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siemens: Umgebaute auf Rimlock

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Michael Schott
 
 
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18.Feb.19 18:31

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Hallo,

ich habe solch einen Empfänger hier stehen, der aber auf Rimlockröhren umgebaut wurde. Es ist mir nicht ganz klar, ob das "absichtlich" in einer Werkstatt gemacht wurde, oder ob jemand das für sich privat gemacht hat. Allerdings wurde dieser Umbau sehr professionell gemacht; die Stahlröhrensockel wurden alle entfernt und die Öffnungen mit Platten verschlossen, in denen nun Rimlockfassungen sitzen. Die Bestückung sieht folgendermaßen aus: 6x UAF42, UL41, UY41, also insgesamt 7 Röhren. Die eine UAF42 dürfte als Vorröhre für die UL41 dienen, bei der UCL11 ist ja das Triodensystem dafür zuständig. Das Gerät spielt ausgezeichnet, weshalb davon ausgegangen werden muß, das mindestens ein Profi diesen Umbau vorgenommen hat.

Dann ist noch etwas anders: Der hier angelegte Siemens hat wohl eine sep. manuelle HF-Regelung, das scheint bei meinem nicht der Fall, bzw. anders, denn mit dem Lautstärkepoti ist über 2 Zahnräder ein weiteres Poti gekoppelt, beide werden synchron betätigt.

Warum wurde der Umbau gemacht? Stahlröhren nicht mehr erhältlich, oder zu teuer? Und natürlich die Frage: Soll der Empfänger neu angelegt werden, oder hier integriert mit entsprechendem Hinweis auf den Umbau, inkl. Bildern?

Mit freundlichem Gruß

Michael Schott

Bernhard Nagel
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19.Feb.19 11:39

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Solange keine offiziellen Hersteller-Unterlagen für solch einen Umbau existieren, sollten wir von einem eigenständigen Modell absehen und es als einen Einzelumbau unbekannter Herkunft in der Bildlegende dokumentieren.

Wirtschaftlich gesehen wäre die Änderung auf Rimlock-U-Röhren sicher nicht vetretbar gewesen. Eine wesentliche Verbesserung der Eigenschaften des Empfängers wird dadurch ebenfalls nicht eingetreten sein da der Stahlröhrensatz in seinen Eigenschaften der Ersatzbestückung m.E. ebenbürtig wäre.

Michael Schott
 
 
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19.Feb.19 13:04

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Hallo Herr Nagel,

dann könnte ich mir nur noch vorstellen, daß während der Produktion auf Rimlock gewechselt wurde, wobei auch wieder die Frage nach dem "Warum" im Raume steht. Der Umbau (so es denn einer ist) wurde wirklich sehr professionell gemacht, sodaß ich eher darauf schließen würde, daß das bereits ab Werk gemacht wurde, siehe auch die Schrauben, die sich so überall im Gerät finden. Ich habe mal Bilder beigefügt.

MfG

Michael Schott

Bernhard Nagel
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19.Feb.19 13:29

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Die Schrauben der Fassungen und Adapterbleche sind von anderer Qualität und zeigen bereits braune Verfärbung durch wahrscheinlich Rostansatz. Das war nicht "Siemens-Like" im professionellen Bau ... Bitte mit den übrigen hellen Chassisschrauben vergleichen die sicher gut vernickelt sind.

Beim Einsatz dieses Empfängers v.a. auf Schiffen wurde ja auf eine gewisse Korrosionsbeständigkeit geachtet. Rostanfällige Schrauben waren da tabu.

Das ist (für mich) eindeutig keine originale Werksarbeit. Zudem auch die Stempelung der U-11er Originalbestückung auf dem Chassis klar dagegen spricht.

Cet article a été édité 19.Feb.19 13:35 par Bernhard Nagel .

Michael Schott
 
 
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19.Feb.19 14:05

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Hallo Herr Nagel,

es kann aber auch sein, daß die Chassis bereits vorgefertigt waren, inkl. der Stempelung. Auch die Rostanfälligkeit der Schrauben ist nicht unbedingt aussagekräftig, sie haben die gleiche Form. (Flug-)Rost findet sich aber auch an anderen Stellen. Auch wurden dieselben Bauteile verwendet (Widerstände, Kondensatoren, Drähte, etc.). Für eine "Heimarbeit" finde ich das doch eher zu professionell. Ich habe den Verkäufer diesbezüglich mal angeschrieben, ich bin gespannt, ob er dazu etwas weiß.

MfG

Michael Schott

Eilert Menke
 
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01.Mar.19 12:12

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Ich hatte vor längerer Zeit ebenfalls einen 66A mit dem gleichen Röhrenumbau hier. Die Machart war wie bei Herrn Schott's Gerät. Da mein RX allerdings in desolatem Zustand war und ich keine Lust hatte, diese "Leiche" wiederzubeleben, habe ich ihn an einen hochmotivierten Hamburger Radiohobbisten z.w.V. weitergegeben. Ich kann deshalb also nicht mehr nach etwaigen weiteren Umbaudetails schauen.

Eilert Menke
 
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02.Mar.19 12:15

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Der Einsatz dieses Empfängers war auf Hochseeschiffen vorgesehen. Es mußte also auch sichergestellt sein, daß Reparaturen fernab der Heimat möglich waren. Deutsche Stahlröhren waren aber im Ausland Exoten, die dort u.U. nur sehr schwierig oder überhaupt nicht zu beschaffen waren. Die Rimlockreihe war international aufgestellter, was auch die alternative Retma-Nomenklatur bezeugt.

Ich könnte mir daher vorstellen, daß einige Geräte in Anbetracht dieser Tatsache, womöglich im Auftrag der DEBEG, der Schiffsausrüster oder der Reedereien etc., nachträglich auf Rimlock umgebaut wurden, von wem auch immer. Daß bereits einige Jahre später die Novalröhrenreihe marktbeherrschend wurde, war Anfang der 1950er Jahre wohl nicht absehbar. Ab Mitte/Ende der 1950er Jahre war der E66a jedoch veraltet und wurde an Bord oft nur noch als Reserveempfänger vorgehalten.

Der Aspekt der weltweiten Röhrenverfügbarkeit geht später auch aus dem Handbuch zum Siemens E566 hervor, wird darin nämlich ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die im Gerät verwendeten Röhren gegen „internationale Typen“ austauschbar sind.

Cet article a été édité 02.Mar.19 12:42 par Eilert Menke .

Michael Schott
 
 
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02.Mar.19 12:38

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Guten Morgen Herr Menke und alle anderen hier Beteiligten,

erstmal vielen Dank für die reichhaltigen Infos, meine Gedanken gehen in die gleiche Richtung, wie die Herrn Menkes. Ich darf dann davon ausgehen, daß ich die Bilder aus meinem Gerät auf das Model hier hochladen kann, mit dem Verweis auf den (höchstwahrscheinlich) werksseitigen Umbau?

Vielleicht finden sich auch noch weitere, genauere Informationen, man darf gespannt sein. Letztlich ist es aber ein schönes Gerät mit ordentlichen Empfangseigenschaften, an dem man viel Freude haben kann.

Mit freundlichem Gruß.

Michael Schott

  
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