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rohde: SMLR -- warum Augangsimpedanz 60 Ohm ?

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Gerhard Schoenbauer
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19.Oct.20 11:17
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Guten Tag an die Gemeinschaft

ich habe vor kurzem so ein Gerät erworben; es ist nach ersten Versuchen auf allen Bereichen funktionstüchtig und noch gut justiert..
Kann mir jemand sagen, warum hier als HF Ausgangsimpedanz 60 Ohm gewählt wurden, wo doch die gängingen  AM Antennen und Empfänger überwiegend 50  oder 75 Ohm haben oder gehabt haben?

This article was edited 19.Oct.20 11:24 by Gerhard Schoenbauer .

Dietmar Rudolph
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19.Oct.20 12:20
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In Deutschland war es üblich, die Dämpfung in "Neper" anzugeben, während es in USA üblich war, die Dämpfung in "Dezibel" anzugeben. Dadurch war in D 60Ω der übliche Ausgangs-/Eingangs-Widerstand von Meßgeräten und in den USA waren es 50Ω. Heute dominieren die USA.

Sie hierzu "Leistungs- und Spannungs-Pegel; Dezibel, Dämpfung".

MfG DR

This article was edited 19.Oct.20 15:01 by Dietmar Rudolph .

Gerhard Schoenbauer
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19.Oct.20 14:10
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danke für die Antwort und den Hinweis auf den sehr interessanten Fachartikel.
konkrete Frage noch dazu:
wie komme ich jetzt am einfachsten ohne teueres Anpassungsgerät con 60 Ohm auf 50 Ohm? Gibt es hier irgendow eine einfache Anleitung zu Bau eines Adapters?
Meine Suchfunktion hat leider kein brauchbares Ergebnis gebracht

 

 

Dietmar Rudolph
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19.Oct.20 14:49
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Im Frequenzbereich 100 kHz bis 30 MHz, den der SMLR überstreicht, wird i.A. kein Anpaßglied benötigt. Wenn Präzisions-Messungen erfolgen sollen, dann entweder dem SMLR Ausgang einen Widerstand von geeigneter Größe parallel schalten, oder aber einem angeschlossenen Gerät mit 50Ω Eingangswiderstand einen Widerstand von 10Ω in Serie schalten. Je nachdem, was wichtiger ist.

Alternativ läßt sich auch ein "T"-Glied aus Widerständen berechnen, so daß beidseitige Anpassung besteht. Allerdings dämpft dieses T-Glied. 

Für eine einzelne Frequenz kann man mit einer (dafür) λ/4 langen Leitung mit einem Wellenwiderstand, der dem geometrischen Mittelwert von Ausgangswiderstand (Sender) und Eingangswiderstand (Empfänger) entspricht, eine verlustfreie Anpassung erreichen. (λ/4 Transformator) 
λ/4 ist im Frequenzbereich des SMLR allerdings ziemlich lang.

Für die Messungen an einem Radio-Empfänger Eingang eine "künstliche Antenne" davorschalten, weil sonst der Eingang des Empfängers total bedämpft wird.

 

Dietmar Rudolph
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19.Oct.20 17:47
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Mit Hilfe von Hochfrequenz-Transformatoren läßt sich eine weitestgehend verlustfreie Anpassung zwischen Geräten mit unterschiedlichen Impedanzen erreichen.

MfG DR

Bernhard Nagel
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20.Oct.20 00:28
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Im Antennen- Sender- und Empfängerbau spielten bis in die 1970er Jahre 60 Ω (unsymmetrisch, koaxial) und 240 Ω (symmetrisch) Systeme eine grosse Rolle. Über Symmetrierglieder 1:4 (Baluns) kann direkt von 60 auf 240 Ω und umgekehrt angepasst werden. Ein Beispiel sei der symmetrische UKW-Faltdipol der an eine koaxiale Zuleitung angeschlossen werden soll.

Aus diesem Grund bot (auch) Rohde & Schwarz seine Meßtechnik oftmals für verschiedene Impedanzen an, wie 50 Ω, 60 Ω und 75 Ω. Der Rauschgenerator SKTU für Messungen der Eingangsempfindlichkeit von Empfängern war für diese 3 Impedanzen/Wellenwiderstände bestellbar.

Das R&S Polyskop SWOB, ein Breitbandwobbler kombiniert mit Sichtgerät, konnte ebenfalls für diese 3 gebräuchlichen Impedanzen geliefert werden.

Heutige Kabel- und Antennensysteme arbeiten im Heimbereich mit 75 Ω (SAT-Technik usw), im kommerziellen Bereich meist mit 50 Ω. Die 60 Ω Systeme haben keine Bedeutung mehr.

60 Ω mit 50 Ω (oder mit 75 Ω) abgeschlossen stellt zwar eine Fehlanpassung dar, die aber bei kleinen Leistungen wie sie im Empfangsstellen vorkommen nicht ins Gewicht fällt. Das SWR (Standing Wave Ratio, Stehwellenverhältnis) ist hier etwa 1,2 (1,25) und damit vernachlässigbar. Für genaue Pegelmessungen gibt es Umrechnungstabellen.

Für Abgleichzwecke an Rundfunkempfängern im L-M-K Bereich ist es unwichtig, ob der Messsender seine Ausgangsspannung an 50, 60 oder 75 Ω Innenwiderstand bereitstellt. Wie Dietmar Rudolph bereits empfahl, ist hier die "künstliche Antenne" als Anpassung an den üblichen hochinduktiven Antenneneingang das Mittel der Wahl.

Bernhard Nagel

Gerhard Schoenbauer
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20.Oct.20 20:14
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danke für alle diese sachkundigen Antworten
Das mit der künstlichen Antenne praktiziere ich auch so, aber ich spiele schon länger mit dem Gedanken, aus dem Messsender in eine gute Antenne einzuspeisen und mir das Signal direkt über Empfang zu holen :-)
Mit erlaubter Signalstärke, versteht sich...
daher auch meine Frage

 

 

Dietmar Rudolph
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21.Oct.20 12:24
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"aus dem Messsender in eine gute Antenne einzuspeisen"

Na prima, Herr Schoenbauer, dann können Sie ja bequem die Nachbarschaft im Umkreis von ca. 50 km mit Ihrem Programm versorgen!

Denken Sie aber bitte auch daran, daß ggf. die Telekommunikationsbehörde in Österreich das gar nicht gut finden wird. Denn aus dem SMLR können Sie - bei Anpassung an die Antenne - fast 2 Watt HF Leistung entnehmen.

Das ist dann echt "Schwarz-Senden". Aber jeder muß ja selbst wissen was er tut und wie viel ihm das Risiko wert ist.

MfG DR

Gerhard Schoenbauer
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21.Oct.20 12:52
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ja, danke ... das ist mir schon bewusst und ich werde hier sicher nicht als Schwarzsender auftreten :-)

die österreichischen Telekommunikations-Behörden spassen damit auch gar nicht.

aber mit 30 mV auf dem Mittelwellenbereich sollte sich die Reichweite auf ein vertretbares und nicht verbotenes privates  Ausmaß beschränken.

 

 

  
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