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Verzerrungen und Brummen durch schlechte Kontakte

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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29.Nov.18 13:02
 
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Alte Radios sind bekanntlich "erfinderisch". Werden diese eine Zeit nicht betrieben, haben meist irgend welche Kondensatoren ihre Isolationsfähigkeit eingebüßt und lassen folglich Gleichstrom durch. Hierdurch ergeben sich Verschiebungen der Arbeitspunkte der Röhren, was dann zu Verzerrungen führt. Wenigstens ist das meistens so. Aber nicht immer.

Verzerrungen

Als Beispiel für Verzerrungen mit anderweitigen Urschachen dient eine Siemens Kammermusikschatulle 95W, bei der vor ca. 25 Jahren die damals lecken Kondesatoren ersetzt wurden. Nun zeigten sich Verzerrungen, die in ihrer Größe unabhängig von der Stellung des Lautstärkereglers waren. Es könnte ja sein, daß mittlerweile wieder ein Koppel-Kondensator im NF Teil leck geworden ist? Aber die Überprüfung ergab nach wie vor gute Isolationswiderstände von ca. 1011 Ω der "verdächtigen" Kondensatoren. 

Als "Übeltäter" entpuppte sich der Lautsprecher-Schalter. (rot markiert im Schaltbild)

Dieser Schalter ist eine "Eigenkonstruktion" und findet sich so in allen Siemens Schatullen 76W, 85W & 95W. (Vermutlich entsprechend in den Geräten von AEG und TFK aus dieser Zeit.)

Mit Hilfe eines Petinax-Hebels wird eine Stahlfeder gegen einen (geerdeten) U-förmigen Bügel aus Eisen gedrückt. Dieser ist zwischenzeitlich mit einer weißlichen Substanz überzogen, weshalb sich nur ein schlechter Kontakt ergibt. Diese "Beschichtung" hat ganz offensichtlich halbleitende Eigenschaften, weshalb leise Signale nur schlecht "durchkommen", dafür aber bricht die "Sperrschicht" bei lauteren Signalen zusammen, so daß "kratzende" Verzerrungen entstehen.

Abhilfe brachte eine Behandlung mit Oszillin.

"Kratzen" und Brummen

Bei einem anderen Gerät, dem Staßfurt Imperial 3WL, waren 2 Probleme entstanden.

  1. Das "Lautstärke"-Potentiometer erzeugte laute Kratzgeräusche, verbunden mit Unterbrechungen der NF.
  2. Der "Entbrummer" der (direkt geheizten) RES374 ließ sich nicht auf ein Minimum einstellen, so daß ein unangenehm lauter "Netz-Ton" (Netzbrummen) zu hören waren.

Die beiden "Übeltäter" sind im Schaltbild rot markiert.

Der 3WL ist schaltungsmäßig ein "sparsames" Gerät. Die erste RENS1284 ist ein Kathoden-Mischer und die zweite RENS1284 ist ein Anodengleichrichter für die ZF.

Kratzgeräusche

Die Lautstärke wird hier über ein 20 kΩ Potentiometer in der Antennen-Leitung reguliert. Dieses Potentiometer führt keine Gleichspannung, weshalb es eigentlich haltbar sein sollte. Aber im Laufe der Zeit hat sich im Innern halt doch Staub angesammelt, der die Probleme macht. Das führt zu starken Kratzgeräuschen und Unterbrechungen des Empfangs.

Abhilfe brachte auch hier, kräftig mit Teslanol (durch eine Öffnung) einsprühen und mehrfach hin und her drehen.

Der Netzbrumm

Direkt geheizte Endröhren haben immer (etwas) Netzbrumm, weil durch die Wechselspannung am Heizfaden eine Brummspannung gegenüber dem (brummfreien) Gitter_1 entsteht. Um diese Brummspannung zu minimieren, ist der Heizkreis über ein 50Ω Drahtpoti (lineare Form) geerdet. Dieses Poti muß so eingestellt werden, daß sich die Schwankungen der Wechselspannung der Heizung möglichst gut kompensieren.

Dies Kompensation funktioniert jedoch nur, wenn nicht altershalber das Poti oxidiert ist und sich auch dort Staub angesammelt hat. Durch einfaches hin und her drehen ergab sich keine Verbesserung.

Abhilfe schaffte auch hier eine Behandlung mit Teslanol. Jetzt ist die verbliebene Brummspannung (an der Anode der RES374 gemessen) nur noch 4V_ss und die Kurvenform schön sinusförmig. Akustisch ist das Brummen zwar noch hörbar, aber nicht mehr störend.

MfG DR

This article was edited 29.Nov.18 13:44 by Dietmar Rudolph .

  
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