatz gekommen sein. Ich denke da z.B. an sogenannte Kelloggschalter.

Bernhard Nagel

This article was edited 07.Jul.09 17:10 by Bernhard Nagel .

Stefan Guba
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07.Jul.09 19:27

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Hallo Herr Nagel,

vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort, vor allem für die schönen Bilder. Das ganze sieht wirklich original erhalten aus. Mal sehen, ob ich diese Teile irgendwo bekomme. Solche Bananenstecker habe ich noch an irgendwelchen alten Kopfhörern dran, muß ich mal raussuchen... Das Gewinde am Schalter ist bei mir auch noch vorhanden.

Gruß Stefan Guba

 

Konrad Birkner † 12.08.2014
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07.Jul.09 22:08

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Sorry, aber da muss ich korrigieren. Bis in die 1930er Jahre wurden verwendet für:

- Anodenbatterie:  Meist spezielle Stecker  mit 3,5 mm (nicht 4 mm) Durchmesser.

- Heizakku: Meist Kabelschuhe wegen der Schraubanschlüsse am Akku.

 

This article was edited 08.Jul.09 11:44 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

Bernhard Nagel
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07.Jul.09 23:44

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Laut Bedienungsanleitung zum Rfe24 kann statt Betrieb mit Anodenbatterien auch die Heizanode Typ Rfz10 verwendet werden. Diese hat normale 4 mm-Buchsen, die Anoden- und Gittervorspannungsanschlüsse können direkt gesteckt werden. Die Kabelschuhe für die Heizung werden direkt am Heizakku festgeschraubt, parallel wird hier der Anschluß zur Heizanode zum Zweck der Akku-Aufladung angeschlossen.

 

So sieht es "in Natura" aus (ohne Heizakku):

Siemens Rfe24 an Rfz10 angeschlossen

Von einer Änderung der Stecker bei Verwendung der Rfz10 statt Anodenbatterien ist in der Anleitung nicht die Rede, so dürften die 4 mm-Stecker für dieses Modell der Originalzustand sein. Aber generell stimmt Konrads Hinweis auf die häufig verwandte 3,5 mm Norm für den Anschluß an Anodenbatterien natürlich.

Konrad Birkner † 12.08.2014
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08.Jul.09 09:02

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Interessant, was man bei näherer Betrachtung alles entdeckt bei einem so unbedeutenden Teil!

Bis 1926/27 gab es kaum Netzanoden. Lediglich Ladegeräte für die Heizakkus. Die Batterien hatten Buchsen mit meist 1/8 Zoll (= 3,175 mm) Bohrung. Da passten die geschlitzten 3,5 mm Stecker gut  und saßen schön fest.

Um 1927/28 kam plötzlich eine Vielzahl von Netzanoden auf den Markt. Dass man hierfür auch zu 4 mm Buchsen überging, ist naheliegend.

Die Batterien behielten aber ihre kleineren Buchsen. Selbst eine sehr späte Gitterbatterie (aus britischen Militärbeständen ausgemustert) weist die 1/8" Buchsen auf. Hergestellt im Juni 1976 !

In einem Katalog wurden solche Anodenstecker als 3 mm Typen angeboten. In meinem Bestand findet sich ein einziges Exemplar mit 3 mm. Alle übrigen haben ca. 3,5 mm.
Und die cleveren Nachbauten sind konisch: vorne 3 mm, hinten 4 mm! Sie passen überall.

This article was edited 08.Jul.09 10:10 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

Stefan Guba
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19.Jul.09 22:52

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Habe mir eine Stromversorgung aufgebaut, um dem Gerät mal ferne Klänge zu entlocken. Bin dabei auf einen Widerspruch gestoßen:

Das Kabelpaar für die Heizbatterie ist eindeutig bezeichnet - der rotgestreifte Draht als "Heizb. +" und der andere als "Heizb. -"

Die 5 Drahtenden für die Anodenbatterie tragen folgende Bezeichnungen:

+200 , +100 , -(0) , +10,5 , +9

Bei den zwei letztgenannten handelt es sich offenbar um die Gittervorspannungen der RE054 und RE134. Sollten diese nicht eigentlich negativ sein?

 

Rüdiger Walz
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20.Jul.09 00:20

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Hallo Herr Guba,

messen Sie mal nach. "+10,5" müßte an Chassis liegen. Dann ist "+9" -1,5 V Vorspannung für die RE054 und "0" -10,5 V Vorspannung für die RE 134.

Rüdiger Walz

Stefan Guba
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21.Jul.09 19:03

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Hallo Herr Walz,

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, das ergibt einen Sinn...

Habe eben mal nachgesehen und  -gemessen.

"-(0") liegt tatsächlich an der Gittervorspannung der RE134

"+9"  liegt am Gitter der RE054 (natürlich jeweils über Gittervorwiderstand)

"+10,5" kommt scheinbar nirgendwo an (nur sehr hochohmig an Masse). Das entsprechende Drahtende ist auch nicht im Gerät zu finden. Vermutlich befindet sich das Ende mit unter einem kurzen Stück Isolierschlauch, durch den auch "Heizb -" ankommt (Original?) und war auch am Drahtwiderstand nach Masse angelötet. Kann das aber noch nicht direkt sehen. Muß die Stelle vielleicht mal irgendwann mit viel Ruhe und Sorgfalt auseinandernehmen.

Erstmal Danke und nen Herzlichen Gruß

Stefan Guba   

Konrad Birkner † 12.08.2014
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21.Jul.09 20:16

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Hallo,

Wurde 10,5 gegen Masse bei Schalter  "EIN" gemessen? Viele Geräte schalten gerade bei der Massezuführung ein/aus, weil sich da mit nur einem Kontakt Heizung und Anode abschalten lässt. Im Zweifelsfall Schalter überbrücken und nachmessen.

Viel Erfolg!

This article was edited 21.Jul.09 21:44 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

Stefan Guba
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22.Jul.09 16:58

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defekt 

Der Einschalter beim RFE24 unterbricht nur den Heizkreis einpolig ( + ). Dann gibt es noch einen 2-poligen Deckelkontakt, welcher die 2 Anodenspannungen bei geöffnetem Deckel, z.B. bei Umschaltung des Wellenbereiches durch Drehung der Spulentöpfe trennt. Beide Schaltvorrichtungen funktionieren bei meinem Exemplar. Der negative Heizanschluß hat über einen Drahtwiderstand Verbindung nach Masse. Laut Schaltplan wird dieser als Gerätemasse (hier offenbar als "+10,5") ein zweites Mal herausgeführt und an die Anodenbatterie angeschlossen.

Vermutlich ist bei mir der entsprechende Draht irgendwo in der Mitte gebrochen, hab die Stelle noch nicht gefunden.

Stefan Guba
Stefan Guba
 
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23.Jul.09 12:24

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Habe den Siemens nun an meine Eigenbau-"Heizanode" angeschlossen, den "Heizb -" Anschluß auf 10,5V gebrückt und das ganze vorsichtig in Betrieb genommen. Als Lautsprecher habe ich einen alten Trichterlautsprecher (BJ 1927? Imp. 2Kohm) verwendet. Der Empfang ist nicht spektakulär und auch der Klang ist noch ziemlich verzerrt. Na ja, ein Teil der Röhren ist auch nicht mehr taufrisch. Habe auch mit Rücksicht auf die alten Kondensatoren nicht die volle Anodenspannung angelegt. Bin auf jeden Fall sehr beeindruckt, daß überhaupt was zu hören war, daß so ein 80 Jahre altes Gerät noch ohne größere Reparaturen funktioniert.

Also erstmal vielen Dank für die schnelle Hilfe und die "rettenden" Hinweise.

Herzlichen Gruß

Stefan Guba

 

This article was edited 23.Jul.09 12:26 by Stefan Guba .

  
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